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1/16/2011

Weltreise Etappe 5 - finally: Die wahre Geschichte der Geisha von Mineko Iwasaki

Letztes Wochenende, gut zwei Wochen zu spät habe ich nun endlich doch noch meine Weltreisen-Challenge, die Natira vor einem guten halben Jahr ins Leben rief, beendet. Erst mal, Danke, liebe Natira, für diese schöne Challenge!
Meine Reise führte mich von Deutschland (Jacques Berndorf - Ein guter Mann) über England (Elizabeth Aston - Mr. Darcy's Daughters) nach Amerika  (Sylvia Plath - Die Tagebücher und Nicole Seifert - Von Tagebüchern und Trugbildern; Abschnitt Sylvia Plath). Dann, unplanmäßig, ging es direkt nach Ägypten (Tanja Kinkel - Säulen der Ewigkeit), weil meine Japan-Etappe (eben Die wahre Geschichte der Geisha) in der Post verloren ging.


Das konnte ich aber nun nachholen - und ich würde fast sagen, dass mich dieses Buch von den fünfen am meisten gefesselt und mitgerissen hat.
Jacques Berndorf hatte mir auch sehr gefallen, aber die Kultur der Geishas zieht mich eigentlich immer in den Bann und ich kann nicht genug davon kriegen. Auf das Buch bin ich übrigens durch Taytom aufmerksam geworden, die mir von dieser Gegendarstellung Mineko Iwasakis erst erzählt hat - Danke, Taytom!


So wie ich es verstanden habe, hat Mineko Iwasaki dieses Buch in erster Linie geschrieben, weil sie mit dem Werk von Arthur Golden, der sie während seiner Recherche für "Die Geisha" interviewt hat, nicht zufrieden war und sie die Aussagen korrigieren wollte, den Menschen zeigen wollte, wie es wirklich in Gion Kobu und den anderen Hanamachis zugeht. Ich kann es ja gleich vorab zugeben: ich werde wohl "Die Geisha" von Arthur Golden ebenfalls nocheinmal lesen müssen (so wie es mir Sylvia Plaths Tagebüchern ja auch geht), da ich nun wissen will, inwieweit er da dichterischer Freiheit erlegen ist. Ich nehme aber an, Mineko Iwasaki ging es vor allem um Goldens Vorwurf oder vielmehr seine verzerrte Darstellung der Fakten bzgl. Schicklichkeit und käuflicher Liebe im "Reich der Blumen und Weiden".

Nun zum Buch selbst: Mineko Iwasaki beschreibt ihr Leben von den jüngsten Kindertagen, von den ersten Erinnerungen an und sehr detailliert und genau. Sie hat ein unglaublich gutes Gedächtnis für Kleinigkeiten, sie kann ihre Kimonos sehr genau beschreiben und weiss noch unglaublich viele Einzelheiten aus ihren jungen Jahren. Mit fünf Jahren traf sie eigenständig die Entscheidung, in die Okiya zu gehen, da sie dem Glauben verfallen war, so - und nur so - ihre Familie retten zu können. Ihr magisches Denken wird sie sich lange Jahre erhalten - sie wächst nun in einer Okiya als Atotori auf, was bedeutet, dass sie auf der einen Seite natürlich besonders folgsam sein muss, auf der anderen aber auch eine der wichtigsten Personen im Haushalt ist. Entsprechend ist sie zwar brav und gehorsam, aber auch recht verzogen. Sie ist schrecklich einsam, sehr sehr fleissig und - wie sollte es in so einer Position anders sein: sehr altklug und besserwisserisch. Sie ist so ehrgeizig und auch weltfremd, dass ich an manchen Stellen dachte, dass sie fast autistische Züge aufweist. Aber das relativiert sich je älter sie wird und ich nehme an, dass es v.a. mit ihrer strengen Erziehung und ihrem eigentlich recht introvertierten Charakter zusammenhängt.
Das Buch ist wirklich mitreissend geschrieben - man liest staunend und interessiert immer weiter und muss sich zwingen, das Licht abends auszumachen - das war oft nicht so leicht.

Die Geisha-Kultur, so faszinierend sie auch ist, ist im Wandel begriffen, was Mineko Iwasaki am Ende auch erkennt, bevor sie sich zur Ruhe setzt. Sie war - nach Aussage dieses Buches - einer der größten Stars in Gion - und wenn man liest, dass sie 365 Tage im Jahr arbeitet, Unmengen von Trinkgeld bekommt, dass sie den ganzen Abend ausgebucht ist und in ihrer Laufbahn nicht einen Tag terminlos zu Hause in der Okiya gesessen hat - dann kann man nicht anders, als von dieser tüchtigen Geschäftsfrau beeindruckt zu sein. Wenn man hört, dass sie zu den Ozashikis, für die sie gebucht wurde, oft nur für 3 - 5 Minuten erschien (um dann aber trotzdem eine volle Stunde zu berechnen), fragt man sich, wie so ein System so gut funktionieren kann - über so einen langen Zeitraum.

Um ehrlich zu sein: ich kann mir immer noch nicht genau vorstellen, was den Reiz der Gesellschaft einer Geisha ausmacht - auch wenn ich jetzt dank dieses Buches weiss, dass Geishas Männer _und_ Frauen unterhalten, dass das Ganze mit Prostitution typischerweise gar nichts zu tun hat sondern wirklich reine Unterhaltung in Form von Konversation, Tanz, Musik und Teezeromonie darstellt. Aber wie kann ich mir erklären, dass Männer bereit sind, so furchtbar viel Geld für 3 Minuten mit einer Geisha zu bezahlen? Wie kann ein solches Unterhaltungssystem solche Formen annehmen, dass ganze Industriezweige (wie die Kimono-Industrie) davon wachsen und gedeihen konnten?

Diese kulturelle Entwicklung finde ich hochspannend. Alleine, wie viele Menschen z.B. in Gion durch die Geishas Arbeit hatten: die Ankleider, die Teehäuser, die Caterer für die Ozashikis, diejenigen, die den Sake richtig temperierten (das ist nämlich auch wieder von Gast zu Gast unterschiedlich) etc. etc.
Die strengen Regeln, die sich diese Subgruppe auferlegt hat, liessen mich während der Lektüre immer wieder den Kopf schütteln. Wie hart sie zu sich selber sind... Andererseits haben sie auch viel Spass - trotz der sicherlich unvermeidlichen Zickereien zwischen diesen ganzen Frauen.
Es war ein grosser Spass, dieses Buch zu lesen - und ich glaube, viel näher komme ich dem Erfassen dieser Kultur nicht - da ich nicht annehme, dass ich selber mal den Luxus einer Ozashiki geniessen werde. Zumal diese Kultur allmählich abstirbt und immer weniger authentisch ist.
Von allen Büchern, die ich bisher über Geishas gelesen habe (Dalby, Golden und noch eins, dessen Namen ich gerade nicht im Kopf habe) ist dieses mit Abstand das informativste. Teilweise etwas verwirrend wegen der vielen Zeitsprünge, aber absolut informativ, sogar mit Fotos und genauen Beschreibungen der Kimonos, der Schminke und der Regeln.

Ich kann das Buch nur empfehlen und habe eben, während ich noch ein paar Fachwörter recherchiert habe (um hier keinen Unsinn zu schreiben), noch einen interessanten Link ("Hanamachi") mit Grundinformationen gefunden, falls jemand Lust auf mehr bekommen hat (und da ja heute die Bücherläden zu haben ;) ):

Eins kann ich auf jeden Fall sagen: Japan wird auf meiner realen Reiseliste bleiben - und wer weiss, vielleicht erhasche ich dann ja einen Blick auf eine  Geisha - ich habe gehört, dass man manchmal Glück haben kann, wenn sie in Tokyo eingeladen sind :)

12/31/2010

Weltreise Etappe 4 (eigtl. 5) - Ägypten

Ich habe Natiras Weltreisenchallenge leider nicht beenden können.
Obwohl ich wild entschlossen war, hat mich in der letzten Jahreswoche einfach die Motivation verlassen.
Das Ganze wurde durch Logistik-Probleme erschwert - das erste Exemplar von "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki ging leider in der Post verloren und daher habe ich Tanja Kinkels "Säulen der Ewigkeit" vorgezogen.
Also ging es ins warme Ägypten...

Von diesem Buch hatte ich mir sehr, sehr viel versprochen - ich habe die "Puppenspieler" damals sehr geliebt und auch die anderen Bücher, "Wahnsinn der das Herz zerfrisst" oder "Mondlaub" waren für mich absolut begeisternd.
Tanja Kinkel ist in meinen Augen die beste Autorin historischer Romane - sie recherchiert sehr gut und versteht es, die Geschichte in schillernden Farben mit schönen Worten zu erzählen. Dass sie Historikerin ist, unterstützt das souveräne Bild, was ich von ihr habe, natürlich auch. Es gefällt mir ausserdem, dass sie es schafft, ohne extreme Gewaltdarstellungen und ausgiebige Bettgeschichten, Geschichte zu vermitteln.


Dieses Buch hat mich nun leider nicht so begeistert wie ihre früheren Werke - ich glaube, dass liegt daran, dass mir die Figuren nicht so gut gefallen haben. Die Geschichte handelt vom Schatzgräber-Ehepaar Belzoni, die in Ägypten auf Gräbersuche sind. Weiterhin taucht regelmäßig der andere Schatzsucher, Drovetti, auf, der Giovanni das Leben schwer macht und ihm sowohl Schätze als auch Frau nehmen will.
Das zur groben Geschichte. Die Figuren überzeugen mich nicht, besonders Belzoni selbst wirkt auf mich sehr grob, raubeinig und wenig sympatisch. Er weiss nicht, was er an seiner Frau hat und verspielt alles ohne es überhaupt zu merken. Sarah Belzoni ist relativ sympatisch, handelt aber auch etwas feig. Drovetti dagegen hat mir gefallen - und ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn er aufgetaucht ist.
Nun, da es sich um echte, historische Persönlichkeiten handelt, kann Tanja Kinkel daran nicht viel ändern. Was aber einfach fehlte, war, dass ich nicht das Gefühl hatte, in Ägypten zu sein - die Beschreibungen waren ok, aber nicht so schillernd, dass ich das Gefühl hatte, dort zu sein. Das hatte ich mir gewünscht und war es aus früheren Büchern auch von der Autorin gewohnt.
Nichtsdestotrotz waren die "Säulen der Ewigkeit" spannend genug, um sie zu Ende zu lesen. Und nachdem es so etwas schleppend am Nil vor sich ging, brauchte ich zur Abwechslung etwas Aufregendes und habe mir meinen neuesten Brunetti geschnappt - der auch wirklich, endlich mal wieder ganz gut ist :)
Deshalb wird die Geisha erst im neuen Jahr gelesen und dann nachgereicht.

Fazit zur Weltreise: Sie ist nicht ganz so verlaufen, wie ich es mir gedacht hatte: England war schleppend (Elizabeth Aston, Mr. Darcy's Daughters) und Ägypten hatte ich mir als krönenden Abschluss vorgestellt, der dann aber am Ende ein wenig enttäuschend war. Deutschland war hingegen super (Jacques Berndorf, Ein guter Mann), Amerika hat mir einen neuen Blick auf Sylvia Plath ermöglicht (und somit neue Arbeit beschert ;) ) und Japan wird nun noch spannnend mit ins neue Jahr getragen.
Danke, Natira, fürs Inspirieren - mal sehen, welche Challenge Du Dir als nächstes ausdenkst :)

11/27/2010

Weltreise Etappe 3 - USA

Natiras Weltreisen-Challenge neigt sich mit grossen Schritten ihrem Ende zu und ich bin gerade erst mit Etappe 3 fertig geworden.
Andererseits habe ich noch einen guten Monat, und hoffe daher, dass ich es rechtzeitig schaffe ;)


Bei Etappe 3 musste ich ein bisschen abkürzen: zum einen sind Sylvia Plaths Tagebücher im Herbst einfach etwas zu deprimierend für mich und ausserdem hat sich beim Lesen gezeigt, dass es eine neue, ungekürzte Ausgabe ihrer Tagebücher gibt - es würde viel mehr Sinn haben, die zu lesen (wobei ich feststellen muss, dass die offenbar nicht auf deutsch erschienen sind - so ein Ärger).

Das Buch von Nicole Seifert habe ich nicht komplett gelesen (das wird auf jeden Fall noch nachgeholt).
Nach den einleitenden Worten bin ich direkt in den Abschnitt über Sylvia Plath gesprungen und habe mit viel Interesse ihre "erhellenden" Worte gelesen, über die Probleme, die es mit dem Bild, welches von Sylvia Plath in unseren Köpfen generiert wurde, gibt. Bei meiner ersten Begegnung mit Sylvia Plath hatte ich damals das Gefühl, dass ihr Mann Ted Hughes an ihren Tagebüchern "herumgepfuscht" hatte, um sich selber nicht im schlechten Licht dastehen zu lassen.
Das war auch so, wie man Nicole Seiferts Abhandlung entnehmen kann. Die Kürzungen, Auslassungen und Kommentare sind allesamt so angelegt, dass man denken sollte, das Sylvia Plath eine extrem instabile Persönlichkeit war, aggressiv, unberechenbar und verzweifelt. Viele Auslassungen betreffen gerade positive Äusserungen, die negativen blieben hingegen stehen. Vermutlich war Ted Hughes, genau wie Sylvias Mutter, Aurelia Schober-Plath, sehr besorgt um das Bild war, welches durch die Veröffentlichung der Tagebücher von ihm entstand. Das kann man ja auch ein Stück weit verstehen, wer liest etwas schon gerne Negatives über sich selbst.
Auf der anderen Seite kann es aber auch nicht sein, dass man sein Kind bzw. seine (Ex-)Frau als "verrückt" darstellt, nur um selber besser dazustehen.
Ein bisschen stellt sich mir an dieser Stelle auch die Frage, ob es wirklich so gut ist, Tagebücher zu veröffentlichen - ich weiss gar nicht, wie Sylvia zu diesem Thema stand. Ich persönlich würde sicher nicht wollen, dass alles, jeder noch so persönliche Gedanke von mir von aller Welt gelesen werden kann.  Daher sollte ich dafür Sorge tragen, dass meine persönlichen Aufzeichnungen zu gegebener vernichtet werden...  (Notiz an mich selbst ;) )

Aber das nur am Rande - Ergebnis dieser Etappe ist leider, dass ich noch einmal von vorne anfangen muss: die von mir ursprünglich gelesenen Tagebücher sind im Prinzip wertlos, da sie nur das Bild der Sylvia zeigen, die Ted Hughes und Frances McCullough der Welt zeigen wollte.n Also werde ich mir zu Weihnachten die originalen Tagebücher wünschen, werde nochmals in die Gedichte schauen, evtl. sogar "Ariel" noch einmal neu bestellen, in der Reihenfolge, die Sylvia Plath ausgesucht hatte und auch die "Birthday Letters" von Ted Hughes noch einmal mit Verstand lesen. Danach melde ich mich wieder, jetzt im Moment muss ich zugeben, habe ich gar kein Bild mehr von Sylvia Plath. Das Projekt startet im neuen Jahr, nach der Diplomarbeit, schätze ich :)

Was das Buch von Nicole Seifert "Von Tagebüchern und Trugbildern" angeht: ich finde sie schreibt ganz hervorragend und obwohl die Zitate grundsätzlich auf englisch sind, liest es sich sehr flüssig - ich freue mich schon darauf, das Buch in seiner Gesamtheit zu lesen :)


Und wenn nächste Woche die Weltreisen-Lieferung für Etappe 4 ankommt, geht es weiter nach Japan, mit "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki...

9/14/2010

Zwischenstand zur Weltreisen-Challenge: Die Tagebücher von Sylvia Plath



"Juli 1950. Vielleicht werde ich nie glücklich sein, aber heute abend bin ich zufrieden. Nichts als ein leeres Haus, warme, dunstige Müdigkeit, nachdem man einen Tag lang in der Sonne Erdbeerschößlinge gepflanzt hat, nach einem Glas süßer, kühler Milch und einem Teller Heidelbeeren, die in Sahne schwimmen. Jetzt verstehe ich, wie man ohne Bücher leben kann, ohne College. Wenn man am Ende des Tages so müde ist, braucht man Schlaf, und bei Tagesanbruch sind wieder Erdbeerschößlinge zu pflanzen, und so geht es weiter, erdnah. Wenn mir das nicht reichte, käme ich mir idiotisch vor. ..."

Momentan lese ich im Zuge der Weltreisen-Challenge im Re-Read die Tagebücher von Sylvia Plath.
Mit diesem Abschnitt beginnt meine Reise durch Sylvia Plaths Leben, welche mich durch einige Höhen und viele, viele Tiefen führen wird.

Zu Sylvia Plath und mir ist zu sagen, dass ich sie vor ca. 10 Jahren für mich entdeckt habe und absolut fasziniert war - von ihrer Leidenschaft, von ihrem unglaublichen Ehrgeiz, von der Wortgewaltigkeit ihrer Werke. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Tagebücher nicht im Original gelesen habe - das traue ich mir einfach nicht zu, da mich schon die Gedichte oft genug überfordern.

Sylvia Plath war ein düsterer Mensch, sie war eine Frau, die sich selbst stets angezweifelt hat, die selbst ihr größter Kritiker war. Sie war leidenschaftlich, impulsiv, unglaublich spitzzüngig und ironisch. Sicherlich hatte sie auch leicht narzisstische Züge an sich und war vermutlich nicht unbedingt eine angenehme Zeitgenossin.

Ein besonderer Reiz an dieser Etappe meiner Weltreise ist für mich, dass ich parallel oder im Anschluss (genau weiss ich noch nicht, wie ich es machen werde) in dem Buch von Nicole Seifert "Von Tagebüchern und Trugbildern" den Abschnitt betreffend Sylvia Plath lesen werde - um zu versuchen, einen sachlicheren Eindruck zu gewinnen. Zum einen schreibt Sylvia Plath naturgemäß subjektiv über ihr Leben und ihre Gefühle und will sich evtl. auch positiver darstellen als sie ist. Auf der anderen Seite allerdings sind ihre Aufzeichungen auch stark verkürzt und zensiert wiedergegeben - in dem mir vorliegenden Buch ist nur etwa ein 1/3 ihrer gesamten Aufzeichnungen enthalten.
Ich erhoffe mir also ein klareres Bild nach dieser Etappe und bin ausserdem gespannt, wie Sylvia Plath jetzt, 10 Jahre nachdem ich sie entdeckt habe, auf mich wirken wird.

9/06/2010

Weltreise Etappe 2: Grossbritannien

Weiter geht es mit unserer Weltreise die Natira mit ihrer Challenge ins Leben gerufen hat. Für mich ging es mit der 2. Etappe nach England in die Jane-Austen-Zeit - leider war ich dort nicht so glücklich wie erwartet ... Aber gut, geschafft ist geschafft ;)



Nach einer tollen Theme-Party am letzten Wochenende kann ich dieses Buch nun ad acta legen.

Mr. Darcy's Daughters von Elizabeth Aston ist das zweite Buch, welches ich von dieser Autorin lese. Zuerst hatte ich (in der falschen Reihenfolge, leider - oder zum Glück?) "The Second Mrs. Darcy" gelesen, welches deutlich nach Pride & Prejudice spielt und daher auch nur entfernte Ähnlichkeit mit dieser Geschichte hat. Daher hatte es mir auch sehr gut gefallen - es war vom Schreibstil sehr Jane-Austen-mäßig aber die Geschichte war neu und innovativ, immerhin ging es jetzt das erste Mal um eine Frau, die sich den Normen komplett entzieht und gar keine Lust hat, erneut zu heiraten. Fand ich genial und so nahm ich auch das Angebot meiner Freundin an, mir die anderen Werke von Elizabeth Aston zu leihen.

Nun, ich weiss nicht genau, woran es gelegen hat, aber für den Moment war dieses Buch für mich wohl eher ungeeignet. Möglichweise war ich einfach nicht in Jane-Austen-Stimmung oder das lesen auf Englisch war mir zu anstrengend, so oder so waren die ersten Kapitel schon eine Qual. Als sich dann noch herauskristallisierte, dass die Geschichte im Prinzip fast identisch mit P & P ist, mit dem einzigen Unterschied, dass nun die Töchter von Lizzy und Darcy in teilweise ähnliche Verwicklungen geraten, empfand ich das Buch erstmal als grosse Enttäuschung. Da hat es sich Ms. Aston in meinen Augen zu leicht gemacht. Andererseits ist die Art und Weise wie sie schreibt wirklich ganz exquisit, ich hatte wirklich das Gefühl ein Jane-Austen-Werk in der Hand zu haben (gut, ich bin Laie, habe nicht Anglistik studiert etc. - vllt. kam es mir auch nur so vor und in Wirklichkeit schreibt sie viel schlechter, ich sage nur, wie es mir ergangen ist)
Also die Geschichte ist mäßig, der Schreibstil ist gut, was macht man nun daraus? Für mich war es ein Buch, was ich weder empfehlen noch nochmals lesen würde. Für jemanden, der aber gerne ein Jane-Austen-ähnliches Buch lesen will und für den es nicht als Frevel gilt, die Geschichte fortzuschreiben, ist es wohl dennoch empfehlenswert. Ich persönlich fand halt das "abkupfern" etwas unschön, wenn es einem aber nur um das Zeitgefühl und den Stil geht, macht es sicher durchaus Spass. Ich denke, ich werde mir auch die weiteren Bücher bei Gelegenheit durchlesen, denn jetzt kann es ja nur noch besser werden, nach dem diese fast 1:1-Kopie geschafft ist *lach*

Also, mein Fazit: Man kann es lesen, muss es aber nicht, ich würde eher empfehlen, z.B. "The Second Mrs. Darcy" zu lesen, denn das hat mir persönlich wirklich gut gefallen.

Nun werde ich in Kürze in die USA aufbrechen und die Tagebücher der düsteren Sylvia Plath lesen :)

9/05/2010

Entspannte Momente

Dieses Wochenende war ein Traum.
Ich habe unendlich viel gelesen, dank unserer Theme-Party, die wir auf zwei Tage ausgedehnt haben und ausserdem war alles komplett stressfrei. Das tat wirklich gut und war einfach perfekt.

Am Freitag hatte ich Besuch von Natira und Siobhan: wir waren in der Stadt zum bummeln, Kuchen essen (für mich: Pflaumenkuchen :D), ein bisschen Bücher shoppen und quatschen. Auf dem Rückweg gab es dann noch einige Fotografier-Momente für Siobhan, eine kurze Führung durch den alternativen Westen der Stadt und am Ende ganz schön müde Füsse. Dafür hatten wir uns aber unser Abendessen verdient: Pizza, selbstgemacht und weiterhin schöne, spannende und lustige Gespräche über TV-Serien, Kino, Katzen, Haustiere allgemein etc. etc.
Es war ein sehr schöner, harmonischer Tag mit Euch beiden und ich danke Euch - es war so schön, Euch hier zu haben!

Am Samstag beschloss mein Wecker dann, mich nicht zu wecken und so startete ich erst gegen Mittag mit der Themeparty - vorher musste noch der Wochenendeinkauf erledigt werden und ausserdem musste ich eine OP-Stunde bei Grey's Anatomy ableisten. Aber ab 12 Uhr ca. ging es los - ich wurde von meinem Freund ganz toll versorgt mit Tee und Schokolade und sogar noch mit meinen geliebten Salt'N'Vinegar-Chips, die wir morgens nicht bekommen hatten. Die Katzen waren viel draussen und genossen die Sonne und die folgenden Aufnahmen wurden während der letzten beiden Tage gemacht:







Unsere beiden Schweinchen haben die vielen Stunden in der Sonne so genossen und waren so ausgeglichen und zufrieden wie immer, wenn sie raus dürfen. Das zeigt uns jedes Mal, dass wir sie, wenn wir es irgendwann wohnungstechnisch können, auch rauslassen werden, auch wenn ich sie lieber behütet bei mir wüsste.

Zu meinem Leseabenteuer:
Der Plan war, vor allem "Mr. Darcy's Daughters" von Elizabeth Aston zu Ende zu lesen, da mich dieses Buch schon gefühlte Ewigkeiten bei meiner Weltreise aufhält. Zum Glück ist mir das gelungen - heute nachmittag habe ich es beendet und ich bin froh, es hinter mir zu haben (auch wenn ich sagen muss, dass es nicht wirklich schlecht war, auch wenn es sich in meinen Berichten vielleicht manchmal so anhörte ;) ) und bald gen Amerika aufzubrechen. Eine genauere Stellungnahme dazu kommt noch mit dem Weltreisenpost :)
Als Bonus-Buch hatte ich mir eine Leihgabe vorgenommen: Fred Vargas' neuesten Krimi "Der verbotene Ort". Ich liebe die Geschichten von Komissar Adamsberg und es wurde mir wärmstens empfohlen. Überraschenderweise spielt es dieses Mal vor allem in London und nicht wie sonst in Paris und ausserdem geht es wohl um Vampire und Untote. Ich weiss nicht, ob Fred Vargas da auf den grossen Zug der Vampir-Stories aufspringen wollte? Auf alle Fälle hoffe ich, dass es, wie bei dem Werwolf-Buch vor allem um die Sagen geht, aber ich gehe davon aus ;) Und deshalb verabschiede ich mich an dieser Stelle und vertiefe mich wieder in den "...verfluchten Tunnel...", durch den Adamsberg, Danglard und Estalère gerade fahren, auf dem Weg zurück nach Paris :)

Natira und Winterkatze möchte ich ganz herzlich danken, dass sie mir an diesem Lesewochenende so eine liebe Gesellschaft waren - hat wieder mal unglaublich viel Spass gemacht mit Euch :)

9/01/2010

Aktuelles aus dem Hochnebelland

Es ist nicht so, dass mich das Wetter wirklich stört.
Es führt nur dazu, dass ich nicht besonders aktiv bin - viel lieber verkuschel ich mich mit Tee und Buch auf dem Sofa, locke mir meine Frida an und geniesse das Lesen, das Schnurren und das es draussen so grau ist und ich nicht raus muss.
Andererseits müsste ich aber einiges unternehmen - zur Uni in die Bibliothek, zum Sport... Aber dazu fehlt der Antrieb einfach, ich komme nicht dagegen an - was sicher auch an meinem leichten Erkältungsanflug liegt.
Also lasse ich mich ein wenig gewähren, im Moment warte ich eh auf den Postboten, und quäle mich weiter durch Mr. Darcy's Daughters, der zweiten Etappe meiner Weltreise. Ich wollte es schon abbrechen, aber irgendwie hat mich jetzt der Ehrgeiz gepackt, das Buch zu beenden. Ob ich die Folgebände lese... hm, ich halte es für eher unwahrscheinlich.

Frida ist nach wie vor mit dem Kragen ausgestattet - leider, aber ich will das jetzt endlich mal in Ordnung haben.
Das einzig Gute an dem Kragen ist, dass die Wunde nun wirklich schnell abheilt - ich hoffe, dass ich ihn morgen oder übermorgen abmachen kann.
Sie ist, so lange sie ihn trägt sehr anhänglich und lieb, ist er ab wird sie, innerhalb von einer halben Stunde wieder die Alte, die sich selten streicheln lässt und fast nie von alleine ankommt. Ich finde das recht merkwürdig - denn eigentlich sollte sie ja merken, dass es gar nicht so schlecht ist, Nähe zu suchen. Aber ich bin geduldig und warte ab - irgendwann wird das schon. Viel mehr Sorgen macht mir im Moment, dass die beiden schlecht essen. Sie mögen nur noch Ergänzungsfutter und finden alles andere doof. Sie hungern dann auch lieber, als das sie es essen. Und "gute" Sachen, wie Grau, Mac's etc. brauche ich gar nicht zu kaufen. Alles was in dieser Pastetenform ist, empfinden sie als Zumutung. Die "Therapie", die mein Freund mit ihnen durchgezogen hatte, hört schon wieder auf zu wirken, das ist echt frustrierend.

Ansonsten: die heutige DHL-Lieferung enthält einige spannende Sachen, die ich noch gesondert vorstellen werde. Erstmal werde ich mich jetzt mit einem Kaffee nach London verkrümeln ;)

7/25/2010

Aufholen IV - Weltreise Etappe 1: Deutschland

Die erste Etappe meiner Weltreise ist abgeschlossen und ich bin schon kurz davor nach Grossbritannien durchzustarten.
Zunächst war ich aber in Deutschland, genauer gesagt in Berlin, unterwegs:

Dieses Buch von Jacques Berndorf ist eine Leihgabe von M., dem ich sehr für diese Neuentdeckung danke. Und zwar wäre ich von alleine wohl nie auf die Idee gekommen, gerade dieses Buch zu lesen, aber es war ein wirklich gutes, spannendes und kurzweiliges Buch.

Der Anfang war sehr ungewohnt, deutsche Krimis lese ich eher selten und dann auch noch einen deutschen Spionage-Krimi, darum hätte ich sicher einen grossen Bogen gemacht. Ich möchte niemanden spoilern, aber hier ist, der Vollständigkeit halber zumindest der Klappentext:
"Herr Müller ist ein Mensch, der perfekt in der Masse untergehen kann. Genau das ist seine hohe Kunst - denn er ist Topagent des BND. Als sein syrischer Kontaktmann Achmed mitten in Berlin untertaucht, ahnt Müller, dass ein verheerender Anschlag bevorsteht. Fieberhaft verfolgt er Achmeds Spur."

Mich haben bei diesem Buch vor allem der fesselnde Sprachstil des Autoren, die recht selbstanalytische Herangehensweise des Protagonisten und die gekonnt aufgebaute Spannung begeistert. Ich bewundere den Mut von Berndorf, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen und werde sicher auch die offenbar schon lange mit Kult-Status versehenen Eifel-Krimis bei Gelegenheit lesen. Ob man sich einen BND-Agenten tatsächlich so wie den Müller aus dem Buch vorstellen sollte? Da bin ich mir nicht so sicher, aber da ich bisher keinen Agenten persönlich kennengelernt habe, muss ich an der Stelle passen. Der Agent Müller wirkt relativ konservativ, beherrscht (meistens jedenfalls ;) ) und wenig emotional. Seine Sprache ist auch tatsächlich wenig modern, aber der ganze Typ ist einfach nicht modern, daher passt das schon. Und irgendwie kann ich mir schon vorstellen, dass so ein introvertierter Typ wie er ein guter Agent wäre...

Fazit: Für mich eine spannende Neuentdeckung, ein gelungener Auftakt meiner Weltreise und ich freue mich jetzt auf etwas Jane-Austen-Flair in England mit Mr. Darcy's Daughters :)

6/08/2010

Ich bin dann mal weg... auf Weltreise

Kurzentschlossen mache ich begeistert mit bei Natiras neuester Challenge:


Weltreise vom 01.07.2010 bis 31.12.2010
5 Bücher = 5 Länder
(allerdings sind es bei mir 5 1/3 Bücher, ich hoffe, das geht in Ordnung ;) ) 


Oder, ausgeschrieben:

Meine Reise beginnt in Deutschland, mit
Jaques Berndorf - Ein guter Mann

Weiter geht es nach England, mit
Elizabeth Aston - Mr. Darcy's Daughters

Danach verschlägt es mich in die USA nach Boston bzw. Jamaica Plain, wo 
Sylvia Plath das Licht der Welt erblickte - ich werde ihre Tagebücher erneut lesen und parallel
Nicole Seiferts "Von Tagebüchern und Trugbildern" lesen (Nur den Teil der Sylvia Plath betrifft).

Nach dieser sicher längeren Periode in den Vereinigten Staaten werde ich nach Japan reisen und von 
Mineko Iwasaki - Die wahre Geschichte der Geisha
lesen.

Zum Entspannen und weil dann auf jeden Fall auch schon Winter ist und ich sicher etwas Sehnsucht nach Wärme habe, geht es zum Abschluss nach Ägypten:
Tanja Kinkel - Säulen der Ewigkeit

Ich freue mich schon sehr auf die Challenge und danke Natira für die tolle Inspiration dazu :)