12/31/2010

Weltreise Etappe 4 (eigtl. 5) - Ägypten

Ich habe Natiras Weltreisenchallenge leider nicht beenden können.
Obwohl ich wild entschlossen war, hat mich in der letzten Jahreswoche einfach die Motivation verlassen.
Das Ganze wurde durch Logistik-Probleme erschwert - das erste Exemplar von "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki ging leider in der Post verloren und daher habe ich Tanja Kinkels "Säulen der Ewigkeit" vorgezogen.
Also ging es ins warme Ägypten...

Von diesem Buch hatte ich mir sehr, sehr viel versprochen - ich habe die "Puppenspieler" damals sehr geliebt und auch die anderen Bücher, "Wahnsinn der das Herz zerfrisst" oder "Mondlaub" waren für mich absolut begeisternd.
Tanja Kinkel ist in meinen Augen die beste Autorin historischer Romane - sie recherchiert sehr gut und versteht es, die Geschichte in schillernden Farben mit schönen Worten zu erzählen. Dass sie Historikerin ist, unterstützt das souveräne Bild, was ich von ihr habe, natürlich auch. Es gefällt mir ausserdem, dass sie es schafft, ohne extreme Gewaltdarstellungen und ausgiebige Bettgeschichten, Geschichte zu vermitteln.


Dieses Buch hat mich nun leider nicht so begeistert wie ihre früheren Werke - ich glaube, dass liegt daran, dass mir die Figuren nicht so gut gefallen haben. Die Geschichte handelt vom Schatzgräber-Ehepaar Belzoni, die in Ägypten auf Gräbersuche sind. Weiterhin taucht regelmäßig der andere Schatzsucher, Drovetti, auf, der Giovanni das Leben schwer macht und ihm sowohl Schätze als auch Frau nehmen will.
Das zur groben Geschichte. Die Figuren überzeugen mich nicht, besonders Belzoni selbst wirkt auf mich sehr grob, raubeinig und wenig sympatisch. Er weiss nicht, was er an seiner Frau hat und verspielt alles ohne es überhaupt zu merken. Sarah Belzoni ist relativ sympatisch, handelt aber auch etwas feig. Drovetti dagegen hat mir gefallen - und ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn er aufgetaucht ist.
Nun, da es sich um echte, historische Persönlichkeiten handelt, kann Tanja Kinkel daran nicht viel ändern. Was aber einfach fehlte, war, dass ich nicht das Gefühl hatte, in Ägypten zu sein - die Beschreibungen waren ok, aber nicht so schillernd, dass ich das Gefühl hatte, dort zu sein. Das hatte ich mir gewünscht und war es aus früheren Büchern auch von der Autorin gewohnt.
Nichtsdestotrotz waren die "Säulen der Ewigkeit" spannend genug, um sie zu Ende zu lesen. Und nachdem es so etwas schleppend am Nil vor sich ging, brauchte ich zur Abwechslung etwas Aufregendes und habe mir meinen neuesten Brunetti geschnappt - der auch wirklich, endlich mal wieder ganz gut ist :)
Deshalb wird die Geisha erst im neuen Jahr gelesen und dann nachgereicht.

Fazit zur Weltreise: Sie ist nicht ganz so verlaufen, wie ich es mir gedacht hatte: England war schleppend (Elizabeth Aston, Mr. Darcy's Daughters) und Ägypten hatte ich mir als krönenden Abschluss vorgestellt, der dann aber am Ende ein wenig enttäuschend war. Deutschland war hingegen super (Jacques Berndorf, Ein guter Mann), Amerika hat mir einen neuen Blick auf Sylvia Plath ermöglicht (und somit neue Arbeit beschert ;) ) und Japan wird nun noch spannnend mit ins neue Jahr getragen.
Danke, Natira, fürs Inspirieren - mal sehen, welche Challenge Du Dir als nächstes ausdenkst :)

1 comment:

  1. Gratuliere zur Challengebewältigung, liebe Sayuri! Ich finde, Du bist ganz schön weit herumgekommen in der Welt im letzten halben Jahr :)

    Ob es im nächsten Jahr eine eigene Challenge von mir gibt, kann ich noch nicht sagen. Irgendwie habe ich mich schon in zwei recht intensive Fremd-Challenges verstrickt *g*

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