11/27/2010

Weltreise Etappe 3 - USA

Natiras Weltreisen-Challenge neigt sich mit grossen Schritten ihrem Ende zu und ich bin gerade erst mit Etappe 3 fertig geworden.
Andererseits habe ich noch einen guten Monat, und hoffe daher, dass ich es rechtzeitig schaffe ;)


Bei Etappe 3 musste ich ein bisschen abkürzen: zum einen sind Sylvia Plaths Tagebücher im Herbst einfach etwas zu deprimierend für mich und ausserdem hat sich beim Lesen gezeigt, dass es eine neue, ungekürzte Ausgabe ihrer Tagebücher gibt - es würde viel mehr Sinn haben, die zu lesen (wobei ich feststellen muss, dass die offenbar nicht auf deutsch erschienen sind - so ein Ärger).

Das Buch von Nicole Seifert habe ich nicht komplett gelesen (das wird auf jeden Fall noch nachgeholt).
Nach den einleitenden Worten bin ich direkt in den Abschnitt über Sylvia Plath gesprungen und habe mit viel Interesse ihre "erhellenden" Worte gelesen, über die Probleme, die es mit dem Bild, welches von Sylvia Plath in unseren Köpfen generiert wurde, gibt. Bei meiner ersten Begegnung mit Sylvia Plath hatte ich damals das Gefühl, dass ihr Mann Ted Hughes an ihren Tagebüchern "herumgepfuscht" hatte, um sich selber nicht im schlechten Licht dastehen zu lassen.
Das war auch so, wie man Nicole Seiferts Abhandlung entnehmen kann. Die Kürzungen, Auslassungen und Kommentare sind allesamt so angelegt, dass man denken sollte, das Sylvia Plath eine extrem instabile Persönlichkeit war, aggressiv, unberechenbar und verzweifelt. Viele Auslassungen betreffen gerade positive Äusserungen, die negativen blieben hingegen stehen. Vermutlich war Ted Hughes, genau wie Sylvias Mutter, Aurelia Schober-Plath, sehr besorgt um das Bild war, welches durch die Veröffentlichung der Tagebücher von ihm entstand. Das kann man ja auch ein Stück weit verstehen, wer liest etwas schon gerne Negatives über sich selbst.
Auf der anderen Seite kann es aber auch nicht sein, dass man sein Kind bzw. seine (Ex-)Frau als "verrückt" darstellt, nur um selber besser dazustehen.
Ein bisschen stellt sich mir an dieser Stelle auch die Frage, ob es wirklich so gut ist, Tagebücher zu veröffentlichen - ich weiss gar nicht, wie Sylvia zu diesem Thema stand. Ich persönlich würde sicher nicht wollen, dass alles, jeder noch so persönliche Gedanke von mir von aller Welt gelesen werden kann.  Daher sollte ich dafür Sorge tragen, dass meine persönlichen Aufzeichnungen zu gegebener vernichtet werden...  (Notiz an mich selbst ;) )

Aber das nur am Rande - Ergebnis dieser Etappe ist leider, dass ich noch einmal von vorne anfangen muss: die von mir ursprünglich gelesenen Tagebücher sind im Prinzip wertlos, da sie nur das Bild der Sylvia zeigen, die Ted Hughes und Frances McCullough der Welt zeigen wollte.n Also werde ich mir zu Weihnachten die originalen Tagebücher wünschen, werde nochmals in die Gedichte schauen, evtl. sogar "Ariel" noch einmal neu bestellen, in der Reihenfolge, die Sylvia Plath ausgesucht hatte und auch die "Birthday Letters" von Ted Hughes noch einmal mit Verstand lesen. Danach melde ich mich wieder, jetzt im Moment muss ich zugeben, habe ich gar kein Bild mehr von Sylvia Plath. Das Projekt startet im neuen Jahr, nach der Diplomarbeit, schätze ich :)

Was das Buch von Nicole Seifert "Von Tagebüchern und Trugbildern" angeht: ich finde sie schreibt ganz hervorragend und obwohl die Zitate grundsätzlich auf englisch sind, liest es sich sehr flüssig - ich freue mich schon darauf, das Buch in seiner Gesamtheit zu lesen :)


Und wenn nächste Woche die Weltreisen-Lieferung für Etappe 4 ankommt, geht es weiter nach Japan, mit "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki...

7 comments:

  1. Diese "Zusatzlektüre" zu den Plathschen (und anderen) Tagebüchern von N. Seifert klingt sehr interessant und erhellend. Ich hoffe, Du wirst nach der vollständigen Lektüre dieses Buches noch etwas dazu schreiben!

    Und außerdem wünsche ich Dir einen spannenden Aufenthalt in Japan!

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  2. Das kann schon sein, aber das dauert sicher noch etwas ... die Neu-Befassung mit Sylvia Plath steht erstmal an erster Stelle...
    Danke, ich hoffe, ich kann Montag abend gleich loslegen :D

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  3. Dann werde ich einfach geduldig warten :)

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  4. Ohje, da war doch noch was ... Ich habe erst eine von den fünf Etappen hinter mich gebracht. Vielleicht sollte ich mal wieder losreisen. ;)

    Dein Vorhaben war ja ziemlich hoch gegriffen - ich finde es spannend, was daraus geworden ist! Und nun wünsche ich dir eine interessante und unterhaltsame Reise nach Japan! :)

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  5. @Winterkatze:
    Ich weiss nicht, ich fand es fast ein bisschen "billig", da die Tagebücher ja ein Re-Read gewesen wären. Aber ich finde es eigentlich auch sehr gut, wie es sich jetzt entwickelt hat - ist ja schon komisch, dass ein komplett falsches Bild entstehen konnte und die Welt das so auch eine Zeit lang "geschluckt" hat...
    Dankeschön, drück mir mal die Daumen, dass mein Buch heute noch in der Packstation landet :)

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  6. Manche re-reads sind auch eine Herausforderung. Ist es nicht spannend, wenn man so ein Buch mit neuen Augen entdecken kann und mit neuem Wissen die Person ganz anders einschätzen lernt? :) Was das falsche Bild angeht, so hängt sowas ja auch oft davon ab, wer als erstes über jemanden berichtet und wieviel über die Person bekannt ist ...

    Ein bisschen ist das für mich wie der Versuch einen Bekannten oder ein Familienmitglied zu beschreiben. Verschieden Menschen konzentrieren sich eben auf unterschiedliche Eindrücke - und so kommt man nie an den Kern der Person heran mit solchen Beschreibungsversuchen.

    Und die Daumen sind gedrückt! :)

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  7. Schon schade, wie schnell so eine schöne Reise zu Ende geht, nicht? ;) Aber dass du ja sicher einen Haufen Fotos mitgebracht hast, ist ja immerhin ein kleiner Trost. Ich finde deinen Bericht sehr interessant und abwechslungsreich geschrieben, mehr davon!

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