10/27/2019

Erstes und letztes Herbstlesen 2019

Nach einem sehr schönen, ausgiebigen Frühstück mit einer meiner liebsten Freundinnen beginne ich nun etwas sehr spät mit dem für mich ersten und letzten Herbstlesen im Jahr 2019.
Leider ist es zur Zeit schwierig bis unmöglich, Zeit dafür zu finden bzw. die Möglichkeit zu haben, da unsere Tochter sehr fordernd ist, so lange sie meine Nähe wahrnimmt und sich außerdem im Herbst bei uns die Geburtstage in der Familie nur so aneinanderreihen.
Da aber heute Nachmittag ein Besuch von Vater und Tochter im Tierpark geplant ist, habe ich nun zumindest noch ein bisschen Gelegenheit, die Nase ins Buch zu stecken bevor der Oktober und damit das Herbstlesen um sind.

Zur Zeit lese ich von Karl Ove Knausgård "Alles hat seine Zeit" und das gefällt mir bislang recht gut. Wir hatten ja vor einiger Zeit die Serie "Lucifer" geschaut und ich habe es sehr bedauert, dass es nur wenig mir sympathisch erscheinende Ergänzungsliteratur gab (außer solche Werke wie Miltons "Das verlorene Paradis o.ä.), die mir kaum lesbar erschienen.
Aber mit "Alles hat seine Zeit" hat sich mir unerwartet genau so ein Buch eröffnet: Knausgård erzählt biblische Geschichten nach und erörtert auf eine gut lesbare Art, was über Engel überliefert wurde und das Lesen bereitet mir Freude.



Außerdem möchte ich gleich noch ein Essen für heute Abend vorbereiten, wobei Ihr mich begleiten dürft.


Update 17:26 Uhr:

Ich habe soeben die Geschichte von Kain und Abel neu gelesen, bin zwar nicht ganz sicher, dass ich alles verstanden habe - aber wer tut das bei diesen biblischen Geschichten schon? Es ist einfach sehr verwirrend ...
Ansonsten habe ich gerade die Katzen versorgt und eben noch ein paar der Hinterlassenschaften meiner verstorbenen Tante verstaut, dass waren aber nur ein paar Handgriffe.
Jetzt mache ich mich gleich an meine "Feurige Pasta Fagioli" aus dem neuen Jamie Oliver Kochbuch und werde später berichten, wie es sich so kochen läßt ;)

Update 20:46 Uhr:

Sobald die kleine Motte wieder im Haus war habe ich erwartungsgemäß keine Zeile mehr gelesen. Dafür habe ich wirklich lecker gekocht - schaut mal hier:

Beim Abschmecken war ich ein bisschen enttäuscht, weil ich es recht fad fand, aber am Ende reicht man die Chilischoten klein gehackt dazu und träufelt eine Mischung aus Rosmarin, Petersilie, Salz, Olivenöl und Rotweinessig darüber.
Diese Kräuter und die frei dosierbare Schärfe waren wirklich wieder mal das Besondere an diesem J.O.-Rezept und ich kann mir vorstellen, dass ich es noch mal kochen werde.
Außerdem war es das erste Mal, dass ich Borlotti-Bohnen verwendet habe, die ich auch sehr lecker fand.

Somit beende ich nun den letzten Herbstlesetag mit ein paar Folgen Downton Abbey (ich habe meinen Partner endlich überredet, die Serie mit mir zu schauen :) ) und fand es schön, heute noch einmal dabei zu sein.
Hoffentlich schaffe ich den 3. Sonntag im November und nächstes Jahr ist es sicher schon wieder ganz anders mit dem Bertchen :)

10/25/2019

Reread: Deborah Crombie - Böses Erwachen



Endlich wieder Lesezeit.
Ich bin leider immer noch ziemlich angeschlagen, da kommt mir der heutige "Deborah-Crombie-Lesetag" mit Konstanze sehr recht.
Ich bin gespannt, wieviel ich von dem Roman noch weiß und stürze mich nun hinein :D

Update 12:00 Uhr
Heute komme ich nur schlecht voran, meine Nase ist zu und ich fühle mich so matschig, so dass ich irgendwie unruhig und schlapp zugleich bin - und unzufrieden mit dieser Situation. Aber das ist ja logisch.
Ich glaube, dieser Roman hat schon beeindruckt und ich fürchte, da kommen noch einige Erinnerungen hoch (nachdem schon das allererste Zitat sehr vertraut wirkte).
Die Geschichte mit den verschickten Kindern erinnert mich an ein Seminar, in dem der Dozent meinte, dass die Praxis der Kinderverschickung aufs Land sehr traumatisierend für die Betroffenen war und das er bis heute noch immer wieder Patienten hat, die davon berichten.
Das Duncan Kit beim Anruf des Vorgesetzten direkt erstmal vergisst finde ich ein bisschen zu überzeichnet, dass traue ich eigentlich nicht mal ihm zu.
Und das Gemma Klavierspielen lernen möchte finde ich einfach nur herzallerliebst, da finde ich sie gleich wieder ganz toll :) (ich habe nie Klavier gespielt, ich finde einfach nur die Verwirklichung von Träumen und die Umsetzung von Bedürfnissen so wichtig und freue mich, dass sie es macht ....)

Update 12:38 Uhr
Und jetzt kam auch noch ein Anruf dazwischen (natürlich wegen der Erbschaft - neverending Story) und so gehe ich jetzt los, um meine Tochter bei der Kita abzuholen.
Das Wetter ist schön, also gehe ich zu Fuss mit Kinderwagen und hoffe, sie schläft schon auf dem Weg selig ein ...
Danach geht es dann hier hoffentlich konzentrierter weiter ;)

Update 6.11., 10:10 Uhr
Huch, habe ich hier gar kein Abschlussupdate mehr gemacht beim letzten Lesetag? Naja, heute geht es also weiter.
Heute morgen gab es ein schnelles Frühstück, dann schon ein paar Zeilen im Buch und noch ein paar Arbeitsdinge wollten geregelt werden. Nach dem Wegbringen zur Tagesmutter war ich noch fix einkaufen, habe mir zurück zu Hause dann schnell meine Thermoskannen für die Arbeit vorbereitet und die Tasche gepackt und kann ab jetzt ca. 2 Stunden durchgängig lesen - hoffentlich lasse ich mich nicht wieder ablenken.
Im Buch bin ich aber schon wieder angekommen und freue mich auf weitere Stunden mit Duncan und Gemma :)

Update Freitag, 10:46 Uhr
Mein früher Eifer am Mittwoch liess sich ja leider nicht so lange aufrecht erhalten - ich merke einfach, dass ich momentan nicht so aufmerksam bin und Konzentrationsschwierigkeiten habe. So schweifen meine Gedanken gerne mal ab und ich lese die Seiten wieder und wieder. Das liegt sicher an der momentan starken Arbeitsbelastung, die sich unverhofft vor zwei Wochen verdoppelt hat und mich ganz schön auf Trab hält. Langsam ist Land in Sicht, aber es kommt mir regelmäßig "aufs Bett",  hindert mich gelegentlich beim Einschlafen und führt dazu das alle immer fragen "Gehts Dir gut?" - ich kann diese Frage in diesem Ton nicht gut leiden... Aber es ist für mich immer ein Zeichen, dass ich vorsichtig sein muss...
In der Zwischenzeit bin ich im Buch gemächlich weitergekrochen, habe nun Annabelles Familie kennengelernt und auch den unsagbar unsympatischen Exmann der Schwester Jo. Was für ein unangenehmer Mensch. Ich ahne jedoch, dass es einen Grund für seine Kälte geben muss.
Jetzt stürze ich mich auch gleich wieder ins Buch nachdem ich einen Kommentar bei Konstanze abgeliefert habe :)

Update 12:24 Uhr
Heute klappt es deutlich besser.
Vielleicht, weil ich im Buch weiter voranschreite oder weil ich konzentrierter bin: die Geschichte wird deutlicher und Annabelle wird irgendwie klarer und es wird unübersehbar, dass sie ein schwieriger, komplexer Mensch mit verschiedenen Facetten war.
Auch hat mich gefreut den jungen William Hammond kennenzulernen und das sich jetzt der Sinn des Kindsverschickung-Handlungsstranges allmählich abzeichnet.
Furchtbar ärgerlich bin ich - wie üblich - auf Kincaid und die Art, wie er mit Kit umgeht: wie er ihn so gemein versetzt und ihn dann auch noch mit der Vaterschaft konfrontiert... Nicht nett, wirklich nicht. Und sehr, sehr unbedacht - wenngleich es ihm klar ist, aber trotzdem kann ich es ihm nicht verzeihen so recht.
Jetzt hole ich mal fix mein Kind ab und dann geht es gleich weiter :)

Update 15:02 Uhr
Heute ging es recht gut und ich habe die Mitte des Romans überschritten.
Im Großen und Ganzen stelle ich fest, dass alle irgendwie unzufrieden und seltsam verkorkst zu sein scheinen - das gilt sowohl für die Helden des Romans als auch für die Nebenfiguren.
Aber ich habe die meiste Zeit konzentriert gelesen, habe das unbändige Bedürfnis verspürt zu meinem Kürbisstollen und den Pfeffernüssen eine Tasse Tee zu trinken und wurde dabei von Katzen belagert.
Es war für mich ein schöner Lesetag und ich hoffe, wir können das Buch kommenden Freitag beenden (falls Konstanze das nicht schon erledigt hat ;) )

Update Lesetag am 17.11.19 um 18:08 Uhr
Ich habe den heutigen Lesetag genutzt, um den Krimi endlich zu beenden. Leider habe ich sehr viel Arbeit im Moment und kann wochentags kaum Zeit finden zum  lesen. Die paar Minuten vorm Schlafengehen bleibe ich dann noch oft bei Twitter hängen und daher hat es so seine Zeit gedauert.
Wie schon beim letzten Roman, habe ich das Ende nicht kommen sehen und fand zum Schluss überschlugen sich die neuen Informationen und die Auflösung lag dann natürlich auch auf der Hand. Vorher bin ich die ganze Zeit im Dunkeln getappt und fand das Ende dann furchtbar traurig und den Gedanken, dass diese drei jungen Menschen so viel unausgesprochene Dinge zwischen sich hatten und darüber so unglücklich geworden sind, sehr deprimierend.
Schön fand ich wieder einmal das handwerkliche Geschick von Deborah Crombie mit dem sie zum Beispiel die gehäuften Rückblicke am Schluss erklärt oder das schön eingewobene Wiedersehen mit Madelaine Wade.
Bedauerlich fand auch ich das etwas unfaire Verhalten von Gemma Kincaid gegenüber im Bezug auf Gorden Finch und auch, wie schon weiter oben erwähnt das sehr wenig einfühlsame Verhalten von Duncan, in diesem Roman insbesondere im Bezug auf Kit.
Aber im Großen und Ganzen fand ich den Roman sehr schön, ich hatte immer wieder Erinnerungsblitze an meinen Besuch in den Docklands vor bald 20 Jahren mit Natira und hätte mir gewünscht, den Krimi in kürzeren Abständen lesen zu können.
Trotzdem gefällt mir das Reread-Projekt sehr gut und ich bin gespannt, wann wir weitermachen können.

10/09/2019

Reread: Deborah Crombie - Das verlorene Gedicht




Hier sind wir also wieder mit einem neuen Deborah-Crombie-Roman, Phoebe und ich :) Wir haben den Vormittag Zeit und werden uns jetzt in den in meiner Erinnerung schon ganz verblassten aber damals heiß geliebten 5. Teil der Reihe. Spoiler wird es hier reichlich geben, da ich mich wieder mit Konstanze austauschen werde, aber das kennt man ja mittlerweile.
Ich weiß noch von meinem ersten Kontakt mit dem Buch, dass ich zu der Zeit sehr auf Lyrik stand und schon alleine deshalb so voller Vorfreude auf den Roman war. Ich glaube aber, dass es am Ende nicht so lyrisch war wie erwartet, wenngleich aber viele überraschende Elemente auftauchen, die man nicht erwartet hatte. Ich bin gespannt, wie uns dieser Roman unterhalten wird...

Update 12:11 Uhr
Wahnsinnig weit bin ich noch nicht gekommen, gerade erst bei Kapitel 3 angelangt. Es ist deutlich, dass ein Sturm aufzieht, während ich eine überwältigende Flut an Personen kennenlernen darf: einen unsympatischen Darcy, Adam und Nathan und natürlich Vic! Ach ja, doch recht poetisch alles, die Kulisse, die vorangestellten Zitate - ich fühle mich wohl im Buch :)

Update 12:44 Uhr
Ich werde jetzt meine Tasche packen und mich auf zum Bus machen.
Da ich zwischen Team und meiner Gruppe heute zwei Stunden Leerlauf habe (super Planung, BTW) werde ich mein Buch mitnehmen und möglicherweise von unterwegs nochmal schreiben.
Ansonsten bin ich gespannt, wie es weitergeht und ob Konstanze und ich am Freitag weiterlesen werden und wie wir dieses beiderseitige Lieblingsbuch der Reihe weiter finden werden.

Update 16:26 Uhr
Ich habe tatsächlich noch etwas gelesen und fühle mich insbesondere bei den Briefen, die Lydia an ihre Mutter geschrieben hat, sehr an Sylvia Plath erinnert und bin gespannt, ob da noch mehr Parallelen auftauchen und Deborah Crombie möglicherweise sie und Virginia Woolf im Kopf hatte, als sie diesen Roman verfasste.
Ansonsten finde ich Gemma liebenswert eifersüchtig und dank Hazel auch durchaus selbstreflektiert dabei und dann doch wieder etwas trotzig wie schon im letzten Teil.
Aber das gehört wohl mir zu ihrer Persönlichkeit.

Jetzt muss ich mich aber noch etwas auf meine Gruppe vorbereiten und bin schon gespannt, ob es Freitag und wie es insgesamt weitergehen wird.

Update Freitag, 10:11 Uhr

Der heutige regnerische Freitag lädt förmlich zum eingekuschelten Lesen auf dem Sofa ein und Phoebe und ich machen genau das bei einem Porridge-Frühstück und diesem schönen Roman.
Gemma lernt gerade Vic kennen, die ich minütlich mehr mag und auch Kit, der ihr seltsam vertraut vorkommt. Ich denke neben der Lektüre immer noch sehr an Sylvia Plath und könnte mir vorstellen, dass ich mich nach diesem Buch auch mal wieder mit ihr beschäftigen werde.
Jetzt geht es aber erstmal weiter, die kostbaren Lesestunden nutzen ...

Update 10:48 Uhr
Am Ende von Teil 1 bin ich wie beim letzten Mal komplett erschüttert über den Tod von Vic, selbst wenn mir klar war, dass er kommen würde.
Ihre Art hat mir so gefallen, sowohl ihre Art zu leben als auch ihre Art mit ihrem Sohn und ihren Mitmenschen umzugehen.
Und ich frage mich auf der Krimi-Seite, wie jetzt all die Informationen, die sie zusammengetragen hat noch ans Licht kommen sollen...

Spätes Update um 12:37 Uhr
eigentlich muss ich jetzt schon unterwegs sein, um meine Tochter einzusammeln, aber ich habe mich festgelesen.
Ich habe übrigens mal recherchiert: die Parallelen zu Sylvia Plath habe ich mir nicht eingebildet und auch die Ähnlichkeit von Morgan zu Ted Hughes haben andere vor mir bereits bemerkt.
Ich bin gerade mal wieder an der Fakultät, wo Duncan mit der netten Sekretärin redet und auch andere, weniger angenehme Menschen trifft. Wobei Darcy bei dieser Begegnung nicht mehr ganz so unangenehm ist.

Jetzt muss ich schnell los und beende bedauernd die heutige Crombie-Lektüre - auf bald :)

Finish: Freitag, 18.10.19, 15:31 Uhr
In den letzten Tagen ist bei mir beruflich viel los gewesen und ich musste trotz Ferien arbeiten, was mich teilweise ganz schön überfordert und geärgert, gleichzeitig aber auch herausgefordert und mir geschmeichelt hat - sehr ambivalent.
Seit gestern bin ich dann auch noch von Halsschmerzen geplagt und das ist sehr nervig und unnötig. Aber heute wird es schon wieder besser und ich habe es in meiner Mittagspause geschafft, das Buch endlich zu beenden.
Ich hatte in den letzten Tagen immer abends vorm Einschlafen gelesen und war schon sehr gespannt auf die Auflösung. Der große Unsympath erweist sich dann auch als der Täter und die anderen sind alle mitschuldig aufgrund der Verheimlichung des ersten Mordes, welcher mich dann am Ende doch überrascht hat - ich hatte ihn wieder ganz vergessen. Zwar wurde von Verity erzählt, aber an sie gedacht habe ich eigentlich gar nicht mehr. Ich glaube, ich sollte mir angewöhnen, auf solche Fährten mehr zu achten.
Hmm, am Ende vom Roman bleiben ein paar unangenehme Gedanken. Zum einen die offensichtliche Nähe der Figur Lydias zu Sylvia Plath (schon allein der Name!), die mir persönlich zwar gefallen hat, die aber gleichzeitig auch nicht in der Danksagung erwähnt wird. Auch die nicht allzu verschleierten Parallelen zu "Die geheime Geschichte" von Donna Tartt, (erschienen 1992), werden am Ende immer klarer. Da aber beide Elemente (sowohl die dramatische Sylvia Plath als auch die Story von der "geheimen Geschichte") so unglaublich toll sind, kann ich verstehen, dass Deborah Crombie sich da - bewusst oder unbewusst - hat inspirieren lassen.  Ich finde nur, sie hätte das ruhig auch am Ende sagen können (aber vielleicht macht man das nicht?). Und ich mag den Roman auch weiterhin sehr, sehr gern: ich finde die Figuren von Lydia, Vic, Kit und Nathan so toll gezeichnet, ich mag die College-Szenerie und ich mag den Verlauf, den Gemmas und Duncans Beziehung nimmt. Auch Duncan selbst gefällt mir langsam besser.
Also Fazit: ich mag den Roman weiterhin sehr gerne, es gelingt mir, beide Augen zuzudrücken, wenn es um die Ähnlichkeiten zu anderen Werken geht und ich würde den Roman jedem Liebhaber von entweder Sylvia Plath oder aber Donna Tartt empfehlen - mir macht es immer Spaß, Bücher zu lesen in denen Elemente, die ich sehr schätze, vorkommen.
Jetzt flitze ich mal rüber zu Konstanze und schaue, wie es ihr ergangen ist (sie ist sicher schon lange fertig ;) )