4/19/2020

Lesesonntag am 19.4.2020

Nachdem ich heute vormittag schon Konstanze auf ihrer Heimatinsel besuchen durfte, habe ich den Rest des sonnigen Vormittags mit einem gemütlichen Familienfrühstück und ein bisschen aufräumen und umorganisieren verbracht.
Jetzt habe ich das Kind mit Vater in den Garten gejagt und befasse mich nun tatsächlich etwas mit Merle in "Die fließende Königin" von Kai Meyer, damit ich endlich in das Buch hineinkomme.

Mein Infekt scheint nun endlich auf dem Rückzug zu sein, was sich neben den endlich nicht mehr existenten Halsschmerzen in einer deutlichen Stimmungsverbesserung zeigt.
Hoffentlich bleibt es so...

Heute Nachmittag werden wir einmal Eis essen fahren und ich hoffe, noch mehr Zeit entweder auf meiner Heimatinsel Bluff oder mit Merle verbringen zu können, zumindest wurde mir zugesagt, dass ich Lesezeit haben werde.

Allen Mitlesern einen schönen sonnigen Lesetag!

P.S.: Ein bisschen hadere ich allerdings auch die ganze Zeit, ob ich nicht ein paar Masken nähen sollte...

Update 15:34 Uhr
Ich habe einige Zeit in Venedig und auch ein bisschen auf Bluff verbracht.
Merles Venedig finde ich spannend. Ich habe ja durch die Donna Leon-Reihe um Commissario Brunetti eine Schwäche für Venedig und finde die Fantasy-Variante von Kai Meyer durchaus spannend. Wenngleich deutlich düsterer, dafür aber auch weniger politisch ;)
Ich mag Merle und Junipa und auch Serafin ist schon aufgetaucht.
Meine Erinnerungen an diesen Teil sind wirklich sehr verblasst und ich habe das Gefühl, das Buch neu zu entdecken.
Den Zauberspiegel von Merle finde ich höchst spannend und teile Junipas Gedanken, das vermutlich nicht Merles Eltern auf der anderen Seite sind. Ich frage mich, wen wir dort noch entdecken werden und hoffe, es ist nicht zu grauslig.
Jetzt geht es erstmal gen Eis essen und mal sehen, ob ich nachher noch weiterlesen darf ;)

Update 18:08 Uhr
Nach einem köstlichen Spaghetti-Eis in der Sonne sind wir nun wieder daheim, das Kind mit Vater wie versprochen im Sandkasten und ich muss nur gleich den Ofen anheizen für unsere "Fish & Chips"-Variante und habe so tatsächlich noch etwas Zeit für Venedig.
In diesem Sinne -

Update 20:25 Uhr
Nachdem ich das Essen vorbereitet hatte (es gab noch einen "healthy salad" dazu) und nach dem Essen konnte ich noch ein paar Seiten in der fließenden Königin lesen, hatte eine schöne und bewegende Meerjungfrauen-Begegnung und fühle mich schon wieder sehr wohl in dem Roman. Die Geschichte liest sich schnell weg, ich bin optimistisch, dass ich bald den vierten Teil lesen kann :)
Und jetzt begebe ich mich auf mein "verlassenes Eiland", wobei es ja gar nicht mehr so verlassen ist, während meine Tochter ins Bett gebracht wird.
Es war ein schöner Lesetag, so entspannt, wie möglich und ich freue mich schon auf den nächsten!

4/17/2020

Reread: Deborah Crombie - Denn nie bist Du allein

In Windeseile haben wir Band 9 verlassen (weil er nun wirklich kein großes Vergnügen dargestellt hat) um nun flugs zu Band 10 "Denn nie bist Du allein" zu wechseln. Wie üblich wird hier frank heraus erzählt und gespoilert, weshalb ich jedem, der das Buch aktuell liest oder noch lesen will empfehle, diesen Blogpost nicht weiterzulesen.
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Kapitel 1 - 3
Ich habe die ersten drei Kapitel gestern und heute relativ in einem Rutsch gelesen und habe mich gefreut, mich in dem Buch schon relativ wohl zu fühlen.
(Wenngleich ich Pyromanen immer sehr unheimlich finde und mich stets das Gefühl beschleicht, dass das mit die am schwersten gestörten Personen sind.)

Wir treffen Winnie aus Canterbury wieder, das ist sehr schön, denn sie war mir nach ihrem ersten Auftreten recht sympathisch.
Duncan wird zu einem politisch brisanten Fall gerufen, bei dem er sich leicht die Finger verbrennen kann (was er vermutlich auch tun wird) und zeigt, nachdem er wieder ein Wochenende mit der Familie absagen muss, seine Grundhaltung: "Die Arbeit ist wichtiger als die Familie". Ich finde das schwierig. Ich arbeite selber in einem Beruf, der mich häufig vor diese Frage stellt und ich habe immer wieder gelernt, wie wichtig es ist, sich abzugrenzen, im Urlaub nicht erreichbar zu sein, wenn man diesen Job lange machen will. Etwas, was Gemma ein paar Seiten später auch nochmal formuliert.
Sie, die sich klein macht, weil sie wie eine "Xanthippe" auf die Absage von Duncan reagiert, ist für die Jungs der einzig halb verlässliche Anker, denn sie macht sich Gedanken, organisiert beispielsweise das Jugendzimmer von Kit und fragt sich ständig, wie sie ihrer Patchwork-Familie gerecht werden kann.
Ich bin mit Sicherheit mittlerweile voreingenommen, weil wir immer über Duncan wettern, aber es springt mir auch wirklich immer sofort ins Auge.

Davon abgesehen mag ich wieder einmal die gezeichneten Figuren, Rose und Fanny und ich bin gespannt, was mit Elaine los war, obwohl ich sie noch gar nicht richtig erlebt habe.
Da ist wieder der Stil, den ich an den Büchern sehr mag und ich freue mich darauf, weiterzulesen.

Update am 23.4.2020
Kapitel 4 - 6
Die Geschichte kommt allmählich in Gang, wir haben Maude, die anfangs sehr unsympathisch und griesgrämig wirkt, aber zu der Doug offenbar eine Verbindung anstrebt (was ja leicht merkwürdig ist, denn da ist ja die dominante Stella??)
Ansonsten finde ich Gemmas Auftauchen und Verhalten an Duncans Einsatzort etwas irritierend und kann gut verstehen, wieso Maude das befremdlich fand.
Rose finde ich weiterhin spannend und faszinierend. Elaine hatte offenbar tatsächlich ein größeres Geheimnis, welches Gemma natürlich lüftet und ich habe noch keine Idee, wohin das führen soll.
Gleiches gilt für die Kindesentführung, dazu habe ich noch gar keine Phantasie und ich finde es spannend, dass ich mich nach wie vor gar nicht an den Roman erinnere.
Das Schreiben dieses Updates fällt mir etwas schwer, ich merke, so ganz bin ich noch nicht in dem Roman angekommen, auch wenn ich gespannt bin, wie es weitergeht.
Allerdings hoffe ich, dass es langsam etwas in die Gänge kommt und ich Konstanze bitten werde, mehr als drei Kapitel zu lesen ;)

Update am 1.5.2020
Kapitel 7 - 10
Ich muss sagen, ich hätte mir vom Fortgang mehr erwartet. Weiterhin werden die Stränge sehr voneinander getrennt berichtet und es vermischt sich noch nicht viel.
Und ich weiß, es nervt langsam, aber Duncan finde ich so unglaublich anstrengend! Diese unverbesserliche Art! Da kommt mal kurz die Überlegung, ob er vielleicht etwas gönnerhaft mit Rose umgegangen sein könnte nur um dann sofort wieder abzuschweifen und sich dem Gedanken zu entziehen.
Gleichzeitig diese blöde Art mit Maude und Doug umzugehen und nicht zu bemerken, wie unangemessen das ist.
Gemma einzubinden und zugleich wieder pikiert zu sein, wenn sie eigene Untersuchungen anstellen will - es ist wirklich kaum zu ertragen.
Kit ist durch pures Glück auf dem Portobello Market fündig geworden, das war aber wieder ein knappes Ding, Gemma war eigentlich schon wieder auf dem Sprung. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass Duncan an ihrer Stelle vermutlich einfach gefahren wäre und gesagt hätte, wir kommen ein anderes Mal wieder.
Das Yarwoods Tochter irgendwie involviert ist, finde ich nach ihrer Einführung nicht überraschend.

Irgendwie bin ich etwas muffelig, was die Geschichte angeht, vermutlich hatte ich mir nach dem grässlichen letzten Teil einfach mehr erwartet.
Mal sehen, wie es weitergeht und hoffentlich findet das ganze noch ein versöhnliches Ende (es kann doch nicht sein, dass die Bücher immer schlechter werden? Wieso habe ich das beim ersten Lesen überhaupt nicht wahrgenommen, all diese kleinen Nervfaktoren??)

Update am 6.5.2020
Kapitel 11 - 14
Die ersten zweieinhalb Kapitel des aktuellen Pensums krochen weiter vor sich hin.
Aber dann nahm die Geschichte etwas Schwung auf und ich habe die den Rest in einem Rutsch heute morgen ab 6:30 Uhr gelesen, als ich nicht mehr schlafen konnte.
Elaines zweite Identität ist gelüftet (hatte ich so nicht auf dem Schirm) und die arme Harriet wird wirklich so schlimm behandelt durch Beth/Elaine, dass man es kaum ertragen kann. Ein tapferes Mädchen, aber die Angst und das Trauma, welches sie erlebt sind wirklich entsetzlich. Tonys Beweggründe, sich auf Beth zu verlassen und ihr in dieser Angelegenheit zu vertrauen ist für mich ähnlich unbegreiflich wie für das Ermittlungsteam.
Apropos Ermittlungsteam: ich finde es kaum zu ertragen, wie Gemma sich einmischt (weil sie in ihrem eigenen Fall nicht voran kommt - was für ein Grund!) und wie Kincaid immer so halb dagegen protestiert, sich dann aber beugt. Ehrlich, wie unprofessionell ist denn das?
Und dann das Übliche: Kit und Toby versetzen, sie bei Wes abladen und gleichzeitig so tun, als würden sie alles für die beiden tun.
Also, kurz gesagt, im Westen nichts Neues, Duncan macht seinen Job, Gemma versucht verzweifelt, das Familiengefüge aufrechtzuerhalten, rennt aber mit wehenden Fahnen davon, wenn es etwas zu tun gibt. Und der arme Kit? Er hat am Montag seine Anhörung und ich würde noch nicht darauf wetten, dass seine beiden Elternteile wirklich dabei sein werden um ihn zu unterstützen.

Ach ja, und Rose. Rose ist gerade in großer Gefahr und da bin ich ganz neugierig, was passiert ist und ob sie das übersteht. Ihr Kollege Bryan ist mir etwas suspekt, ich hoffe, mein Verdacht trügt mich.
Allerdings bin ich nun gespannt auf die letzten fünf Kapitel und gehe davon aus, dass die sich schnell weglesen werden.

Update am 15.05.2020 :)
Kapitel 15 - 19
Die tapfere kleine Harriet ist sehr klug und versucht alles, um sich zu befreien - leider gelingt es nicht und sie muss weiter in dem gruseligen Haus verharren. Am Ende ist es Gemma zu verdanken, dass sie gerettet wird und so bekommt diese wenigstens ihre Absolution, worum es ja für sie auch ging in diesem Roman. Das Harriet am Ende dann zur Halbwaise wird ist schlimm, gleichzeitig ist dieses Mädchen ohnehin so verstört - ich hoffe, sie kann sich wieder erden und findet zu sich.

Was Rose angeht: ich bin froh, dass diese, ebenfalls sehr tapfere und toughe Person, den Roman überlebt und ich falsch lag mit meinem Verdacht bzgl. des Brandstifters.
Rose hat den Fall gelöst, anders kann man es nicht sagen und sie und Farrell machen gemeinsam einen guten Job: ich habe schon die ganze Zeit gedacht, dass die beiden ein super Team wären ...

Zwischenmenschlich ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen, dass Doug sich von Stella trennt, weil er merkt, dass es einfach nicht passt. Dieses Gefühl hat der Leser ja schon lange und ich persönlich fand es gut, dass er sich von dieser Beziehung befreit hat um sich in Zukunft vielleicht in glücklichere Beziehungen oder vielmehr passendere Beziehungen begeben zu können.

Die Geschichte von Chloe wird dann auch aufgeklärt: Yarwoods Tochter war die mit dem Glücksspielproblem, was ich nicht wirklich passend fand, aber gut, irgendwie musste Deborah Crombie ja eine falsche Fährte legen und sie verschwinden lassen. Ich sag mal, ok, nehme ich so hin. Aber der Strang hatte mich schon während des Lesens nicht wirklich gepackt und sollte wohl nur eine kleine Finte werden.

In Kapitel 17 kommt dann die erwartete, große Enttäuschung vor Gericht: Duncan erscheint (wie prophezeit nicht), Gemma muss den Ärger der Richterin auf sich nehmen und Kit ist so allein wie nie zuvor. Gemma ist so selbstreflektiert, dass sie sich fragt, wie sie an Duncans Stelle gehandelt hätte und ich kann die Richterin gut verstehen, dass ihr der Kragen platzt.
Ich verstehe auch wirklich nicht, warum Duncan es nicht möglich machen konnte, die Leichenschau von Beverly Brown zu delegieren (zum Beispiel an Maura Bell) um diesen einen wichtigen Termin wahrnehmen zu können.
Natürlich zeigt er sich reuevoll, was mich aber eher noch ärgerlicher gemacht hat.

Jetzt geht alles sehr schnell: Der wahre Mörder war schon die ganze Zeit sehr unsympathisch und es war mir eine Freude, als er festgenommen wurde.
Er ist aber auch wirklich ein schlechter Schauspieler, dieser Jason.

Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie kreuz und quer es in diesem Ende zugeht. Ich habe die fünf Kapitel in einem Rutsch gelesen und muss jetzt wirklich immer wieder zum Buch greifen, um es für mich zu sortieren. 
Andererseits muss ich ja nicht das Buch nacherzählen, daher nur soviel: es klärt sich alles auf, teilweise sehr dramatisch und "kurz vor knapp", Duncan denkt ernsthaft über Kindsentführung nach (nachdem es ihn nicht gelingt, Euginia zu überzeugen, einzulenken) und das wiederum führt dazu dass sich Kit endlich zu dem Vaterschaftstest bereit erklärt. (Frage mich, ob man das nicht mit etwas Geduld und Zeit für den Jungen auch früher hätte schaffen können).

Es ist seltsam, das Ende hat mich ganz schön beschäftigt, wird mir jetzt bewusst. Gar nicht, weil ich es so spannend fand, eher, weil es zu überfrachtet war.
Bemerkenswert ist vielleicht noch, dass Duncan merkt, das Gemma ihm auf die Frage, ob sie alles aufgeben würde, um mit ihm neu anzufangen, gar nicht geantwortet hat. Aber wie es seine Art ist, fragt er nicht weiter nach und so drehen sie sich weiter umeinander herum und wissen nicht, wie es um sie steht.

Soviel von mir - mich würde es nicht wundern, wenn sich dieses Abschlussfazit ganz grauenhaft lesen läßt. Ich sitze schon Ewigkeiten dran und finde es schrecklich.
Mal sehen, wie es mit der nächsten Leserunde klappt ;)