6/16/2019

Lesetag am 16.6.2019



Guten Morgen liebe Sonntagsleser!
Heute bin ich mal wieder dabei beim sonntäglichen Lesetag :)
Nach viel Hin und Her und gefühlsmäßigem Auf und Ab habe ich die beruflichen Veränderungen jetzt mehr oder weniger auf dem Weg.
Ich habe mich für den neuen Job und gegen eine Rückkehr in die Klinik entschieden, was mir zwar im Herzen weh tut, aber am Ende doch vermutlich das Richtige sein wird für meine aktuelle Lebenssituation. Mich ärgert und enttäuscht es sehr, wie sich die Klinik quergestellt hat bzgl. der Teilzeitarbeit (im Sinne von: wir bieten Ihnen zwar einen Job an, aber zu unseren Konditionen und wenn die Ihnen nicht passen, dann haben Sie halt Pech gehabt.) Das Ganze wurde pseudo-fair verhandelt (wobei auch da eigentlich die Hauptinitiative von mir aus ging) und am Ende war für mich klar, dass ich es nicht würde machen können, wenn ich meine Integrität nicht aufs Spiel setzen wollte. So gehe ich jetzt mit schwerem Herzen, bin aber gleichzeitig froh und dankbar, dass mir auf dem Silbertablett eine Alternative geboten wurde, die mir zum Einen neue Tätigkeitsfelder erschließt und zum Anderen mir die größtmögliche Flexibilität ermöglicht, die mir im Zusammenhang mit Bertchen und auch eigener Freizeitgestaltung geradezu luxuriös erscheint.
Es ist eine merkwürdige Situation, aber mit jedem Tag, der ins Land geht denke ich, dass ich mich mehr mit der neuen Perspektive anfreunde und die alte verabschieden kann.

Gleichzeitig gehe ich gerade ein Projekt an, welches ich schon lange aufgeschoben habe: ich möchte meinen Kleidungsstil verändern und meinen Kleiderschrank entsprechend aufräumen und aussortieren. Dazu lese ich "the curated closet" von Anuschka Rees und als Reread noch einmal "magic cleaning" von Marie Kondo.
Seit Tagen falte und sortiere ich also T-Shirts, Pullover und Unterwäsche und freue schon an der neuen Ordnung im Schrank.
Am Tag vor meiner mündlichen Abschlussprüfung habe ich kurzentschlossen einen Einkaufsbummel gemacht und mich - ich glaube erstmalig - in einem Geschäft beraten lassen. Und was soll ich sagen: ich habe gelernt, dass alleine eine richtig passende Hose schon einen so großen Unterschied macht. Ich muss zugeben, dass ich häufig bis immer Schnäppchen gekauft habe. Und so schön es ja auch ist, zu sparen, ist es doch oft ein Kompromiss, der dazu führt, dass man die Dinge nicht so oft trägt.
Es geht bei "the curated closet" darum, einen Kleiderschrank zu haben, der gar nicht so wahnsinnig umfangreich sein muss oder soll sondern eben aus guten Stücken besteht, die gut passen, lange halten und miteinander unproblematisch kombinierbar sind. In dem keine Dinge sind, die vielleicht irgendwann mal wieder passen oder die man nur des Anschaffungspreises wegen behält.
Mein Ziel ist es, mir  um meine Kleidung nicht mehr so viele Gedanken zu machen sondern einfach morgens meinen Schrank aufzumachen, dem Wetter entsprechend ein paar Kleidungsstücke auszuwählen und mich wohlzufühlen.
Und ich merke jetzt schon, dass mir das gut tut. Das ich Teile wiederentdecke, die ich schon vergessen hatte, dass ich Dinge wieder anziehe, von denen ich dachte, dass ich sie nicht mehr tragen kann.
Grundsätzlich ist es ein Langzeitprojekt, ich möchte nicht in einem Rutsch diesen Schrank entwickeln sondern nach und nach dorthin kommen.
Also ja, das läuft ganz gut an, wenngleich es natürlich erstmal Chaos verursacht. (Beim Sortieren und Falten höre ich übrigens "Lady Midnight" von Cassandra Clare, was mich nicht umhaut, aber gut unterhält).

Lesetechnisch bin ich gerade kreuz und quer unterwegs. Nachdem ich kürzlich "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara zu Ende gelesen und gehört habe, war ich ziemlich erschöpft. Das Buch ist großartig und schrecklich zugleich und danach war mir mehr nach leichter Lektüre zumute. Darum habe ich "Das Wolkenschloss" von Kerstin Gier begonnen, "Picknick auf dem Eis" von Andrej Kurkow und noch nicht begonnen habe ich mit "H wie Habicht" von Helen Macdonald. Eine bunte Mischung. Ach ja, und von Walter Moers liegt hier noch "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr", in welches ich aber leider irgendwie nicht reinkomme. Die Sache mit Walter Moers ist bei mir ähnlich wie bei Terry Pratchett: ich muss in der Stimmung dafür sein. Aber das kommt schon noch.
Jetzt schaue ich erstmal, was Ihr so lest und werfe mich dann aufs Lesesofa (die Sonne versteckt sich gerade etwas).

20:09 Uhr
Ich hatte einen schönen, für meine Verhältnisse recht lesereichen Sonntag. Die ganze Mittagspause über habe ich im Wolkenschloss verbracht und mir gefällt die Atmosphäre des leicht altertümlichen Luxushotels in den Bergen.
Danach wurde etwas im Kleiderschrank aufgeräumt und später dann Eis (Joghurt-Erdbeer :) ) gegessen.
Dann wurde auch schon fast das Bertchen gebadet, mit Abendessen versorgt und die Schublade weiter eingeräumt.
Und jetzt schauen wir "Good Omens" und essen dazu Salbeignocci - wie immer köstlich :*

Es war ein schöner Lesetag, nicht so kommunikativ wie sonst, aber trotzdem sehr entspannend.
Habt alle morgen einen schönen Start in die Woche und einen angenehmen Restabend!

5/16/2019

Nach der Prüfung ist nicht mehr vor der Prüfung

Nun ist es also geschafft.
Fertig.
Finis!
Keine Prüfung mehr - wenn es nach mir geht, nie wieder!

Ich merke, wie die Erschöpfung sich langsam Bahn bricht, nachdem ich jetzt die letzten Wochen nochmal durchgelernt habe. Alles lesen, was mir in die Hände fällt, versuchen zu verstehen und es in meinen Sprachgebrauch zu integrieren für die mündliche Prüfung.

Am Ende war die mündliche Prüfung eben eine mündliche Prüfung. Mit aller Nervosität, Unsicherheit und Befangenheit, wie ich es schon aus dem Studium von mir kenne.
Mit dem Gefühl, vor diesen klugen Prüfern ganz klein zu sein und sich nicht gut ausdrücken zu können.
Aber gut, ich kenne das von mir und ich habe auch nicht damit gerechnet, dass ich mich da so gut wie in meiner Lerngruppe fühlen würde.
Von daher: ja, es ist geschafft. Ich habe trotz meiner Prüfungsangst, trotz all den verschnupften Nasen, den familiären Tragödien, den komplizierten Fragen zu meiner beruflichen Zukunft in den letzten Wochen eine richtig gute Leistung abgeliefert und bin jetzt fertig mit meiner Weiterbildung.
Bin jetzt angekommen an der Stelle, in der ich mich im Wintersemester 2006/2007 sicherlich nicht zu sehen erwartet hätte. Da war für mich noch klar, nach dem Studium hänge ich sicher nicht noch eine fünfjährige Weiterbildung dran und zahle ein kleines Vermögen dafür.
Das konnte ich mir nicht vorstellen. Und trotzdem war dieser Weg für mich dann doch genau der richtige.

Jetzt geht es also weiter. Hier und da noch kleine Fortbildungen, aber doch beginnt nun ein ganz neues Leben. Ich bin nicht mehr in Weiterbildung, sondern nun ganz und gar im Erwachsenenleben angekommen. Da ist ein kleines Bertchen, eine Beziehung, ein Haus, ein neuer Job. Zwei Katzenschweinchen, die uns fast seit Beginn meines Studiums begleitet haben.

Hier ist auch ein neues Ich, welches im Studium und vor allem in der Weiterbildung gewachsen ist, sich verändert hat und neue Seiten an sich entdecken durfte. Selbstvertrauen, Mut, eigene Bedürfnisse, eigene Grenzen, die eigene Geschichte verstehen und bewusst weiterschreiben. Das alles ist neu und anders.
Und doch weiß ich, dass auch die alten Geschichten, die traurigen und unsicheren Gefühle mir immer mal wieder über die Schulter schauen werden. Man wird das nicht los, man gibt es leider nicht mit der letzten Prüfung ab. Oder sollte ich zum Glück sagen? Es begegnet mir immer wieder. Doch weiß ich nun besser darüber Bescheid und erkenne es, wenn ich aufgrund alter Geschichten möglicherweise irrational handle oder alte Gefühle auftauchen, die durch nichts zu begründen sind in der aktuellen Situation.
Es ist wie ein neues Paar Schuhe. Schuhe, die sehr ähnlich zu den alten sind, aber doch neuer und stabiler. In die sich zwar immer wieder ein paar Steinchen oder Fussel verirren, die dafür aber jetzt richtig gut sitzen und mir Halt geben. Und gut aussehen tun sie auch - was will man mehr. Ich muss mich nur gut um sie kümmern, sie vernünftig einlaufen und nicht aus Bequemlichkeit die alten wieder hervorkramen ;)
Ich habe den Blog hier im Studium begonnen und war zwischendurch schon oft in Versuchung, ihn zu schließen. Und jetzt bin ich froh, dass er noch da ist. Und ein Zeugnis dieser ganzen Zeit darstellt.

Ich hoffe, hier zukünftig wieder mehr zeigen zu können. Mich mit neuen Dingen zu befassen (meine Nähmaschine wartet, ebenso wie die neuen Bücher, die ich mir gestern in der Stadt gekauft habe). Auch habe ich mir ein paar Kochzeitungen besorgt, weil ich Lust habe, wieder mehr zu kochen und zu backen.

Ich freue mich auch darauf, sowohl mit den Schweinchen als auch mit dem Bertchen mehr Geduld haben zu können. Wenn die Kleine mehr Zeit braucht morgens oder meint, schon um halb acht aufstehen zu müssen, ist das nicht schlimm. Denn ich muss nicht noch in der Stunde bis zum wegbringen in meine Skripte schauen und habe Zeit, um mit ihr zu spielen oder eben für eine halbe Stunde aufzupassen, dass sie sich beim "selber" anziehen nicht selbst fesselt oder sich irgendwo stößt. Das macht dann einfach mal gar nichts und das tut mir sehr gut. Und es ist einfach viel entspannter geworden, weil meine eigenen Nerven sich langsam beruhigen und ich nicht mehr so schnell an meinen Grenzen bin.

Dafür nehme ich mir jetzt noch einmal bewusst Zeit, bevor der neue Job beginnen wird. Das wird vermutlich erst im August soweit sein, also habe ich noch etwas Zeit und Gelegenheit. Ich werde das sehr genießen und kann mich jetzt darin üben, wie das ist, Wochenenden zu haben. Sich einfach treiben lassen dürfen und mal keine Leistung bringen zu müssen. Wenn ich das so schreibe, wirkt es auf mich absurd - ich weiß, dass das selbstverständlich ist und doch fühlt es sich gar nicht so leicht an.

Nun ja. So weit erstmal. Jetzt schaue ich mal in meine neuen Bücher :)

4/21/2019

Lesesonntag am 21.4.19




Eigentlich kann ich heute gar keinen Lesesonntag machen: Wir müssen gleich schon wieder los zum Osterkaffee und haben heute vormittag die Terrasse frühjahrstauglich gemacht und die Urlaubswäsche gewaschen. Bei allem fleissig unterstützt vom Bertchen :)

Oben seht Ihr ein Bild von der Ostsee in Schleswig-Holstein, wo wir die letzte Woche verbracht haben. Es war  - wie eigentlich immer - wunderschön und das Wetter wurde täglich besser und der Wind weniger, so dass man sich schon ab Dienstag im Windschatten im T-Shirt aufhalten konnte.

Gelesen habe ich in der letzten Zeit vor allem in meinen Fachbüchern, weil ja noch die mündliche Abschlussprüfung meiner Weiterbildung ansteht, sowie den neuesten Krimi von Elizabeth George "Wer Strafe verdient" (der 20. Fall). Das ist eine gute Bettlektüre und bietet sich zwischendurch gut an, um auf andere Gedanken zu kommen.

Ansonsten geht hier gerade vieles drunter und drüber: Arbeitsentscheidungen wurden getroffen (mit teilweise schwerem Herzen), eine Verwandte ist verstorben, Bertchen wollte im Urlaub nicht schlafen und ich habe erfahren, dass ich zumindest den schriftlichen Prüfungsteil gut bestanden habe. Mein Heuschnupfen war dieses Frühjahr so schlimm wie noch nie, wird aber langsam etwas besser.
Das Leben dreht sich hier also gerade sehr schnell und ich werde froh sein, wenn die Fahrwasser irgendwann mal wieder ruhiger werden.

Ich schicke liebe Grüße und werde den nächsten Lesetag voll auskosten und vorplanen, so dass ich Lesezeit habe :)
Euch einen schönen Oster-Lesesonntag und eine gute Zeit bis dahin :)




3/17/2019

Lesesonntag am 17.3.2019

Wieder mal ein schön verregneter Lesesonntag, besser kann es ja kaum sein :)
Mein Wunsch war auch, dass ich nach der Prüfung letzten Donnerstag bitte noch ein paar Regentage haben möchte, damit ich mich ganz entspannt mit Büchern oder Serien aufs Sofa packen und der Stress abfallen kann.
So ist es dann auch gekommen, wenngleich ich mich wundere, wie lange ich brauche, um wieder im Normal-Modus anzukommen: bislang habe ich täglich Kopfschmerzen und fühle mich körperlich sehr erschöpft. Aber es war ja auch eine große Prüfung von der viel abhängt.

Lesetechnisch weiß ich noch nicht, was heute auf mich zukommt:
Mary Roberts Rinehart mit der "Die Wendeltreppe"
Jean-Luc Bannalec mit "Bretonische Verhältnisse"
Juli Zeh mit "Neujahr"

???
Ich bin unschlüssig, werde mal kreuz und quer reinlesen.

Vielleicht hilft mir ja eine von den beiden bei der Entscheidung :)

Update 17:15 Uhr
Nach einigen zögerlichen Versuchen bin ich dann doch bei Mary Roberts Rinehart mit "Die Wendeltreppe" gelandet und erfreue mich wieder einmal an den skurrilen Charakteren und Szenen, die sie entwirft.
Ich dachte immer, ich würde das Buch schon kennen, aber bislang ist es mir vollkommen unbekannt, was natürlich auch sehr schön ist.

Eben gab es Konstanzes Flapjacks (allerdings mit Blaubeeren) und eine kurze Gartenrunde mit dem Bertchen, als die Sonne für einen Moment draußen war.


Ich habe ein neues Buch begonnen, mich aber auch noch in Gedanken viel mit meinem Wiedereinstieg ins Berufsleben ab August beschäftigt. Ich muss das kommende Woche für mich klären und musste mich dementsprechend damit noch einmal auseinandersetzen. Daher war der Lesetag für mich nicht so sehr ein Lesetag sondern viel mehr ein Orientierungstag, den ich aber dennoch genossen habe. Auch habe ich die letzten Geburtstagsgeschenke für meinen Freund organisiert und finde mich daher insgesamt doch sehr produktiv :)

Heute abend gibt es vermutlich Pasta mit Thunfisch-Tomatensoße und den Münsteraner Tatort dazu.
Frida ist zur Zeit leider nicht so schläfrig wie auf dem untenstehenden Foto, da sie dauernd versucht uns dazu zu bewegen, sie zu füttern (deutlich vor der Zeit, versteht sich ;) ).





























Habt noch einen schönen Lesetag und vielleicht liest man sich ja in vier Wochen wieder :)

2/17/2019

Lesetag am 17.2.19

Mein heutiger Lesetag begann deutlich später als üblich und geplant, da unsere Tochter deutlich früher wach war, als erwartet.
Also hieß es erstmal frühstücken, spielen und nur eine kurze Lesezeit als die beiden einen kleinen Spaziergang gemacht haben.

In der Zeit konnte ich aber schon mein erstes Buch des Tages beinahe beenden, es handelte sich um "Frida Kahlo. Eine Biografie" von Maria Hesse. Das Buch hatte ich mir zu Weihnachten gewünscht und es aber bislang nicht geschafft, in Ruhe hineinzuschauen. Wie man sehen kann sind die Seiten mit vielen sehr schönen Illustrationen gefüllt und die muss man genießen und genau betrachten, was ich dann ab ca. 11 Uhr getan habe. Der Text ist recht überschaubar und doch habe ich wieder neue Aspekte aus Fridas Leben erfahren. Vielleicht gar nichts wirklich Neues, aber möglicherweise einfach Dinge, die ich schon wieder vergessen hatte. Das Buch hat mir sehr gefallen, auch die Offenheit, mit der die Autorin bereits im Vorwort einräumt, dass sie eine Mischung aus den Fakten und der Wahrheit, wie Frida sie erlebt und wahrgenommen hat, haben mir gefallen. 


Und weil das so gut klappt, werde ich jetzt noch etwas in eine Leihgabe von Natira hineinblättern: ein Comic von Vanna Vinci "Frida. Ein Leben zwischen Kunst und Liebe" zum gleichen Thema - heute wird also ein Frida-Tag :)

Leider ist es nur ein halber Lesetag, da wir heute Nachmittag zum Kaffeetrinken bei ehemaligen Nachbarn eingeladen sind, aber ich werde mich hier noch einmal melden.

Update 20:12
Nach einem wirklich schönen Kaffeetrinken bei unseren ehemaligen Nachbarn, sitze ich jetzt in der Küche und schreibe mein letztes Update für heute.
Zuvor hatte das Bertchen noch angenehm lange Mittagsschlaf gehalten, so dass ich in Ruhe noch in Vanna Vinci's Frida-Comic lesen konnte. Es fühlte sich sehr intensiv an, weil ich ja zuvor schon in der Biographie viele der Fakten gelesen hatte und noch so drin war.
Als es dann Zeit war loszufahren, habe ich die kleine Motte geweckt und wir hatten einen sehr schönen Nachmittag mit zwei ausgesprochen leckeren Kuchen, viel Spaß und so viel Gerede, dass es plötzlich schon kurz vor sieben war.
Unser Abendessen, "Pizza-Gnocchi" nach diesem Rezept von der Küchenchaotin ist im Ofen und ich habe die Zeit genutzt, eine kleine Blogrunde zu machen.
Ich finde die Lesesonntage immer sehr schön und habe mir den Termin mit Wiederholung schon lange fest eingetragen im Kalender. Ich kündige früh genug an, dass ich an dem Tag etwas Zeit zum Lesen brauche. Mal klappt es besser, mal klappt es schlechter, aber es ist immer wieder schön und eine gute Auszeit für mich - jetzt so kurz vor der Prüfung war es auf jeden Fall genau das Richtige und ich bin froh, dass ich mich heute gegen meine Lernkarten und für Frida Kahlo entschieden habe. Ich freue mich schon auf das nächste Mal - dann ist ja wieder ein Prüfungsteil hinter mir.

Unser Essen war lecker und wirklich, wie im Rezept angekündigt, sehr, sehr schnell gemacht und unkompliziert. Allerdings würde ich beim nächsten Mal die Tomatensoße vorher etwas kochen, damit sie noch aromatischer wird. Aber dann wäre es natürlich nicht mehr so schnell gemacht ;) Von daher: kann man auf jeden Fall machen. Ach ja, ich habe den Mozarella mit Parmesan ersetzt.
Also seit langem mal wieder ein "Etwas kochen, was wir noch nie gekocht haben", was auch gut funktioniert hat und lecker war :) Vielleicht in Zukunft wieder mehr davon.

Ich wünsche allen morgen einen guten Start in die Woche und einen schönen Rest-Leseabend!

1/20/2019

Lesesonntag am 20.1.2019

Einen schönen sonnigen und klirrend kalten Lese-Sonntag haben wir ja heute!
Ich bin schon lange wach und habe - dank meines Hustens bin ich nach unten umgezogen um nicht alle zu wecken - schon viel Zeit mit "Rubinrotes Herz, eisblaue See" von Morgan Callan Rogers verbracht.
Ich hatte das Buch vor einiger Zeit als Hörbuch gehört und da hatte es mir gut gefallen. Eine Freundin von mir sagt heute noch, dass es gemein von mir war, ihr dieses Hörbuch zu empfehlen, da es ein ziemlich trauriges Ende hat.
Bis heute weiß ich nicht, was so schlimm an dem Ende ist (habe aber eine Vermutung) - ich weiß  nur, dass es mich damals nicht so sehr aus der Fassung gebracht hat, es war wohl irgendwie für mich schlüssig so. Nun gibt es aber ein weiteres Buch von der Autorin mit dem Titel "Eisblaue See, endloser Himmel", welches bei meiner Online-Bibliothek als Doppelband vorliegt, so dass ich nun noch einmal komplett von vorne angefangen habe. Und wieder begeistert mich die Stimmung in dem ersten Teil sehr und macht mir Freude.
Zur Zeit habe ich ohnehin ein Faible für Bücher, die im nördlichen Amerika oder Kanada spielen und dahin passt das Buch ganz gut, da es an der Küste Maines verortet ist.

Aber eigentlich ist das mein "Abend-Buch", welches ich auf dem Tablet lese, für heute habe ich mir stattdessen "Heimliche Versuchung" von Donna Leon, den siebenundzwanzigsten Fall für Guido Brunetti vorgenommen, welches ich überraschenderweise noch nachträglich zu Weihnachten von meinem Freund bekommen habe. Ich freue mich sehr darauf und auch wenn die Zeitrechnung natürlich hinten und vorne nicht passen kann (Brunetti sollte längst im Ruhestand sein ;) ), lese ich die Reihe mittlerweile wieder sehr, sehr gerne!

Der Tag war bislang entspannt: entspanntes Frühstück (allerdings mit dem Problem: Bertchen will mittlerweile alles alleine machen, was bisweilen schwer auszuhalten ist ;) ), danach eine Duplospielrunde und jetzt schläft sie auch schon wieder, weil sie gleich losziehen wollen in den Wildtierpark. Ich hatte das von langer Hand geplant und meinen Freund frühzeitig gebeten, sich doch mit den anderen Vätern mal zu verabreden, damit ich heute Nachmittag ein bisschen Lesezeit habe. Und, siehe da: Planung hilft und es hat geklappt.

Das Lernen geht gut voran - viele der ekligen Themen habe ich schon mal abgefrühstückt (z.B. Statistik ;) ) und ich muss mal sehen, ob ich nachher noch ein bisschen was mache oder nicht.

Erstmal geht es jetzt nach Italien, mal sehen, was Paola wieder feines kocht und welchen Wein Guido dazu auswählt :)

Update 19:02
Mein Lesetag neigt sich dem Ende entgegen, aber ich bin sehr für eine zeitnahe Wiederholung. Natürlich habe ich nicht nur gelesen, aber doch recht viel, bin schon ganz in den neuen Brunetti eingetaucht und habe mich informiert, wie man das dort erwähnte Rezept mit dem Rosenkohl (Cavolini di bruxelles alla besciamella) macht, allerdings werde ich mich auf die Jamie-Oliver-Variante beschränken, da ich die Béchamel-Sauce in diesem Fall nicht wirklich brauche.
Ansonsten macht mir das Buch unheimlich viel Spaß und ich bin froh, dass ich noch ein bisschen Zeit in Venedig verbringen werde. Nebenbei habe ich die Kind-freie Zeit noch genutzt zum Bett beziehen, Tomatensoße kochen und Kleinigkeiten erledigen, die ich sonst oft nicht schaffe.
Es war ein schön entspannter Nachmittag, und als das Bertchen zurückkam war es ganz schön durchgefroren und musste sich aufwärmen.
Ich hoffe, so etwas klappt noch öfter, denn es hat mir gut getan und mir vielleicht auch etwas beim gesund werden geholfen - das werde ich sehen.
Was ich auf jeden Fall nicht getan habe ist, in meine Bücher und Klausurfragen zu schauen und aktuell finde ich das ganz großartig - ich hoffe, das sehe ich morgen noch genauso.

Jetzt gleich gibt es TK-Pizza (habe gestern schon leckere Flammkuchen mit Porree und Feta gebacken, da darf es heute weniger aufwändig und weniger gesund sein ;) ) und dazu schauen wir vermutlich noch etwas "Weißensee".
Aber erstmal mache ich noch eine schnelle Blogrunde bei den von mir doch sehr vernachlässigten Mitlesern.
Bis in vier Wochen - hoffentlich :)

12/22/2018

Weihnachtsstimmung und Jahresabschlussgedanken



Es ist soweit.
Das erste Mal seit vielen Jahren bin ich in Weihnachtsstimmung.
Ich habe in diesem Jahr viel erlebt, viel gearbeitet und viele neue Erfahrungen gemacht.
Ein kleines Stück bin ich wieder näher bei mir angekommen und habe gefühlt auch viel Zeit fast nur mit mir und meiner Familie verbracht.
Dabei ist leider auch manches auf der Strecke geblieben, wie das Bloggen, das Fotografieren, manchmal das Kochen, das vertiefte Lesen von Büchern. Womit ich nicht meine, dass ich nicht ausreichend gelesen habe. Aber eben nicht so konzentriert und fokussiert wie früher, als ich mich mit bestimmten Themen ganz intensiv auseinandergesetzt habe. Leider sind auch manche soziale Kontakte etwas zu kurz gekommen, irgendwie reicht es nie für alles.

Schön in diesem Jahr waren unsere Urlaube: eine Reise mit erweiterter Familie an die Ostsee und unser erstes Campingabenteuer in den USA.
Das war wirklich ein Abenteuer und es war schön und anstrengend zugleich. Wir haben eine vertraute Route in recht angenehmen Klima gewählt und haben die Natur der Vereinigten Staaten noch einmal ein ganzes Stück näher kennengelernt. Es ist schon ein Unterschied, ob man abends in ein Motel-Bett sinkt oder in seinem Campermobil das Bett aufbaut, noch schnell Essen kocht bevor das Lagerfeuer aufgebaut und angezündet wird.
Mit Bertchen wäre diese Zeit so oder so anstrengend gewesen. Sie hatte begonnen zu krabbeln und sich überall hochzuziehen und dementsprechend musste man sie ständig beaufsichtigen. Das wäre zu Hause nicht anders gelaufen. Die Wanderungen hat sie in der Bauchtrage schlafend oder begeistert "Da, da!"-rufend mitgemacht, die Fahrtage hat sie meistens gut zum Schlafen genutzt.
Der Flug war jetzt nicht der entspannteste Flug meines Lebens, aber auch nicht der stressigste. Gelernt habe ich, dass ich nie wieder mit Gepäck und kleinem Kind mit der Bahn fahren will - das war insbesondere auf dem Rückweg eine Katastrophe (trotz reserviertem Sitzplatz).
Ansonsten war es aber schön. Und die nächsten Jahre werden wir jetzt mit solchen Reisen allerdings trotzdem vermutlich aussetzen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass unsere Tochter noch lange bereit ist, sich entspannt im Auto herumkutschieren zu lassen. Also vielleicht eher Reisen mit kurzen Etappen innerhalb Europas.




Wir haben alle möglichen Klimazonen durchquert, waren immer wieder überrascht, wie kalt es nachts in den Bergen wird und wie schnell die Sonne untergeht. Wir haben es geliebt, am Lagerfeuer zu stehen, zu wandern, unserer Tochter beim Spielen mit Tannennadeln und Zapfen zuzuschauen. Wir fanden es großartig, uns selbst zu versorgen, konnten aber während der wenigen Motelübernachtungen den Luxus einer frei verfügbaren Dusche und Toilette sehr genießen. Unsere Tochter hat in diesem Urlaub erlebt, wie es ist, von Fremden permanent angelacht zu werden und wirkte überrascht, als das dann zu Hause schlagartig aufhörte. Sie wird sicherlich keine konkreten Erinnerungen an den Urlaub haben, davon werden wir ihr später erzählen müssen. Wir hoffen allerdings, dass es möglicherweise einen Grundstein für die Liebe zur Natur gelegt haben könnte und wir wollen ihr solche Erfahrungen so lange wie möglich anbieten. Für uns war es eine komplett neue Urlaubserfahrung und wir wissen noch nicht, wie wir sie bei unseren weiteren Reisen mit einfließen lassen werden. Die Nähe zur Natur war auf jeden Fall grandios, das Beschränktsein auf wenig Raum wurde zum Schluss schon immer stressiger. Aber im Großen und Ganzen war es ein wunderbarer, inspirierender Urlaub und eine tolle Zeit.

Viel zu schnell waren wir wieder hier und somit mein erstes Jahr der Elternzeitpause offiziell um. Damit gleichzusetzen war meine gesteigerte Wiederaufnahme der ambulanten Tätigkeit und der allmähliche Beginn der Prüfungsvorbereitung. Ich arbeitete an zwei Tagen in der Woche, Bertchen gewöhnte sich voller Begeisterung und Abenteuerlust bei der Tagesmutter ein und in meiner freien Zeit begann ich, meine Fallberichte für die mündliche Prüfung zu schreiben. Das zeigte mir wieder einmal wie gerne ich schreibe und wie leicht es mir fällt, wenn ich einmal angefangen habe. Daher waren die letzten Monate eigentlich sehr schön und erfolgreich.
Ich gewöhnte mir an, an meinen Praxisvormittagen oder wenn ich Supervision am Vormittag habe, meinen ersten Kaffee in gemütlichen Cafés zu genießen und bekam wieder mehr Struktur in meine Tage, indem ich jeden Morgen mit meinem Freund aufstehe und frühstücke. Da unsere Tochter eine ausgesprochene Langschläferin ist, hatte ich dadurch immer noch eine Stunde Zeit zum Schreiben oder jetzt, nachdem die Berichte fertig und weggeschickt sind, zum Lernen. Oder einfach zum Lesen oder mal wieder auf Twitter schauen. 
Das ist auch etwas, was ich geändert habe. Twitter hat mich zuweilen so genervt, dass ich mich darüber richtig aufregen konnte. Also habe ich die Apps von allen mobilen Geräten gelöscht und kann so nur noch am Rechner schauen und das mache ich nun nur noch ein Mal am Tag und damit ist es auch gut. Mir geht es damit besser und ich kann die Zeit unterwegs mit Bus oder auch abends im Bett besser mit Lesen von richtigen Büchern oder Hörbüchern verbringen.

Insgesamt war für mich 2018 eins der schönsten Jahre. Sicherlich war vieles anstrengend, vieles aber auch wunderschön. Ich bin der Meinung, dass mein Leben durch die viele Freiheit sehr bereichert wurde. Wie es wird, wenn ich nächstes Jahr wieder in der Klinik einsteigen werde, weiß ich noch nicht. Mir fehlt die Arbeit in der und die Sicherheit durch die Klinik, mir fehlen meine Kollegen und ich freue mich darauf, wieder dort zu arbeiten. Gleichzeitig macht es mir Sorgen, wenn ich daran denke, dass ich dann wieder sehr feste Arbeits- und Fahrzeiten haben werde und ich frage mich, wie sich das für meine Tochter und mich anfühlen wird. Da ist dann die Idee, nach der Prüfung vielleicht eine eigene Praxis zu haben, schon verlockend. Aber das wird sich 2019 oder 2020 oder noch später entscheiden. Jetzt erstmal bin ich dankbar für das was ich habe und wünschte mir, ich könnte den Menschen in meinem Umfeld, denen es nicht so gut geht oder für die 2018 ein schweres Jahr war, etwas von meinen Gefühlen abgeben. 
Ich bin so froh über neue und alte Freundschaften, bin gespannt, wie sich Bertchen weiter verändern wird und bin von seltsamer Zuversicht erfüllt, dass sich alles logisch entwickeln wird.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Frida und Phoebe.

Die beiden haben sich mit unserer neuen Wohnsituation abgefunden. In meiner Wahrnehmung sind sie seit dem Umzug deutlich bequemlicher und anhänglicher geworden. Sie schlafen viel und fordern  sehr viel Nähe und Streicheleinheiten ein, sobald sie uns mal für sich haben. Was den Freigang angeht, so sind wir immer noch nicht weiter. Die Straße ist immer noch so groß und stark befahren wie eh und je und ich habe Angst, dass sie sie nicht lange überleben werden. Bei Frida kann ich mir vorstellen, dass sie auch ohne weitere Sicherung eine Gartenkatze werden könnte. Sie war immer schon recht bequem und hat den Balkon in der alten Wohnung immer nur kurz genutzt um es sich dann wieder im Wohnzimmer bequem zu machen.


Phoebe ist ein anderes Kaliber. Sie ist neugierig, war immer stundenlang draußen und ich fürchte, sie würde sich auch über Katzenzäune hinwegsetzen um zu schauen, was hinter der Hecke ist. Daher konnten wir uns bislang nicht überwinden, sie in den Garten zu lassen. Sie machenallerdings auch nicht den Anschein, dass sie unbedingt nach draußen möchten. Vielleicht bleibt also alles wie es ist. Etwas schade ist, dass Frida immer rabiater wird, was das Essen angeht. Ab einer bestimmten Zeit schiebt sie so laut Alarm, dass man sie füttern muss, wenn sie das schlafende Kind nicht wecken will. Oder aber man streitet mit ihr und spritzt sie nass, was sich auch nicht gut anfühlt. Ich weiß wirklich nicht, was das ist - Hunger kann es eigentlich nicht sein. Das wäre etwas, was sich gerne verändern dürfte im neuen Jahr.

Jetzt erst einmal verabschiede ich mich für heute und wünsche allen (Advents-)Lesern ein schönes Wochenende und entspannte Feiertage.

Wir lesen uns :)