6/16/2019

Lesetag am 16.6.2019



Guten Morgen liebe Sonntagsleser!
Heute bin ich mal wieder dabei beim sonntäglichen Lesetag :)
Nach viel Hin und Her und gefühlsmäßigem Auf und Ab habe ich die beruflichen Veränderungen jetzt mehr oder weniger auf dem Weg.
Ich habe mich für den neuen Job und gegen eine Rückkehr in die Klinik entschieden, was mir zwar im Herzen weh tut, aber am Ende doch vermutlich das Richtige sein wird für meine aktuelle Lebenssituation. Mich ärgert und enttäuscht es sehr, wie sich die Klinik quergestellt hat bzgl. der Teilzeitarbeit (im Sinne von: wir bieten Ihnen zwar einen Job an, aber zu unseren Konditionen und wenn die Ihnen nicht passen, dann haben Sie halt Pech gehabt.) Das Ganze wurde pseudo-fair verhandelt (wobei auch da eigentlich die Hauptinitiative von mir aus ging) und am Ende war für mich klar, dass ich es nicht würde machen können, wenn ich meine Integrität nicht aufs Spiel setzen wollte. So gehe ich jetzt mit schwerem Herzen, bin aber gleichzeitig froh und dankbar, dass mir auf dem Silbertablett eine Alternative geboten wurde, die mir zum Einen neue Tätigkeitsfelder erschließt und zum Anderen mir die größtmögliche Flexibilität ermöglicht, die mir im Zusammenhang mit Bertchen und auch eigener Freizeitgestaltung geradezu luxuriös erscheint.
Es ist eine merkwürdige Situation, aber mit jedem Tag, der ins Land geht denke ich, dass ich mich mehr mit der neuen Perspektive anfreunde und die alte verabschieden kann.

Gleichzeitig gehe ich gerade ein Projekt an, welches ich schon lange aufgeschoben habe: ich möchte meinen Kleidungsstil verändern und meinen Kleiderschrank entsprechend aufräumen und aussortieren. Dazu lese ich "the curated closet" von Anuschka Rees und als Reread noch einmal "magic cleaning" von Marie Kondo.
Seit Tagen falte und sortiere ich also T-Shirts, Pullover und Unterwäsche und freue schon an der neuen Ordnung im Schrank.
Am Tag vor meiner mündlichen Abschlussprüfung habe ich kurzentschlossen einen Einkaufsbummel gemacht und mich - ich glaube erstmalig - in einem Geschäft beraten lassen. Und was soll ich sagen: ich habe gelernt, dass alleine eine richtig passende Hose schon einen so großen Unterschied macht. Ich muss zugeben, dass ich häufig bis immer Schnäppchen gekauft habe. Und so schön es ja auch ist, zu sparen, ist es doch oft ein Kompromiss, der dazu führt, dass man die Dinge nicht so oft trägt.
Es geht bei "the curated closet" darum, einen Kleiderschrank zu haben, der gar nicht so wahnsinnig umfangreich sein muss oder soll sondern eben aus guten Stücken besteht, die gut passen, lange halten und miteinander unproblematisch kombinierbar sind. In dem keine Dinge sind, die vielleicht irgendwann mal wieder passen oder die man nur des Anschaffungspreises wegen behält.
Mein Ziel ist es, mir  um meine Kleidung nicht mehr so viele Gedanken zu machen sondern einfach morgens meinen Schrank aufzumachen, dem Wetter entsprechend ein paar Kleidungsstücke auszuwählen und mich wohlzufühlen.
Und ich merke jetzt schon, dass mir das gut tut. Das ich Teile wiederentdecke, die ich schon vergessen hatte, dass ich Dinge wieder anziehe, von denen ich dachte, dass ich sie nicht mehr tragen kann.
Grundsätzlich ist es ein Langzeitprojekt, ich möchte nicht in einem Rutsch diesen Schrank entwickeln sondern nach und nach dorthin kommen.
Also ja, das läuft ganz gut an, wenngleich es natürlich erstmal Chaos verursacht. (Beim Sortieren und Falten höre ich übrigens "Lady Midnight" von Cassandra Clare, was mich nicht umhaut, aber gut unterhält).

Lesetechnisch bin ich gerade kreuz und quer unterwegs. Nachdem ich kürzlich "Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara zu Ende gelesen und gehört habe, war ich ziemlich erschöpft. Das Buch ist großartig und schrecklich zugleich und danach war mir mehr nach leichter Lektüre zumute. Darum habe ich "Das Wolkenschloss" von Kerstin Gier begonnen, "Picknick auf dem Eis" von Andrej Kurkow und noch nicht begonnen habe ich mit "H wie Habicht" von Helen Macdonald. Eine bunte Mischung. Ach ja, und von Walter Moers liegt hier noch "Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr", in welches ich aber leider irgendwie nicht reinkomme. Die Sache mit Walter Moers ist bei mir ähnlich wie bei Terry Pratchett: ich muss in der Stimmung dafür sein. Aber das kommt schon noch.
Jetzt schaue ich erstmal, was Ihr so lest und werfe mich dann aufs Lesesofa (die Sonne versteckt sich gerade etwas).

20:09 Uhr
Ich hatte einen schönen, für meine Verhältnisse recht lesereichen Sonntag. Die ganze Mittagspause über habe ich im Wolkenschloss verbracht und mir gefällt die Atmosphäre des leicht altertümlichen Luxushotels in den Bergen.
Danach wurde etwas im Kleiderschrank aufgeräumt und später dann Eis (Joghurt-Erdbeer :) ) gegessen.
Dann wurde auch schon fast das Bertchen gebadet, mit Abendessen versorgt und die Schublade weiter eingeräumt.
Und jetzt schauen wir "Good Omens" und essen dazu Salbeignocci - wie immer köstlich :*

Es war ein schöner Lesetag, nicht so kommunikativ wie sonst, aber trotzdem sehr entspannend.
Habt alle morgen einen schönen Start in die Woche und einen angenehmen Restabend!