...und ein sehr, sehr schöner Nachmittag mit einer Freundin.
So war das heute. Ich habe mich belohnt für die ganze Schufterei der letzten Tage und im Vorfeld schon mal für die, die noch kommen wird. Es war ein wunderschöner Nachmittag, es war eine sehr schöne Posterausstellung, bei der wir auch ein bisschen was von einer netten Kinderführung mitbekommen haben. Kinderführungen sind wirklich immer toll und oft spannender als die für die Erwachsenen...
Da ist es zwar trotzdem nicht wenig bitter, heute abend am Schreibtisch zu sitzen, aber wert war es das allemal. Es hat wirklich viel Spass gemacht und ich danke allen beteiligten Instanzen, dass ich endlich mal wieder "rausgekommen" bin. Mein Freund meinte, kaum war ich wieder in der Wohnung: "Das hat Dir aber gut getan, solltest Du öfter machen" :) Sollte ich wohl. Aber die DA ist eine Hölle, die man leider nur manchmal verlassen darf... In diesem Sinne ;)
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4/09/2011
8/21/2010
Visiting Frida
Dieses Mal geht es nicht um mein Schweinchen sondern ihre Namensgeberin.
Zusammen mit Natira war ich am 07.08. in Berlin auf der Frida Kahlo Retrospektive. Auf Natiras Seite finden sich deutlich detailliertere Auskünfte - zur Ausstellung, zum dazugehörigen Katalog etc. Also bitte einfach mal hier klicken und bei Natira ein wenig stöbern :)
Der Weg:
Nach einer schon ein wenig abenteuerlichen Fahrt, die im Morgengrauen damit begann, dass sich meine Frida ihre Kopfwunde aufgekratzt hatte :( kamen wir so gegen 10 Uhr in Berlin an. Dort erwartete uns ersteinmal die Aufgabe, wie wir nun am besten vom Hauptbahnhof zum Gropiusbau kommen sollten. Kurzerhand wurde der Stadtplan gezückt und dort ein direkter Weg gefunden, den wir dann nach kurzen Irritationen auch schnell im echten Berlin fanden. Vorbei am Reichstag (Schlange bewundern) kamen wir über den Potsdamer Platz zum Gropiusbau. Dort durften wir eine noch längere Schlange bewundern - die Schlange für die Frida Kahlo-Ausstellung.
Das Warten:
Doch Natira hatte sich zum Glück informiert: für Inhaber von DB-Tickets, die wir Natira-sei-Dank, hatten, gab es für uns einen Extra-Eingang. Extra-Sachen sind ja meistens gut und so gingen wir an dieser unglaublich langen Schlange vorbei... Die Leute, so erfuhren wir später, standen teilweise schon seit 7:30 in der Früh an ... Den Extra-Eingang gab es zum Glück tatsächlich - zwar war die ganze Informationspolitik der Ausstellung mehr als bescheiden (keine Hinweise darauf, wer sich wo anstellen muss, Unklarheit auch bei den Ordnern, Ordner, die leider ausserstande waren, qualifizierte Informationen zu geben etc. Aber wir waren guter Dinge: die Extra-Eingangs-Schlange war sehr übersichtlich (man stand aber dennoch eine Stunde an - danach hatte sie nicht ausgesehen) und wir waren sehr glücklich, dass wir diese Tickets hatten, denn sonst hätten wir die Berlin-Reise umsonst unternommen...
Irgendwann war es soweit: nachdem etliche Leute aus ungeklärten Gründen schon eintreten durften und wir mehrere Durchgänge aussetzen mussten, durften auch wir endlich rein. Dann der Schock: es gab eine zweite Schlange. Eine neue, bessere Schlange für alle, die noch nicht aufgegeben hatten. Es wurde Leitungswasser gereicht, damit auch niemand kollabierte und die Schlange durfte lustige, darmverschlingungsähnliche Muster bilden, damit es nicht so langweilig wurde. Ich merkte schon bald meinen Rücken und meine Laune sank beträchtlich. Ich hoffe, ich habe meine schlechte Laune nicht zu sehr zur Schau gestellt, liebe Natira.
Zum Glück war die Gesellschaft sehr angenehm. Ich hatte meine Natira bei mir, mit der ich eh ohne Ende reden kann und dann waren die vor uns Stehenden und auch die nachfolgende Journalistin nette Mitleidende, mit denen man sich gut unterhalten konnte. Schleppend ging es vorwärts und wir näherten uns dem "Wachhabenden". Der war mir so unsympatisch. Bewusst extrem gekürzte Haare (um es freundlich zu sagen), keinen Hals und einen extrem kühlen Blick. Unsympat hoch 10.
Leider wurde mir die zweifelhafte Eigenschaft, dass man mir oft ansieht, dass ich Leute nicht so gerne mag, zum Verhängnis: als wir kurz vor dem Durchbruch standen, guckt er mich an, sagt, "Sie, der Rucksack ist zu gross - Bitte abgeben". Ich versuchte ihn noch zu überzeugen, führte ihm vor, dass er in den vorgegeben Kasten passte ("Nein, zu gequetscht") und musste mich fügen. Natiras (ähnlich grosse Tasche) wäre aber ok gewesen... Solidarisch wie sie ist, bat sie mich, ihre auch abzugeben und im Endeffekt war das gut, so mussten wir die Taschen nicht mehr schleppen ;). Ironie: als ich gerade wieder nach oben kam, kam eine Frau mit einer riesigen, roten Schultertasche, die fast doppelt so gross wie mein Rucksack war (ernsthaft) und da meinte der Vollpfosten doch echt, die würde gehen...
Aber gut, irgendwann durften wir weiter, warteten noch ein Stündchen vor uns hin (zwischendurch auf den Treppenstufen sitzen - das war toll) und dann ging es los in die Ausstellung.
Die Ausstellung:
Die Ausstellung selbst war dann ein Traum und das Warten auf jeden Fall wert. Ich habe mich mit den Werken Frida Kahlos ja schon lange beschäftigt und kenne sie recht gut. Aber sie im Original zu sehen, sehen, wie fein die Pinselführung teilweise war... Das war ein einmaliges Erlebnis für mich. All diese Selbstporträts zu sehen. Die Photos aus ihrem Leben, die ich noch gar nicht kannte. Das Gipskorsett zu sehen - ich hatte mich schon immer gefragt, ob wohl eins ihrer bemalten Korsetts überlebt hat... Es war, als wäre ich ein bisschen näher dran, an Frida.
So schlecht die Informationspolitik auch war, die Ausstellung selbst war sehr gut gemacht. Die Räume waren klar gegliedert, es waren nie zu viele Besucher auf einmal in der Ausstellung und man konnte in Ruhe die Bilder anschauen, sich (zum Glück) auch mal setzen und fand hilfreiche Erläuterungen / Deutungen zu den Werken.
Diese Deutungen fand ich spannend, hätte nur gerne gewusst, woher sie kommen, wie sie sich erklären. Da bleibt mir also immer noch etwas Recherchier-Arbeit, das finde ich eigentlich sehr schön :)
Mein Fazit:
Frida beeindruckt mich schon seit Jahren. Meine Katze hat ihren Namen Frida Kahlo zu verdanken und mein Bücherschrank quillt über von Büchern über oder von ihr. Ich habe ihre Kunst lieben gelernt und habe sie stets bewundert für alles, was sie ausgehalten hat und sie war mir oft ein Halt, eine Motivation, wenn ich selber nicht mehr weiter konnte. Das mag pathetisch klingen, war aber tatsächlich schon des Öfteren so.
Ein Freund von mir, der sein Geld mit Kunst verdient, Kunst studiert hat und dessen Meinung ich schätze, sagte einmal zu mir: "Frida Kahlo war eine gute Künstlerin, aber sie ist nie über sich hinausgewachsen".
Bis heute bin ich mir nicht sicher, wie er das gemeint hat. Ist sie nicht "gut" genug geworden? Hätte sie nicht immer nur sich selbst malen sollen?
Ich teile seine Meinung dieses Mal nicht. Frida Kahlo hat meiner Meinung nach, ihren ganz eigenen Weg gefunden, zu malen. Durch ihre Krankheit war sie oft ans Bett gefesselt und hatte so nur wenig Motive zur Auswahl. Sie selbst sagt: "Da meine Themen stets um meine Empfindungen, meinen Seelenzustand und die tiefsten Reaktionen kreisen, die das Leben in mir hervorrief, habe ich all dies oft in Selbstbildnissen umgesetzt. Sie waren der ehrlichste und wahrhaftigste Ausdruck dessen, was ich in mir und vor mir selbst empfand." (Frida Kahlo, Brief an Carlos Chávez, Oktober 1939)
Für mich zeigt dieser Satz, dass sie ganz bewusst so gemalt hat, wie sie gemalt hat und nun, da ich einen Grossteil ihrer Bilder in der Retrospektive gesehen habe, schätze ich ihre Kunst noch mehr. Nun muss ich nur noch verstehen, wie ich ihre Bilder interpretieren kann, aber dahin komme ich auch noch :)
Dieses ganze Frida-Abenteuer war eine Odyssee, sicher. Es war anstrengend und hätten wir es vorher gewusst - vielleicht wären wir nicht gefahren, hätten die Bequemlichkeit siegen lassen. Aber so, ohne dieses Vorwissen, haben wir eine der wenigen Chancen genutzt, die Werke von Frida Kahlo im Original zu sehen.
Das war das lange Stehen schon wert, auch wenn ich am Ende einfach nur fertig mit der Welt war ;)
Ich möchte Natira danken, die zum einen alles so toll organisiert hat für uns, so dass wir nicht 8 Stunden sondern nur 3 Stunden warten mussten. Ausserdem danke ich Dir dafür, dass ich das mit Dir erleben durfte, denn dieses Erlebnis wird uns auch niemand mehr nehmen können :)
Und nun noch ein paar Impressionen von unserem Abenteuer:
Zusammen mit Natira war ich am 07.08. in Berlin auf der Frida Kahlo Retrospektive. Auf Natiras Seite finden sich deutlich detailliertere Auskünfte - zur Ausstellung, zum dazugehörigen Katalog etc. Also bitte einfach mal hier klicken und bei Natira ein wenig stöbern :)
Der Weg:
Nach einer schon ein wenig abenteuerlichen Fahrt, die im Morgengrauen damit begann, dass sich meine Frida ihre Kopfwunde aufgekratzt hatte :( kamen wir so gegen 10 Uhr in Berlin an. Dort erwartete uns ersteinmal die Aufgabe, wie wir nun am besten vom Hauptbahnhof zum Gropiusbau kommen sollten. Kurzerhand wurde der Stadtplan gezückt und dort ein direkter Weg gefunden, den wir dann nach kurzen Irritationen auch schnell im echten Berlin fanden. Vorbei am Reichstag (Schlange bewundern) kamen wir über den Potsdamer Platz zum Gropiusbau. Dort durften wir eine noch längere Schlange bewundern - die Schlange für die Frida Kahlo-Ausstellung.
Das Warten:
Doch Natira hatte sich zum Glück informiert: für Inhaber von DB-Tickets, die wir Natira-sei-Dank, hatten, gab es für uns einen Extra-Eingang. Extra-Sachen sind ja meistens gut und so gingen wir an dieser unglaublich langen Schlange vorbei... Die Leute, so erfuhren wir später, standen teilweise schon seit 7:30 in der Früh an ... Den Extra-Eingang gab es zum Glück tatsächlich - zwar war die ganze Informationspolitik der Ausstellung mehr als bescheiden (keine Hinweise darauf, wer sich wo anstellen muss, Unklarheit auch bei den Ordnern, Ordner, die leider ausserstande waren, qualifizierte Informationen zu geben etc. Aber wir waren guter Dinge: die Extra-Eingangs-Schlange war sehr übersichtlich (man stand aber dennoch eine Stunde an - danach hatte sie nicht ausgesehen) und wir waren sehr glücklich, dass wir diese Tickets hatten, denn sonst hätten wir die Berlin-Reise umsonst unternommen...
Irgendwann war es soweit: nachdem etliche Leute aus ungeklärten Gründen schon eintreten durften und wir mehrere Durchgänge aussetzen mussten, durften auch wir endlich rein. Dann der Schock: es gab eine zweite Schlange. Eine neue, bessere Schlange für alle, die noch nicht aufgegeben hatten. Es wurde Leitungswasser gereicht, damit auch niemand kollabierte und die Schlange durfte lustige, darmverschlingungsähnliche Muster bilden, damit es nicht so langweilig wurde. Ich merkte schon bald meinen Rücken und meine Laune sank beträchtlich. Ich hoffe, ich habe meine schlechte Laune nicht zu sehr zur Schau gestellt, liebe Natira.
Zum Glück war die Gesellschaft sehr angenehm. Ich hatte meine Natira bei mir, mit der ich eh ohne Ende reden kann und dann waren die vor uns Stehenden und auch die nachfolgende Journalistin nette Mitleidende, mit denen man sich gut unterhalten konnte. Schleppend ging es vorwärts und wir näherten uns dem "Wachhabenden". Der war mir so unsympatisch. Bewusst extrem gekürzte Haare (um es freundlich zu sagen), keinen Hals und einen extrem kühlen Blick. Unsympat hoch 10.
Leider wurde mir die zweifelhafte Eigenschaft, dass man mir oft ansieht, dass ich Leute nicht so gerne mag, zum Verhängnis: als wir kurz vor dem Durchbruch standen, guckt er mich an, sagt, "Sie, der Rucksack ist zu gross - Bitte abgeben". Ich versuchte ihn noch zu überzeugen, führte ihm vor, dass er in den vorgegeben Kasten passte ("Nein, zu gequetscht") und musste mich fügen. Natiras (ähnlich grosse Tasche) wäre aber ok gewesen... Solidarisch wie sie ist, bat sie mich, ihre auch abzugeben und im Endeffekt war das gut, so mussten wir die Taschen nicht mehr schleppen ;). Ironie: als ich gerade wieder nach oben kam, kam eine Frau mit einer riesigen, roten Schultertasche, die fast doppelt so gross wie mein Rucksack war (ernsthaft) und da meinte der Vollpfosten doch echt, die würde gehen...
Aber gut, irgendwann durften wir weiter, warteten noch ein Stündchen vor uns hin (zwischendurch auf den Treppenstufen sitzen - das war toll) und dann ging es los in die Ausstellung.
Die Ausstellung:
Die Ausstellung selbst war dann ein Traum und das Warten auf jeden Fall wert. Ich habe mich mit den Werken Frida Kahlos ja schon lange beschäftigt und kenne sie recht gut. Aber sie im Original zu sehen, sehen, wie fein die Pinselführung teilweise war... Das war ein einmaliges Erlebnis für mich. All diese Selbstporträts zu sehen. Die Photos aus ihrem Leben, die ich noch gar nicht kannte. Das Gipskorsett zu sehen - ich hatte mich schon immer gefragt, ob wohl eins ihrer bemalten Korsetts überlebt hat... Es war, als wäre ich ein bisschen näher dran, an Frida.
So schlecht die Informationspolitik auch war, die Ausstellung selbst war sehr gut gemacht. Die Räume waren klar gegliedert, es waren nie zu viele Besucher auf einmal in der Ausstellung und man konnte in Ruhe die Bilder anschauen, sich (zum Glück) auch mal setzen und fand hilfreiche Erläuterungen / Deutungen zu den Werken.
Diese Deutungen fand ich spannend, hätte nur gerne gewusst, woher sie kommen, wie sie sich erklären. Da bleibt mir also immer noch etwas Recherchier-Arbeit, das finde ich eigentlich sehr schön :)
Mein Fazit:
Frida beeindruckt mich schon seit Jahren. Meine Katze hat ihren Namen Frida Kahlo zu verdanken und mein Bücherschrank quillt über von Büchern über oder von ihr. Ich habe ihre Kunst lieben gelernt und habe sie stets bewundert für alles, was sie ausgehalten hat und sie war mir oft ein Halt, eine Motivation, wenn ich selber nicht mehr weiter konnte. Das mag pathetisch klingen, war aber tatsächlich schon des Öfteren so.
Ein Freund von mir, der sein Geld mit Kunst verdient, Kunst studiert hat und dessen Meinung ich schätze, sagte einmal zu mir: "Frida Kahlo war eine gute Künstlerin, aber sie ist nie über sich hinausgewachsen".
Bis heute bin ich mir nicht sicher, wie er das gemeint hat. Ist sie nicht "gut" genug geworden? Hätte sie nicht immer nur sich selbst malen sollen?
Ich teile seine Meinung dieses Mal nicht. Frida Kahlo hat meiner Meinung nach, ihren ganz eigenen Weg gefunden, zu malen. Durch ihre Krankheit war sie oft ans Bett gefesselt und hatte so nur wenig Motive zur Auswahl. Sie selbst sagt: "Da meine Themen stets um meine Empfindungen, meinen Seelenzustand und die tiefsten Reaktionen kreisen, die das Leben in mir hervorrief, habe ich all dies oft in Selbstbildnissen umgesetzt. Sie waren der ehrlichste und wahrhaftigste Ausdruck dessen, was ich in mir und vor mir selbst empfand." (Frida Kahlo, Brief an Carlos Chávez, Oktober 1939)
Für mich zeigt dieser Satz, dass sie ganz bewusst so gemalt hat, wie sie gemalt hat und nun, da ich einen Grossteil ihrer Bilder in der Retrospektive gesehen habe, schätze ich ihre Kunst noch mehr. Nun muss ich nur noch verstehen, wie ich ihre Bilder interpretieren kann, aber dahin komme ich auch noch :)
Dieses ganze Frida-Abenteuer war eine Odyssee, sicher. Es war anstrengend und hätten wir es vorher gewusst - vielleicht wären wir nicht gefahren, hätten die Bequemlichkeit siegen lassen. Aber so, ohne dieses Vorwissen, haben wir eine der wenigen Chancen genutzt, die Werke von Frida Kahlo im Original zu sehen.
Das war das lange Stehen schon wert, auch wenn ich am Ende einfach nur fertig mit der Welt war ;)
Ich möchte Natira danken, die zum einen alles so toll organisiert hat für uns, so dass wir nicht 8 Stunden sondern nur 3 Stunden warten mussten. Ausserdem danke ich Dir dafür, dass ich das mit Dir erleben durfte, denn dieses Erlebnis wird uns auch niemand mehr nehmen können :)
Und nun noch ein paar Impressionen von unserem Abenteuer:
Der Abend davor beim Mexikaner, auf dem Weg zum Gropius-Bau, in der Ausstellung
2/15/2010
Der Deutsche Impressionismus
Gestern war ich in oben genannter Ausstellung und ich war schwer beeindruckt. War ich durch eine Bewertung in meiner Tageszeitung zum Schluss gekommen, dass diese Ausstellung zwar ganz nett, aber nicht ein "must-see" ist, so kann ich im Rückblick nur sagen, dass diese Meinung der Zeitung totaler Unsinn ist. Die Ausstellung ist wunderbar. Das einzige Problem an ihr ist, dass sie ein wenig zu gross ist - man wird von den vielen Künstlern förmlich erschlagen... Ich überlege ernsthaft, nächste Woche nocheinmal reinzugehen - einfach um dem Ganzen gerecht zu werden (und um evtl. den Ausstellungskatalog zu kaufen? ;) )
Ich bin kein grosser Kenner des Impressionismus - ich kenne natürlich die französischen Klassiker und ich mag sie auch. Allerdins kommt es mir so vor, als wäre der deutsche Impressionismus vielseitiger, mehr Lebensbereiche betreffend. Vielleicht liegt das aber auch nur an der Ausstellung - sie war nun sehr gross und daher kann dieser Eindruck ja stammen. Tatsache ist, dass ich besonders die Bilder des Stadtlebens bei Nacht, die Strandbilder und die Bilder von Maria Slavona (der Auschnitt rechts stammt von ihr) phantastisch fand...Die Kunsthalle Bielefeld (von ihrer Homepage stammen auch die hier eingefügten Bilder und das Copyright liegt dort) hat da wirklich eine ganz besondere Ausstellung auf die Beine gestellt. Die Komposition der Werke, die Biographien der Künstler und auch der Einführungsfilm sind allesamt hervorragend gestaltet.
Ja, ich glaub, ich gehe nochmal in die Ausstellung - es ist wirklich spannend und lohnenswert, den deutschen Impressionismus etwas näher kennenzulernen :)
10/15/2009
Nachtrag: Osnabrück-Tag, Felix Nussbaum
Nachdem sich der Moment erst jetzt als passend erweist: Ich war am Dienstag in Osnabrück mit einer lieben Freundin. Eigentlich war es mein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk: Frühstück, Museum und ein neuer kleiner Büchervorrat (Die Vermessung der Welt, Es geht uns gut) waren inklusive. Und ein neues Siri-Hustvedt-Buch habe ich am Büchertisch auch noch schnell mitgenommen: "Die Verzauberung der Lily Dahl". Blöd, dass das Semester jetzt schon fast losgeht ... ;)
Auch der Rest des Tages war sehr rund, sehr angenehm - es passte einfach alles: die Erkältung hielt sich in Grenzen, das Wetter war himmlisch und es gab keine ernsthaften Ärgernisse :)
Wieder mal ein Highlight (wenn auch ein jedes Mal wieder bedrückendes) war natürlich das Felix-Nussbaum-Haus. Ich finde den Maler und auch die Ausstellung und auch das Gebäude einfach grossartig. Allein die Architektur, ein Museum "ohne Ausgang", ein Gebäude, dass einem das Gefühl gibt, dass es einen nicht mehr herauslassen will oder wird. Ich glaube trotz der bedrückenden Stimmung würde ich immer wieder in die Ausstellung gehen, solange ich jemanden finde, der mitkommt. Sehr schade ist es, dass es keinen gescheiten Ausstellungskatalog bzw. eine gute (und erschwingliche) Biographie gibt - dafür war Nussbaum vermutlich einfach nicht gross genug bzw. kennen ihn vielleicht einfach noch zu wenige.
Das schlimmste Bild, aber auch das, welches mich am meisten bewegt habe ich auf der Seite des Deutschen Historischen Museums in Berlin (DHM) gefunden:
der frühneuzeitliche danse macabre oder Triumph of Death (The Skeletons Play for the Dance):
Gruselig, aber überwältigend...
Auch der Rest des Tages war sehr rund, sehr angenehm - es passte einfach alles: die Erkältung hielt sich in Grenzen, das Wetter war himmlisch und es gab keine ernsthaften Ärgernisse :)
Wieder mal ein Highlight (wenn auch ein jedes Mal wieder bedrückendes) war natürlich das Felix-Nussbaum-Haus. Ich finde den Maler und auch die Ausstellung und auch das Gebäude einfach grossartig. Allein die Architektur, ein Museum "ohne Ausgang", ein Gebäude, dass einem das Gefühl gibt, dass es einen nicht mehr herauslassen will oder wird. Ich glaube trotz der bedrückenden Stimmung würde ich immer wieder in die Ausstellung gehen, solange ich jemanden finde, der mitkommt. Sehr schade ist es, dass es keinen gescheiten Ausstellungskatalog bzw. eine gute (und erschwingliche) Biographie gibt - dafür war Nussbaum vermutlich einfach nicht gross genug bzw. kennen ihn vielleicht einfach noch zu wenige.
Das schlimmste Bild, aber auch das, welches mich am meisten bewegt habe ich auf der Seite des Deutschen Historischen Museums in Berlin (DHM) gefunden:
der frühneuzeitliche danse macabre oder Triumph of Death (The Skeletons Play for the Dance):
Gruselig, aber überwältigend...
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