Heute ist mein Trauma-Tag - zum Glück aber nicht, weil mir etwas Schlimmes passiert ist, sondern weil ich gerade soviel darüber gehört habe: Erst die Vorlesung "Psychologische Störungen" mit Schwerpunkt auf dem Thema Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS od PTSD) und danach in Folge das Trauma-Seminar mit natürlich ähnlichen, noch vertiefenderen Inhalten.
Und kaum bin ich daheim, finde ich auf der homepage von
Neil Gaiman dieses Video, welches ein Buch von Gaiman bewirbt, dessen Erlös der RAINN-Foundation (Rape, Abuse and Incest National Network) zugute kommt.
Es hat mich sehr bewegt, dieses Video, und die Vorstellung, dass es in den Staaten zu so vielen Übergriffen kommt (alle zwei Minuten eine sexuelle Belästigung), ist sehr erschreckend.
Da wird einem erst bewusst, wieviel Glück man hatte, sein Leben bisher und vor allem seine Kindheit unbeschadet zu überstehen. Denn, wie unsere Dozentin heute sagte: sobald man die Kindheit ohne Übergriff hinter sich lässt, sinkt die Wahrscheinlichkeit, eine PTBS zu bekommen, immens.
Meine Sorgen sind gegen solche Gespenster verschwindend gering und daher nicht erwähnenswert.
Im Gegenteil: meine DA-Verlängerung hat offenbar gerade so eben noch geklappt und ich habe jetzt noch eine Woche (eigentlich sogar zwei, aber mein Ziel ist das Werk Montag zum Drucken zu geben) Zeit für das Finetuning der Arbeit.
Auch habe ich wunderbare Menschen um mich, eine liebe Familie und lebe in Umständen, die wirklich keinen Grund zur Klage liefern.
Wie schnell vergisst man, wie gut es einem geht... Im Anbetracht zu dem, was Trauma-Opfer jeden Tag erleben und welche Höllen sie durchwandern, wirken die eigenen Sorgen dann oft sehr banal und an Tagen wie diesen bin ich froh, dass mir mal wieder der Spiegel vorgehalten wird.
Ich weiss nicht, ob dieser Post wirr ist, ob er nachvollziehbar ist. Wahrscheinlich will ich eigentlich nur sagen: Danke, liebes Leben, dass Du so gut zu mir bist. So was muss man ja auch mal sagen.
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