So, hier soll es nun ein bisschen weitergehen mit der Reise im vergangenen Juni.
Wir waren stehengeblieben bei den Bisons am Parkeingang, die weder scheu noch beunruhigt sind, wenn dort Autos direkt an ihnen vorbeifahren.
Das sieht man auch sehr schön auf diesem Bild:
Aber wie gesagt, da waren wir noch "Neulinge" im Park und entsprechend leicht zu beeindrucken ;)
Im Yellowstone gibt es eine Loop-Road, wie ihr hier sehen könnt. Es gibt noch eine Querverbindung zwischen Norris und Canyon Village - aber ansonsten muss man immer ziemlich lange Wege einkalkulieren, die immer wieder von Sehenswürdigkeiten gespickt sind...

Weiter ging es in Richtung Lake Yellowstone, wo wir die erste Unterkunft gebucht hatten. Mit den Unterkünften im Park ist es ja so eine Sache: man hat den Vorteil der Übernachtung im Park, muss aber mit wenig Komfort und teuren Preisen rechnen. Hinzu kommt, dass es immer schon Monate im Voraus ausgebucht ist. So mussten wir ja auch unsere Route ziemlich an die noch verfügbaren Lodge-Zimmer anpassen. Eigentlich muss ich auch sagen, dass es beim nächsten Mal nicht unbedingt eine Lodge sein müsste - wir würden eher wieder nach Mammoth Springs ins Hotel gehen. Die Pioneer-Lodges jedenfalls machten ihrem Namen alle Ehre und waren sehr rustikal. Leider halt nicht nur rustikal sondern auch einfach nicht so schön gestaltet: vor unserer Treppe lag ein gewaltiger Sandhaufen, das Bett war winzig und es fühlte sich alles ein bisschen nach Abzocke an. Auch wenn man bedenkt, dass man dort sicher auch häufiger renovieren könnte, wenn man denn wollte. Aber das passiert halt nicht, weil die Gäste ja auch so kommen und viel dafür bezahlen, in der Natur leben zu können. Naja, alles etwas zweischneidig. Andererseits war es natürlich sehr praktisch, dass wir die Fahrerei nicht jeden Tag hatten und außerhalb des Parks gibt es nicht viele Städte und wenn es welche gibt sind auch die teuer. Also, man hat die Wahl ;)
Insgesamt hatten wir drei Nächte im Park: zwei in der Lake Lodge und eine in Mammoth Springs. In Mammoth Springs hatten wir kein eigenes Bad auf dem Zimmer, dafür war aber das Zimmer sehr geräumig und sauber. Wahrscheinlich würde ich das beim nächsten Mal der Lodge vorziehen...
Aber viel lieber will ich Euch von den schönen Dingen im Park berichten.
Den ersten Tag bewunderten wir den Blick auf den See und besuchten den Grand Canyon of the Yellowstone sowie ein paar "Mud Ponds". Hier ein paar erste Eindrücke:


Überall auf dem Weg kommt an Geyser Basins vorbei. Diese sind alle durch Boardwalks erschlossen und man kann kleine Spaziergänge machen um von einem dampfenden, häufig schillernden Wasserloch zum nächsten zu gelangen. Und auf der Strecke gibt es immer wieder Wasserfälle, Bisons, manchmal Bären und wunderschöne Landschaften zu sehen. Man könnte ständig anhalten und würde eigentlich auch gerne dort wandern gehen, wenn eben nicht die Bären wären. In den Touristengegenden ist das kein Problem, aber im Hinterland ist auch manchmal der ein oder andere Weg gesperrt, weil dort z.B. eine Bärenmutter mit Jungen lebt oder weil man weiss, dass dort gerade viele Bären sind. Entsprechend bin ich im Yellowstone fast gar nicht gewandert - was für mich total unerwartet war. Irgendwie hatte ich die Bärengefahr total unterschätzt und die einzige kleine Wanderung, die wir gemacht haben, war begleitet von einem mulmigen Gefühl, weil auch das Pelican Valley, in dem wir unterwegs waren, eine beliebte Bärenheimstatt ist. Im Jahr passieren im Yellowstone wohl durchschnittlich zwei Unfälle mit Bären, was ja eigentlich nicht so viel ist. Ich hatte aber schon Respekt vor ihnen, und vielleicht ist das auch der Grund, dass eben "nur" zwei Vorfälle im Jahr stattfinden. Vermutlich hören da die Touristen doch eher auf die Anweisungen.
Im Endeffekt war es aber nicht schlimm, dass wir nicht "richtig" wandern konnten - es gab auch so genug zu tun und zu sehen :)
In den sogenannten Pools kann und darf man natürlich nicht baden, die meisten sind auch viel zu heiß dafür. Aber laut dem Roman den ich während meines Aufenthalts gelesen habe (von C.J. Box "Free Fire") scheint es auch welche zu geben, in denen man baden könnte (obwohl es natürlich immer noch verboten ist. Der Roman hat mich ja dort begleitet und hat mir viel Spass gemacht. Auch einiges an interessanten Informationen habe ich dort mitbekommen und es war wieder einmal super, einen Roman zu lesen, der am gleichen Ort spielt, an dem man ist...
Das schöne große Bild ist der sogenannte "Morning Glory Pool" und auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann, waren die Farben von diesem Pool wohl sogar schon einmal noch leuchtender und strahlender. Das Problem ist, dass viele Touristen Münzen oder auch Abfall in die Pools werfen und deshalb die empfindliche Struktur von Bakterien und allem gestört wird. Entsprechend sinkt z.B. die Temperatur ab und in der Folge sterben die Bakterien.
Das ist wirklich ein Jammer und immer wieder unbegreiflich.
Was übrigens die Bakterien auch mit sich bringen ist ein ziemlich fieser Geruch (ich glaube zumindest, dass die Bakterien daran schuld sind, durch diese wird Schwefel produziert und das müffelt ganz schön). Ich bin ganz froh, dass das in den Fotos nicht transportiert wird ;)
Eine kleine Ausbeute von Tieren, die uns begegnet sind - alle waren in sicherer Entfernung (außer das Streifenhörnchen, welches sich eine Blaubeere geschnappt hat, die mir heruntergefallen war). Die Bärin hatte noch ein Junges dabei, das hat man aber nur ganz selten gesehen, weil es so klein war und dadurch von den Büschen dort verdeckt wurde. Die Schlange war sehr schön (und zum Glück auch ganz weit weg - von diesem Foto bin ich sehr begeistert, weil ich nicht erwartet hätte, dass es so scharf und gut wird).
Jetzt noch ein Fazit zum Park:
Der Yellowstone National Park ist selbstverständlich sehens- und besuchenswert. Ich fand es toll, ihn endlich gesehen zu haben, fand aber, dass die vielen Touristen etwas anstrengend waren. Aber was soll man dazu sagen - wir waren ja auch dort ;) Daher beschwere ich mich da auch nicht. Der Park ist vielseitig und schön, nicht so unbedingt geeignet zum Wandern, aber dafür bekommt man auch viele Tiere zu sehen und hat wunderbare Aussichten.
Ich würde ihn sicher wieder besuchen, wenn ich mal "in der Nähe bin", aber fürs erste hat es mir gereicht, ich habe einen positiven, ersten Eindruck gewonnen.
Meine Kamera und das neue Objektiv haben mich in diesem Park auch sehr begeistert und ich fand dieses erste große Highlight wunderschön. Ich wüsste auch nicht, was ich beim nächsten Mal anders machen würde, außer vielleicht die Hotelauswahl :)
Aber doch - vielleicht würde ich mehr von Ranger-Programmen mitmachen, das haben wir uns dieses Mal gespart, weil wir erstmal alles so erkunden wollten ...
In diesem Sinne - bis zur nächsten Etappe, wo wir die Craters of the Moon besuchen und ins in Richtung Salt Lake City und weitere Nationalparks aufmachen.