4/17/2020

Reread: Deborah Crombie - Denn nie bist Du allein

In Windeseile haben wir Band 9 verlassen (weil er nun wirklich kein großes Vergnügen dargestellt hat) um nun flugs zu Band 10 "Denn nie bist Du allein" zu wechseln. Wie üblich wird hier frank heraus erzählt und gespoilert, weshalb ich jedem, der das Buch aktuell liest oder noch lesen will empfehle, diesen Blogpost nicht weiterzulesen.
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Kapitel 1 - 3
Ich habe die ersten drei Kapitel gestern und heute relativ in einem Rutsch gelesen und habe mich gefreut, mich in dem Buch schon relativ wohl zu fühlen.
(Wenngleich ich Pyromanen immer sehr unheimlich finde und mich stets das Gefühl beschleicht, dass das mit die am schwersten gestörten Personen sind.)

Wir treffen Winnie aus Canterbury wieder, das ist sehr schön, denn sie war mir nach ihrem ersten Auftreten recht sympathisch.
Duncan wird zu einem politisch brisanten Fall gerufen, bei dem er sich leicht die Finger verbrennen kann (was er vermutlich auch tun wird) und zeigt, nachdem er wieder ein Wochenende mit der Familie absagen muss, seine Grundhaltung: "Die Arbeit ist wichtiger als die Familie". Ich finde das schwierig. Ich arbeite selber in einem Beruf, der mich häufig vor diese Frage stellt und ich habe immer wieder gelernt, wie wichtig es ist, sich abzugrenzen, im Urlaub nicht erreichbar zu sein, wenn man diesen Job lange machen will. Etwas, was Gemma ein paar Seiten später auch nochmal formuliert.
Sie, die sich klein macht, weil sie wie eine "Xanthippe" auf die Absage von Duncan reagiert, ist für die Jungs der einzig halb verlässliche Anker, denn sie macht sich Gedanken, organisiert beispielsweise das Jugendzimmer von Kit und fragt sich ständig, wie sie ihrer Patchwork-Familie gerecht werden kann.
Ich bin mit Sicherheit mittlerweile voreingenommen, weil wir immer über Duncan wettern, aber es springt mir auch wirklich immer sofort ins Auge.

Davon abgesehen mag ich wieder einmal die gezeichneten Figuren, Rose und Fanny und ich bin gespannt, was mit Elaine los war, obwohl ich sie noch gar nicht richtig erlebt habe.
Da ist wieder der Stil, den ich an den Büchern sehr mag und ich freue mich darauf, weiterzulesen.

Update am 23.4.2020
Kapitel 4 - 6
Die Geschichte kommt allmählich in Gang, wir haben Maude, die anfangs sehr unsympathisch und griesgrämig wirkt, aber zu der Doug offenbar eine Verbindung anstrebt (was ja leicht merkwürdig ist, denn da ist ja die dominante Stella??)
Ansonsten finde ich Gemmas Auftauchen und Verhalten an Duncans Einsatzort etwas irritierend und kann gut verstehen, wieso Maude das befremdlich fand.
Rose finde ich weiterhin spannend und faszinierend. Elaine hatte offenbar tatsächlich ein größeres Geheimnis, welches Gemma natürlich lüftet und ich habe noch keine Idee, wohin das führen soll.
Gleiches gilt für die Kindesentführung, dazu habe ich noch gar keine Phantasie und ich finde es spannend, dass ich mich nach wie vor gar nicht an den Roman erinnere.
Das Schreiben dieses Updates fällt mir etwas schwer, ich merke, so ganz bin ich noch nicht in dem Roman angekommen, auch wenn ich gespannt bin, wie es weitergeht.
Allerdings hoffe ich, dass es langsam etwas in die Gänge kommt und ich Konstanze bitten werde, mehr als drei Kapitel zu lesen ;)

Update am 1.5.2020
Kapitel 7 - 10
Ich muss sagen, ich hätte mir vom Fortgang mehr erwartet. Weiterhin werden die Stränge sehr voneinander getrennt berichtet und es vermischt sich noch nicht viel.
Und ich weiß, es nervt langsam, aber Duncan finde ich so unglaublich anstrengend! Diese unverbesserliche Art! Da kommt mal kurz die Überlegung, ob er vielleicht etwas gönnerhaft mit Rose umgegangen sein könnte nur um dann sofort wieder abzuschweifen und sich dem Gedanken zu entziehen.
Gleichzeitig diese blöde Art mit Maude und Doug umzugehen und nicht zu bemerken, wie unangemessen das ist.
Gemma einzubinden und zugleich wieder pikiert zu sein, wenn sie eigene Untersuchungen anstellen will - es ist wirklich kaum zu ertragen.
Kit ist durch pures Glück auf dem Portobello Market fündig geworden, das war aber wieder ein knappes Ding, Gemma war eigentlich schon wieder auf dem Sprung. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass Duncan an ihrer Stelle vermutlich einfach gefahren wäre und gesagt hätte, wir kommen ein anderes Mal wieder.
Das Yarwoods Tochter irgendwie involviert ist, finde ich nach ihrer Einführung nicht überraschend.

Irgendwie bin ich etwas muffelig, was die Geschichte angeht, vermutlich hatte ich mir nach dem grässlichen letzten Teil einfach mehr erwartet.
Mal sehen, wie es weitergeht und hoffentlich findet das ganze noch ein versöhnliches Ende (es kann doch nicht sein, dass die Bücher immer schlechter werden? Wieso habe ich das beim ersten Lesen überhaupt nicht wahrgenommen, all diese kleinen Nervfaktoren??)

Update am 6.5.2020
Kapitel 11 - 14
Die ersten zweieinhalb Kapitel des aktuellen Pensums krochen weiter vor sich hin.
Aber dann nahm die Geschichte etwas Schwung auf und ich habe die den Rest in einem Rutsch heute morgen ab 6:30 Uhr gelesen, als ich nicht mehr schlafen konnte.
Elaines zweite Identität ist gelüftet (hatte ich so nicht auf dem Schirm) und die arme Harriet wird wirklich so schlimm behandelt durch Beth/Elaine, dass man es kaum ertragen kann. Ein tapferes Mädchen, aber die Angst und das Trauma, welches sie erlebt sind wirklich entsetzlich. Tonys Beweggründe, sich auf Beth zu verlassen und ihr in dieser Angelegenheit zu vertrauen ist für mich ähnlich unbegreiflich wie für das Ermittlungsteam.
Apropos Ermittlungsteam: ich finde es kaum zu ertragen, wie Gemma sich einmischt (weil sie in ihrem eigenen Fall nicht voran kommt - was für ein Grund!) und wie Kincaid immer so halb dagegen protestiert, sich dann aber beugt. Ehrlich, wie unprofessionell ist denn das?
Und dann das Übliche: Kit und Toby versetzen, sie bei Wes abladen und gleichzeitig so tun, als würden sie alles für die beiden tun.
Also, kurz gesagt, im Westen nichts Neues, Duncan macht seinen Job, Gemma versucht verzweifelt, das Familiengefüge aufrechtzuerhalten, rennt aber mit wehenden Fahnen davon, wenn es etwas zu tun gibt. Und der arme Kit? Er hat am Montag seine Anhörung und ich würde noch nicht darauf wetten, dass seine beiden Elternteile wirklich dabei sein werden um ihn zu unterstützen.

Ach ja, und Rose. Rose ist gerade in großer Gefahr und da bin ich ganz neugierig, was passiert ist und ob sie das übersteht. Ihr Kollege Bryan ist mir etwas suspekt, ich hoffe, mein Verdacht trügt mich.
Allerdings bin ich nun gespannt auf die letzten fünf Kapitel und gehe davon aus, dass die sich schnell weglesen werden.

Update am 15.05.2020 :)
Kapitel 15 - 19
Die tapfere kleine Harriet ist sehr klug und versucht alles, um sich zu befreien - leider gelingt es nicht und sie muss weiter in dem gruseligen Haus verharren. Am Ende ist es Gemma zu verdanken, dass sie gerettet wird und so bekommt diese wenigstens ihre Absolution, worum es ja für sie auch ging in diesem Roman. Das Harriet am Ende dann zur Halbwaise wird ist schlimm, gleichzeitig ist dieses Mädchen ohnehin so verstört - ich hoffe, sie kann sich wieder erden und findet zu sich.

Was Rose angeht: ich bin froh, dass diese, ebenfalls sehr tapfere und toughe Person, den Roman überlebt und ich falsch lag mit meinem Verdacht bzgl. des Brandstifters.
Rose hat den Fall gelöst, anders kann man es nicht sagen und sie und Farrell machen gemeinsam einen guten Job: ich habe schon die ganze Zeit gedacht, dass die beiden ein super Team wären ...

Zwischenmenschlich ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen, dass Doug sich von Stella trennt, weil er merkt, dass es einfach nicht passt. Dieses Gefühl hat der Leser ja schon lange und ich persönlich fand es gut, dass er sich von dieser Beziehung befreit hat um sich in Zukunft vielleicht in glücklichere Beziehungen oder vielmehr passendere Beziehungen begeben zu können.

Die Geschichte von Chloe wird dann auch aufgeklärt: Yarwoods Tochter war die mit dem Glücksspielproblem, was ich nicht wirklich passend fand, aber gut, irgendwie musste Deborah Crombie ja eine falsche Fährte legen und sie verschwinden lassen. Ich sag mal, ok, nehme ich so hin. Aber der Strang hatte mich schon während des Lesens nicht wirklich gepackt und sollte wohl nur eine kleine Finte werden.

In Kapitel 17 kommt dann die erwartete, große Enttäuschung vor Gericht: Duncan erscheint (wie prophezeit nicht), Gemma muss den Ärger der Richterin auf sich nehmen und Kit ist so allein wie nie zuvor. Gemma ist so selbstreflektiert, dass sie sich fragt, wie sie an Duncans Stelle gehandelt hätte und ich kann die Richterin gut verstehen, dass ihr der Kragen platzt.
Ich verstehe auch wirklich nicht, warum Duncan es nicht möglich machen konnte, die Leichenschau von Beverly Brown zu delegieren (zum Beispiel an Maura Bell) um diesen einen wichtigen Termin wahrnehmen zu können.
Natürlich zeigt er sich reuevoll, was mich aber eher noch ärgerlicher gemacht hat.

Jetzt geht alles sehr schnell: Der wahre Mörder war schon die ganze Zeit sehr unsympathisch und es war mir eine Freude, als er festgenommen wurde.
Er ist aber auch wirklich ein schlechter Schauspieler, dieser Jason.

Während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie kreuz und quer es in diesem Ende zugeht. Ich habe die fünf Kapitel in einem Rutsch gelesen und muss jetzt wirklich immer wieder zum Buch greifen, um es für mich zu sortieren. 
Andererseits muss ich ja nicht das Buch nacherzählen, daher nur soviel: es klärt sich alles auf, teilweise sehr dramatisch und "kurz vor knapp", Duncan denkt ernsthaft über Kindsentführung nach (nachdem es ihn nicht gelingt, Euginia zu überzeugen, einzulenken) und das wiederum führt dazu dass sich Kit endlich zu dem Vaterschaftstest bereit erklärt. (Frage mich, ob man das nicht mit etwas Geduld und Zeit für den Jungen auch früher hätte schaffen können).

Es ist seltsam, das Ende hat mich ganz schön beschäftigt, wird mir jetzt bewusst. Gar nicht, weil ich es so spannend fand, eher, weil es zu überfrachtet war.
Bemerkenswert ist vielleicht noch, dass Duncan merkt, das Gemma ihm auf die Frage, ob sie alles aufgeben würde, um mit ihm neu anzufangen, gar nicht geantwortet hat. Aber wie es seine Art ist, fragt er nicht weiter nach und so drehen sie sich weiter umeinander herum und wissen nicht, wie es um sie steht.

Soviel von mir - mich würde es nicht wundern, wenn sich dieses Abschlussfazit ganz grauenhaft lesen läßt. Ich sitze schon Ewigkeiten dran und finde es schrecklich.
Mal sehen, wie es mit der nächsten Leserunde klappt ;)


11 comments:

  1. Ich seh schon, uns fallen wieder die selben Elemente ins Auge. :D

    Wobei ich Gemmas Verhalten auch nicht unkritisch sehe, denn auf der einen Seite stellt sie auch oft genug ihre Arbeit über die Familie (was sie nun an Duncan kritisiert) und auf der anderen Seite diese Mischung aus "kleines Frauchen muss Verständnis haben" und "ich sage nicht, dass hier Probleme vorliegen, sondern fresse alles in mich rein und lasse meinen Lebensgefährten irgendwann auflaufen, weil alles zu viel wird" - das sind die Dinge, die in meinen Augen langfristig eine Beziehung kaputt machen und den Kindern definitiv nicht gut tun. Aber wir sind ja schon lange der Meinung, dass die beiden ein Kommunikationsproblem haben. *seufz*

    Die Nebenfiguren und ihre Vorstellungen haben mich auch sehr erfreut und auf den Teil bin ich sehr gespannt! :)

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    1. Oh man, jetzt habe ich gerade einen ausgefeilten Kommentar geschrieben und blogspot hat ihn verschluckt *grmpf *

      Ich hoffe, die "kleines-Frauchen"-Symptomatik ist nur noch ein Überbleibsel aus den Highlands und wird sich mit der Zeit geben.
      Allerdings ärgert es mich, dass die beiden mit Kit und Toby so tolle Kinder haben, die sie häufig ganz schön hängen lassen.
      Für die Geschichte und den Plot ist es aber vermutlich nicht anders zu lösen, lässt einen aber oft unbefriedigt zurück - es ist irgendwie nicht stimmig in meiner Wahrnehmung.
      Mein Gefühl ist, dass Duncan noch gar nicht so richtig in seiner Familienvater-Rolle angekommen ist und Gemma, die ja schon die ganze Zeit die Verantwortung für Toby trägt, sieht daher oft eher, was zu tun ist und fühlt sich dann allein gelassen. Gleichzeitig macht sie es häufig nicht anders, dass sehe ich so wie Du.
      Und das Kommunikationsproblem, da dies ja in den Persönlichkeiten verankert ist, werden wir darüber vermutlich noch häufiger die Stirn runzeln ;)

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    2. *seufz* Wenn du doch irgendwann mal umziehst: Ich habe noch die Wordpress-App gespeichert, mit der der Datentransfer recht einfach ging. ;)

      Ja, der familiäre Bereich der Geschichten ist so im Reread überraschend ärgerlich - sowohl rund um die Kinder, als auch rund um die Beziehung der beiden.

      Und kommt Duncan je in der Familienvater-Rolle an? In den aktuelleren Bänden hat er sich ja auch ziemlich zurückgezogen - okay, da hatten wir auch das Terrorismusthema, aber trotzdem war da wieder so viel mangelnde Kommunikation zu beklagen.

      Hast du eigentlich schon den neusten Teil der Reihe gelesen? Ich denke, ich werde mir den erst anschaffen, wenn wir mit dem Reread da angekommen sind.

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  2. Sag mir einfach Bescheid, wenn du mehr Kapitel pro Woche lesen willst. :)

    Was Maud angeht, so denke ich, dass Doug grundsätzlich kein Problem damit hat, sich mit anderen Menschen Mühe zu geben, wenn das die Zusammenarbeit erleichtert. Ich glaube nicht, dass er momentan mehr von ihr will, aber er arbeitet definitiv daran, dass sie sich nicht mehr so unwohl damit fühlt, dass sich Scotland Yard in ihre Ermittlung einmischt.

    Gemma und Duncan sind beide sehr ... unsensibel gewesen am Einsatzort. Ich kann verstehen, dass sie eben vorbeigeht und ihm von der vermissten Frau berichtet, aber dass sie sich von ihm so in seine Ermittlung ziehen lässt und dass er überhaupt auf die Idee kommt sie zu einer Zeugenbefragung mitzunehmen - was hat sich die Autorin dabei gedacht?!

    Rose mag ich sehr und an sie erinnere ich mich auch am deutlichsten, weshalb ich auch etwas Angst um sie habe ...

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    1. Wahrscheinlich war ich da übersensibel, weil ich Stella so schrecklich finde (obwohl man sie ja fast gar nicht kennt) und ich es ihm wünsche, dass er da raus kommt. Ich habe zumindest immer das Gefühl, dass die Beziehung nicht allzu innig ist.
      Da hast Du Recht, das wirkt alles total schräg - immerhin hat sie ja wirklich in seinen Ermittlungen nichts zu suchen, auch an Stelle von Doug hätte ich es komisch gefunden...
      Oh nein - jetzt habe ich auch Angst um Rose! :(

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    2. Sie ist gar nicht so schrecklich, sie passt nur so gar nicht zu Doug - und wir wissen ja, dass die Beziehung keine Zukunft hat. ;)

      Ich kann mir vorstellen, dass es für die beiden total natürlich war, weil Gemma und Duncan ja schon einige Zeit zusammengearbeitet haben. Auf der anderen Seite wissen sie nur zu genau, dass es der Ermittlung nicht gut tut, wenn sich zu viele Personen einmischen und dass es alles andere als "diplomatisch" ist, wenn Gemma da so reingezogen wird - und dabei hat Duncan den offiziellen Auftrag auszugleichen und Wogen zu glätten.

      Vielleicht erinnere ich mich ja nicht richtig, aber ich glaube, dass Rose mehr herausfindet über die Brände, als ihr gut tut ...

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    3. Tja, meine Theorie, dass dieses "Zusammenarbeiten" für Duncan und Gemma natürlich schien, hat sich dann anhand von Duncans weiterem Verhalten zerschlagen.

      Und mir geht es wie dir, ich bin auch dauergrummelig - vor allem mit Duncan, aber auch mit Gemmas Verhalten. Ich glaube, dass uns das früher nicht so aufgefallen ist, weil wir diese Bücher mit einem Jahr Abstand gelesen haben und da ist es einfacher hinzunehmen, was einem die Autorin erzählt. Und Deborah Crombie betont ständig (oder lässt Gemma betonen), was für ein aufgeschlossener, diplomatischer und empathischer Mensch Duncan sei ...

      Was Kit Fund angeht: Duncan wäre bzw ist gar nicht erst mit Kit da gelandet ...

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  3. Was mit Harriet passiert, finde ich auch schrecklich, dass Beth darin verwickelt ist, fand ich nach den Gedanken ihres Vaters zu seiner "Freundin" recht vorhersehbar. Aber das lag vermutlich daran, dass ich das erwartet hatte (ich weiß nicht, ob da unbewusste Erinnerungen hochkommen, oder eben der Verdacht, dass Elaine von Anfang an zu sehr als Opfer präsentiert wurde). Sein Motiv ... nun, vernünftig war es nicht, dass er seine Tochter einer Fremden anvertraut hat, aber er dachte ja, es wäre nur für eine Stunde und es war die Frau, mit der er seit einiger Zeit sehr intime Momente hatte. Und grundsätzlich sind Eltenr - meinem Gefühl nach - sehr naiv und gehen erst einmal nicht davon aus, dass jemand ihrem Kind etwas antun könnte. (Wenn ich mir überlege, wie viele Leute mir ihre Kinder zum Babysitten anvertraut habe, obwohl sie von mir eigentlich nur das wussten, was ich ihnen in einem kurzem Gespräch gesagt hatte.)

    Und ja, ich gehe auch davon aus, dass Kit ziemlich allein dastehen wird, wenn es um die Anhörung geht.

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  4. Grundsätzlich sind wir uns ja mal wieder einige, es ist so schlimm, was gerade mit diesen Romanen alles schief läuft! Wobei ich nicht das Gefühl hatte, dass Duncan ernsthaft über Kindesentführung nachdenkt, er verspürt nur Verständnis für den Vater und das führt dann bei ihm zu der Überlegung, dass er lieber seinen Job hinschmeist als Kit zu verlieren (nicht, dass ich glaube, dass sich das in Zukunft im Alltag bemerkbar machen würde ...)

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    1. Du hast Recht, dass war ein Missverständnis auf meiner Seite bzw. ich habe da nicht genau genug gelesen.
      Ich denke wie Du, dass das nicht das Geringste ändern würde und er ja wahrscheinlich ohnehin nicht ernsthaft eine Veränderung in Betracht zieht - vielleicht hat Gemma ihm auch deshalb nicht geantwortet, weil es ihr klar ist.

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    2. Oder weil Gemma nicht so einfach solch eine Entscheidung treffen kann. Für sie als Frau ist es karrieremäßig deutlich schwerer als für Duncan, sie hat viel härter arbeiten und viel mehr für ihre jetzige Position opfern müssen, ich versteh auch nicht, wieso sie als Familie weggehen sollen müssten (auch wenn sie sich vermutlich eine günstigere Wohnung suchen müssten, wenn sein gutes Gehalt wegfällt), wenn er seinen Job aufgeben würde. Wieso kann nicht Gemma bei ihrem jetzigen Job bleiben und er sucht sich etwas berechenbareres in der Nähe? Sie wohnen in London, es sollte doch machbar sein in einer großen Stadt für ihn einen Job zu finden, der zeitlich besser mit der Kinderbetreuung abgestimmt werden kann!

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