7/10/2019

Reread: Deborah Crombie "Alles wird gut"

Weil es gestern so gut geklappt hat haben Konstanze und ich beschlossen, heute direkt weiterzumachen mit dem 2. Teil der Reihe von Deborah Crombie.
Auch hier kann ich nur vor Spoilern warnen - wir werden uns über die Erzählstränge und möglichen Verwirrungen oder Irritationen im Text und den Kommentaren unter diesem Post austauschen.
Wer den Roman also selber liest oder noch lesen möchte - einfach nicht weiterlesen :)


Nachdem ich das Bertchen heute morgen zur Tagesmutter gebracht habe, habe ich noch schnell meinen neuen Personalausweis eingesammelt und habe mir dann bei einem gemütlichen Couch- und Katzenfrühstück das 1. Kapitel von "Alles wird gut" zu Gemüte geführt. Ich finde, so feste Lesetage haben immer etwas Feierliches: man geht ganz bewusst vor, macht sich ein paar Snacks oder eben das Frühstück zurecht und legt sich alles in greifbare Nähe, damit das Lesevergnügen beginnen kann ...
An diesen Teil erinnere ich mich nur in Fragmenten, aber die Frau, um die es neben Duncan und Gemma geht, Jasmine ist mir noch gut im Gedächtnis, ich fand schon beim ersten Lesen, dass sie unheimlich viel Ausstrahlung hat und gut gezeichnet ist.
Allerdings ist der Auftritt ja leider nur sehr kurz - und doch so prägend ...

Mal sehen, wie es weitergeht...

Update 12:54 Uhr
Was mir beim heutigen Lesen auffällt ist eine gewisse Melancholie von Duncan und wie er auflebt, wenn Gemma in seiner Nähe ist.
Die erste Begegnung mit Sid hat mich auch ganz glücklich gemacht, genauso, wie ich es schön finde, dass Gemma es ist, die ihn aus der Reserve lockt und ihn ganz natürlich so nimmt, wie er ist.

Ich habe in der Zwischenzeit mein Mittagessen (gestern vom Bertchen verschmähte Pasta mit Zucchini) gegessen und merke, dass das verschnupfte Kleinkind mich ordentlich angesteckt hat - mir fallen beim Lesen immer wieder die Augen zu und ich fühle mich ganz matschig.
Es ist unglaublich nervig, wie oft ein Kind bei der Tagesmutter krank ist und leider unvermeidlich, sich da anzustecken - Hygiene hin oder her.

Aber ich lese weiter - wenn auch deutlich langsamer als gewöhnlich.

Für heute letztes Update 14:38 Uhr
Da ich gleich schon wieder los muss um das Bertchen einzusammeln, beende ich den heutigen Online-Lesetag schon einmal an dieser Stelle.
Dank Schnupfen habe ich heute nur gute 100 Seiten geschafft, bin aber schon voll wieder in der Geschichte drin, so dass ich heute vorm Einschlafen und morgen sicherlich immer mal wieder zu dem Krimi greifen werde. 
Ich finde die Art, wie der Roman aufgebaut ist ganz faszinierend. Wie Konstanze schon schrieb ist es die Mischung aus Beschreibungen der Hauptperson von Dritten aber auch lebendige Tagebuchaufzeichnungen, die das Bild der Jasmine immer weiter ausleuchten und man lernt dadurch das Opfer des Buches, welches einen schon auf den ersten Seiten gefangen nimmt, immer besser kennen und schätzen.
Die in den Kommentaren besprochene Melancholie von Duncan gefällt mir irgendwie: Wir haben ihn im ersten Teil als Youngster von Scotland Yard kennengelernt, der mit seinem Charme gefällt und dem alle Türen so ziemlich offen stehen, der aber ganz offensichtlich nicht ganz glücklich ist in seinem Leben. Er grübelt viel, hinterfragt sein Leben, ist immer mal wieder neidisch und eifersüchtig und man hat das Gefühl, dass er das zusammen mit dem Leser reflektiert und analysiert.

Es war ein schöner Lesevormittag für mich, wenngleich lieber etwas weniger gehustet und geschnieft und dafür mehr Seiten gelesen hätte, aber noch ist ja nicht aller Tage Abend :)

Update am 21.7., 18:14 Uhr
Das Buch habe ich schon vergangenes Wochenende, aber seitdem fehlte mir die Zeit, meine Gedanken dazu aufzuschreiben. Ich war ganz voller Spannung und Interesse und nutzte wirklich jede freie Minute zum lesen, so hatte mich der Plot gefangen genommen und die Geschichte um Jasmine mich gereizt. Auch war ich neugierig auf die Auflösung, wusste aber schon recht früh, dass wer es war, als der Sohn im Pflegeheim erwähnt wurde. 
Duncan und Gemma waren mir beide gleichermaßen sympathisch - die Melancholie von Duncan hatte ich ja schon weiter oben erwähnt. 
Für Gemma habe ich ganz viel Mitgefühl in ihrer schwierigen beruflichen und privaten Situation und habe ich gefreut, als ich am Ende ihre Lösung des Problems gelesen habe. Ich dachte irgendwie, dass sie jetzt schon zu Hazel zieht, aber das kommt ja erst noch.
Insgesamt fand ich den ganzen Roman atmosphärisch sehr dicht und finde es bewundernswert, wie Deborah Crombie ihre Figuren zeichnet. 
So oder so freue ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung mit dem nächsten Teil, den wir dann ab morgen in den Mittagsschlaf-Pausen weiterlesen werden :)
Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass mein Lieblingsband beim ersten Lesen "Das verlorene Gedicht" war, ich bin gespannt, ob es dabei bleibt ...

6 comments:

  1. Mmmh, dein Frühstück sieht gut aus! :)

    Ich finde es auch faszinierend, dass der Charakter Jasmine Dent alle anderen so überlagert, obwohl sie ja nur in der Anfangsszene vorkommt. Aber Deborah Crombie hat ihre Persönlichkeit so eindringlich und präsent dargestellt, dass sie einem einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

    Beim Frühstück bin ich noch nicht angekommen, erst einmal muss ich mich der Küche und der To-do-Liste widmen, aber wenn der Kram fertig ist, gönne ich mir auch etwas zu essen und geselle mich wieder zu dir. :)

    ReplyDelete
    Replies
    1. Das macht sie wirklich ausgesprochen gut, finde ich.
      Ich hoffe, Du hattest einen produktiven Vormittag und hattest vielleicht sogar schon ein leckeres Frühstück...

      Delete
    2. Ich habe zumindest alles geschafft, das ich nicht auf heute Nachmittag verschieben konnte, und werde mir jetzt mit Frühstück und Buch wieder aufs Sofa verkrümeln, um zu schauen wie die Geschichte ausgeht. Ich erinnere mich vage daran, dass Jasmines Tod irgendwas mit ihrer Zeit bei ihrer Tante zu tun hat, aber ansonsten bin ich komplett ahnungslos, was den Mord angeht. Ich will also so langsam wirklich wissen, was los war. *g*

      Duncans Melancholie zieht sich durch das ganze Buch (und war auch schon im ersten Band zu spüren, obwohl man es da auf die Überarbeitung und den Schreck bei der Entdeckung des Toten schieben konnte). Ich finde diesen Kontrast zwischen "harmonisches Elternhaus/Bilderbuch-Karriere" und seiner melancholischen Seite sehr reizvoll, weil es ihn davor rettet zu sehr zum Vorzeige-Charakter zu werden. Außerdem mag ich die kleinen Verweise auf seine Ex-Frau, die eine gute Einleitung zu kommenden Ereignissen bilden.

      Ich hoffe, dein aufziehender Schnupfen verschwindet ganz schnell wieder und lässt dich über Mittag in Ruhe lesen. :) Vielleicht hilft es dir, wenn du dir immer wieder vorsagst, dass deine Tochter durch all die kleinen Erkrankungen ein großartiges Immunsystem aufbaut, das ihr in den kommenden Jahren gute Dienste leisten wird. ;)

      Delete
    3. Leider hat mich der Schnupfen tatsächlich schon erwischt - das ist ein bisschen nervig.
      Ich habe neben gemütlichen Lesestunden eben noch eine Waschmaschine angestellt und den Saugroboter seinen Job machen lassen, so dass die Wohnung einigermaßen ok ist.
      Das Buch werde ich im Verlauf des Wochenendes vielleicht beenden können und dann hier und bei Dir noch weiter kommentieren. Jetzt gleich muss ich schon wieder das Bertchen einsammeln und danach zeigt es sich erfahrungsgemäß, dass ich nicht mehr viel lesen werde.
      Daher an dieser Stelle schon einmal eine kurze Verabschiedung - aber wir lesen uns sicher in den nächsten Tagen sporadisch immer mal wieder - je nach persönlicher Zeit ;)
      Viel Spaß beim Beenden des Buches!

      Delete
    4. Wie ärgerlich! Ich wünsche dir gute und schnelle Besserung! :)

      Ich habe eben den Roman beendet und auch schon das nächste Update geschrieben, lass dir also einfach Zeit mit dem Lesen und kommentieren und kümmere dich gut um dich und das ebenfalls verschnupfte Bertchen.

      Es ist auf jeden Fall toll, dass das gemeinsame Lesen dafür sorgt, dass ich die flüchtigen Gedanken, die mir so durch den Kopf gehen, auch aufschreibe und gespannt schaue, ob dir ähnliches aufgefallen ist. Uuuund ich habe durch das gemeinsame Crombie-Lesen wieder richtige Leselust entwickelt - dafür vielen Dank! :)

      Delete
  2. Die Identität des Täters fand ich ab dem Punkt auch offensichtlich, aber das Motiv finde ich immer noch etwas schwach.

    Wenn ich mich recht erinnere, dann gibt es noch etwas Familie-Trouble bei Gemma, bevor sie bei Hazel landet. Aber ich weiß auch nicht mehr, wann das war. *g*

    "Das verlorene Gedicht" habe ich auch in sehr guter Erinnerung, vielleicht weil es neue Facetten von Duncan zeigt uns ihn und Gemma noch etwas näher bringt.

    Morgen also dann weiter?

    ReplyDelete