9/21/2014

Roadtrip 2014 - Teil 2

So, hier soll es nun ein bisschen weitergehen mit der Reise im vergangenen Juni.
Wir waren stehengeblieben bei den Bisons am Parkeingang, die weder scheu noch beunruhigt sind, wenn dort Autos direkt an ihnen vorbeifahren.
Das sieht man auch sehr schön auf diesem Bild:

Aber wie gesagt, da waren wir noch "Neulinge" im Park und entsprechend leicht zu beeindrucken ;)
Im Yellowstone gibt es eine Loop-Road, wie ihr hier sehen könnt. Es gibt noch eine Querverbindung zwischen Norris und Canyon Village - aber ansonsten muss man immer ziemlich lange Wege einkalkulieren, die immer wieder von Sehenswürdigkeiten gespickt sind...


Weiter ging es in Richtung Lake Yellowstone, wo wir die erste Unterkunft gebucht hatten. Mit den Unterkünften im Park ist es ja so eine Sache: man hat den Vorteil der Übernachtung im Park, muss aber mit wenig Komfort und teuren Preisen rechnen. Hinzu kommt, dass es immer schon Monate im Voraus ausgebucht ist. So mussten wir ja auch unsere Route ziemlich an die noch verfügbaren Lodge-Zimmer anpassen. Eigentlich muss ich auch sagen, dass es beim nächsten Mal nicht unbedingt eine Lodge sein müsste - wir würden eher wieder nach Mammoth Springs ins Hotel gehen. Die Pioneer-Lodges jedenfalls machten ihrem Namen alle Ehre und waren sehr rustikal. Leider halt nicht nur rustikal sondern auch einfach nicht so schön gestaltet: vor unserer Treppe lag ein gewaltiger Sandhaufen, das Bett war winzig und es fühlte sich alles ein bisschen nach Abzocke an. Auch wenn man bedenkt, dass man dort sicher auch häufiger renovieren könnte, wenn man denn wollte. Aber das passiert halt nicht, weil die Gäste ja auch so kommen und viel dafür bezahlen, in der Natur leben zu können. Naja, alles etwas zweischneidig. Andererseits war es natürlich sehr praktisch, dass wir die Fahrerei nicht jeden Tag hatten und außerhalb des Parks gibt es nicht viele Städte und wenn es welche gibt sind auch die teuer. Also, man hat die Wahl ;)
Insgesamt hatten wir drei Nächte im Park: zwei in der Lake Lodge und eine in Mammoth Springs. In Mammoth Springs hatten wir kein eigenes Bad auf dem Zimmer, dafür war aber das Zimmer sehr geräumig und sauber. Wahrscheinlich würde ich das beim nächsten Mal der Lodge vorziehen...

Aber viel lieber will ich Euch von den schönen Dingen im Park berichten.

Den ersten Tag bewunderten wir den Blick auf den See und besuchten den Grand Canyon of the Yellowstone sowie ein paar "Mud Ponds". Hier ein paar erste Eindrücke:


Überall auf dem Weg kommt an Geyser Basins vorbei. Diese sind alle durch Boardwalks erschlossen und man kann kleine Spaziergänge machen um von einem dampfenden, häufig schillernden Wasserloch zum nächsten zu gelangen.  Und auf der Strecke gibt es immer wieder Wasserfälle, Bisons, manchmal Bären und wunderschöne Landschaften zu sehen. Man könnte ständig anhalten und würde eigentlich auch gerne dort wandern gehen, wenn eben nicht die Bären wären. In den Touristengegenden ist das kein Problem, aber im Hinterland ist auch manchmal der ein oder andere Weg gesperrt, weil dort z.B. eine Bärenmutter mit Jungen lebt oder weil man weiss, dass dort gerade viele Bären sind. Entsprechend bin ich im Yellowstone fast gar nicht gewandert - was für mich total unerwartet war. Irgendwie hatte ich die Bärengefahr total unterschätzt und die einzige kleine Wanderung, die wir gemacht haben, war begleitet von einem mulmigen Gefühl, weil auch das Pelican Valley, in dem wir unterwegs waren, eine beliebte Bärenheimstatt ist. Im Jahr passieren im Yellowstone wohl durchschnittlich zwei Unfälle mit Bären, was ja eigentlich nicht so viel ist. Ich hatte aber schon Respekt vor ihnen, und vielleicht ist das auch der Grund, dass eben "nur" zwei Vorfälle im Jahr stattfinden. Vermutlich hören da die Touristen doch eher auf die Anweisungen.
Im Endeffekt war es aber nicht schlimm, dass wir nicht "richtig" wandern konnten - es gab auch so genug zu tun und zu sehen :)

In den sogenannten Pools kann und darf man natürlich nicht baden, die meisten sind auch viel zu heiß dafür. Aber laut dem Roman den ich während meines Aufenthalts gelesen habe (von C.J. Box "Free Fire") scheint es auch welche zu geben, in denen man baden könnte (obwohl es natürlich immer noch verboten ist. Der Roman hat mich ja dort begleitet und hat mir viel Spass gemacht. Auch einiges an interessanten Informationen habe ich dort mitbekommen und es war wieder einmal super, einen Roman zu lesen, der am gleichen Ort spielt, an dem man ist...
Das schöne große Bild ist der sogenannte "Morning Glory Pool" und auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann, waren die Farben von diesem Pool wohl sogar schon einmal noch leuchtender und strahlender. Das Problem ist, dass viele Touristen Münzen oder auch Abfall in die Pools werfen und deshalb die empfindliche Struktur von Bakterien und allem gestört wird. Entsprechend sinkt z.B. die Temperatur ab und in der Folge sterben die Bakterien.
Das ist wirklich ein Jammer und immer wieder unbegreiflich.
Was übrigens die Bakterien auch mit sich bringen ist ein ziemlich fieser Geruch (ich glaube zumindest, dass die Bakterien daran schuld sind, durch diese wird Schwefel produziert und das müffelt ganz schön). Ich bin ganz froh, dass das in den Fotos nicht transportiert wird ;)

Eine kleine Ausbeute von Tieren, die uns begegnet sind - alle waren in sicherer Entfernung (außer das Streifenhörnchen, welches sich eine Blaubeere geschnappt hat, die mir heruntergefallen war). Die Bärin hatte noch ein Junges dabei, das hat man aber nur ganz selten gesehen, weil es so klein war und dadurch von den Büschen dort verdeckt wurde. Die Schlange war sehr schön (und zum Glück auch ganz weit weg - von diesem Foto bin ich sehr begeistert, weil ich nicht erwartet hätte, dass es so scharf und gut wird).

Jetzt noch ein Fazit zum Park: 
Der Yellowstone National Park ist selbstverständlich sehens- und besuchenswert. Ich fand es toll, ihn endlich gesehen zu haben, fand aber, dass die vielen Touristen etwas anstrengend waren. Aber was soll man dazu sagen - wir waren ja auch dort ;) Daher beschwere ich mich da auch nicht. Der Park ist vielseitig und schön, nicht so unbedingt geeignet zum Wandern, aber dafür bekommt man auch viele Tiere zu sehen und hat wunderbare Aussichten.
Ich würde ihn sicher wieder besuchen, wenn ich mal "in der Nähe bin", aber fürs erste hat es mir gereicht, ich habe einen positiven, ersten Eindruck gewonnen.
Meine Kamera und das neue Objektiv haben mich in diesem Park auch sehr begeistert und ich fand dieses erste große Highlight wunderschön. Ich wüsste auch nicht, was ich beim nächsten Mal anders machen würde, außer vielleicht die Hotelauswahl :)
Aber doch - vielleicht würde ich mehr von Ranger-Programmen mitmachen, das haben wir uns dieses Mal gespart, weil wir erstmal alles so erkunden wollten ... 

In diesem Sinne - bis zur nächsten Etappe, wo wir die Craters of the Moon besuchen und ins in Richtung Salt Lake City und weitere Nationalparks aufmachen.

Herbstlesen im September by Winterkatze - Sonntag, 21.09.

Und weiter geht es mit dem Herbstlesen - was für eine wunderbare Idee :)

Hier regnet es heute schon den ganzen Morgen - perfektes Lesewetter also.
Ich habe heute Nacht gut und ausreichend geschlafen und habe den Schlaf von gestern glaube ich aufgeholt.
Jetzt gibt es hier gleich Flapjacks nach dem Rezept der lieben Winterkatze  und danach geht es weiter nach Hogwarts. Heute früh habe ich im Bett schon einige Seiten in "Mr. Mercedes" gelesen und werde so langsam warm mit der Geschichte. Allmählich bin ich neugierig auf die Charaktere und bin gespannt, wie Hodges weiter vorgehen und ob er Mr. Mercedes kontaktieren wird.


Nur ein kurzes Flapjack-Update - die sind allerdings schon längst verspeist ;)

Ansonsten bin ich weiterhin mit Harry unterwegs ...

20.04
Ich habe heute viel gelesen, war mit Harry in Diagon Alley unterwegs und irgendwann endlich im Zug nach Hogwarts. Mir fällt immer wieder im ersten Teil auf, wie sehr mich die Dursleys ärgern und wie gemein sie zu Harry sind. Diese Gemeinheiten und seelischen Grausamkeiten, die er aushalten muss sind wirklich schwer auszuhalten für mich. Der Humor söhnt mich aber immer wieder damit aus und ich sage mir, dass es ja ein Fantasy-Buch ist, und ich nicht immer alles  mit meinem Psychologenkopf betrachten muss ;)
Was mich jedoch immer wieder etwas nervt ist, ist das Hagrid Harry so schlecht auf den Weg nach Hogwarts vorbereitet. Da lässt er ihn einfach mit dem Ticket stehen, sagt ihm nicht, wie er an Bord kommt und liefert ihn so wieder den Dursleys aus.
Aber das sind nur Kleinigkeiten: ich finde es immer so schön, mit Harrys Augen Diagon Alley zu entdecken, all die Geschäfte und die Menschen, die ihn teilweise erkennen. Ich fühle mich dann immer ganz wohlig, weil ich mir vorstelle, dass in Harry in diesen wenigen Stunden seines 11ten Geburtstags endlich eine große Lücke in seinem Herzen gefüllt wird. Endlich gehört er auch irgendwo hin und ist erwünscht dort.

Später am Nachmittag habe ich eine weitere Reiseetappe bearbeitet und mich ewig damit beschäftigt, diese zu beschreiben und online zu stellen. Das tut mir auch so gut - diese Reise noch einmal durch das Bloggen zu erleben.
Mit diesem Update werde ich mich jetzt auch vom Computer abwenden - hier gibt es gleich essen und ich bin recht müde. Heute abend und die Woche über gibt es dann wieder viel Mr. Mercedes - davon kann ich dann nächsten Sonntag (Freitag und Samstag ist wieder Seminar) berichten.

Liebe Grüße und vielen Dank für Eure lieben Kommentare und das schöne Miteinander beim Herbstlesen :)

9/20/2014

Herbstlesen im September by Winterkatze - Samstag, 20.09.


11:19
So, endlich wieder Wochenende :) Und wie durch ein Wunder sogar ein ganz und gar freies Wochenende - von den üblichen Wochenendverpflichtungen einmal abgesehen. So müssen wir also noch einkaufen und ich muss den Katzenbrunnen entkalken, die Wäsche machen und abends neue Rezepte ausprobieren - aber zumindest letzteres ist ja auch ein Hobby von mir und wird damit als Spaß bewertet.
Die Woche über habe ich vorm Einschlafen immer etwas "Mr. Mercedes" gelesen, welches mich aber bislang noch nicht umgehauen hat. Andererseits ist das bei Stephen King nicht so ungewöhnlich. Ich werde also weiter dranbleiben. Auf dem ebook-Reader habe ich diese Woche im Zug immer "Insurgent" von Veronica Roth, den zweiten Teil der "Divergent"-Reihe gelesen. Die Reihe fasziniert mich leider nicht so wie "Delirium"-Trilogie, ist aber dennoch unterhaltsam und wieder mal ein gutes Training für mein Englisch :)
Allerdings habe ich durch das Herbstlesen in der vorletzten Woche bei Kiya große Lust darauf bekommen, mal wieder Harry Potter zu lesen und ich fürchte, davon kann ich mich nicht mehr lange zurückhalten ... ;)
Nachdem ich heute morgen im Bett noch etwas in Mr. Mercedes gelesen habe, habe ich danach vor allem Kochbücher gewälzt um herauszufinden, was wir an diesem Wochenende essen werden.

Jetzt geht es erstmal unter Dusche und dann zum Einkaufen ... Danach wird weitergelesen - ich kann aber noch gar nicht sagen, worauf ich da Lust haben werde.

17:53
Jetzt bin ich endlich vernünftig am lesen - nach einem sehr schönen und sehr langen Telefongespräch mit einer Freundin musste ich erstmal eine Blogrunde bei den Mitlesern des Herbstlesens machen, danach wollte ich dann gerne eine Runde laufen, bis das Gewitter hier ankam. Ein bisschen nass bin ich aber schon geworden, das war aber nicht so schlimm, sondern eher erfrischend. Und im Wald bin ich ganz vielen Schnitzeljägern begegnet - was ich sehr nett fand: da kamen Erinnerungen an früher hoch :)
Aber so habe ich heute erstmal keinen richtigen Einstieg in die Leserei gefunden, mich dafür aber anderweitig entspannt.
Und nun hat es endlich doch geklappt: ich sitze mit einem Tee auf dem Sofa und bin auf dem Weg nach Hogwarts. Moment sind wie aber noch am Privet Drive, bei den schrecklichen Dursleys...

    


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23:01
Wir haben heute Abend viel Zeit in der Küche verbracht und folgendes fabriziert:

Ein sehr leckeres Essen, natürlich sehr kürbislastig, aber im Moment finde ich das noch richtig gut. Das neue Kürbismesser ist wirklich sehr gut - allerdings teuflisch scharf, so dass ich mich vermutlich auch weiterhin nicht so recht daran trauen werde.
Zu den Rezepten: Der Ofenkürbis an dem Rucolasalat war wie erwartet köstlich und das war auch relativ einfach zu machen. Die Vinaigrette war etwas ungewöhnlich: mit Zwiebeln, Kapern, Nelken und Lorbeer - aber sehr lecker. Sieht vielleicht nicht ganz so appetitlich aus - was wohl am Ablöschen und Abschmecken mit Balsamico-Essig und Kürbiskernöl liegen mag.
Das Gratin war ganz schön arbeitsaufwändig, viele verschiedene Arbeitsschritte die vielleicht nicht alle so kompliziert sein müssten. Sehr lecker, insbesondere der karamellisierte Kürbis und die karamellisierten Möhren, aber nicht etwas, was wir ständig kochen werden...

Den Abend habe ich nur noch während der Wartezeiten beim Kochen weitergelesen, Harry macht sich gerade erst auf den Weg gen Hogwarts. 
Danach haben wir dann die Verfilmung von "Zwei an einem Tag" gesehen - das Buch hatte mir schon sehr gut gefallen und die Verfilmung war auch wirklich nicht schlecht und nah am Buch.

Morgen werde ich hoffentlich mehr lesen können - irgendwie war mein Tag durch die kurze Nacht vielleicht doch etwas weniger leseintensiv. Aber ich habe mich trotzdem gut erholt und entspannt und freue mich schon sehr auf morgen.
In diesem Sinne: Guts Nächtle :)

9/13/2014

Herbstlesen im September by Winterkatze - Samstag 13.09.

15.10
Dieses Wochenende werde ich leider nur an einem Tag dabei sein können, weil ich morgen ein Seminar habe, welches schon um 10 Uhr morgens beginnt.
Aber trotzdem wird der freie Samstag gut genutzt - zumal ganz viel unverhoffte Zeit dazugekommen ist, weil unsere Kletterverabredung nun doch nicht stattfindet.
Und so bin ich sogar schon wieder an einem Wochenende  bei Winterkatzes Septemberlesen dabei :)



Heute habe ich auch extra schon früh begonnen, im Bett in "Amy On The Summer Road" weiterzulesen. Ich habe damit schon letztes Wochenende am Sonntag begonnen, als ich meine "paar Seiten vorm Einschlafen" gelesen habe :) Und das Buch hat mich die ganze Woche über in jeder freien Minute gereizt und gelockt. Das Thema, bzw. die Grundstimmung, die über der Lektüre hängt, bedrückt mich ein wenig, aber die Geschichte als solche und die Reise, die dort beschrieben wird, gefallen mir außerordentlich gut.
Sollte ich Amy heute beenden, werde ich wohl danach mit "Mr. Mercedes" von Stephen King weitermachen.
Was die "Geografie des Glücks" angeht - ich fürchte, dass wird mich heute nicht so reizen wie die beiden o.g. Bücher - das hängt auch mit dem verplanten Sonntag zusammen - da muss ich heute Selbstfürsorge betreiben :)

Ansonsten stehen heute auch ein paar haushaltstechnische Tätigkeiten an, wie Wäsche waschen und natürlich später kochen (Ofenkürbis!), die meiste Zeit werde ich aber wohl mit lesen, Fotos weiter sortieren und (hoffentlich) dem weiterschreiben an der zweiten Reisetappe bzw. dem Highlight Yellowstone National Park, verbringen. Auch würde ich gerne mit einem Fotobuch beginnen und noch laufen gehen - aber für alles wird es heute wohl leider nicht reichen.
Das ist die Sache mit Wochenendseminaren...

19.50
So, Fazit des Lese- und "Pack-das-Wochenende-in-einen-Tag"-Tag:
"Amy On The Summer Road" ist beendet und wird von mir als sehr gut bewertet. Ein schöner Roadtrip der in mir ganz viele Erinnerungen geweckt hat. Die Geschichte ist schön und traurig zugleich und meiner Meinung nach sehr schön ausgedacht und gestaltet.
Die Wäsche ist gewaschen, gelaufen bin ich auch aber zu den Fotos und dem Blogpost hat es dann doch nicht gereicht.
Aber ich habe schön gekocht:

Alles in allem ein schöner, erholsamer Samstag, der heute abend mit dem "Winter Soldier" (Captain America) beendet wird.

Ich mache nachher noch eine Blogrunde, muss aber jetzt erstmal essen ...
Allen Herbstlesern noch viel Spass und bis nächstes Wochenende spätestens :D

Nachtrag um 23.05:
Ich habe vergessen zu erzählen, dass ich beim Laufen und Kochen noch mein Hörbuch weitergehört habe: momentan habe ich ja immer 1Q84 Buch 3 von Haruki Murakami "auf den Ohren" und habe mich immer weite in die Geschichte von Tengo, Fuka Eri und Aomame hineinziehen lassen. Und in die von Ushikawa (wobei ich jetzt für die richtige Schreibweise bei fast keinem der Namen meine Hand ins Feuer legen würde ;) ).
Ich habe die Bücher schon sehr gerne gelesen und die Lesung von David Nathan ist - wie allseits erwartet einfach ein Traum. Ich würde mir von diesem Vorleser fast alles anhören, wobei mich diese ganzen Horrorlesungen dann doch zu wenig interessieren. Auf jeden Fall macht es mir sehr viel Spass, durch David Nathan noch neue Facetten dieses gewaltigen Werkes zu erfassen ... Morgen auf der Fahrt ins Seminar geht es damit noch weiter...

9/07/2014

Roadtrip 2014 - Teil 1

Wie gewissen Personen zugesagt kommt heute ein erster Post über unsere USA-Reise.
Los ging es - wie so oft bei uns - in Düsseldorf - es fühlt sich fast schon wie ein Ritual an, dort im Marché ein Frühstück zu bestellen :)










In Denver (nach einem -wie ebenfalls so oft - nervigen Flug) angekommen checkten wir in ein Hotel in Flughafennähe ein und fanden wunderbarerweise sogar eine Art "organic Diner":


Dies war die geplante Route - zumdest der erste Teil, über den ich heute berichten will...


Die ersten 1400 km waren extrem anstrengend, da wir einfach zu wenig Zeit für sie hatten. Das war ausnahmsweise nicht unsere Schuld (sonst überschätzen wir uns da auch gerne mal), da wir die Fahrtstrecken unseren Lodge-Buchungen im Yellowstone anpassen mussten. Das ist leider nicht so unüblich: die Lodges sind häufig im Voraus um Monate ausgebucht und wir haben schon Ende 2013 die letzten Zimmer für unsere Reise im Juni 2014 buchen müssen. So kamen wir also am Samstag in Denver an und konnten / mussten Dienstag in der Lake Lodge im Yellowstone einchecken. Zuvor wollten wir erstmal einen Tag Denver kennenlernen und uns vom Flug erholen - wenigstens ein bisschen und danach gen Norden in Richtung Mount Rushmore und Badlands fahren.
Wir freuten uns auf Büffelherden, Präsidentenköpfe und die Badlands und machten uns auf den Weg.

Mount Rushmore war nicht so sehr mein Traum, aber wir sagten uns, dass man es vielleicht schon einmal gesehen haben sollte. Wir schauten extra zuvor zu Hause noch "Der unsichtbare Dritte" um uns auf den Urlaub einzustimmen. Verrückterweise sah das Diner, welches im Film auch zu sehen ist, noch genauso aus wie im Film - das fand ich irgendwie klasse.
Die Präsidentenköpfe sind natürlich schon groß und beeindruckend und doch auch weniger ergreifend als erwartet. Andererseits mag das auch an unserer Nationalität liegen: so manch ein Besucher dort war sehr ergriffen und angetan.

Weiter ging es - wir dachten ja noch, dass wir gut in der Zeit wären - zum "Devils Tower" einem National Monument. Dieser Berg kommt mit einer Geschichte daher: sieben Jungfrauen campierten in der Nähe des Flusses, als plötzlich ein Bär (dort lebten wohl viele Bären) sie angriff. Sie beteten zu den Göttern um Hilfe und der Boden wurde gen Himmel gehoben. Der Bär schlug die Krallen in den Fels, um die Mädchen doch noch zu bekommen, aber er hatte keine Chance. Der große Schöpfer wiederum erlaubte den Mädchen, am Himmel zu stehen, als Sterne im Zeichen der Plejaden, auch bekannt als "die sieben Schwestern".
Tatsächlich handelt es sich um Intrusionsmasse: verfestigtes Magma, welches in längst wegerodierte, weichere Sedimentschichten eingedrungen ist. Aber die Indianergeschichte ist deutlich schöner ;)
Dort haben wir eine kleine Wanderung gemacht und haben auf der Weiterfahrt eine Präriehundkolonie gesehen - ganz possierliche Tierchen, wie ihr sehen könnt:
 
Diese "Hunde" unterhalten sich mit Belllauten - daher der Name! Auf der ganzen Wiese wimmelte es nur so von den kleinen Tierchen - sobald man mal etwas schaute, entdeckte man immer mehr und mehr, dauernd kamen die kleinen Köpfchen zum Vorschein.

Unsere Fahrt ging dann weiter - und allmählich ging mir auf, dass ich mich in der Zeit verkalkuliert hatte... Es wurde immer später und später und die Strasse und die Landschaft nahmen kein Ende...


  
Auch wenn alles schön anzusehen war: mir kamen Erinnerungen zu dem Thema Fahrten in der Dämmerung, Wildwechsel etc. In einem Blog hatte ich gelesen, dass jemand, der in der Dämmerstunde unterwegs war, einen schlimmen Unfall mit einem Waipiti-Hirsch hatte. So durchquerten wir leider auch einige schöne Gegenden im Halbdunkel wie zum Beispiel den Bighorn National Forest. Vor allem sorgte ich mich aber in dem Moment um die Bighorns selber, die durchaus auch am Wegesrand zu erblicken waren... o.O

Aber irgendwann hatten wir es geschafft, gegen 22 Uhr fuhren wir (statt wie geplant um 19 Uhr) in unserem Hotel, dem Green Gables Inn vor. Ich habe dieses Hotel selbstverständlich aufgrund des Namens ausgewählt - das kann man sich ja denken. Und es war eine gute Wahl: die Dame, die an dem Abend an der Rezeption saß, war schon sehr besorgt und erkundigte sich rührend nach unserer Fahrt. Sie empfahl uns dann auch ein Restaurant, in dem wir so spät noch etwas zu essen bekommen könnten. In Amerika ist es total unüblich spät zu essen und die meisten Lokale richten sich ab 21 Uhr auf den Feierabend ein.
So war aber alles gut - wir bekamen noch ein wirklich gutes Abendessen (aus Ermangelung an Vegetarischem auf der Speisekarte aß ich an dem Abend ein Lachssteak, was überraschend gut war :) ) Trotzdem habe ich den Rest des Urlaubs ausschließlich vegetarisch gegessen - das ging danach auch wieder gut :)

Am nächsten Morgen ging es dann gemütlich weiter in den Yellowstone, wo wir prompt auf die erste Büffelherde stießen. Diese hatten wir bis dahin schmerzlich vermisst, da wir den Badlands leider keine Zeit hatten, um dort anzuhalten und die dortigen Büffel zu besuchen. Am Ende unseres Yellowstone-Besuches war dann gar nichts besonderes mehr, die Büffel zu sehen - an den Leuten, die für Büffel anhalten erkennt man dann immer die "Neuen" im Park ;)

Obwohl die Büffel eigentlich harmlos wirken sind sie gar nicht ganz so friedlich, es passieren auch immer wieder Unfälle, bei denen Touristen sich zu nah herantrauen.







So, das war der erste Abschnitt unserer weiten Fahrt - und auch der anstrengste. Danach waren die Strecken deutlich kürzer und wir hatten auch mehr Zeit, um alles anzuschauen.
Ich kann noch nicht sagen, wann ich es schaffe, hier weiterzuschreiben, aber zumindest die meisten Bilder sind bereits fertig und warten darauf, Euch gezeigt zu werden.

Und ich habe jetzt wieder ein bisschen Fernweh - aber erlebe durch diesen Post unsere ersten Tage noch einmal...

Herbstlesen im September by Winterkatze - Sonntag, 07.09.



Gestern haben wir ja wie angekündigt im Wok gekocht.
Da ich eine portable Heizplatte für den Wok habe, konnten wir also gemeinsam am Tisch kochen - das ist immer ein bisschen etwas besonderes, finde ich.
So haben wir also zunächst einmal gemeinsam Gemüse geschnippelt, und dann ging es an das gemeinsame Braten und würzen:


Das Rezept haben wir früher total oft und gerne gekocht, gestern war es mir aber irgendwie nicht mehr spannend genug - ich kann gar nicht genau sagen, was anders war.
Aber die Zubereitung im Wok braucht ja eigentlich gar nicht unbedingt ein Rezept - man nimmt einfach alles Gemüse, was man so finden kann und wirft es entsprechend der Garzeiten in das Sesamöl und am Ende schmeckt es meistens gut ;)  So oder so - es hat Spass gemacht und vielleicht probieren wir bald mal ein neues Rezept.

Heute morgen habe ich dann im Bett erstmal den "Fleckenteppich" zu Ende gelesen und fühlte mich in meinem ersten Eindruck bestätigt. Ein Buch, welches ok ist, insbesondere für Angehörige, um sich einen Eindruck über die Krankheit zu verschaffen, aber mehr auch leider nicht. Aber zumindest erfährt man so einiges und kann evtl. manche Dinge mit anderen Augen sehen.
Geärgert haben mich die vielen Schreibfehler, ich finde, so etwas ist heutzutage nicht annehmbar.
Aber ok, spannend war es - wenn ich denn Sterne vergeben würden, würde es wohl 3 bekommen ;)

Nach dem Aufstehen ging es in den Wald zum Brötchen holen und nach dem Frühstück und einer Serienfolge habe ich dann Kuchen gebacken (einen kleinen für uns, einen großen für die neuen (und alten) Kollegen zum Einstand). Beim Backen habe ich mein aktuelles Hörbuch weitergehört: IQ84 von Haruki Murakami, welches ich schon gelesen habe. Aber die Lesung von David Nathan ist wieder mal unfassbar gut und es macht mir viel Spass, noch einmal genauer "hinzuhören".
Danach wurde noch das bestellte Katzenfutter einsortiert, die Küche auf Vordermann gebracht und danach bin ich ächzend auf dem Sofa zusammengebrochen und habe etwas weiter in der Glücksgeografie gelesen - immer noch Bhutan, wo es ein sogenanntes Bruttosozialglück gibt. Für den Autor ist es sein Shangri-La und er macht neugierig und atemlos (wohl auch aufgrund der dünnen Luft dort oben) seine ersten Erkundungen. Nebenbei darf er im gleichen Bett schlafen, in dem auch Richard Gere schon einmal nächtigte, was ihn aber nicht sonderlich beeindruckt ;)
Nach wie vor wechseln sich humorvolle und interessante Abschnitte gut ab und das Buch gefällt mir gut ...
Allerdings reizt mich auch "Amy" sehr und ich befüchte vermute, dass ich dem Glück später noch einmal abtrünnig werde ;)

20.45
Dem Glück bin ich noch etwas treu geblieben - wieder Erwarten ;) und habe erfahren, dass es in Bhutan erst seit 1999 Fernsehen gibt. Daraufhin haben die dortigen Jugendlichen eine unbegreifliche Leidenschaft für Wrestling entwickelt, was irgendwie irritierend ist. Außerdem sagt der Autor, dass es gut sein muss, in Bhutan ein Hund zu sein, denn Hunde werden dort - wie alle Tiere - sehr nett behandelt. Aufgrund der Reinkarnation ist man nämlich zu allen Lebewesen nett - könnte ja sein, dass man selber mal als Hund oder ähnliches wiedergeboren wird. Bzw. unsere Eltern könnten eigentlich alles sein. Das ist irgendwie eine gute Art zu denken - so wird es in Bhutan sicherlich keine Form der Tierquälerei geben - oder?
Danach habe ich mich in einem weiteren Blogpost verstrickt - und zwar habe ich (wie so halb versprochen) den ersten Teil unserer Amerikareise im Juni online gestellt und bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
Daher wird es Amy wohl erst vorm Schlafengehen geben.

Aber - von all den lesefremden Tätigkeiten mal abgesehen - hat mir das Septemberlesen #1 sehr gut gefallen - ich hoffe, ich kann auch an einem anderen Wochenende wieder dabei sein :)
Vielen Dank an die Mitleser und Kommentierer und noch einen schönen Abend!

9/06/2014

Herbstlesen im September by Winterkatze - Samstag, 06.09.



Die liebe Winterkatze hat sich mal wieder etwas ausgedacht, um gemeinsame Bloglesemomente zu schaffen und auch wenn bei mir im Moment einfach nicht viel los ist auf dem Blog, so wünsche ich mir doch, dass sich das mal wieder ändert. Daher - zumindest schon mal probeweise an diesem Wochenende - ein Beitrag von mir. Hier geht es aber erstmal zu der Aktion bei Winterkatze und den entsprechenden Regeln bzw. Vorgaben.

Ich habe mein Wochenende mit einem schönen Frühstück auf dem Markt begonnen.

Weiterhin wurde gestern bereits groß aufgekocht:

Es gab einen frischen Feldsalat mit Äpfeln, Nüssen und einem speziellen Ziegen-Bergkäse sowie ein Pastinaken-Apfel-Risotto mit gerösteten Mandelblättchen und Parmesan.
Ich vertrage ja längst nicht alle Äpfel habe aber mit der alten Sorte "Rubinella" einen guten Griff getan. Beides war sehr köstlich, insbesondere das Risotto war hervorragend und ungewöhnlich, auch wenn es recht arbeitsaufwändig war.

Heute abend gibt es scharfes Wok-Gemüse mit Kokosmilch, ein Lieblingsrezept, was wir schon ganz lange nicht mehr gekocht haben. Ich glaube hier auf dem Blog hat es auch noch keinen Einzug gehalten. 
Morgen ist geplant, einen Zwetschgen-Kuchen zu fabrizieren (einen kleinen für uns und einen großen zum Mitbringen für die Arbeit).

Und da das ganze ja Herbstlesen heißt, lese ich natürlich auch schon die ganze Zeit ganz viel:

1) Geografie des Glücks von Eric Weiner für die Sachbuchchallenge
2) die Maus-Comics von Art Spiegelman als Re-Read
3) Flickenteppich: Diagnose Schizophrenie von K. J. Weiss als Weiterbildungsmaßnahme
4) Amy on the Summer Road von Morgan Matson als Unterhaltung

Natürlich werde ich nicht alles schaffen - aber das ganze ist ja ein Prozess, den ich vorhabe in vollen Zügen zu genießen.

Bei der Geografie des Glücks bin ich gerade auf dem Weg nach Bhutan und fand schon einige Passagen interessant und andere zum Schmunzeln. Eric Weiner begibt sich auf die Suche nach den glücklichsten Menschen und findet dabei spannende Menschen, interessante Einstellungen und überraschende Fakten.

Beim Flickenteppich bin ich schon über die Hälfte - das Buch ist spannend aber bislang nicht das beste Buch, was ich zu dem Thema gelesen habe. 
Mit Maus habe ich noch nicht wieder begonnen, und Amy spare ich mir für morgen auf :)

Nebenbei versuche ich immer schön in Bewegung zu bleiben, damit mein Rücken das auch brav mitmacht - außerdem tut mir unser Wald momentan einfach gut :) 

Soviel erstmal - ich denke ich werde jetzt mein Glück in Bhutan suchen ;)

6/30/2014

"Das innere Kind" von Luise Reddemann, Peter Schellenbaum und Manuela Miller - Sachbuchchallenge 2014 #5

Jetzt muss ich Euch noch einmal mit meiner Arbeit "belästigen" - diese drei Vorträge (Dauer: ca. 3:31h) habe ich ebenfalls im Rahmen der Sachbuchchallenge gehört und wie der Titel es sagt, geht es um die Arbeit mit dem sogenannten inneren Kind, welche mir im letzten Jahr im Zuge meiner Arbeit vielfach begegnet ist, die ich auch selber schon im beruflichen Umfeld anwenden konnte.
Bei diesem Konzept geht vielfach um unverarbeitete, oftmals abgespaltene Erfahrungen aus der Kindheit, die uns auch heute häufig noch im Weg stehen bzw. unser Handeln bestimmen. In der Therapie geht es darum, Kontakt zu diesem inneren, kindlichen Anteil in uns aufzunehmen und ggf. zu versuchen, den damals entstandenen Schaden zu würdigen und insofern auszugleichen, als das man dem inneren Anteil z.B. die Sicherheit gibt, die ihm damals gefehlt hat.
Das ganze klingt komplizierter als es ist und einen guten Einblick in dieses Konzept bekommt man mit den hier vorgestellten Vorträgen.
Der Teil von Luise Reddemann ist schon allein deshalb spannend, weil er von ihr ist - Ihr habt den Namen schon in einer der vorigen Sachbuch-Rezis gelesen. Frau Reddemann ist in Deutschland führend im Bezug der Traumaforschung und -behandlung und ich fand es sehr reizvoll, einen Vortrag von ihr quasi miterleben zu können. Sie beschreibt eingangs das Konzept des inneren Kindes, welches heutzutage in vieler Munde ist und führt im Verlauf in einem Rollenspiel die Art und Weise, wie sie damit arbeitet vor. Das ist natürlich für jemanden, der diese Themen mit Patienten bearbeitet von unschätzbaren Wert und hat mich sehr begeistert.
Der zweite Vortrag ist von Peter Schellenbaum und beschäftigt sich mit dem "verstoßenen Kind". Schellenbaum ist Psychoanalytiker und zeigt auf, wie es in Folge von einer zu frühen Veranwortungsübernahme im Kindesalter dazu kommen kann, dass das innere Kind sozusagen verstoßen wird und es dadurch zur Abkopplung von Liebesfähigkeit und Lebendigkeit kommen kann.
Diesen Vortrag fand ich ebenfalls gut, aber teilweise ging er mir etwas zu weit bzw. ich fand ihn vielleicht einfach zu analytisch.
Mein Lieblingsvortrag von der MP3-CD war der von Manuela Miller: "Heilung des inneren Kindes". Sie spricht nicht nur von der zu behütenden, zu schützenden Seite des inneren Kindes, sondern auch von der wütenden, zornigen Seite, welche ebenfalls viel Macht hat. Sie sagt zum Beispiel, dass diese Seite uns oft im Weg steht, wenn wir beispielsweise etwas erreichen wollen, was wir schon lange als Ziel haben. So kann es sein, dass alle Zeichen so stehen, dass der Wunsch in Erfüllung gehen könnte, aber der innere Teil in uns, der z.B. die Erfahrung gemacht hat, dass man von anderen nicht mehr gemocht wird, wenn man Erfolg hat, hindert uns plötzlich daran, den letzten Schritt zum Erfolg zu gehen.
Ich mochte diesen Vortrag so besonders gerne, weil Manuela Miller so offen und direkt mit ihren Zuhörern spricht. Sie erzählt von eigenen Erfahrungen, von eigenen Kindheitserlebnissen und davon, wie sie mit ihren Themen umgegangen ist. Leider ist es mir nicht gelungen, näheres über diese Therapeutin herausgefunden - mich hätte interessiert, was sie heute macht und woher sie kommt. Sie hat nämlich einen wirklich angenehmen Akzent der entweder amerikanisch oder eventuell süddeutsch sein könnte - genau konnte ich es nicht einordnen.
Auf jeden Fall ist diese Sammlung von Vorträgen absolut spannend und interessant - ich wage zu behaupten auch für Menschen, die nicht mit Therapie zu tun haben. Ich habe nämlich den Eindruck, dass man durch die vielen praktischen Beispiele und evtl. durch die mögliche Übertragung auf das eigene Leben die Chance hat, auch sein eigenes inneres Kind ein bisschen kennenzulernen - denn ich denke, wir haben alle eins, welches an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen Unterstützung brauchen könnte. Bei mir war es jedenfalls so und daher würde ich diese Vorträge (klick) jedem empfehlen, der Lust hat sich ein bisschen mit sich selbst zu befassen.

6/29/2014

"A Walk in the Woods" von Bill Bryson, gelesen von William Roberts - Sachbuchchallenge 2014 #4

Wir sind wieder da - nach drei Wochen Roadtrip in den USA, zu denen es auch noch den ein oder anderen Post geben wird.
Zunächsteinmal muss ich aber zusehen, dass ich mein Zwischenziel der Sachbuchchallenge noch erreiche - nämlich bis Ende Juni mindestens 5 Bücher rezensiert zu haben. Dank der vielen Autofahrstunden der letzten Wochen war das "abarbeiten" der Bücher kein Problem - da auch Hörbücher erlaubt sind :)
So haben wir auf der Strecke zum und vom Yellowstone Nationalpark das Hörbuch zu "A Walk in the Woods" von Bill Bryson, gelesen von William Roberts, genossen und hatten damit eine gute Zeit. Dieses Buch wurde uns schon vor einer Weile von der lieben Natira geschenkt, als sie von unseren groben Reiseplänen erfuhr :) - Danke nochmal, meine Liebe!
Ich habe das Buch in der Übersetzung vor vielen Jahren schon einmal gelesen - auf Deutsch hat es den irreführenden Titel "Picknick mit Bären" - das kann für den geneigten Leser schon etwas enttäuschend sein, denn Bill Bryson trifft auf seinen Wanderungen keinen einzigen Bären - er befürchtet jedoch immer, dass dies passieren könnte.
Und da bin ich auch schon mitten im Buch - es handelt sich nämlich um einen Reisebericht des Autoren, der den Apalachian Trail gemeinsam mit seinem Freund Steven Katz wandert. Der Trail verläuft von Georgia nach Maine. Eine Karte des Trails könnt Ihr Euch hier anschauen klick.

Es handelt sich zwar mit 3440 km nicht um den längsten Wanderweg der Welt, aber schon um einen ganz schön langen. Ich hätte große Lust, ihn auch einmal ein Stück weit zu gehen - wenn ich nicht solche Bedenken bzgl. Übernachtungen im  "shelter" bzw. dem Zelten in bärigen Gegenden hätte ;)

Aber ich schweife ab - zurück zum Buch:
Bill Bryson beschreibt stellenweise sehr amüsant, stellenweise aber auch vor allem informativ seine Erfahrungen mit und alles mögliche Wissenswerte über Amerika, seine Natur und seine Einwohner. Es beginnt mit der Entdeckung, dass der Trail direkt hinter seinem neu bezogenen Haus entlangführt und der Entscheidung, diesen Trail einmal zu wandern. Die Begegnungen mit dem "A.T.", wie der Trail unter Kennern genannt wird, mit dem "hiken" an und für sich und die zwischenmenschlichen Erfahrungen, die der Autor mit seinem Weggefährten Katz macht, bringen den Leser und den Hörer kurzweilig über die ersten Hälfte des Buches. Bill Bryson versteht es, den Handlungsstrang immer wieder mit interessanten Informationen über z.B. Begegnungen mit Bären, gruseligen und tragischen Todesfällen auf dem A.T., der Geschichte der Nationalparks und deren Philosophie auf der einen Seite aber auch die Realität der Zustände dort auf der anderen Seite sowie dem allgemeinen Zustand der Umwelt in den Vereinigten Staaten, zu spicken. Anfangs ist das Verhältnis sehr ausgewogen und durch die humorvolle Art, in der z.B. Katz, der kauzige, Fast-Food-liebende, untrainierte Reisebegleiter, schon am ersten Tag einen Großteil seiner Ausrüstung und des Proviantes entsorgt (er schmeisst alles einfach in den Wald, weil es ihm zu schwer ist), machen einem die beiden Wanderer sehr sympatisch. Zwischendurch wird die unterhaltsame Erzählung dann immer wieder durch historische und reisepraktische Informationen ergänzt und wir hörten ganz gebannt zu während Kilometer um Kilometer Asphalt unter uns dahinglitt.
Irgendwann im Sommer machen die beiden eine Pause: Katz muss einen Job erledigen und Bill Bryson wandert daraufhin in der Nähe seines Heimatortes immer wieder kleinere Touren. Und da beginnt der etwas schwierigere Teil - ab hier häuften sich nämlich die Sachinfos sehr und es fehlte (mir) einfach an Unterhaltungswert.
Später kommt Katz wieder dazu, jedoch auch danach ist das Verhältnis Humor zu Wissen leider nicht mehr ausgeglichen.
Ich weiss noch, dass es mir beim ersten Lesen genauso ergangen ist. Die erste Hälfte des Buches ist einfach nur toll - eine gute Mischung aus beidem und wirklich faszinierend. Bei der zweiten Hälfte ist es nicht so, dass ich die Sachpassagen langweilig fände - ganz im Gegenteil. Allerdings hätte ich mir vielleicht mehr Ausgewogenheit gewünscht, denn so reihen sich die Infos wie Lexikoneinträge aneinander und das ist auf Dauer etwas anstrengend. Jedoch würde ich das Buch jedem empfehlen, der ein Freund der weiten und vielfältigen Natur der Vereingten Staaten ist und natürlich jedem, der auf diesem Weg schon gewandert ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass andere Leser mit dieser Lektüre besser zurechtkommen als ich - ich persönlich mag aber einfach eine Mischung aus Reisebericht und Sachbuch lieber.
So oder so ist es ein sehr schönes Buch, was ich sicher noch einmal hören oder sogar nochmal im Original lesen würde. Bedauern werde ich aber jedes Mal den Moment, wo Katz seine Pause macht, da er eine wunderbare Figur in diesem Bericht ist, die mir viel Spass gemacht hat.
Was die Lesung angeht: das Buch wird von William Roberts sehr gut gelesen - ich fühlte mich teilweise an Stephen Fry erinnert, wenn er Harry Potter liest (und da ich diese Bücher immer wieder und wieder hören kann, ist das eine klare Weiterempfehlung für den Vorleser ;) ).

P.S.: Gilt das jetzt gleichzeitig auch für die Hörbuchchallenge von Ariana? ;)

6/01/2014

Arianas Hörbuchchallenge #6 - Der Distelfink von Donna Tartt, gelesen von Matthias Koeberlin

Ui, das war ja mal ein Erlebnis. Ich habe von Donna Tartt vor ungefähr 10 - 12 Jahren bereits "Die geheime Geschichte" gelesen und habe es verschlungen. Ich war damals bei einer lieben Freundin in Stuttgart zu Besuch und habe jede, aber wirklich jede, freie Minute mit dem Buch verbracht. Als ich kürzlich auf der Suche nach einem neuen Hörbuch war, fiel mir der Name Donna Tartt natürlich sofort ins Auge und als ich dann die Dauer des Hörbuches (33:25) sah, war die Entscheidung schon gefallen. Auch hier habe ich darauf verzichtet, einen Blick auf den Klappentext zu werfen, was wohl auch ganz gut war, wie ich jetzt weiss. Die Handlung ist eigentlich nicht groß, aber es ist schön, sich davon überraschen zu lassen. Was ich sagen kann, ist dass mich schon die ersten Kapitel - der Besuch einer Kunstausstellung und eine sehr schöne, nahe und fast greifbare Beschreibung der ausgestellten Bilder in ihren Bann gezogen haben. Donna Tartt hat in meinen Augen einen großartigen Schreibstil - sie schreibt sehr dicht und sehr bildhaft. Es ist ein großes Buch (in jeder Hinsicht) - gut geschrieben und total spannend und mitreissend.
Es gab auch langatmige Stellen, es gab Stellen, die mich geärgert haben, aber es gab eben auch viele, viele Passagen (und eine davon ist gleich die am Anfang, in der Kunstausstellung) die mir den Atem raubten, weil sie so intensiv waren. Als Hörbuch finde ich es perfekt - als Buch wäre es mir vielleicht an der einen oder anderen Stelle zu langatmig gewesen. Besonders gut fand ich als Gegengewicht zu den langatmigen Phasen verschiedene überraschende Wendungen, insbesondere einen Twist mitten im Buch, der mich so überrascht hat, dass ich ganz perplex war :)

Die Interpretation der Charaktere hat Matthias Koeberlin sehr gut gemeistert ich mochte besonders Hobie sehr gerne - den fand ich großartig und hätte mir gewünscht, ihn kennenlernen zu können. Aber auch die kühle Kitsey und den selbstsicheren, in sich ruhenden Boris fand ich gut gesprochen. Bevor man sich für dieses Hörbuch entscheidet, sollte man wissen, dass es ein langes, großes Buch ist und dass es zwar einen Spannungsbogen gibt, aber immer wieder auch ruhige Phasen vorkommen, in denen entweder in der Zeit zurückgesprungen wird oder andere Sachverhalte detailliert beschrieben werden. Ich fand das überhaupt nicht störend - aber wer eher ein Feuerwerk an Action braucht oder erwartet könnte enttäuscht sein.Vielleicht sollte man auch wissen, dass es häufig um  Drogen geht - diesen Teil fand ich teilweise etwas sehr ausgebaut - andererseits hat es aber (da spricht jetzt meine Arbeit aus mir ;) ) meine Sicht auf Suchterkrankungen auch stark beeinflusst und verändert, wofür ich dem Buch bzw. der Autorin sehr dankbar bin.
Das Buch hat den Pulitzer-Preis 2014 bekommen - das habe ich aber erst später erfahren. Ich kann das gut nachvollziehen - auch wenn ich einigen kritischen Stimmen dazu auch recht geben muss. Es gibt lose Fäden, es gibt unlogische Momente - aber ich kann auch die große Faszination und Begeisterung verstehen. Nicht das ich genug Ahnung hätte bzw. habe ich ja auch gar nicht im Blick, was sonst so "preisverdächtiges" veröffentlicht wurde. Ich kann nur sagen, dass ich das Buch und die Lesung genossen habe und über jede Minute froh war, in der ich Zeit zum Hören hatte :D

Arianas Hörbuchchallenge #5 - Die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling, gelesen von Marc-Uwe Kling

Dieses Hörbuch stellt für mich den - ich weiss nicht genau, fünften ? - "Re-hear" dar. Ich habe es für unseren USA-Urlaub 2012 von einer Freundin ausgeliehen und, wie so häufig bei mir, ohne zu wissen, was auf mich zukommt ;). Ich erinnere mich noch recht genau an den Fahrtag: wir fuhren schon durch eher wüstenartiges, steiniges Gebiet, irgendwo auf dem Weg nach Monument Valley als es Zeit für ein neues Hörbuch wurde (wir hören auf unseren Mietwagen-Reisen immer Unmengen von Hörbüchern ;) ). Also startete ich es und es geht damit los, dass der Vorleser davon erzählt, dass es eines Tages an seiner Tür klingelt und ein Känguru vor ihm stand. Dieses wollte Eierpfannkuchen backen, hatte aber kein Mehl. Der freundliche Nachbar hilft gerne aus, aber nach fünf Minuten steht das Känguru erneut vor der Tür, es habe auch keine Eier. Und wieder nach ein paar Momenten, klingelt es und Marc-Uwe hält dem Känguru eine Pfanne entgegegen. Das Ende vom Lied: Das Känguru hat noch keinen Herd und Marc-Uwe macht die Pfannkuchen und eine großartige Freundschaft entsteht.
Während der ersten Minuten schauten wir uns noch recht irritiert an, aber schon bald hatte uns das Känguru überzeugt. Das Känguru ist Kommunist und hält nicht viel von Lidl, es hält aber auch nicht viel von Arbeit und ist schon glücklich, wenn es in der Hängematte liegen kann, Schnapspralinen futtern darf und dabei in den Genuß von Bud-Spencer-Filmen kommt. Und es steht auf Nirvana. Gerne diskutiert es mit dem Kleinkünstler Marc-Uwe Kling und verändert so die Sicht auf die Dinge beim Hörer (oder zumindest bei uns). Das Känguru ist wirklich erfrischend, es hat absurde, komische Ideen und die Art, wie Marc-Uwe Kling die Bücher vorliest ist einfach nur wunderbar. Das Känguru hat eine "eigene" Stimme und man hört auch hin und wieder, dass der Vorleser lachen muss, was ich sehr sympathisch finde.
Bislang habe ich die ersten beiden Teile mehrfach gehört (und nicht gelesen) und freue mich schon auf Teil 3 - "Die Känguru-Offenbarung", welches wir bald, vielleicht wieder im Monument Valley ;) , hören werden. Das "Problem" ist, immer wenn ich das Känguru höre, verspüre ich danach einen Ärger auf das System in dem wir leben - denn das Känguru hat sehr häufig einfach Recht. Sprüche wie der ironische Slogan "Ich arbeite gern für meinen Konzern" des "Ministeriums für Produktivität" sind bei uns jetzt geflügelte Worte. Besonders schön auch die "falschen Zitate" wie z.B. diese beiden:


"e;Schön, die Phönizier haben das Geld erfunden. Aber warum so wenig?« Buddha "e;
"e;Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.« Bob der Baumeister"e;
(aus "Das Känguru-Manifest" von Marc-Uwe Kling, Kindle-Edition)

Insgesamt sind es sehr humorvolle Bücher - die Art Bücher, aus denen man am liebsten unbedingt - irgendejemandem - vorlesen möchte.
Ich kann die Hörbuchfassungen nur empfehlen - wobei es sicher auch sehr gut ist, selber zu lesen. Aber hier geht es mir wie bei "Ich bin dann mal weg" von Hape Kerkeling: wenn man die Chance hat, den Autoren selber lesen zu hören, ist das einfach etwas, was ich mir nicht entgehen lassen will :)

Und wer jetzt neugierig ist (und die Bücher nicht eh schon kennt oder hat) kann hier auf der Seite des "Kleinkünstlers" ;) hereinhören.

Arianas Hörbuchchallenge #4 - City of Lost Souls von Cassandra Clare, gelesen von Andrea Sawatzki

Den fünften Teil der Reihe habe ich mir nun doch noch angeschafft - bzw. dafür bin ich Audi*ble-Kunde geworden und kann nun meiner Hörbuch-Sucht fröhnen *seufz* ;)
Es ist ja immer blöd mit solchen Reihen, besonders, wenn sie einen nicht zu 100% überzeugen. Aber andererseits sind sie doch so unterhaltsam und spannend, dass man gerne wissen möchte, wie es weitergeht. So erging es mir auch bei der Erkenntnis des vierten Teils der Reihe, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist. Eigentlich hatte ich mich auf ein großartiges, bombastisches Finale gefreut, was zwar kam, aber eben kein "echtes" Finale war.
Mit einem großen Paukenschlag war einer der Protagonisten mit dem Erzfeind verschwunden und alles scheint verloren. Clary hatte wieder alle möglichen Regeln übertreten (immer noch frage ich mich, wie es sein kann, dass man sie nach wie vor so unbehelligt als Dämonenjägerin agieren läßt ;) ) und steht nun vor einem riesigen Scherbenhaufen.
Der nächste Teil begann so hoffnungslos wie erwartet und nach und nach beginnen die einzelnen Erzählstränge an Fahrt aufzunehmen.
Ich habe auch bei diesem Band viel mitgefiebert und war sehr gespannt darauf, wie sich die Geschichte weiter entwickeln wird. Teilweise war ich so angespannt, dass ich unwillkürlich die Luft anhielt :)
Insgesamt haben wir viel Spannung und eine ausweglos scheinende Ausgangssituation à la Harry Potter "einer muss sterben..." und eine Clary, die ohne Rücksicht auf Verluste oder Regeln ihren Weg geht. Weiterhin gibt es reichlich Liebesgeschichten, Kampfszenen und gruselige (für mich) kleine Nebengeschichten. Alles in allem eine gute Mischung, die Spass macht und dazu führt, dass ich auch Teil 6 lesen werde.
So hatte ich wieder reichlich kurzweilige Zug- und Autofahr- oder Walking-/Jogging-Stunden und fühlte mich gut unterhalten. Ich weiss nicht, ob es an dem Gewöhnungseffekt liegt, aber mittlerweile habe ich mich mit Andrea Sawatzki gut arrangiert. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass sich der Lesestil verändert hat - mittlerweile ist sie ja sicher in der Geschichte auch ganz anders "drin" als im ersten Teil. Auf jeden Fall gibt es da keinerlei Kritik mehr von meiner Seite.

"Trauma" von Luise Reddemann und Cornelia Dehner-Rau - Sachbuchchallenge 2014 #3

Der genaue Titel des dritten Buches, welches ich für die Sachbuchchallenge 2014 von der  Winterkatze  vorstellen möchte ist "Trauma - Folgen erkennen, überwinden und an ihnen wachsen". Das Buch ist von einer der renommierten Trauma-Forscherinnen Luise Reddemann und von Cornelia Dehner-Rau verfasst worden und ich habe es mir für meine Arbeit gekauft. Da ich viel mit Patienten arbeite, bei denen Traumatisierungen nicht unüblich sind, beschäftigt mich dieses Thema immer wieder.
Das Buch ist, wie der Titel schon sagt, eher als Selbsthilfebuch gedacht und ich habe auch versucht, es aus den Augen einer Betroffenen zu lesen.
Mich hat das Buch sehr angesprochen. Frau Reddemann und Frau Dehner-Rau beschreiben sehr behutsam und vorsichtig, welche Symptome nach einer Traumatisierung auftreten können und ermöglichen dem Leser oder der Leserin dadurch eine erste "Selbstdiagnostik". Ich stelle mir vor, dass vielleicht jemand durch ein Gespräch oder eine Fernsehsendung auf das Thema gestoßen wird und sich fragt, ob bestimmte "eigene Macken" vielleicht von einem Trauma herrühren könnten und das eine solche Person vielleicht dadurch auf dieses Buch kommt. Oder es wird ihr zum Beispiel in einer Beratungsstelle empfohlen.
Die Praxis zeigt ja, dass viele traumatisierte Menschen das Trauma lange Zeit verdrängen und gar nicht mehr wissen, was vorgefallen ist - vor allem natürlich bei frühkindlicher Traumatisierung.
Ich stelle mir also vor, dass so jemand dieses Buch bekommt und, nach dem erklärt wird, was ein Trauma eigentlich ist und warum es so schwierig für uns Menschen ist, Traumata zu verarbeiten, schon sehr bald die Diagnosekriterien für eine PTBS und eine akute Belastungsreaktion vorgestellt werden. Allerdings eben nicht einfach aus dem ICD-10 abgeschrieben sondern mit Beispielen dargestellt, so dass man sich darin besser wiederfinden könnte.
Im weiteren werden dann Therapieansätze vorgestellt, es wird erklärt warum bestimmte Symptome wie z. B. selbstverletztendes Verhalten oder Dissoziationen für Betroffene hilfreich sind und dadurch - kann ich mir zumindest Vorstellen - findet eine erste Entlastung statt. Es werden auch viele Tipps zur Selbsthilfe gegeben - Achtsamkeit, Ressourcenübungen, Hinweise darauf, wie man einen guten Therapeuten oder eine Therapeutin findet und worauf man bei den probatorischen Sitzungen achten sollte.
Ich hatte während der gesamten Lesedauer den Eindruck, die Autorinnen säßen neben mir und würden mir alles geduldig  und ruhig erklären. Ich musste nur zuhören / weiterlesen. Das Buch ist in sich sehr schlüssig aufgebaut - es wird eigentlich jede (zumindest mir wichtig erscheinende) Frage beantwortet - manchmal auch nur in kleinen Kästchen am Rand, aber das reicht ja. So zum Beispiel die Sinn-Frage (Machen Traumata Sinn?) - von der ich glaube, dass diese Frage jeden und jede Betroffene irgendwann einmal umtreiben wird.
Das Buch ist sehr schön geschrieben, es ist kein "Fachchinesisch" sondern insgesamt sehr gut zu lesen - eins dieser Bücher, die sich quasi von selber lesen.
Ich werde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen an Patienten oder interessierte Bekannte oder Freunde. Häufig kommen ja auch dritte Personen zu einem und machen sich Sorgen - auch für Angehörige oder Freunde finde ich dieses Werk sinnvoll.
Ein klares 5-Sterne-Buch - ich bin froh, dass ich es im Zuge der Challenge endlich gelesen habe :D

5/18/2014

"Nutzlos wie eine Rose" von Arnhild Lauveng und Günther Frauenlob - Sachbuchchallenge 2014 #2

Das zweite Buch, welches ich für die Sachbuchchallenge der lieben Winterkatze hier vorstellen möchte ist "Nutzlos wie eine Rose" von Arnhild Lauveng, in dem die Autorin und Psychologin beschreibt, wie sie die Jahre in psychiatrischen Einrichtungen erlebt hat, als sie an Schizophrenie litt.
Es handelt sich um ein Plädoyer für menschlichen Umgang mit Psychiatrie-Patienten, die zwar häufig bestimmte Grenzen benötigen, aber genauso häufig auch genau spüren, wie man mit ihnen umgeht - auch wenn das Außen dies häufig nicht mitbekommt.
Ich habe das Buch sehr schnell gelesen, da ich es äußerst spannend und fesselnd fand. In den Zeilen wird deutlich, wie krank Frau Lauveng damals war und wie viele negative und auch positive Erlebnisse ihr in dieser Zeit widerfahren sind. Was mir besonders gut gefallen hat, ist das die Autorin nicht das Thema ihrer Krankheit in den Vordergrund stellt - natürlich findet auch das immer wieder etwas Raum in den Kapiteln, jeweils so viel, wie nötig war, um die Sachlage zu verstehen. Das fand ich angenehm, dass es nicht so "sensationslüstern" dargestellt wurde - was durchaus bei Büchern über psychische Störungen vorkommen kann. Ich fand es spannend, aus Sicht einer Patientin die Wahrnehmungen zu lesen und manchmal überrascht, wie klar der Autorin die Zusammenhänge im Rückblick waren, wieviel sie aus dieser Zeit mitnimmt, wie wenig verschwommen geblieben ist.
Manche Erkenntnisse haben mich begeistert, wie z.B. die Information, dass die Autorin sehr dankbar für die Kinderbücher war, aus denen ihre Mutter ihr vorgelesen hat - weil das Chaos im Kopf so groß war, dass sie "anspruchsvollere", altersgemäße Literatur nicht hätte fassen können.
Oder erschütternd auch das Wissen, das Patienten mit psychischen Störungen häufig in Notfall-Praxen landen, z.B. mit starken Bauchbeschwerden, weil sie Salmonellen haben, dort aber mit Verdacht auf einen neuen psychotischen Schub in die Psychiatrie geschickt werden, damit die Medikamente neu eingestellt werden. Denn eine "normale" Krankheit können sie ja nicht haben, "die bilden sich das nur ein..."
Ich kann nun das Misstrauen von diesen Patienten gut verstehen, welches sie der Außenwelt häufig entgegenbringen. Denn, mal ehrlich, was wissen wir schon von diesen Gedankengängen. Auch wenn man darüber lesen kann, diese Krankheiten studieren kann und mit solchen Patienten arbeiten kann, so wird man doch nie das ganze Ausmaß verstehen, was eine solche Krankheit bedeutet. Was es bedeutet so in seiner eigenen Welt gefangen zu sein, dass die Außenwelt häufig nur noch eine Bedrohung darstellt.
Ich arbeite nicht mit Patienten die an Schizophrenie leiden, daher kann ich auch selber nur auf Lehrbuchwissen zurückgreifen. Aber mir hat dieses Buch klargemacht, dass eine viel stärkere Sensibilisierung nötig wäre um solchen Patienten gerecht zu werden und ihnen Halt und Sicherheit zu geben. Wer weiss, wie meine Berufslaufbahn nun weitergeht - ich bin aber sicher, dass ich die Erkenntnisse aus diesem Buch in jede neue Stelle mitnehmen werde...

5/11/2014

30 Jahre Abenteuer - Unterwegs in den Wüsten der Erde von Michael Martin - Sachbuchchallenge 2014 #1

Das erste Buch, was ich für die Sachbuchchallenge von der lieben Winterkatze beschreiben will, ist vom Diplom-Geologen, Reisefotografen und Abenteurer Michael Martin "30 Jahre Abenteuer - Unterwegs in den Wüsten der Erde".
Michael Martin ist mir vor vielen vielen Jahren das erste Mal begegnet, ich habe gerade versucht rauszufinden wann das genau war, komme aber nicht dahinter. Ich schätze mal so 1997 oder 1998? Vielleicht kann Natira das ja erinnern ;) - die war nämlich damals dabei.
Ich erinnere mich noch genau, wie fasziniert und ich begeistert ich von dem Vortrag "Die Wüsten Afrikas" war - ich glaube, ich bin eher zufällig darauf gekommen, dorthin zu gehen. Vielleicht habe ich die Eintrittskarte geschenkt bekommen oder ähnliches - auf jeden Fall wusste ich überhaupt nicht, womit ich zu rechnen, was ich zu erwarten hatte. Als es dann losging, hat mich der Vortrag von Beginn an "gepackt" - die wunderbaren Bilder, die spannenden Geschichten dieses charismatischen Vortragenden mit dem netten, bayrischen Akzent haben mich gefangen genommen und ich war ganz hin und weg, als das Licht wieder anging. So kam es, dass ich immer, wenn in meiner irgendwie noch erreichbaren "Nähe" Vorträge von Michael Martin angekündigt wurden, ich dorthin ging und auch immer Leute mitnahm, von denen ebenfalls viele zu Fans seiner Vorträge wurden. Nach den Wüsten Afrikas kamen bald "Die Wüsten der Erde" und später dann der "30 Jahre Abenteuer"-Vortrag, der eine neue Perspektive einnahm: man erfuhr nun auch Informationen über den Lebensweg des Autoren, hörte Reiseanekdoten die amüsant, bewegend und auch einfach interessant waren.
Als das Buch zum Vortrag herauskam, habe ich es mir bald gekauft, aber dann irgendwie vergessen - ich hatte den Vortrag gerade wieder mal gehört und das war mir dann doch noch zu nah.

Dank der Challenge habe ich es nun endlich gelesen und bin wieder sehr begeistert. Ich hatte ja erwartet, dass das Buch fast identisch ist mit dem Vortrag aber so ist es eigentlich gar nicht. Die Aufteilung ist teilweise ganz anders und viele Geschichten werden später erst im reisepraktischen Teil erzählt. Die Abschnitte sind nach Reiseland aufgeteilt mit vielen schönen Fotos unterlegt und auch mit neuen Geschichten, die in den Vorträgen so manchmal noch gar nicht so viel Raum gefunden hatten, ausgeschmückt. Ich habe unheimlich viel Spass beim Lesen gehabt und fühle mich jetzt wieder ganz und gar abenteuerbereit :) Was ja gut passt - der Juni naht mit großen Schritten :D

Michael Martin hat ein wunderbares Erzähltalent, was nicht nur live bei mir ankommt, er begeistert mich auch im geschriebenen Wort und obwohl ich den Vortrag wohl schon vier oder fünf mal gehört habe, habe ich das Buch innerhalb von einer Woche abends durchgelesen.
Die Darstellung der Fotos ist natürlich nicht mit der Darstellung in einem Bildband zu vergleichen, aber das finde ich überhaupt nicht schlimm - wer die Bilder mag, kauft sich ohnehin den Bildband früher oder später ;). Aber sie lassen die Geschichten trotzdem lebendig werden und man reist in Worten und Bildern mit Michael Martin durch die Wüsten.

Ich kann das Buch sehr empfehlen - ob man zuerst einen Vortrag gesehen haben sollte oder nicht kann ich nur schlecht beurteilen. Ich glaube aber eher nicht, da der Stil wirklich sehr mitreissend ist. Auf jeden Fall empfehle ich sowohl Buch, als auch Vortrag, als auch Fernsehdokumentation - mir macht Michael Martin immer großen Spass - da ist es fast egal, in welchem Medium :)

Ach so, und hier nochmal der Link auf die Homepage, wo zum Beispiel Tourdaten abrufbar sind - falls jemand neugierig geworden ist :)

Wieder da (ein bisschen)

Nachdem die liebe Winterkatze mich freundlicherweise an die bald kommende Halbzeit der Sachbuchchallenge erinnert hat, muss ich mich jetzt endlich mal wieder hier um diesen Blog kümmern. Es ist ja auch nicht so, dass ich Euch nichts zu erzählen hätte - nur fordern mich andere Dinge wie meine Ausbildung häufig so, dass das bloggen (und damit auch das kommentieren) häufig bis immer auf der Strecke bleiben.
Aber das ändert sich nun hoffentlich ein wenig: Für die Sachbuchchallenge reiße ich mich jetzt zusammen und aus dem Urlaub im Juni bekommt Ihr hoffentlich regelmäßige Reise-Updates :) Und wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, werde ich dann auch wieder in der Blogroutine mehr drin sein. Denn außerdem möchte ich Euch auch noch mit meinen Nähprojekten und neuen Kochexperimenten bekanntmachen - Ihr seht, es gibt genug zu schreiben und zu zeigen und zu teilen :)
In diesem Sinne: drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe, aus meinem Motivationstief herauszukommen...

P.S.: Um zumindest einen kleinen Teil der Sachbuchchallenge noch zu schaffen habe ich mir vorgenommen, bis zu unserer Abreise in den Urlaub die meisten Abende mit lesen und rezensieren zu verbringen ;)

2/20/2014

"Etwas kochen, was wir noch nie gekocht haben #18" - Pastinakenrisotto

Also eigentlich ist der Titel etwas geschummelt, dies war nämlich der zweite (gelungene) Versuch des Rezeptes - und zwar ging  es am Wochenende erneut um "Pastinakenrisotto".
... vielleicht nicht das beste Foto, aber es ist köstlich 
- ich schwörs ;)

Das Rezept ist denkbar simpel:
Für etwa 250g Risottoreis braucht man ca. 4 Pastinaken. Davon werden drei geraspelt (grob) und die letzte wird in dünne Scheiben geschnitten.
Zusätzlich brauchen man Salbei, Schalotten, Gemüsebrühe und zum Abschluss Mascarpone und Parmesan.
Aber der Reihe nach: Am Anfang die gewürftelten Schalotten zusammen mit den geraspelten Pastinaken in Butter andünsten bis sie glasig sind, danach den Reis hinzugeben und kurz anrösten bis alle Reiskörner glasig sind. Nach Belieben entweder mit Weiswein oder direkt mit der Brühe ablöschen und entsprechend wie immer bei Risotto viel Rühren und köcheln lassen, bei offenem Deckel.
Nebenbei die in Scheiben geschnittenen Pastinaken in etwas Olivenöl wenden, auf ein Backblech drapieren und bei 160° C in den Ofen und in ca. 20 Minuten in köstliche Chips verwandeln, die dem Risotto den letzten Schliff geben :)
Der Salbei kommt in den letzten 5 Minuten dazu. Wenn der Risotto fertig ist, wird 1 EL Mascarpone und etwas vom geriebenen Parmesan untergerührt und der Topf fünf Minuten stehen gelassen (der schwierigste Teil ;) ). Gegebenenfalls noch einmal mit Pfeffer und (wenig) Salz abschmecken.
Zum Servieren dann noch einen zweiten Esslöffel Mascarpone darüber bröckeln und nach Belieben mit weiterem Parmesan servieren. Die fertigen Chips dann darüber streuen ...

Bei uns braucht Risotto eigentlich immer ca. 20 Minuten Kochzeit und wir verwenden meistens ca. 700ml Brühe / Flüssigkeit.  Und immer so viel Parmesan wie wir wollen ;)

2/19/2014

Arianas Hörbuchchallenge #3 - City Of Fallen Angeles, gelesen von Andrea Sawatzki

Nun bin ich ganz schön schnell durch den vierten Teil der Reihe durchgerauscht, nachdem Band 3 mir so gut gefallen hatte.
Leider war die City of Fallen Angels trotzdem nicht so mitreissend wie der Vorgänger, was aber auch an der ziemlich vampirlastigen (und für mich damit ekligen) Handlung liegen könnte. Das lag dann wohl vor allem an mir und meiner "Vampirphobie", dass ich nicht mitgerissen wurde.
Im Großen und Ganzen war es aber okay und hörenswert:
Clary ist aus dem Trubel natürlich noch lange nicht raus und muss selber lernen, wie man Dämonen jagt und besiegt, muss sich auf neue Spurensuche begeben und Rätsel lüften. Nebenbei hat Simon auch so einiges durchzustehen und da er ja ein Vampir ist, war dieser Teil für mich etwas schwierig. Aber ich habe ihn überstanden und bin meiner Desensibilisierung ein Stück näher ;)
Ich finde nach wie vor die Lesung nicht perfekt und hätte mir da vielleicht jemand anderen gewünscht. Aber ich habe mich daran gewöhnt, dass die Jugendlichen sehr cool miteinander kommunizieren, vermutlich ist das realitätsnah.
Was ich wiederum recht lustig fand, war das mir auffiel, dass ich durchweg falsche Vorstellungen von den Figuren hatte: Isabel war für mich blond, wird aber als schwarzhaarig beschrieben. Und Sébastian war für mich in Teil 3 dunkelhaarig, ist aber blond. Ich frage mich, ob ich so unaufmerksam zugehört habe oder wieso für mich die Typen so ganz anders auftauchten.

Was mich ein wenig erschreckt hat, war die Erkenntnis in der letzten Hörminute, dass das Ganze noch nicht zu Ende ist. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Vierteiler handelt - dem ist nicht so und ich sitze nun auf "dem Trockenen", da die anderen Teile auch eine Leihgabe waren. Ich habe eigentlich bzw. ganz sicher nicht vor, mir die Bücher selber anzuschaffen, geschweige denn die Hörbücher ;) und muss nun mal sehen, wie ich an Teil 5 herankomme. Ich bin bei Serien ja immer leicht zwanghaft und muss wissen, wie sie ausgehen :)

Jetzt muss ich mal sehen, womit ich weitermache...

Und eine Ankündigung habe ich noch für zwei neue Posts, damit ich die auch bald mal online stelle:
1) Ein Pastinakenrisotto hat es hier gegeben, welches ich Euch gerne vorstellen möchte
2) Ich habe ein allererstes Nähprojekt beendet, von dem ich voller Stolz berichten will :)

In diesem Sinne - ich hoffe, ich komme morgen an meinem frühen Feierabend dazu.

2/11/2014

Arianas Hörbuchchallenge #2 - City of Glass von Cassandra Clare, gelesen von Andrea Sawatzki

Das vorliegende Hörbuch stellt den dritten Teil der City-of-Bones-Reihe dar und wundersamerweise gefällt er mir bislang am besten.
In den City-of-Bones-Büchern geht es um die Hauptfigur Clary, die erst als Jugendliche erfährt, dass sie Teil einer magischen Welt ist, der sie sich nicht entziehen kann und auch nicht will. Sie lernt die Schattenjäger kennen als ihre Mutter aus ihrem Leben gerissen wird und obwohl diese Welt für sie ganz neu ist, lässt sie sich ohne große Umschweife darauf ein (ich muss übrigens sagen, dass mich das immer sehr irritiert hat, dass sie es so gleichmütig hinnimmt). In Teil 1 und 2 begegnen ihr auf diese Weise viele Gestalten und Abenteuer - es wimmelt nur so von Vampiren, Dämonen, Foresaken und Werwölfen. Und noch vielen Anderen. Clary bemerkt an sich einmalige Fähigkeiten und wird in die Gruppe der Schattenjäger integriert. Sie verliebt sich in Jace, einen Schattenjäger, der neben ihr die zweite Hauptrolle innehat. Soweit erstmal zu den ersten Teilen. In Teil 3 reist Clary nach Idris und muss dort versuchen, einen Krieg zwischen den Dämonen und den Schattenjägern zu verhindern - diesen will ihr verhasster Vater Valentin heraufbeschwören. Es geht wirklich rund im dritten Teil und es fehlt auch wirklich nicht an Wendepunkten :)

Unterhaltungswert haben die Bücher allemal, sonst würde ich die Reihe auch gar nicht weiterhören. Jedoch fand ich in den ersten beiden Teilen die Geschichte teilweise zu holprig und zu hektisch. Das ändert sich im dritten Teil: die Handlung ist in sich rund abgeschlossen und die Figuren sind bzw. wirken auf mich gereift. Auch die Lesung des Hörbuches gefällt mir viel besser: Andrea Sawatzki spricht v.a. die Jugendlichen nicht mehr so "künstlich cool" und draufgängerisch wie in den ersten Teilen. Auch konnte ich mich bei diesem Hörbuch das erste Mal so richtig von ihr mitreissen lassen in die Geschichte.

Also alles in allem muss ich sagen, dass ich ziemlich begeistert bin von diesem Hörbuch. Und auch sehr positiv überrascht: denn eigentlich hatte ich mit der Reihe schon ein wenig abgeschlossen und wollte sie nur der Vollständigkeit halber zu Ende hören. Ich bin sehr froh, dass ich den Teil 4 schon zu Hause liegen habe und morgen auf dem Weg zur Arbeit wieder Gesellschaft von Clary und den anderen habe.

2/05/2014

Erste "Rezi" zu "Eine Handvoll Worte" von Jo Jo Moyes

Schon vor gefühlten Ewigkeiten habe ich mich bei Ariana zur Hörbuchchallenge für 2014 angemeldet.
Bislang hatte ich jedoch nicht mal die Übersichtsseite online gestellt - das habe ich mittlerweile aber wenigstens geschafft <click>.

Auch das erste Hörbuch wurde bereits gehört: "Eine Handvoll Worte" von Jojo Moyes. Nachdem wir auf unserem letzten Roadtrip sehr begeistert von "Ein ganzes halbes Jahr" waren, war ich schon sehr aufgeregt und freute mich auf den nächsten Roman von der Autorin.

Vorab sollte ich sagen, dass ich nicht so gerne bzw. gut Rezensionen schreibe - ich habe immer Angst zu spoilern und darum fasse ich mich immer super-kurz ;)

In der Geschichte geht es eigentlich um zwei Liebesbeziehungen in verschiedenen Zeiten: 1960 und 2003. Richtig tief taucht man in die 1960er Geschichte von Jennifer Stirling ein. Sie ist die Ehefrau eines wohlhabenden Mannes, die in Südfrankreich zufällig auf einen Auslandskorrespondenten trifft und sich in ihn verliebt. Ihr Ehemann ist aber auch ein ganz schöner Knallkopf, dass kann man schon mal sagen. Zwischen den beiden Liebenden geht es hin und her und hin und her - das zieht sich durch das ganze Buch und alle Zeitsprünge.
Die andere Zeitlinie dreht sich um Ellie Haworth, eine junge Journalistin, die einen alten Brief von Antony, dem Auslandskorrespondenten findet, in dem er Jennifer bittet, mit ihm nach New York zu gehen. Natürlich will Ellie, die selber unglücklich (obwohl ihr das anfangs nicht bewusst ist) in einen verheirateten Mann verliebt ist, sofort wissen, was dahinter steckt und will Empfängerin und Sender finden und deren Geschichte lüften, bestenfalls sogar einen Artikel dazu schreiben.

Puh, jetzt, wo ich das hier schreibe wird mir auch wieder klar, was mich an dem Buch so geärgert hat.
Dieses ständige Springen zwischen den Zeiten und Geschichten, ohne das es im Hörbuch kenntlich gemacht wurde, hat mich furchtbar genervt. Davon abgesehen fand ich die ganze Geschichte ziemlich ärgerlich: die beiden Liebenden aus den 60ern  werden ständig von der großen bösen Welt auseinandergebracht bzw. daran gehindert, endlich zusammen zu kommen.
2003 erlebt man, wie Ellie in einen Strudel von unwichtigen Ereignissen gerät und dadurch ihren Job nicht macht: sie kommt andauernd zu spät zur Arbeit, erfüllt ihre Aufträge nicht, verletzt nette Menschen und hat irgendwie nur wenig Gefühl dafür, dass sie ihre Umwelt enttäuscht und nervt. (Vom Hörer / Leser ganz zu schweigen ;))

Ich fand die ganze Geschichte sehr zäh und leider für mich enttäuschend.  Ich glaube, ich habe es nur zu Ende gehört, weil ich die Art zu lesen von Luise Helm einfach so großartig finde - da kann es dann  offensichtlich sogar eine schlechte Story sein. Aber nach "Ein ganzes halbes Jahr" konnte mich dieses Buch leider so gar nicht begeistern - allerdings war es auch sicherlich viel erwartet, an dieses Werk heranzukommen.
Mich persönlich hat das Buch leider so gar nicht erreicht, ich fand es schwierig, die Personen aus beiden Zeitsträngen zu mögen und ihr Verhalten nachzuvollziehen. Außerdem ging es mir zeitweise so, dass ich nicht genau wusste, in welcher Zeit ich gerade bin und wann die Amnesie nun eigentlich eingetreten ist. Das _kann_ aber auch daran liegen, dass ich nicht immer voller Aufmerksamkeit dabei war und manchmal abgedriftet bin...

Kurz: Das Buch war also nicht meins. Zu erwarten, dass es vergleichbar mit "Ein ganzes halbes Jahr" sein könnte, war vielleicht ein bisschen naiv von mir. Die Lesung von Luise Helm war trotzdem schön und der einzige Grund, warum ich diesen Post jetzt schreiben kann ;) Vielleicht ist es als Hörbuch auch noch verwirrender, aber das werde ich wohl nie endgültig beantworten können.

1/19/2014

Jahresabschluss und -ausblicks-ABC 2013/14

Nachdem ich die letzten zwei Jahre immer Jahresrückblicke gemacht habe und ich das in 2013 einfach nicht mehr hingekriegt habe, gibt es jetzt einen gemeinsamen Post für den Jahresrückblick und den Ausblick für das neue Jahr. Und weil noch Januar ist, finde ich das auch so gerade noch ok...

A wie Ausbildung
Ja, meine Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin hat es wirklich in sich und hat das Jahr 2013für mich sehr geprägt. Und das wird sie in 2014 auch weiter tun, einfach weil viele Wochenenden in ihrem Zeichen stehen werden und alles, was ich beruflich tue davon geleitet ist. Das gute daran ist, dass mir die Ausbildung wahnsinnig viel Spass macht, wenn sie auch oft anstrengend ist. Aber ich habe das Gefühl, so langsam weiss ich, was ich tue, um es mal so auszudrücken. In der alten Stelle war ich ja unter Supervision, da konnte ich also nicht so viel verkehrt machen. Aber mittlerweile ist mir auch vieles klarer und ich muss nicht mehr so viel nachfragen - ich fühle mich einfach sicherer und das war auch das was ich mir erhofft hatte von diesem Aufwand ;)

B wie Blog
Na, wer wüsste das besser als ihr letzten treuen Leser: hier läuft nicht viel - weder in 2013 und nicht mal 2014 fing gut an (wenn ich heute erst zum ABC komme sagt das ja wohl alles) ;)
Ich habe mich zu zwei Challenges angemeldet, damit ich nicht ganz so rauskomme, aber es fällt nach wie vor schwer. Aber ich habe einfach viel um die Ohren zu Zeit, darum ist das für mich auch ok so :)

C wie Campen
Gab es 2013 leider nicht, ist aber für den Spätsommer 2014 geplant, am liebsten wieder in Bolsena (Italien)

D wie Doktor
Das Wort Doktorarbeit schwirrte mir kürzlich erstmalig nach dem Horror Diplomarbeit durch den Kopf - aus Zeitgründen musste ich mich aber dagegen entscheiden. Aber interessant finde ich, dass dieses Wort einen Platz in meinen Gedanken gefunden hat ... Es scheint immer spannend zu bleiben...


E wie Essen
Mein Essverhalten hat sich durch meinen Job in einer Klinik für Essstörungen total verändert. Ich esse dadurch viel regelmäßiger und ich muss sagen, es bekommt mir viel besser - und es kommt zu weniger Heisshungerattacken. Das gefällt mir richtig gut und ich werde dabei bleiben für die Zukunft, auch wenn ich nicht mehr mit Essstörungen arbeite :)

F wie Frida
Ach, Frida - der geht es eigentlich super. Das Jahr 2013 war für sie sehr gut, vor allem gesundheitlich. Und sie hatte nicht mal einen Wespenstich im alten Jahr!! Dafür haben wir immer wieder Phasen, wo sie uns morgens um 5:30 weckt  mit einer unglaublichen Penetranz - das ist schrecklich nervig. Die letzte Phase hatte sie im Sommer letzten Jahres, dann ging es wieder besser und jetzt hat sie das neue Jahr leider auch wieder damit begonnen. Das stürzt mich etwas in Verzweiflung - da man wirklich nicht viel machen kann - außer sie zu ignorieren (oder eben früh aufzustehen und sie zu füttern). Aber davon kann ich dann auch nicht länger schlafen. Davon abgesehen hat es mit Hunger nicht viel zu tun - ich glaube ihr ist einfach langweilig :/ Ich hoffe, dass hört schnell wieder auf... Ansonsten sind wir essenstechnisch jetzt momentan alle zufrieden - das ist sehr entspannend: gegessen wird alles, was in den Napf kommt, TroFu ist komplett abgeschafft :)

G wie  Glück
Ich hatte unerhörtes "Glück" im alten Jahr, als ich bei unserer Firmenweihnachtsfeier eine Reise gewonnen habe :) Über diese freue ich mich ziemlich - vor allem, weil sie so unverhofft kam.
Auch echtes Glück verspüre ich im Moment oft - mit dem Jahreswechsel habe ich einen neuen Frieden mit mir gemacht und bin deutlich zufriedener mit mir als sonst manchmal. Das hängt wohl auch viel mit der Selbsterfahrung zusammen, die ich im Zusammenhang mit der Ausbildung mache(n muss).


H wie Hobbies
Ich bin auf der Suche nach neuen Hobbies und Möglichkeiten - das Fotografieren möchte ich intensivieren, Nähen und Klettern sind schon mal in der engeren Wahl :)

J wie Joggen
Nach 1,5 Jahren, in denen ich fast ausschliesslich gewalkt bin, nähert sich für mich nun vielleicht eine neue Jogging-Ära - jedenfalls solange die Knie es mitmachen. Da bin ich aber im Moment noch in der Pilotphase.

K wie Klettern
Das war ein Weihnachtsgeschenk in 2013 für den 19.01.2014 - und so war ich heute das erste Mal mit meinen Freund (der mir das auch geschenkt hat) zum Klettern in einer Kletterhalle, wo wir unsere ersten Erfahrungen mit diesem Hobby machen konnten - das war echt klasse :) Aber dabei war es auch unfassbar anstrengend - meine Arme sind noch immer müde. Allerdings kann ich mir auch gut vorstellen, dieses Hobby weiter zu betreiben - ich hoffe, wir verlieren das nicht aus den Augen...

L wie Lesen
Ich habe im letzten Jahr viel gelesen - allerdings entweder Unterhaltungsliteratur oder eben Fachliteratur - wie in den letzten Jahren schon. Aber das gehört momentan zu meinem Leben auch dazu ;)

N wie Nähen
Im alten Jahr habe ich ja für meinen Kindle eine Hülle genäht und für das neue Jahr steht an, dass ich von einer Kollegin in die Kunst des Nähens eingeweiht werden soll :)

O wie Osteopathie
Finde ich immer noch großartig. Allerdings glaube ich allmählich, dass meine Rückenschmerzen nie ganz weggehen werden - aber vielleicht werden sie ja dadurch noch etwas weniger - das wäre ja auch ein Ziel :)

P wie Phoebe














Phoebe hatte bis auf ein paar Kinnakne-Probleme auch kaum Stress im letzten Jahr. Vor allem ist sie deutlich kuscheliger geworden in den letzten Monaten: sie tretelt jetzt täglich bei meinem Freund auf dem Bauch und schmiegt sich neuerdings sogar an - sehr, sehr schön ist das für uns :)

R wie Reisen
Reisen gab es nur wenige in diesem Jahr - der Jobwechsel mit dem Jahr und das geringe Praktikumsgehalt führten dazu, dass das einfach nicht drin war. Aber wir haben einen Kurzurlaub in Südtirol gemacht, welcher ganz schön war. Außerdem waren wir viel zu Hause, haben Tagesausflüge gemacht und hatten eine schöne Urlaubszeit. Und für das kommende Jahr steht mal wieder ein Roadtrip an auf den wir uns schon unfassbar freuen. Ich sage nur Yellowstone und Glacier Nationalpark ;)

S wie Sylvester:














Köstliches Käsefondue mit recht entspannten Katzen und GuitarHero spielen in trauter Zwei- bzw. Viersamkeit - sehr schön und wenig stressig

W wie Weihnachten














Nur ein paar Worte: gemütlich - lecker - entspannt - weihnachtlich

Menü:
Parmesansüppchen - Avocado-Schnitze mit Parmesan-Zitronen-Kartoffeln und Lady Carrots, zum Nachtisch Maronencreme


Y wie Yoga
Begleitet mich jetzt schon eine ganze Weile - ich habe die Möglichkeit, es günstig im Turnverein zu machen und das macht mir viel Spass dort. Auch wenn ich die Trainerin manchmal nicht so unglaublich kompetent finde, bin ich froh, dass ich es relativ häufig schaffe, einmal in der Woche zu entspannen und etwas für meinen Körper und die Dehnung und Beweglichkeit zu tun.

Natürlich ist nicht jeder Buchstabe besetzt - manche sind auch wirklich schwer zu füllen - aber es ist schon ein bisschen was zusammengekommen, finde ich :)