6/21/2015

"Blauwasserleben" von Heike Dorsch- Sachbuchchallenge 2015 #3

Nachdem ich dieses Wochenende krank auf dem Sofa und im Bett verbringe, schaffe ich den Zwischenstand der Sachbuchchallenge ja möglicherweise doch noch.
Heute früh habe ich von Heike Dorsch das "Blauwasserleben" beendet und es hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Der Fall ging ja damals durch die Medien, als 2011 der Lebensgefährte der Autorin auf der Pazifikinsel Nuku Hiva von einem Einheimischen ermordet wurde. Zuvor waren die beide schon um die halbe Welt gesegelt und hatten das "normale" geregelte Leben schon lange hinter sich gelassen. Manche Leser kritisieren an dem Buch, dass es die meiste Zeit im Buch nur um das Segeln geht, wobei mir gerade das besonders gut gefallen hat. Das Verbrechen am Ende bekommt deutlich weniger Raum und genau das fand ich sogar eher gut. Denn immerhin wird so der Fokus auf das Aussteigerleben der beiden gelegt, auf die wunderschöne und abenteuerliche Zeit, die sie miteinander auf der Baju verbringen durften.
Ich muss sagen, ich habe keine Ahnung vom Segeln und es liegt mir sehr fern, auszusteigen oder auch nur länger als ein paar Wochen mein Zuhause zu verlassen. Ich hänge da einfach zu sehr an meiner Umgebung, meinen Katzen, meinen liebsten Menschen und auch an meinem Alltag. Dennoch war ich sehr beeindruckt vom Mut und der Risikobereitschaft dieser beiden Aussteiger. Mit etwas mehr Abenteuerlust würde mich ein solcher Traum vielleicht auch begeistern - mir aber reichte es, davon zu lesen. ... Wie die beiden schon ganz früh begannen, die Pläne für ihr Blauwasserleben zu schmieden und wie sie sich, schon lange bevor sie die Baju kauften, kleine Fluchten in Form von Wochenendausflügen mit exotischen Reisezielen suchten und wie sie sich ein Konzept ausdachten, mit dem sie gut leben konnten (z.B. in dem sie Chartergäste einluden, mit ihnen zu segeln - so etwas hätte ich mir z.B. auch gut vorstellen können).
Die dramatische Wendung (mit der das Buch allerdings schon beginnt) bewegt natürlich dennoch sehr, gerade weil man den Eindruck bekommt, dass die beiden einen guten Weg gefunden haben, ihren Traum zu leben.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, es war eine kleine Realtitätsflucht in sonnigere Gegenden (spätestens als die beiden auf der "Barfussroute" angelangt sind) und gleichzeitig hat es mir wieder einmal gezeigt, dass ich solche Abenteuer nicht suchen würde. Umso schöner finde ich es, darin eintauchen zu können und jederzeit wieder die Möglichkeit zu haben, meine Katzen zu beschmusen.

Hier noch der Trailer zur Verfilmung des Buches, an der die Autorin auch teilgenommen hat.

4 comments:

  1. Ich habe früher viele Segelbiografien und -romane gelesen, weil ich die Nähe zum Wasser, die beschriebene Weite und auch die Einsamkeit so verlockend fand. Aber für mich selber wäre so ein Aussteigerleben auch nichts, ich brauche mein Sicherheitsnetz (und meine Bücher um mich herum ;) ).

    Von dem Fall hatte ich erst etwas mitbekommen, als durch die Verfilmung sehr viel Medienaufmerksamkeit auf die Autorin und das Buch gelenkt wurden - und ich finde es (mal wieder) unfassbar, dass ein Mord aus einem solch banalen Grund verübt wurde. Vor allem, da der Mörder - wenn er denn darüber nachgedacht hätte - doch sicher sein konnte, dass er geschnappt wird.

    Oh, und was die Sachbuch-Challenge angeht: Go, Sayuri, gogogooooooooo! ;D

    ReplyDelete
    Replies
    1. Ich glaube, dann könnte Dir dieses Buch sogar auch gefallen - es ist für mich wirklich ein großer Fokus auf dem "Blauwasserleben" und man kann es sich gut (und staunend) aus der Nähe betrachten :)
      Die Schilderung des Verbrechens fand ich am Ende schlüssig, aber das war nicht der Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Und Du hast Recht, die Unfassbarkeit dieses Mordes macht das ganze so traurig und schrecklich sinnlos. Immerhin hat er es geschafft, sich sieben Wochen vor den Behörden zu verstecken und hat bis zum Ende des Verfahrens nicht die ganze Wahrheit erzählt. Ich habe den Fall auch total verpasst - aber ich bin da auch sehr nachlässig, was das Weltgeschehen angeht...
      Zur Sachbuchchallenge habe ich mir in meinem heutigen Post ein paar Gedanken gemacht - ich denke, ich werde es nicht über das Zwischenziel hinaus schaffen :/ Aber eigentlich finde ich es schon klasse, wenn ich das wenigstens noch hinbekomme :D

      Delete
    2. Momentan habe ich eher keinen Drang zu "Seebüchern", die verursachen nur Meerweh ;), aber ich halte es im Hinterkopf! :)

      Delete
  2. Bei einem Buch mit dem Titel "Blauwasserleben" würde ich durchaus erwarten, dass der Schwerpunkt auf dem Leben auf See/dem Segeln liegt und nicht auf dem Verbrechen (von dem ich auch gar nichts mitbekommen habe).

    Wie Du Dir denken kannst, wäre diese Art Aussteigerleben auch für mich nichts, Wasser hat einfach keine Balken und ich keine Seemannsbeine und -magen. ;) Mein Fischkopp schwimmt lieber im Wasser. :)

    ReplyDelete