12/13/2015

"Sterben" von Karl Ove Knausgård - Sachbuchchallenge 2015 #9

Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, habe ich mich ja kürzlich mit Karl Ove Knausgårds "Sterben", dem erstem Teil seiner - ich glaube - sechsbändigen Reihe ("Das autobiographische Projekt") beschäftigt. Da die liebe Winterkatze ja Interesse an einem Post über das Buch angemeldet hatte, habe ich mir gedacht, ich nutze diesen freien und entspannten Adventssonntag für die vermutlich letzte kurze Buchbesprechung des Jahres.


Irgendwann Mitte letzter Woche habe ich o.g. Buch ausgelesen - ein Arbeitskollege hatte es mir geliehen und ich war anfangs total begeistert und konnte es fast nicht weglegen.
Aufgrund von reichlich Arbeits-, Weiterbildungs- und Freizeitanforderungen wurde es dann mit der Zeit leider etwas mühsamer - was vielleicht auch den Längen, die das Buch teilweise einfach hat, lag.
Grundsätzlich muss man sagen, das Knausgård eine sehr detaillierte und persönliche Art hat zu schreiben. Ich glaube, das macht dieses Buch einfach aus. Wir bekommen sehr private Einblicke in seine Kindheit, seine Psyche, seine Gedankenwelt und seine Emotionen. Die oft kleinen Geschichten, die er erzählt, ziehen sich häufig über sehr viele Seiten hin und ich habe anfangs den Fehler gemacht, auf eine Pointe zu warten, die dann aber nicht kam. Nachher hat mich das allerdings auch nicht mehr gestört (und ich habe nicht mehr mit Pointen gerechnet).
Um ein Beispiel zu nennen wird besteht fast der komplette erste Teil des Buches (also so etwa die Hälfte) beinahe ausschließlich aus den Schilderungen einer Sylvesternacht und damit verknüpften Kindheits- und Jugenderinnerungen. Der zweite Teil hingegen ist dem Tod des Vaters gewidmet, und der damit einhergehenden Beerdigung. Allerdings gelingt es Knausgård, an diese Handlungsstränge neben vielen nicht so wichtigen Teilgeschichten auch sehr prägende und bewegende Erzählungen aus seinem Leben und seinem Denken einzuflechten.

Daher: ich weiss nicht, ob es nicht vielleicht einfach an meiner Überlastung lag, dass ich am Ende manchmal nicht mehr so enthusiastisch nach dem Buch gegriffen habe. Grundsätzlich habe ich das Buch sehr gerne gelesen (trotz aller Trostlosigkeit die darin enthalten ist) und werde auch noch die Folgeteile so nach und nach lesen. Allerdings brauche ich im Moment eine Pause ;)

Ich finde Knausgård selbst sehr interessant und angenehm und habe Lust, ihn noch näher kennenzulernen. Ich finde es beachtlich, wie weit er die Welt an seinen Gedanken teilhaben lassen mag und werde ihn gerne noch weiter begleiten. Was die Längen angeht: sie gehören zum Leben wohl genauso wie das Sterben an sich und dort erkenne ich auch viele Parallelen zur Realität. Wenn ich mein Leben ungeschönt beschreiben würde, hätte es wirklich viele Längen ...
Daher: von meiner Seite eine klare Empfehlung für "Sterben" von Karl Ove Knausgård - allerdings natürlich nur, wenn man mit dieser Art Buch überhaupt etwas anfangen kann. Wer in sich geschlossene Geschichten mit Spannungsbogen und möglicherweise aufregenden Wendungen lesen möchte, wird vermutlich enttäuscht sein. Und ich finde, es handelt sich auch um ein Buch, dass man zum richtigen Zeitpunkt lesen sollte ...

11/15/2015

"Persepolis - Eine Kindheit im Iran " und "Jugendjahre" von Marjane Satrapi - Sachbuchchallenge 2015 #7 + #8

Die Sachbuchchallenge der lieben Winterkatze neigt sich dem Ende entgegen. Und doch lese ich gerade noch ein weiteres Buch, welches ich vielleicht sogar noch verbloggen kann, bevor das Jahr 2015 vorbei ist.
Aber beginnen wir am Anfang.

Persepolis - Eine Kindheit im Iran von Marjane Sartrapi - Teil 1
Ich habe dieses Buch in meiner Kindheit (oder auch frühen Jugend) das erste Mal gelesen. Der Grund dafür war, dass ich meiner liebsten Kinderfreundin, die ich schon aus Sandkasten-Tagen kenne, dieses Buch schenkte, als ich zu ihr in die Ferien fuhr. Leider kannte und besass sie schon beide Teile, so dass ich es wieder mit nach Hause nahm und entsprechend las. Ich war damals vielleicht so 12 oder 13 Jahre alt und war total beeindruckt. Die Welt von Marji war so ganz anders als meine eigene und auch so ganz anders von allem, was ich über den Iran bis dahin gelernt hatte. Ich fand Marji unglaublich interessant - sie war so fantasievoll und aufgeweckt - und manchmal auch richtig gemein und egoistisch. Kurz, sie war irgendwie ganz echt und dabei gleichzeitig so unwirklich. Die Art des Zeichnens fand ich großartig, ich kannte damals auch schon Art Spiegelmans "Maus"-Comics und ich glaube auch, dass die Ähnlichkeit des Zeichenstils mich zum Kauf von "Persepolis" animiert hatte.
Man lernt also Marji, die Unerschrockene, kennen. Ihre Eltern sind linke Intellektuelle, die sich im Iran zwar arrangiert haben, die aber mit dem Schah-Regime naturgemäß große Schwierigkeiten haben. Je schwieriger und strenger die Regeln werden, desto sorgenvoller geht es im Hause Sartrapi zu.
Und während Marjis Welt immer noch sehr behütet ist, sie ihre Großmutter als ruhenden Pol jederzeit abrufen kann und ihre Eltern sie frei und selbstbewusst erziehen, verändert sich die Welt draußen mehr und mehr. Das Kopftuch wird Pflicht und die Demonstrationen gegen das Regime nehmen zu. Marji ist währenddessen damit beschäftigt, mit Gott zu diskutieren und zu versuchen, ihre Welt zu verstehen. Sie glüht für Verehrung von Helden wie ihren Onkel Anusch und wird auch selber immer rebellischer.
Daher wird es auch immer schwieriger - sie eckt in der Schule an und die Eltern entscheiden, dass es sicherer und besser für sie ist, den Schulabschluss in Frankreich zu beenden.

Damit endet der erste Teil meiner Ausgabe und ich konnte es damals kaum erwarten, den nächsten Teil zu beginnen. So war es bei diesem Re-Read ebenfalls und dank der lieben Natira konnte ich auch direkt weiterlesen.

Persepolis - Jugendjahre von Marjane Sartrapi - Teil 2
So faszinierend und spannend der erste Teil mit den kleinen Kapiteln von Persepolis für mich war, so ging es auch im zweiten Teil gleich weiter. Allerdings deutlich düsterer und trauriger als der erste Teil. In der Kindheit war Marji ja sicher und konnte immer zu ihren Eltern gehen wenn sie Fragen hatte und die Welt nicht verstand. In Frankreich ist sie dagegen mutterseelenallein und muss sehen, wie sie zurechtkommt. Sie versteht die Welt dort nicht, alles ist fremd und die Menschen egoistisch und niemand ist so liebevoll  zu ihr, wie sie es gewohnt ist. Es geht ihr nicht gut und sie macht auch viele nicht so kluge Dinge. Ich erinnere mich, dass ich damals den zweiten Teil nicht gerne gelesen habe, weil er ich so traurig gemacht hat. Ich fand es eine schreckliche Vorstellung, so allein zu sein und gleichzeitig aus Scham und Stolz seiner Familie nichts davon sagen zu können.
Dennoch ist auch dieses Buch absolut empfehlenswert und aus Marji wird eine großartige Frau, die die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens alleine in fremder Umgebung meistert.
Die Zeichnungen sind auch wieder wunderbar gestaltet und ich bin sehr froh, dass ich damals auf diese Bücher gekommen bin.

Alle Klischees, die man vielleicht so gelernt hat, werden hier widerlegt und man lernt den Iran und seine Bevölkerung sehr nah und sicher auch authentisch kennen. Und Marji möchte man am liebsten persönlich kennenlernen - so eine interessante und temperamentvolle Person scheint sie zu sein.
Ich finde, die Bücher haben nichts von ihrer Aktualität oder vielmehr ihrer Wichtigkeit verloren und ich empfehle sie unbedingt weiter! Marji wuchs mir sofort ans Herz und ich kann mir kaum vorstellen, dass es jemandem da anders geht ;)


***

Damit habe ich jetzt erstaunlicherweise für mich sehr früh (und überhaupt!) die Sachbuchchallenge 2015 beendet! Wer hätte das gedacht - wollte ich doch eigentlich schon abbrechen!
Und doch lese ich zur Zeit noch ein weiteres Buch, was vielleicht als Sachbuch durchgeht ("Sterben" von Karl Ove Knausgård) und werde es dann vielleicht sogar auch noch verbloggen - damit hätte ich nicht gerechnet :D
So oder so hat mir die Sachbuchchallenge dieses Jahr wieder viel gebracht - auch wenn ich zwischendurch fast aufgegeben hätte.
Danke, liebe Winterkatze, dass Du mich bei der Stange gehalten hast - ich freu mich sehr darüber!
Wenn ich mir meine gelesenen Bücher anschaue, habe ich wirklich ganz verschiedene Bücher und Stile gelesen...
Meine Highlights waren die beiden ersten "Sachbücher": "Der große Trip" von Cheryl Strayed und "Darm mit Charme" von Julia Enders sowie meine Re-Reads zum Abschluss "Persepolis 1 und 2" von Marjane Satrapi. Und falls ich hier es noch rezensieren werde, wird mein absolutes Highlight des Jahres vermutlich "Sterben" von Karl Ove Knausgård werden :)
Aber erstmal: vielen, vielen Dank, liebe Winterkatze wieder für dieses tolle Begleiten der Sachbuch-Challenge, für die Reminder, die lieben Kommentare und das Mutmachen!! Es ist immer wieder toll!

"Der lange Weg zur Freiheit" von Nelson Mandela - Sachbuchchallenge 2015 #6

Der zweite "dicke Wälzer" für Winterkatzes Sachbuchchallenge :)

Dieses Buch ist mir bei Skoobe in die Hände bzw. auf meinen ebook-Reader geraten und so habe ich in den letzten Monaten viel Zeit mit Nelson Mandela und Südafrika verbracht.
Das Buch ist ein Projekt, welches über Jahrzehnte angewachsen ist und Mandela erzählt sehr detailliert über sein Leben und den Freiheitskampf, den Kampf gegen die Apartheid. Die Anfänge wurden schon im Gefängnis geschrieben und ich war stellenweise sehr gerührt und bewegt von der Geschichte dieses Mannes. Den Kampfgeist und Mut dieses Menschen finde ich bemerkenswert und Südafrika (und die ganze Welt) kann froh sein, dass er "da" war und sich starkgemacht hat für ein gleichberechtigtes Leben. Das er sein Privatleben diesem tatsächlich sehr langen Kampf gewidmet hat. Die langen Jahre im Gefängnis haben mich sehr berührt - ich hatte immer wieder auch Bilder aus Alcatraz vor Augen, wo wir im September noch waren. Auch wenn es auf Robben Island sicherlich wieder ganz anders war, bekamen für mich diese Schilderungen durch die Alcatraz-Erinnerungen noch mehr Eindrücklichkeit, denke ich.
Jedoch hat mir nicht alles in dem Buch gefallen. Zum einen waren mir manche Passagen einfach zu lang oder es fehlten mir Hintergrundinformationen, die ich mir erst noch hätte anlesen müssen. Dann wieder werden ganze Reden Wort für Wort wiedergegeben, die mich in der Ausführlichkeit so doch nicht interessiert hätten. Oder es werden Anekdoten kleinschrittig erzählt, deren beteiligte Personen werden ebenfalls ausführlich vorgestellt, obwohl die Geschichte eigentlich nicht wirklich von essentieller Bedeutung ist.
An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, das Mandela nicht entscheiden konnte, was jetzt wichtig für dieses Buch ist und was nicht. Aber das war ja zum Glück nur die eine Seite des Buches. Den größeren Teil fand ich sehr interessant und lehrreich und auch gut zu lesen. Es waren eher die teilweise aus dem Zusammenhang gerissenen Berichte, wo ich mir entweder mehr Hintergrundinfos oder eine Streichung gewünscht hätte ;)
Ein anderes Manko für meinen Geschmack ist, dass er auf das Privatleben sehr wenig eingeht. Natürlich hatte er ja auch nur wenig davon nach so vielen Jahren im Gefängnis, aber nach seiner Freilassung war er zunächst ja wieder bei seiner Frau und hatte Kontakt zu seiner Familie. Dieser Teil seines Lebens bleibt sehr im Nebel verborgen - vielleicht, weil er einfach nicht wollte, dass diese Dinge an die Öffentlichkeit geraten. Das kann ich akzeptieren, aber doch finde ich es auch ein bisschen schade, denn auch diese Seite gehört ja zu ihm hinzu. Ich hätte mir keine Details über sein Privatleben gewünscht, aber doch hätte ich gerne mehr darüber erfahren, wie er und seine Familie damit umgegangen sind, wie sie am Ende wieder zusammengefunden haben (oder eben auch nicht).
Aber gut, dass ist mein Bedürfnis, auch diese Seite zu verstehen - für den "langen Weg zur Freiheit" ist dieser Part nicht essentiell.
Ich habe zwar zwischendurch manchmal keine Lust mehr gehabt, weiterzulesen, aber ich bin froh, dass ich durchgehalten habe. Die Beschreibung, wie es war, als Nelson Mandela freigelassen wurde hat mich sehr bewegt, so dass ich mit Tränen in den Augen im Zug saß.
Ich werde mich nun noch einmal ein bisschen mit Südafrikas Geschichte beschäftigen müssen um alles gelesene auch einordnen zu können.
So oder so bin ich aber froh, zu diesem Buch gegriffen zu haben, denn es hat meinen Horizont ein Stück weit erweitert (auch wenn es mich manchmal ärgerlich gemacht hat ;) ).

10/31/2015

Letzter Herbstlesetag 2015 für mich: Herbstlesen by Winterkatze am31.10.


Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und daher bin ich heute noch einmal dabei, bei dem wunderschönen Herbstlesen-Event, welches die liebe Winterkatze ins Leben gerufen hat.


Morgen kann ich leider nicht und die letzten Wochenenden war ich mit Seminaren und privaten Herausforderungen beschäftigt. Doch obwohl ich es nicht geschafft habe, mit Euch zu bloggen und zu lesen, so habe ich doch auch ein bisschen gelesen, habe den Herbst im Wald bei kleinen Joggingrunden genosssen und insgesamt recht gut für mich gesorgt.

Heute wäre ein großes Ziel, die Nelson-Mandela-Biografie zu Ende zu lesen (Winterkatze, Du siehst, die Sachbuchchallenge schwirrt mir noch im Kopf herum ;) ) und einfach ein paar entspannte Stunden zu verbringen.

Nachdem ich gestern Abend einen wunderschönen (wenn auch ganz leicht weinlastigen) Abend mit einer lieben Freundin in einer Tapas-Bar hatte, bin ich heute früh in guter Stimmung und habe schon mit dem Lesen begonnen - und Phoebe, unser kleiner Flausch-Orca, leistet mir Gesellschaft.


Sicherlich werde ich zwischendurch noch einkaufen fahren oder eine Runde spazieren gehen. Aber im Große und Ganzen bin ich heute ganz auf Entspannung zu Hause eingestellt :)

15:17
Nach einem recht leseintensiven Tag muss ich jetzt ein bisschen raus an die frische Luft. Robben Island ist zwar recht spannend, aber auch gleichzeitig bedrückend. Daher geht es jetzt etwas in die Stadt zum Bummeln und danach kaufen wir für unser Abendessen ein.
Ich plane etwas zu kochen, was vor sich hinkocht, während ich weiterlese ;)

19:34
Gerade zurückgekehrt aus der Stadt und Photos habe ich Euch auch mitgebracht.






Zunächst haben wir uns durch die Stadt zu unserem Lieblingscafé gebummelt, danach habe ich sogar noch ein paar neue Winterstiefel gefunden, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte - unverhofft kommt oft ;)


Außerdem gab es ein neues Kräuterschneidebrett und eine Aufbewahrungsdose für Zwiebeln und Knoblauch, wobei wir ja nie Knoblauch, aber schon meistens Schalotten im Haus haben. Daher war das Essen für heute auch klar: es gibt unser liebstes Kräuterrisotto :) und dazu ein Tomatencarpaccio.











Dann wollte ich Euch noch das neue Kong-Spielzeug zeigen, welches die Katzen aber nicht soooo wahnsinnig spannend finden (wie so oft...). Frida fand es anfangs ganz toll und jetzt findet sie es eher so "Naja, wenn Du es schon für mich wirfst, kann ich mich ja mal kurz draufstürzen *seufz+augenroll*".



Jetzt muss ich erstmal essen - später mehr :)

21:03
Ich freue mich sehr über diesen schönen Lese- und Entspannungstag und habe genug geschafft, so dass die Challenge jetzt in greifbare Nähe rückt :)
Für mich sind diese Lesetage einfach eine wundervolle Einrichtung, die mir helfen, wieder mehr bei mir anzukommen - nach einer vollen Woche sind sie genau das Richtige. Eigentlich sollte man das viel öfter haben - vielleicht schaffe ich es ja beim Adventslesen mal dabei zu sein ...
Jetzt mache ich das Macbook aber zu und begebe mich zu Frida auf die Couch!
Allen die morgen noch weiterlesen eine schöne Zeit, jetzt erstmal eine gruselige Halloween-Nacht und hoffentlich bis bald auf diesem Blog ;)

10/11/2015

(Mini-)Herbstlesen by Winterkatze #Tag2

Heute ist ein wunderschöner Morgen (allerdings waren es nur 2 ° als ich aus den Federn gekrochen bin) und ich fühle mich nach gestern schön ausgeruht und ausgeschlafen. Auch wenn ich heute wirre Träume hatte bin ich gut aus dem Schlaf gekommen und habe erstmal eine ausgiebige Runde mit Frida gekuschelt und geschmust.
Dann habe ich im Bett schon mit meiner Lesezeit begonnen, da ich gestern abend noch richtig lange in der "Night School" war und in der Geschichte jetzt ganz drin bin.
Danach bin ich eine Runde im Wald laufen gegangen und habe gerade zum Frühstück noch eine Folge Orphan Black geschaut. Jetzt muss ich ein paar Geschenke einpacken, noch etwas lesen und dann geht es leider schon los.
Auch wenn der zweite Lesetag deutlich kürzer ist als der erste und ich eigentlich gerne den ganzen Tag weiter entspannen würde hat das Herbstlesen mir an diesem Wochenende schon sehr gut getan.
Leider gibt es aber heute entsprechend keine Updates und zu einer Kommentarrunde reicht meine Zeit auch nicht mehr.
Aber ich baue sehr auf das übernächste Wochenende und wünsche Euch bis dahin eine sehr schöne Zeit mit ausreichend Lesestunden!

10/10/2015

Herbstlesen by Winterkatze #Tag1

Endlich ist wieder Herbst! Und die liebe Winterkatze hat mal wieder ein Herbstlesen ins Leben gerufen, wovon ich schon im Urlaub gehört hatte...

Und nach den größtenteils sehr sonnigen und sommerlichen letzten Wochen in den USA bin ich direkt in den westfälischen Herbst zurückgekehrt und finde das gar nicht so schlimm. Gerade heute ist ein herrlicher Tag, den ich schon recht produktiv genutzt habe: ich war einkaufen und habe mich für den heutigen Lesenachmittag eingedeckt (und für die nächste Woche eingekauft), habe Wein bestellt, war in der Stadt frühstücken und danach ein paar Besorgungen machen und habe ein bisschen mit den Katzen gespielt. Die wollten jetzt aber lieber schlafen oder die Sonne genießen:

Das war schon mal ein recht guter Start. Jetzt werde ich es mir gleich mit Nelson Mandela und "Der lange Weg zur Freiheit" oder mit "Night School - Um der Hoffnung willen" von C.J. Daugherty gemütlich machen. Ich habe das Herbstlesen der lieben Winterkatze im letzten Jahr für mich sehr gut für ein paar selbst verordnete Lesestunden nutzen können und hoffe, dass ich im Oktober noch ein paar Lesestunden hinbekomme. Leider habe ich allerdings auch ein paar Seminare, weshalb ich zum Beispiel nächstes Wochenende gar keine Zeit haben werde :/
Aber der Moment zählt, und darum geht es jetzt auch endlich los :)

16:10
Und schon ist Zeit für Tee und Apfelkuchen... Tatsächlich riecht der Tee auch nach Apfelkuchen - eine Probe aus der "lecker" . Ich vermute, er wird mir zu süß sein, aber gut - erstmal testen... Das Lesen läuft - allerdings ist das Leben von Nelson Mandela schon auch bedrückend...

19:20
Den Nachmittag über habe ich noch etwas Zeit mit Nelson Mandela vor Gericht verbracht musste ihn dann aber kurzfristig beiseite legen um erst noch eine Folge "Orphan Black" zu schauen und danach mit "Night School" weiterzumachen. Mir ist diese Serie ja schon etwas ans Herz gewachsen und ich bin froh, dass ich noch nicht am Ende der Reihe bin.
Danach hat Frida mich noch ein bisschen belagert und dann musste ich meinen Freund zu einem Freund bringen. Die Rückfahrt habe ich zum Hörbuch hören ("Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes) genutzt, was ich auch sehr genossen habe. Denn es ging gerade die Sonne unter, der Verkehr war schon angenehm ruhig und das Hörbuch ist weiterhin spannend. Jetzt gleich werde ich mal mein Abendessen auf den Tisch bringen - heute gibts eine Brotzeit :)

23:10
Heute abend bin ich ein bisschen mit den Gilmore Girls "versackt" und werde gleich noch einmal losfahren, um meinen Freund wieder einzusammeln. Bis dahin lese ich noch etwas in der Nightschool um wach zu bleiben und höre auf der längeren Fahrt weiter Jojo Moyes. Diese wird mich auch morgen auf meiner insgesamt 2stündigen Fahrzeit in die alte Heimat begleiten.
Aber davon abgesehen werde ich morgen früh lesen können und mich hier sicher noch einmal melden.
Für heute verabschiede ich mich aber schon einmal sehr entspannt und gut erholt und wünsche Euch noch viel Spass beim Lesen und kommentieren und dann lesen wir uns vielleicht morgen wieder.

8/09/2015

"Brave Girl Eating" von Harriet Brown - Sachbuchchallenge 2015 #5


Dieses Buch wartet schon eine Weile auf seine Rezension - ich habe diese aber immer wieder vor mir her geschoben. Und zwar nicht nur, weil mir die Zeit zum bloggen fehlte (was ja bei mir chronisch ist), sondern in erster Linie, weil es mir sehr schwer fällt, meinen Eindruck in Worte zu fassen.

Vielleicht erstmal zum Buch und der Geschichte, wie es auf meinem Kindle landete:  Ich bin vor über einem Jahr auf das Buch aufmerksam geworden und es hörte sich gut an. Ich hatte mir den Titel gemerkt, ihn aber lange Zeit vergessen. Kürzlich bin ich dann wieder darüber gestolpert und dachte mir, es wäre vielleicht mal dran. Ich habe es dann im Original gekauft, weil mir die deutsche Fassung einfach zu teuer war und es liess sich auch gut lesen.

Über das Buch:
"Brave Girl Eating" wurde von Harriet Brown, der Mutter von Kitty, geschrieben. Kitty hat Anorexia nervosa und ist 14 Jahre alt. Sie ist innerhalb von relativ kurzer Zeit sehr tief in die Krankheit herein gerutscht und wird von ihrer Hausärztin und im Prinzip ihren Eltern betreut. Es finden sporadische Therapeutentreffen statt und Kitty müht sich sehr ab, abwechselnd gegen ihre Eltern und die Krankheit anzukämpfen. Die Mutter kämpft wie ein Löwin (jedenfalls entsteht dieser Eindruck beim Lesen) und sie hat auch den Eindruck, als einzige (zumindest so richtig) zu kämpfen.
Das Schlimmste für die Mutter ist, dass in der Forschung immer wieder die Familie als Auslöser der Essstörung benannt wird und sie tut alles, um zu beweisen, dass dies in Kittys Fall nicht so ist. Kitty wird entsprechend auch nicht in eine Klinik gebracht, sondern zu Hause versorgt. Das hat sicher neben den Bedenken, den die Autorin allgemein gegen Klinikbehandlungen hat auch finanzielle Gründe - es wird relativ schnell deutlich, dass die Krankenversicherung der Familie nur einen Bruchteil der Kosten abdeckt - etwas, was in den USA ja nur zu üblich, für uns aber fast unvorstellbar ist. Man merkt schnell, dass die Tochter wirklich sehr krank, dabei aber überraschend kooperativ ist. Sie lässt sich von ihren Eltern planmäßig hochpäppeln, obwohl sie sich dabei ganz und gar schrecklich zu fühlen scheint. Am Ende des Buches ist auch noch nicht wirklich alles ausgestanden und als Kitty das Elternhaus verlässt um ans College zu gehen ist sie auch recht flott wieder in ihren essgestörten Verhaltensmustern. Aber die Mutter verliert die Hoffnung nicht und vor allem verliert sie nicht die enge Bindung an ihre Tochter.

Mein Eindruck:
Ich bin mit Sicherheit etwas vorbelastet was dieses Thema angeht und kam nicht umhin, von der Mutter etwas genervt zu sein. Vielleicht, weil ich so oft mitbekomme, dass ein großer Teil der Ursachen für psychische Erkrankungen tatsächlich in der Familie zu finden sind, aber auch, weil ich diese strikte Verleugnung der eigenen Verantwortung sehr einseitig und wenig reflektiert fand. Gleichzeitig war es für mich schon sehr interessant über die Augen der Mutter über Kitty zu lesen und auch das Leid, was Essstörungen in eine Familie bringen noch einmal anders zu erfassen. Ich fand die Einblicke, die ich dadurch erlangt habe, sehr hilfreich. Gleichzeitig war ich froh, mir das Buch nicht "zum Anfassen" bestellt zu haben, da ich es weder nochmal lesen oder weiterempfehlen möchte.
Daher: nicht wirklich eine Leseempfehlung von meiner Seite aber auch nicht grundsätzlich zu verurteilen. Wenn ich Sterne vergeben würde, wären es genau 2 1/2 :)

6/28/2015

"Sylvia Plath - Eine Biographie" von Anne Stevenson - Sachbuchchallenge 2015 #4

Puuh, Zwischenziel erreicht :)
Das war knapp.
Aber mit der Biographie über Sylvia Plath, geschrieben von Anne Stevenson, habe ich mein Ziel, drei "normale" Sachbücher und einen Wälzer von über 500 Seiten bis zum 30.6.2015 zu lesen, erreicht.

Ich habe mich vor ca. 10 Jahren schon einmal sehr intensiv mit Sylvia Plath befasst und diese Biographie damals auch schon gelesen. Beim Re-Read ist mir aufgefallen, dass ich nicht viel davon verstanden habe oder vielmehr, das Buch heute aus einem ganz anderen Licht betrachte.

Aber beginnen wir am Anfang. Das Buch ist grundsätzlich erstmal angenehm zu lesen, die Sprache ist gut verständlich, es handelt sich nicht um Schachtelsätze oder zu "hochtrabende" Wortwahl. Die Biographie ist sinnvoll aufgebaut und man lernt Sylvia Plath von kleinauf kennen. 
Leider erfasste mich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass die Autorin den Gegenstand ihres Werkes nicht besonders sympathisch findet. Zwar schreibt sie schon auch manchmal von der inneren Not, die Sylvia geprägt haben muss, aber es kommen auch immer wieder Spitzen oder leicht herablassende Beschreibungen von Situationen und Erfahrungen.
Im Nachhinein wird bei Betrachtung des Gesamtwerkes auch deutlich, das Anne Stevenson eng mit Olwyn Hughes zusammengearbeitet hat, der Schwester von Ted, Sylvias Ehemann. Dies hat ganz offenkundig die Berichterstattung geprägt und beeinflusst.

Sylvia Plath war sicherlich eine sehr, sehr anstrengende Person, die sich in sozialen Kontakten häufig nicht "normgerecht" verhalten hat. Auch wenn damals noch nicht so viel über Bipolarität gesprochen wurde, erscheint es doch recht einleuchtend, dass bei ihr eine solche psychische Erkrankung vorgelegen haben wird. Die starken Depressionen schon in jungen Jahren - man denke an den ersten Suizidversuch 1953, den wir in der "Glasglocke" nachlesen können und die darauf folgenden Klinikaufenthalte mit Elektroschockbehandlung, als sie Anfang zwanzig war und die extrem unterschiedlichen Stimmen, mit denen Sylvia Plath zum einen in ihr Tagebuch und zum anderen an ihre Mutter geschrieben hat, weisen auf eine psychische Erkrankung hin. Diese hat das Leben und Schreiben dieser ehrgeizigen, perfektionistischen jungen Frau sicherlich maßgeblich geprägt.
In diesem Licht betrachtet, sind viele der absurden und teilweise wirklich unmöglichen Verhaltensweisen schon eher zu begreifen und ich finde es schwierig, einen Menschen für eine Erkrankung zu verurteilen.
Insbesondere die der Biographie beigefügten Erinnerungen von Dido Merwin fand ich persönlich unpassend. Auch wenn Dido Merwin sicherlich unter Sylvias Launen gelitten hat und sie ihr Verhalten gegenüber Ted sehr nah miterlebt hat, hätte ich mir gewünscht, diese Erinnerungen nicht am Ende des Buches (nachdem ich kurz zuvor über den traurigen, vermutlich überflüssigen (da man ihn hätte vermeiden können) Suizid gelesen habe) noch einmal geballt lesen zu müssen. Ihre Ansichten werden schon in der gesamten Biographie immer wieder eingefügt (ebenso wie die von Richard Murphy), so dass man auf den letzten 100 Seiten häufig das Gefühl eines "déjà-vu" hat.
Richtig gut hat mir an dem Buch gefallen, dass die Autorin immer wieder Bezüge zu den Gedichten herstellt und so die "confessional poetry" belegt bzw. erfahrbar macht. Die Lyrik Sylvia Plaths finde ich persönlich nicht einfach zu verstehen und die immer wieder schön dargelegten Zusammenhänge zu den Ereignissen im Leben Sylvias haben mir einen neuen Zugang zu den Gedichten verschafft.

Nichtsdestoweniger ist die Stimmung am Ende eines solchen Buches sicherlich niedergedrückt. Ich persönlich spürte wohl insbesondere deshalb so ein tiefes Mitgefühl in mir, weil ich den Eindruck habe, das Sylvia sich offenbar niemanden so hat zeigen können, wie sie wirklich war. Ihrer Mutter gegenüber musste und wollte sie immer die fröhliche, zufriedene, erfolgreiche Tochter darstellen, während ihre starken Stimmungschwankungen ihrem Ehemann und den Freunden gegenüber scheinbar größtenteils unbegreiflich waren und häufig als unhöfliches und unangemessenes Verhalten gewertet wurden. Ohne das diese Menschen von der inneren Zerrissenheit eine Vorstellung zu haben schienen, sondern sie als "Gefäß des Zorns" (Dido Merwin) sahen.
Irgendwie hat mich das sehr traurig gemacht.
Nun bin ich auf der Suche, nach einer neueren Biographie, die etwas weniger gefärbt ist.
An diesem Buch mag ich gerne den Zugang zu der Lyrik, den man dadurch bekommt und den klaren Blick über das Leben Sylvia Plaths, der hier durchaus vermittelt wird.
Ich hätte mir vor allem eine neutralere Berichterstattung gewünscht und habe nun doch wieder Lust, mir Tagebücher und Briefe nach Hause noch einmal anzuschauen.

*****
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich an der Sachbuchchallenge weiter teilnehmen werde. Das liegt vor allem daran, dass ich mich in den letzten Monaten äußerst schwer damit getan habe, mich zu Sachbüchern aufzuraffen. Ich kann sie natürlich lesen, habe aber zur Zeit viel mehr Lust auf Romane. Hinzu kommt, dass im kommenden Halbjahr neben einem dreiwöchigen Urlaub wieder mehr Seminare auf mich zukommen. Daher habe ich mich entschlossen, nach Erreichen des Halbjahresziels den Druck für mich zu reduzieren. Ich bin ganz schön stolz darauf, es geschafft zu haben trotz meines neuen, durchaus fordernden Jobs so viel Sachbücher gelesen und verbloggt zu haben und insbesondere das letzte Buch hat mich erstaunlich viel Kraft und Zeit gekostet, weil Lyrik für mich nicht nur Entspannung ist. Daher bin ich mit mir zufrieden, was den aktuellen Status angeht. 
Die liebe Winterkatze hat mir angeboten, mich  auf der Challenge-Seite weiter aufzuführen, um mir so die Möglichkeit zu geben, dass ich - sofern mich das Sachbuch-Fieber vielleicht in der zweiten Jahreshälfte packt - doch weitermachen kann. Das finde ich sehr lieb und nehme das gerne an. Sollte es aber doch nicht klappen, nehme ich es so und bin zufrieden mit meinem Halbjahresziel.
In diesem Sinne möchte ich mich jetzt schon einmal bedanken für die schöne Challenge und die gute Betreuung (ohne den Reminder vor ein paar Wochen hätte ich das Halbjahresziel übrigens keinesfalls geschafft ;) ).
Grundsätzlich finde ich die Sachbuchchallenge unheimlich toll, weil ich dadurch so viel intensiver in meinen Sach- und Fachbüchern lese. Ich hoffe, ich überrasche mich am Ende doch noch selber und schaffe vielleicht noch ein bis zwei Bücher, die ich dann auch hier verbloggen werde.

6/22/2015

lazy day

Wie schon gestern angedeutet hat mich eine "Sommererkältung" *tihi* erwischt und ich hatte heute einen unverhofften Tag auf dem Sofa.
Dabei sind ein paar süsse Schweinchenfotos entstanden, die ich Euch keinesfalls vorenthalten kann:


Die beiden haben sich brav mit der Krankenpflege abgewechselt und später habe ich dann noch entdeckt, dass sie in Wirklichkeit doch manchmal gemeinsam kuscheln, wenn keiner guckt:
Frida hat bemerkt, dass ich mich genähert habe und ist schnell aufgestanden um den Tatbestand zu vertuschen
(entschuldigt die miese Qualität und die Unordnung auf dem Bild ;) )
Meinen Tag habe ich neben den Schweinchen mit Sylvia Plath verbracht. Ich lese für die Sachbuch-Challenge zur Zeit die Sylvia-Plath-Biografie von Anne Stevenson, die mich schon sehr fordert. Gleichzeitig macht sie aber auch Lust, noch einmal die anderen Werke von Plath zur Hand zu nehmen. Und ich bin seit dem Wochenende sehr gut vorangekommen - trotz der Schwere des Themas.
Aber dazu dann mehr, wenn ich das Buch beendet habe.

Ich habe schweren Herzens für mich entschieden, nach dem (hoffentlich erreichten) Zwischenziel die Sachbuchchallenge 2015 vorzeitig für mich zu beenden bzw. abzubrechen. Ich werde gerne weiterhin meine gelesenen Sachbücher hier kurz vorstellen, aber ich glaube nicht, dass ich es schaffen werde, bis zum Ende des Jahres noch einmal drei "kleine" Sachbücher und einen "Wälzer" zu lesen und zu verbloggen. Aufgrund unseres späten Sommerurlaubs im September und einer wieder aufkommenden Seminarhäufung ab Oktober wird mir das mit Sicherheit zu viel werden und daher sorge ich lieber für mich und kündige an, dass ich für den Rest des Jahres raus bin aus der Challenge. Mal schauen, wie viel (oder wenig ;) ) dann am Ende doch noch rauskommt und was 2016 sachbuchtechnisch für mich bringt :)

Ansonsten habe ich mich ja in diesem ersten halben Jahr in vielen Bereichen sehr zurückgenommen, was auch an meiner neuen Stelle, die ich seit Anfang des Jahres habe, liegt. Zum Glück macht mir meine Arbeit wahnsinnig viel Spass und ich freue mich häufig am Wochenende schon wieder auf den Montag - so etwas war früher nicht denkbar. Trotzdem blogge ich zur Zeit leider kaum noch, ich gehe auch nur sehr selten auf Seminare und beschäftige mich in erster Linie mit meiner Arbeit, meinen ambulanten Ausbildungsfällen, meinen Freunden und meiner Familie. Das tut mir sehr gut - auch wenn ich immer wieder mal denke, dass ich so einige Dinge gut hätte verbloggen können (Rezepte, Fotos, Schweinchen-News, Neuigkeiten bei mir).
Ich hoffe sehr, dass ich dazu wieder zurückfinde. Ich hatte am Wochenende auch die Idee, einen Blog für die Schweinchen anzulegen, habe dann aber überlegt, dass das wohl nicht besser klappen wird als dieser hier. Daher versuche ich erstmal, hier wieder mehr zu schreiben - und wenn es auch nur kurze Updates, Fotoeindrücke oder Rezepte sind. Allerdings kann ich bislang noch nicht einschätzen, ob das klappen wird ;) .

6/21/2015

"Blauwasserleben" von Heike Dorsch- Sachbuchchallenge 2015 #3

Nachdem ich dieses Wochenende krank auf dem Sofa und im Bett verbringe, schaffe ich den Zwischenstand der Sachbuchchallenge ja möglicherweise doch noch.
Heute früh habe ich von Heike Dorsch das "Blauwasserleben" beendet und es hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Der Fall ging ja damals durch die Medien, als 2011 der Lebensgefährte der Autorin auf der Pazifikinsel Nuku Hiva von einem Einheimischen ermordet wurde. Zuvor waren die beide schon um die halbe Welt gesegelt und hatten das "normale" geregelte Leben schon lange hinter sich gelassen. Manche Leser kritisieren an dem Buch, dass es die meiste Zeit im Buch nur um das Segeln geht, wobei mir gerade das besonders gut gefallen hat. Das Verbrechen am Ende bekommt deutlich weniger Raum und genau das fand ich sogar eher gut. Denn immerhin wird so der Fokus auf das Aussteigerleben der beiden gelegt, auf die wunderschöne und abenteuerliche Zeit, die sie miteinander auf der Baju verbringen durften.
Ich muss sagen, ich habe keine Ahnung vom Segeln und es liegt mir sehr fern, auszusteigen oder auch nur länger als ein paar Wochen mein Zuhause zu verlassen. Ich hänge da einfach zu sehr an meiner Umgebung, meinen Katzen, meinen liebsten Menschen und auch an meinem Alltag. Dennoch war ich sehr beeindruckt vom Mut und der Risikobereitschaft dieser beiden Aussteiger. Mit etwas mehr Abenteuerlust würde mich ein solcher Traum vielleicht auch begeistern - mir aber reichte es, davon zu lesen. ... Wie die beiden schon ganz früh begannen, die Pläne für ihr Blauwasserleben zu schmieden und wie sie sich, schon lange bevor sie die Baju kauften, kleine Fluchten in Form von Wochenendausflügen mit exotischen Reisezielen suchten und wie sie sich ein Konzept ausdachten, mit dem sie gut leben konnten (z.B. in dem sie Chartergäste einluden, mit ihnen zu segeln - so etwas hätte ich mir z.B. auch gut vorstellen können).
Die dramatische Wendung (mit der das Buch allerdings schon beginnt) bewegt natürlich dennoch sehr, gerade weil man den Eindruck bekommt, dass die beiden einen guten Weg gefunden haben, ihren Traum zu leben.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, es war eine kleine Realtitätsflucht in sonnigere Gegenden (spätestens als die beiden auf der "Barfussroute" angelangt sind) und gleichzeitig hat es mir wieder einmal gezeigt, dass ich solche Abenteuer nicht suchen würde. Umso schöner finde ich es, darin eintauchen zu können und jederzeit wieder die Möglichkeit zu haben, meine Katzen zu beschmusen.

Hier noch der Trailer zur Verfilmung des Buches, an der die Autorin auch teilgenommen hat.

4/06/2015

Das Osterwochenende

Da in unseren Familien Ostern nicht groß "gefeiert" wird, konnten wir das superlange Wochenende gut nutzen, um unseren Freizeitaktivitäten ausreichend Raum zu geben.
Ich hatte mir vorgenommen, sehr viel zu lesen - das ist nur teilweise gelungen, da mich mein Buch leider nicht allzusehr reizt. Ich lese zur Zeit "Die Unvollendete" von Kate Atkinson. Mich hatte das Cover und der Klappentext angesprochen aber irgendwie macht es mir zur Zeit nicht so viel aus, es zur Seite zu legen. Es ist gar nicht so, dass es mich langweilt aber ich irgendwie ist da so ein Gefühl von, "ich kann es auch später weiterlesen". Die Idee von einem Menschen, der sein Leben immer wieder neu durchlebt und dadurch Wendepunkte ins Positive verändern kann, fand ich grundsätzlich reizvoll. Aber irgendwie hat es etwas von "Groundhog Day" ("Täglich grüßt das Murmeltier") nur ohne den Humor ;). Nein, das trifft es nicht ganz - die Sprache ist schon angenehm und die Szenerie nicht uninteressant - aber es fehlt leider ein bisschen die Spannung. Vielleicht kann m/an sagen, dass es mir ein bisschen gleichgültig ist, wie Ursula sich weiterschlägt und so ist es nicht so schlimm, wenn ich mich ablenken lasse.
Entsprechend habe ich dann auch irgendwann die Zeit zum Nähen genutzt und endlich ein sicheres Zuhause für meinen neuen Kindle (Anleitung siehe hier)fabriziert.
Dabei habe ich mein sehr nerviges Hörbuch (ich habe zur Zeit kein so gutes Händchen ;) ) weiter gehört, "Die 27ste Stadt" von Jonathan Franzen. Ich habe jetzt noch eine dreiviertel Stunde (von 21 Stunden!)  vor mir und werde drei Kreuze machen, wenn es beendet ist. Das Hörbuch ist recht gut gelesen, aber das war es dann auch schon. Die Handlung ist sehr wenig strukturiert, sie plätschert so dahin und es tauchen andauernd neue Personen auf, für die ich mich meistens nicht wirklich interessiere. Auch sind durchweg alle Charaktere unsympathisch. Mag sein, dass es besser wäre, das Buch im Original zu lesen, aber irgendwie bezweifele ich das. Beim Nähen war es ein erträgliches Hintergrundgeräusch und so habe ich es ja nun auch fast geschafft ;) Den letzten Abschnitt werde ich gleich anmachen, wenn ich auf dem Weg zu meiner Familie (zur Geburtstagsnachfeier) bin - dann kann ich morgen endlich mit dem zweiten Teil von "Silber" starten :)

Aber nun wieder zu dem Nähprojekt:

Ich bin sehr zufrieden damit, auch wenn es wieder die üblichen Fluchtiraden von mir gab, als ich einen Fehler bemerkt habe und nochmal auftrennen durfte. Eigentlich ist der Aufbau von so einem Nähstück ja recht logisch aber mir fällt es schwer, in diesen Dimensionen zu denken. Wahrscheinlich (oder vielmehr mit Sicherheit) wäre es fatal gewesen, wenn ich damals einem Vorschlag gefolgt wäre und Maschinenbau studiert hätte.
Denke ich heute daran, finde ich diesen Vorschlag absolut absurd. ;)

Ansonsten habe ich es mir sehr gut gehen lassen: Jeden Morgen ausgeschlafen, jeden Tag entweder spazieren oder laufen gewesen, Zeit mit den Katzen verbracht und zum Kaffee oder Frühstück Serien geschaut.
Gestern haben wir dann noch spontan einen Woody Allen-Film gesehen: "To Rome With Love"
Ich finde den Film sehr schön, sehr empfehlenswert und angenehm skurril. Eine gute Einstimmung in unseren Mai-Urlaub (auch wenn wir es da nicht ganz so weit in den Süden schaffen werden).
So nähert sich unser langes Osterwochenende allmählich dem Ende und ich kann sagen, ich habe die Zeit für mich gut genutzt und gehe erholt in die neue Woche. Natürlich habe ich wieder mal nicht alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte, aber ich bin froh, dass ich trotzdem zufrieden mit mir bin :)

2/25/2015

Ein Neuzugang

Wir haben einen neuen Reisegefährten.
Eigentlich ist er vielleicht schon gar nicht mehr so "in", aber wir haben uns sehr gefreut, ihn endlich hier begrüßen zu dürfen :)



"Danbos" oder "Danboards" stammen, so wie ich es verstanden habe, ursprünglich aus Mangas und waren eine Zeitlang eine sehr beliebte Fotofigur, die man häufig bei Flickr, auf Reiseblogs und an anderen Stellen im Internet antreffen konnte. Da wir gerade unseren Urlaub planen und ich mich daran erinnert habe, dass ich immer schon einen haben wollte, habe ich dann noch mal nach einem Danbo gesucht... Gesucht und gefunden :)

Er ist vorgestern angekommen und hat sich heute erstmals etwas rausgetraut. Weil die Sonne heute so schön schien war er gleich mal auf dem Balkon. Er war ganz entrüstet über den Zustand unserer Kastenbepflanzung und hat zwei riesige Monster kennengelernt, die dort um ihn herumwuselten... Sie haben ihm aber zum Glück nichts getan... Danach hat er noch die Zimmerpflanzen untersucht und war auch hier nicht amüsiert... o.O



Danbo möchte sich nun um die Pflanzenpflege in diesem Haushalt kümmern ... Außerdem wird er mit mir bestimmt unterschiedlichste Ausflügen bestreiten, bis es auf die große Reise geht...

Vielleicht mögt Ihr ihn ja auf seinen Abenteuern begleiten :)

Catcontent...

Neue Schweinchenbilder - ohne viele Worte :)







1/28/2015

"Darm mit Charme" von Giulia Enders - Sachbuchchallenge 2015 #2



Das zweite Buch für die Challenge ist geschafft und es ist ein Buch, welches im letzten Jahr während der Sachbuchchallenge schon bei mehreren Blogs aufgetaucht ist. Die Posts dazu habe ich nicht gelesen, da ich das Buch gerne unvoreingenommen auf mich wirken lassen wollte. Diese Leihgabe habe ich von Natira, die mir ihrerseits aber auch schon von ihrer Begeisterung erzählt hatte und nachdem ich es heute beendet habe, kann ich ihr auch nur voll zustimmen.
Wenn alle Sachbücher so geschrieben wären wie dieses, hätten Sachbücher bestimmt einen besseren Ruf. Der Titel "Darm mit Charme" trifft es sehr gut und Giulia Enders versteht es, charmant und interessant über ein Thema zu schreiben, was mir sicherlich sonst eher unangenehm gewesen wäre. Und was ich alles lernen durfte während des Lesens - unglaublich, wie vielseitig dieses - eigentlich nicht sehr umfangreiche - Buch doch ist!
Ich musste stellenweise sehr schmunzeln, gleichzeitig habe ich oft laut gesagt "Ach so ist das - das hätte ich ja nicht gedacht" (oder ähnliches) und direkt danach habe ich meinem Freund dann seitenweise vorgelesen, weil ich die Erkenntnisse unbedingt teilen musste.
Das ganze Wissen hat die Autorin sehr anschaulich (teilweise mit putzigen Zeichnungen ihrer Schwester Jill Enders illustriert) und unterhaltsam niedergeschrieben und man spürt mit jedem Kapitel ihre Begeisterung für die Medizin und insbesondere für den Darm. Seit ich mit dem Buch begonnen habe, gehe ich mit meinem Darm auch freundlicher um und bin ihm z.B. nicht mehr böse, wenn er mal "peinlich" vor sich hingluckert ;)
Auch habe ich eine Menge gelernt und werde mir das Buch wohl auch noch selber kaufen, damit ich noch ein paar Dinge nachlesen kann. Außerdem will mein Freund es nun auch unbedingt lesen, daher lohnt sich die Anschaffung doppelt :)
Es ist schon ein erstaunliches Organ, der Darm - und ich frage mich, was die Forschung in Zukunft noch alles über ihn und seine Rolle im Körper herausfinden wird.
Außerdem würde ich mir wünschen, dass Giulia Enders Lust bekommen wird, weitere Bücher auch zu anderen Körperfunktionen zu schreiben - aus Gründen würde mich wohl das Gehirn besonders interessieren ;)
Wenn ich ehrlich bin, dachte ich die ersten Male, als ich das Buch in den Buchhandlungen liegen sah, dass dies sicher eins der Bücher ist, die ich mir guten Gewissens sparen kann - denn wer will schon ein Buch über den Darm lesen. Ich bin sehr froh, dass die Sachbuchchallenge 2014 mich dazu gebracht hat, mein erstes Vorurteil über Bord zu werfen und mich auf das Buch einzulassen. Allerdings bemerke ich, wenn ich anderen begeistert davon erzähle, dass häufig etwas verhaltene Reaktionen kommen. So etwa "Ach, naja, interessiert mich jetzt nicht so" oder ähnliches. Ich kann das gut nachvollziehen - meine erste Reaktion war ja genauso - andererseits denke ich immer, dass man sich ja manchmal auch auf andere Erfahrungen verlassen kann.
Aber gut, das nur am Rande. Ich kann sagen, mich hat das Buch begeistert - und zwar so sehr, dass ich jetzt im Januar schon das zweite Buch für die Sachbuchchallenge beendet habe - ein echter Erfolg für mich ;) Außerdem mache ich mir jetzt noch ein paar mehr Gedanken über meine Ernährung und denke vielleicht öfter mal, wenn mich wieder verschiedene Zipperlein plagen, auch daran, ob mein Darm möglicherweise unzufrieden sein könnte. Und ich habe ganz schön viel Respekt dafür bekommen, was mein Körper da eigentlich alles leistet. Gratis obendrauf gab es noch ein paar witzige und interessante Anekdoten die auch Small-Talk-tauglich sind ;)
In diesem Sinne gibt es von mir eine klare Leseempfehlung - ich kann mir kaum vorstellen, dass einem das Lesen dieses Buches nicht zumindest irgendeine neue Erkenntnis bringt.
Und jetzt gehe ich mal los und schaue mir die anderen Rezensionen an :)

1/18/2015

"Der Große Trip" von Cheryl Strayed - Sachbuchchallenge 2015 #1



... "Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst"...
Ich muss schon sagen, dieses Buch hat mich seit langem mal wieder so richtig erwischt. Darauf aufmerksam hat mich DieJai gemacht: in einem Bild auf Instagram habe ich das Buch gesehen und im dazugehörigen Kommentar gelesen, wie begeistert sie davon ist. Also habe ich es mir bei Skoobe ausgeliehen und es innerhalb weniger Tage durchgelesen.
Bücher über lange Wanderungen (zu sich selbst) lese ich immer gern. So habe ich mich z.B. in Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" in der Hörbuchfassung ganz unerwartet verloren. Oder mich in Michael Martins "30 Jahre Abenteuer" mit dem Motorrad auf die Reise gemacht. "Into the Wild" von Jon Krakauer hat mich extrem berührt und erschüttert. "Abgefahren - In 16 Jahren um die Welt" von Claudia Metz und Klaus Schubert hat mich zum Lachen, Schmunzeln und Staunen gebracht. Man sieht also, Reiseberichte, insbesondere von "Extremreisenden" reizen mich sehr.
"Der Große Trip" von Cheryl Strayed hat noch ein etwas anderes Format. Im Vergleich zu den meisten anderen o.g. Büchern geht es hier nicht um Abenteuerlust oder Fernweh, sondern um Bewältigung einer Lebenskrise. Um Trauerbewältigung und Sinnfindung auf einem wirklich harten Weg durch die Wildnis.
Anfangs musste ich schmunzeln, als Cheryl Strayed sich auf den Weg macht mit dem "Monster"-Rucksack, der halb so viel wiegt, wie sie selbst. Als sie dann aber auf dem PCT, dem Pacific Crest Trail, unterwegs ist, von wilden Tieren angegriffen wird, die Füße immer mehr leiden und sie mit ihrer Geschichte langsam "ins Reine" kommt, ergriff mich mehr und mehr die Bewunderung für diese zähe Frau, die ihrem Leben durch diese Wallfahrt eine neue Richtung gegeben hat. Ich bin beeindruckt, dass sie den Mut hatte, diese Reise zu beginnen und finde es sagenhaft, dass sie mit so wenig Geld ausgekommen ist. Ich hätte ihr gewünscht, dass ihre Füße nicht so sehr hätten leiden müssen - auch wenn das ihre Leistung nur noch mehr unterstreicht. Ich bin froh, dass ihr nichts Schlimmes zugestoßen ist und ich finde es wunderbar, dass diese Reise ihr genau das gebracht hat, was sie sich gewünscht hat.
Ich fand ihren Schreibstil sehr angenehm und fesselnd und mag es, wie sie die kleinen und die großen Erlebnisse auf dem Trail in ganz ähnlicher "Tonlage" beschreibt. So ist jeder Tag auf dem Trail gleich besonders - egal, auf welches Lebewesen sie stößt, welche Hürde sie bewältigt oder welche Erkenntnis sie gewinnt. Die Beschreibung des PCT finde ich total faszinierend und ich glaube, es ist ein absolut spannender und landschaftlich wunderschöner Weg. Vielleicht kann ich ja mal ein kleines Stück davon gehen ...
Mit Beendigung des Buches ist jetzt auch mein Fernweh wieder entfacht. Ich wünschte, ich hätte den Mut, eine ähnliche Reise zu unternehmen. Aber wer weiß, was noch passiert ;)

Ich habe lange gesucht, bis ich das erste Buch von Winterkatzes Sachbuchchallenge 2015 gefunden hatte. Irgendwie sprang mich so recht nichts an und ich war schon ganz genervt... Ich glaube, dieses Buch war ein guter Start in ein hoffentlich spannendes Sachbuchjahr.

Oh, und auf den Film bin ich gespannt - hier der Trailer: