12/28/2014

Arianas Hörbuchchallenge #10 - Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Über dieses Hörbuch bin ich eher zufällig gestolpert - ich glaube, es war recht günstig im Zuge der Jubiläumsaktion bei audible zu kriegen oder so? Auf jeden Fall habe ich wie üblich nicht auf den Klappentext geachtet und bin direkt in die Geschichte eingetaucht. Viel über die Story kann ich nicht preisgeben ohne zu viel zu spoilern. Nur soweit: es gibt einen sehr sympathischen Helden, der im Zuge der Geschichte bemerkt, dass Geschichten viel häufiger wahr sind, als man so denkt. Der junge Jacob ist wirklich ein angenehmer Typ, mit dem man gerne auf die Reise zu der Insel der besonderen Kinder geht und mit dem man sich gemeinsam gruselt, um den man bangt und den man für seinen Mut bewundern kann.
Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus Peter Pan, Zeitreisen, X-Men, Gruselgeschichte (und ich habe mich wirklich ganz schön gegruselt - bin aber auch sehr empfindlich ;) ) und romantischer Jugendgeschichte. Ich fühlte mich die ganze Zeit sehr gut unterhalten - wenn ich auch manchmal wirklich angewidert das Gesicht verzogen habe, wenn es zu eklig wurde ....
Ich fand die Idee des Plots sehr kreativ und habe stets mitgefiebert. Und nun möchte ich schon gerne wissen, wie es weitergeht - ob die besonderen Kinder neue Zeitschleifen finden und was sich in der Zukunft (oder der Vergangenheit?) abspielen wird.

Gelesen wurde das Buch von Simon Jäger, den ich eigentlich immer sehr gerne höre. Gerade in diesem Buch schaffte er es, dem Helden eine sehr glaubhafte, jugendliche Stimme zu verleihen, so dass Jacob in meiner Wahrnehmung immer realer wurde.
Das Hörbuch dauert ca. 11 Stunden (eine durchaus akzeptable Länge ;) )und das einzige, was ich etwas bedauere ist, dass in der Print-Fassung auch Bilder der besonderen Kinder abgelichtet sind, die zwar auch im Hörbuch ausführlich beschrieben sind (und eins davon sieht man ja auf dem Cover), aber mich hätten sie dennoch sehr interessiert.
Insbesondere deshalb, weil Ransom Riggs tatsächlich genau diese Bilder, die wohl nur geringfügig bearbeitet worden sind, als Inspiration für die Geschichte genutzt hat. Das ist schon klasse und ich muss sie mir bei Gelegenheit mal in einer Buchhandlung wenigstens kurz anschauen.
Meine Meinung: ein angenehm anderes Jugendbuch, schön geschrieben und dabei spannend und (zumindest mich) fesselnd.

Mit diesem relativ kurzen Eindruck beende ich (gerade noch rechtzeitig) Arianas Hörbuchchallenge 2014 und habe so dieses Jahr alle gestarteten Challenges abgeschlossen. Im Gegensatz zur Sachbuchchallenge habe ich deutlich mehr Hörbücher gehört, als ich hier rezensiert habe. Ich höre ja jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück und außerdem noch, wenn ich laufen gehe oder einen Spaziergang mache. Es mangelte also nicht an Hörzeit dafür eher an Rezensierzeit. Besonders in den letzten 5 Monaten, in denen es für mich beruflich auch nicht so entspannt zuging, war Lesezeit einfach eher selten - wohingegen die Zeit auf den Pendelfahrten sehr willkommen war um etwas abzuschalten und bei mir wieder anzukommen. Trotzdem war natürlich abends nur wenig Lust, hier noch eine Rezension bzw. einen Höreindruck zu hinterlassen.
Gehört wurden 2014 außerdem:
- IQ84 von Haruki Murakami (Bücher 1 - 3)
- Gone Girl von Gillian Flynn
- Noah von Sebastian Fitzek
- Die Tochter der Wälder von Juliet Marillier
- 600 Stunden aus Edwards Leben von Craig Lancaster
- Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce

Vielleicht habe ich jetzt noch welche vergessen, aber diese Bücher sind mir am besten im Gedächtnis geblieben. Wenn irgendjemand noch etwas zu einem der o.g. Titel erfahren möchte, einfach einen Kommentar hinterlassen :)

Auf jeden Fall danke ich der lieben Ariana für die Inspiration zu der Challenge und für die Organisation des ganzen! Und für Eure lieben und interessierten Kommentare hier - ansonsten hätte das ja doch deutlich weniger Sinn für mich :) Mal sehen, wie das Blogjahr 2015 für mich startet. Ich hoffe, ich kriege noch ein Jahresabschluss-ABC vor Sylvester hin...

12/24/2014

"Risotto" von Ursula Ferrigno - Sachbuchchallenge 2014 #10

Ich habe mich jetzt doch für das Kochbuch entschieden - einfach, weil ich die Elvis-Biographie lieber genießen möchte und sie jetzt nicht "schnell, schnell" über die Feiertage verschlingen möchte.
Daher habe ich mich noch einmal vor mein Kochbuch-Regal gesetzt und ganz bewusst die Bücher durchgeschaut, um herauszufinden, welches nun eigentlich mein liebstes Kochbuch ist.
Neben "Gemüse satt", welches ich Euch ja hier schon vorgestellt habe, mag ich eigentlich nur noch ein Kochbuch in meinem Regal so 100%ig. Die anderen schätze ich durchaus auch, aber die beiden hier vorgestellten Bücher haben die Gemeinsamkeit, dass ich bisher noch nie enttäuscht wurde und dass ich die Anregungen häufig sowohl ungewöhnlich als auch ausgesprochen lecker finde.
Risotto ist ja für viele gar nicht so unbedingt das Richtige. Da ist dann der Reis zu klitschig oder insgesamt möchte man lieber mehr unterschiedliche Komponenten oder Konsistenzen im Essen.
Ich sehe das anders - ich kann gar nicht genug von Risotto kriegen und es ist für mich ein absoluter "Seelenschmaus"! Wenn es mir nicht gut geht, gibt es Risotto und wenn es mir besonders gut, gibt es das auch häufig ;)
Ich weiss noch, dass meine ersten Risotto-Versuche nicht wirklich von Erfolg gekrönt waren. Das ganz hatte Ähnlichkeit mit Fensterdichtmasse, die ich in meiner damaligen Wohnung auch tatsächlich gut hätte brauchen können :D
Aber tatsächlich wurde es mit diesem Kochbuch besser.
Das Buch umfasst 30 vegetarische Risotto-Varianten.
Meine Lieblingssorten sind folgende:
*Risotto mit sieben Kräutern
*Risotto mit Zitrone und Minze
*Maroni-Risotto
*Barolo-Risotto
*Risotto mit Fontina und Walnüssen
Allerdings glaube ich, dass ich noch mehr Lieblingsrisotto-Rezepte hätte, wenn ich schon mehr ausprobiert hätte. Gerade beim Durchblättern dachte ich mir, dass ich auch dass Risotto mit Auberginen, Tomaten und Pinienkernen und das Risotto mit Oliven und roten Paprikaschoten probieren möchte. Oder das Risotto mit Salbei und Lauch... Oder.. Oder...
Fakt ist: das Buch hat unheimlich viele spannende Rezepte, die ich nur deshalb noch nicht alle getestet habe, weil ich mit den bisher getesteten Sorten schon überglücklich bin und immer denke, dass der Rest gar nicht sooo lecker sein kann ;)
Auf jeden Fall habe ich durch das Rezensieren jetzt schon wieder Lust auf Risotto und darauf ein neues Rezept auszuprobieren - vielleicht auch das Risotto mit Kartoffeln, Basilikum und Bohnen? Und im Frühjahr freue ich mich auf ein Risotto mit Spargel, Erbsen und Basilikum.
Neben den inspirierenden Rezepten gefällt mir an dem Kochbuch besonders gut, dass es eine kurze, schlichte Einleitung gibt (nur eine Seite!!), nach der man verstanden hat, worauf es beim Risotto zubereiten ankommt. Dann gibt es noch ein Grundrezept für Gemüsebrühe (die ich leider nicht immer selber mache - da bin ich oft zu bequem... ) und schon geht es los mit der Risotto-Liebe <3 p="">Was mache ich anders als im Buch? Ich verwende deutlich weniger Schalotten. Und eben häufig die "böse" gekörnte Brühe.
Bei den weniger Schalotten bleibe ich - mir ist das einfach zuviel in ein Rezept acht Schalotten zu werfen. Die Brühe werde ich in Zukunft aber überdenken und vielleicht in größeren Mengen und stark konzentriert vorkochen, so dass ich eigene TK-Brühwürfel im Vorrat habe. Das habe ich früher auch immer gemacht und finde die Menge der Arbeit im Verhältnis zu dem leckeren Geschmack eigentlich akzeptabel. Da ist mir in der letzten Zeit die Bequemlichkeit dazwischen gekommen.
Aber jetzt noch einmal zurück zum Buch: Das Buch ist wunderschön, klein und übersichtlich, die Rezepte klar und logisch, die Zutaten typischerweise zu bekommen oder problemlos zu ersetzten.
So wie ich das sehe, kriegt man das Büchlein auch schon recht günstig gebraucht, neu ist es aber auch nicht so sehr teuer.
Von mir eine klare Empfehlung, aus unserer Küche ist es nicht mehr wegzudenken ...

Und mit diesem Post beende ich nun die Sachbuchchallenge 2014! Wer hätte das gedacht ;)
Es war ja ein knappes Ding für mich - schon beim Halbjahresstichtag wäre ich fast gescheitert. Ich habe fünf Fachbücher von Anfang bis Ende gelesen - etwas, was mir normalerweise nicht passiert. Normalerweise reichen dazu oft weder Zeit noch Geduld. Ich lese dann eher das Wichtigste, was ich in dem Moment brauche und dann kommt es schön wieder zurück ins Regal. Also, für meine Arbeit hat mir diese Challenge sehr viel sehr Gutes gebracht - so effektiv hätte ich sonst sicher nicht gelesen.
Dafür habe ich aber keine einzige (!) der geplanten Biographien gelesen - ohje! John Lennon wurde also - wie schon von der Winterkatze vermutlich vermutet ;) - vernachlässigt.
Aber zwei Reiseberichte sind geschafft. Plus irgendwie noch ein weiterer Reisebericht mit der Suche nach dem Glück.
Und dann noch die Vorstellung meiner beiden Lieblingskochbücher - damit ihr Eure Wunschzettel befüllen könnt *tihi*

Die Challenge hat mir viel genutzt und ich danke der Winterkatze dafür, dass sie sie ins Leben gerufen und so gut betreut hat! Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nicht zugeben würde, dass sie mir auch etwas Stress bereitet hat (also die Challenge, nicht die Winterkatze ;) )
Mein Ehrgeiz ist dann ja doch gepackt worden und ich bin froh, dass ich die Herausforderung angenommen hat. Ob ich nochmal mitmachen würde? Sicherlich - wenn auch vermutlich nicht sofort... Oder? Ich weiss es nicht. Ich weiss aber, dass ich, wenn es ein nächstes Mal geben würde, weniger Fachbücher lesen möchte - das war mir etwas zu viel (wobei es bei meinen Zeitfenstern dann oft das einzige war, was möglich war). Aber nächstes Mal würde ich mich lieber mit anderen Themen befassen, zu denen mir sonst keine Zeit bleibt. Reiseberichte, historische Sachbücher, literarische Sachbücher oder eben doch endlich mal wieder eine Biographie.
Was mir viel bedeutet: aus dieser Challenge nehme ich mit, dass so ein Sachbuch es auch verdient hat, von Anfang bis Ende gelesen zu werden. Das man oft Wichtiges verpasst, wenn man sich nur die Rosinen rauspickt. Und das Sachbücher auch viel Spass machen können :)
Daher: Danke, liebe Winterkatze für diese tolle Aktion und für die liebevolle Begleitung der Teilnehmer während des ganzen Jahres!

Arianas Hörbuchchallenge #9 - Days of Blood of Starlight von Laini Taylor

Zu der Fortsetzung von der "Daughter of Smoke and Bone" hatte ich schon an anderer Stelle etwas gesagt - die Diskussion kam schon einmal während des Herbstlesens auf.
Mir persönlich hatte ja der erste Teil damals als Hörbuch-Fassung sehr gut gefallen - ich fand die Idee spannend und die Lesung von Julia Nachtmann hat ihr übriges dazu getan, dass wir das Hörbuch während unseres vorletzten USA-Roadtrips begeistert gehört hatten. Sicher hatte auch das erste Buch schon ein paar Längen, aber die waren zu verschmerzen. Ihr könnt Euch dementsprechend meine Vorfreude vorstellen als es wieder auf Reisen ging und die Fortsetzung darauf wartete gehört zu werden.
Tja, und dann ging es los. Das Buch hat uns von der ersten Minute an _nicht_ gepackt! Wir dachten immer noch, dass es bestimmt bald aufwärts geht, aber dem war leider nicht so. Die Autorin verliert sich in den Gedankenwelten der Protagonisten. Man kann sich das so vorstellen: Eine Situation wird beschrieben. Z.B. wird Karou von irgendjemandem angesprochen bezüglich der Wiedererweckung und sie beginnt zu antworten um dann kurz darauf in ihren eigenen, düsteren und leicht depressiven Gedanken zu versinken. Und dann entspinnt sich ein langer, innerer Monolog, bei dem sie sich fragt, wie das alles passieren konnte, was Akiva vielleicht denken könnte und wie sie wohl in Zukunft darüber denken wird. Und auch wenn das jetzt vielleicht hölzern klingt, aber genauso haben wir das Hörbuch erlebt. Die Lesung von Julia Nachtmann ist wieder gut - aber die Geschichte wird dadurch leider nicht fesselnder.
Ich bin ja wirklich ein Fan davon, Buchreihen treu zu bleiben um dann am Ende sagen zu können, ich kenne die ganze Trilogie (oder wieviele Bände es dann auch sein mögen), aber bei Laini Taylor werde ich ab jetzt passen. Ich finde es total schade, aber mich hat das Buch leider so gar nicht erreicht. Auch wenn ich die Idee grundsätzlich noch gut finde, habe ich mich bei der Fortsetzung vor allem auf die Momente gefreut, in denen die beste Freundin von Karou, Zuzana auftritt, weil mir dieser Charakter einfach am besten gefiel ;) Aber das ist ein schwacher Trost für ein Hörbuch, welches 15 Stunden und 34 Minuten dauert...

Aber nun gut - wir waren nun einmal unterwegs auf der Straße und hatten nicht so viele Alternativen ... Allerdings bin ich überdurchschnittlich häufig eingenickt (natürlich nur, wenn ich nicht gefahren bin :D )

"Der Panama-Hut oder Was einen guten Therapeuten ausmacht" von Irvin D. Yalom - Sachbuchchallenge 2014 #9

Dank des Dauerregens hierzulande schaffe ich es im Moment wirklich viel zu lesen ;) Der "Wunsch" der Winterkatze ist also wahr geworden :D
Nun ja, zumindest dieses Sachbuch habe ich gerade beendet - es ist mal wieder ein "Psycho-Buch" und daher vermutlich für jemanden, der nicht so schon an der Materie interessiert ist, eher mäßig spannend... Der Autor ist ja eventuell bekannt durch "Die Schopenhauer-Kur" oder "Und Nietzsche weinte"?
In diesem Buch stellt Irvin D. Yalom, der als einer einflussreichsten Psychoanalytiker der USA gilt, seinen Erfahrungsschatz aus vielen, vielen Jahren Psychotherapie vor. Wie ist die richtige Beziehung zwischen Therapeut und Patient? Wie geht man mit bestimmten Verhaltensweisen um, was macht man, wenn man selber z.B. nicht mehr weiter weiß? Und welche Dinge sollte man keinesfalls machen? Wie geht man mit dem Tod in der Psychotherapie um? Was macht man, wenn ein Patient zornig wird und einen persönlich angreift?
All diese Fragen versucht Yalom zu beantworten und untermalt die Antworten mit zahlreichen Fallbeispielen aus seiner Berufspraxis. Das ist alles sehr, sehr spannend für jemanden wie mich, der sich gerade genau mit diesen Fragen herumschlägt ...
Insbesondere die Art und Weise, wie das Buch geschrieben ist, hat mir gut gefallen: es sind sehr, sehr kurze Kapitel, oft nur eineinhalb Seiten lang, so dass man es gut vor dem Einschlafen lesen kann oder im Zug. Oder man kann auch mal kurz dazu greifen, wenn man gerade unsicher ist, wie man mit einem Patienten weitermachen soll. Jedenfalls kann ich mir das gut für mich vorstellen.
Das Buch hat mich ca. seit 3 Monaten auf meinem iPad begleitet - allerdings habe ich auch die Taschenbuchversion, die mit mir in ein paar Tagen in mein neues Büro umziehen wird :)

Und von Yalom gibt es nun auch einen Film zu sehen - bzw. vermutlich ist er schon wieder nicht mehr in den Kinos: Yalom's Cure oder Yaloms Anleitung zum Glücklichsein


Ich persönlich habe den Film leider noch nicht sehen können, aber ich denke, ich hole es nach, sobald der Film als DVD zu kriegen ist.

Jetzt steht also noch ein Buch in der Sachbuchchallenge aus - und ich schwanke zwischen meinem geliebten Risotto-Kochbuch oder meiner (ebenfalls geliebten) Elvis-Biographie von Larry Geller... Na, mal sehen ....

Auf jeden Fall wünsche ich an dieser Stelle ein sehr schönes Weihnachtsfest, mit allem was Ihr mögt und was Euch wichtig ist. Seid lieb miteinander, zu Euch selbst und zu Euren Tieren (nicht, dass ich da ernsthaft Sorge hätte ;) ).


12/21/2014

Arianas Hörbuchchallenge #8 - Der Name des Windes: Die Königsmörder-Chronik - 1. Tag von Patrick Rothfuss

Ich habe ja schon vor ein paar Wochen "Der Name des Windes", bzw. den ersten Teil davon beendet, hatte jedoch bislang nicht die Zeit, einen kurzen Höreindruck zu schreiben.

Hier einmal der Link zum Klapptentext - damit klar ist, um was für eine Art Buch es sich handelt (wobei vermutlich ja jeder schon von diesem Buch gehört oder es gelesen hat ;) )
(Ich muss nicht erwähnen, dass ich den Klappentext mal wieder nicht gelesen hatte und daher nichts darüber wusste,  worum es geht, oder? ;) )

Das Buch ist unglaublich lang - insgesamt 28 Stunden! Das mag ich ja immer sehr, insbesondere, wenn ich in die Geschichte gut hereinkomme.
Allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass es so einfach dieses Mal nicht war. Wir haben mit dem Hören schon während unseres USA-Urlaubs angefangen und haben bestimmt zwei oder drei Stunden gehört, waren aber so gar nicht gefesselt davon. Am Anfang passierte einfach nichts und man frage sich die ganze Zeit, wo das alles noch hinführen sollte. Darum hatte das Hörbuch ein wenig geruht und wurde erst vor einigen Wochen wieder reaktiviert, als ich kein neues Hörbuch und kein Guthaben bei aud*ble mehr hatte - und ich unbedingt während meiner täglichen "Wanderungen" zur Arbeit Unterhaltung wollte. Und - man glaubt es kaum: kurz nach dem Wiedereinstieg (ich habe die langweiligen Stellen nicht erneut gehört) wurde das Buch auf einmal super. Ich habe die Geschichten von Kvothe so genossen und habe mich auf jede Zug- oder auch Autofahrt gefreut. Ich habe mich nicht einen Tag gelangweilt und habe mit dem Helden Kvothe gelitten, der wirklich Schicksalsschläge ertragen musste. Es gab Momente, wo ich die Tränen in den Augen hatte und im Auto vor mich hinschimpfte, dass es ja nun wirklich genug sei! Und es gab ungläubige Momente, wo ich vor Überraschung lachte oder schmunzelte.
Kvothe wird in vielen Bewertungen der Bücher als "Pseudo-Held" abgetan, was er sicherlich stellenweise auch ist. Trotzdem ist er ein ganz interessanter Charakter und ich konnte mich ganz gut mit ihm anfreunden. Klar, er hat auch mich hin und wieder etwas genervt und seine Überheblichkeit war an manchen Stellen befremdlich. Oder auch seine Naivität, die er manchmal an den Tag legte. Aber ganz ehrlich - ich muss mich zur Zeit schon zügeln, nicht schon wieder den nächsten Teil (27 Stunden!) zu laden.
Es gibt Leser, die mit dem Frauenbild in den Bücher nicht einverstanden sind. Ehrlich gesagt hatte mich das bis dahin gar nicht beschäftigt. Andererseits fand ich es in der in den Büchern beschriebenen Gesellschaftsform schon stimmig und es war auch nicht so, dass alle Frauen naive Dummchen waren - im Gegenteil. Daher kann ich mich dieser Kritik nicht anschließen und werde auch die nächsten beiden Teile hören. Auch bei dieser Hörbucherfahrung kann ich wieder sagen, dass die Lesung (von Stefan Kaminski) sehr gelungen ist! Und dass ich vermutlich bei dem Buch, hätte ich es selber lesen "müssen", nicht über die ersten 100 Seiten hinweggekommen wäre.
Daher: es ist ein schönes Buch für Fantasy-Freunde, man muss nur am Anfang etwas Geduld mitbringen. Aber dann wird man mit vielen kurzweiligen Stunden belohnt :)

"Die Geografie des Glücks" von Eric Weiner - Sachbuchchallenge 2014 #8

Mit dem 4. Advent habe ich heute früh, bevor ich zu meinem Seminar fuhr, endlich "Die Geografie des Glücks" beendet. Das Buch hat mich eine ganze Weile begleitet - allerdings war es sehr kurzweilig und ich habe immer wieder gerne dazu gegriffen. Eric Weiner macht sich auf eine einjährige Reise auf der Suche nach dem Glück und besucht nach den Niederlanden die Schweiz, Bhutan, Katar, Island, Moldawien, Thailand, Grossbritannien, Indien und abschließend nach Amerika. Das Buch lädt zum Schmunzeln, Nachdenken und vor allem zum noch einmal lesen ein. Ich habe das Buch ja immer mit Pausen gelesen und fand es sehr gut und unterhaltsam geschrieben. 
Ich habe vieles gelernt - allerdings muss ich auch zugeben, dass ich vieles leider schon wieder vergessen habe bzw. es nicht direkt abrufen kann. Das mag aber vor allem daran liegen, dass mein Kopf schon wieder so voll ist zur Zeit und ich deshalb nicht genügend Aufmerksamkeit aufwenden konnte. Alles in Allem weiss ich nun, dass Glück nicht unbedingt viel mit Geld zu tun hat, wobei ganz wenig Geld auch nicht gut ist. Die Möglichkeit, gewisse Kulturangebote nutzen zu können und eine bestimmte Sicherheit zu spüren ist ebenfals hilfreich. Allerdings gibt es wohl nicht wirklich "das" glücklichste Land. Aber es gibt einige, die schon ganz schön nah dran sind. Ich habe die Geschichten, die Weiner über die verschiedenen Länder ausgegraben und und die Geschichten, die die Menschen ihm erzählt haben genossen. Ich weiss, dass ich garantiert nicht nach Moldawien fahren muss, dass mich Island aber schon ganz schön interessiert.
Und was ich mit Sicherheit weiss: Über das Glück ist noch nicht alles gesagt - es läßt sich offenbar nicht so leicht fassen. Aber genau den Eindruck vermittelt Glück ja auch... Und doch - und das freut mich sehr, da es so gut zu dieser Jahresabschlusslektüre passt: ich kann sagen, dass ich mich zur Zeit sehr glücklich fühle, weil das neue Jahr ganz neue Herausforderungen für mich bereithält. Und weil ich wider Erwarten das Glück hatte, dass ein Traum wahr geworden ist. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die nicht hierhergehört.
Hier geht es ja um die Sachbuchchallenge - und es sieht bei mir noch immer schlecht aus und ich fürchte, ich werde sie nicht beenden können. Aber andererseits: ich habe ja noch ein paar Tage - wer weiss, was noch geht ;)