11/30/2014

"Gemüse satt!" von Alice Hart - Sachbuchchallenge 2014 #7

Zunächst einmal einen schönen 1. Advent allerseits!

Bei mir wird es ja wirklich knapp mit der Sachbuchchallenge - ich kann mir gut vorstellen, auf den letzten Metern dann doch noch zu scheitern ... Aber selbst dann habe ich dank dieser Challenge dieses Jahr mehr Sachbücher "mit Verstand" gelesen als in den gesamten letzten Jahren. Normalerweise läuft es nämlich eher so, dass ich die für mich in dem Moment wichtigen Teile lese und danach das Buch schön ordentlich in meinem Schrank einräume.

Zum Glück hat mich die liebe Winterkatze darauf hingewiesen, dass ich ja auch vielleicht ein Kochbuch vorstellen könnte...
So habe ich mir mein zur Zeit allerliebstes Kochbuch geschnappt: "Gemüse satt" von Alice Hart Dieses habe ich vor ca. 2 Jahren von meiner Mutter geschenkt bekommen und es ist tatsächlich so, dass bislang alles, was ich daraus ausprobiert habe, nicht nur geklappt hat sondern auch absolut köstlich war. Die Anleitungen sind gut und verständlich, die Zeitangaben stimmen meistens (außer bei so Sachen, wo man viel schnibbeln muss (siehe Gemüsegratin) - da dauert es bei mir einfach länger, weil ich darin einfach nicht sehr schnell bin.




Hier ein paar meiner Lieblingsrezepte aus dem Buch. Sofern ich darüber auch schon einen Blogeintrag geschrieben habe, habe ich den Link neben den eigenen Fotos hinterlegt:













Möhrenbratlinge mit ohne Koriander, Halloumi und Zitronensauce












Gemüsegratin mit Crème fraîche und Gruyère
leider ist das Bild nicht soooo appetitlich wie es das Essen war ;)












Ofentomaten, die man ganz wunderbar in diesem Rezept (hier und hier) verwenden kann.















Die mittlerweile schon fast etwas berühmte "Schwarze Bohnensuppe" (rechts), die es an meinem Geburtstag gab und die die meisten Gäste begeistert hat, so dass ich das Rezept herum mailen sollte. Auch hier ist davon die Rede, als ich beim Halloween-Lesen probegekocht habe...







Und ein neuer Renner hier: Risotto mit Pastinaken, Salbei und Mascarpone








Ich glaube, darüber gibt es noch keinen Blogeintrag, weil es immer so schnell alle war, dass ich kein Foto mehr davon hingekriegt habe ;)













Außerdem haben wir es kürzlich auch noch einmal alternativ so gemacht (siehe rechts)

Risotto mit Pastinaken, Äpfeln und Rosmarin
Beides ist sehr lecker ...

















Als Fazit kann ich nur folgendes sagen: dieses Buch ist für mich persönlich ein absolutes Highlight. Neben der sehr schönen Aufmachung, der guten Papierqualität, den hochwertigen Fotos, netten und liebvollen Illustrationen sowie den übersichtlichen, gut strukturieren Rezepten, sind auch die Rezepte an sich sehr außergewöhnlich, nicht der "übliche Standard", den man in den üblichen 5-Euro-Kochbüchern findet.
Es kommt hin und wieder vor, dass auch mal schwer zu organisierende Zutaten zu finden sind (wie z.B. Chipotle-Chilischoten bei der schwarzen Bohnensuppe, die ich beim besten Willen nicht auftreiben konnte), jedoch kann man diese zumeist gut ersetzen (in diesem Fall mit Chiliflocken und etwas BBQ-Sauce) und ich denke, auch wenn man keine Alternative findet schmecken die Rezepte dennoch. Auch das Weglassen von Zutaten (bei den Halloumi-Möhren-Bratlingen z.B. der Koriander für mich) führt nicht zwangsläufig zu einem geschmacklichen Fiasko. Im Gegenteil: die Rezepte sind sehr fein gewürzt, teilweise mit ungewöhnlichen Kräutern oder besonderen Toppings verfeinert und man lernt gleichzeitig (wie z.B. bei den Ofentomaten) noch so ein paar grundlegende Sachen oder bekommt gute Anregungen.
Die Aufteilung ist auch sehr liebvoll gestaltet: Man startet mit Frühstück und Brunch, es gibt klassisch Vorspeisen, Salate und Suppen aber auch Brot, "In letzter Minute", "Kulinarische Seelenwärmer" und "Rezepte zum Angeben" ;) Neben Grundrezepten finden sich auch gut abgestimmte Menüvorschläge. Also eigentlich alles, was das Herz begehrt ;)

Wer jetzt Lust auf das Buch bekommen haben sollte (es ist ja bald Weihnachten ;) ), dem sei gesagt, dass es auch gebraucht schon recht günstig zu kriegen ist.
Und das es (zumindest mir) einfach nicht langweilig wird, immer wieder mal reinzuschauen und etwas neues auszuprobieren.

11/12/2014

Arianas Hörbuchchallenge #7 - Schattenstill von Tana French

Ich bin ja immer auf der Suche nach möglichst langen Hörbüchern.
Daher war "Schattenstill" von Tana French ein totaler Glücksgriff für mich (23 Stunden!) - zumal ich die Autorin (wie schon beim letzten Herbstlesen angemerkt) auch generell sehr gerne mag. Das Buch hat mir viele spannende Stunden beschert und mich beim Nähen hervorragend unterhalten.
In der Geschichte geht es um einen sehr schrecklichen Mord an einer Familie, das Ganze war auch recht blutig und - wie bei Tana French ja häufig - fehlte auch der psychologische Anteil nicht. Ich mag ihre in Schottland spielenden Romane sehr gerne und finde es auch nicht schlimm, dass immer wieder neue Ermittler auftauchen. Man begegnet aber manchmal auch wieder vertrauten Personen aus früheren Romanen wie z.B. Quigley. Auch wenn dieser ein sehr unsympathischer Charakter ist fand ich es ganz gut, ein "vertrautes Gesicht" zu sehen (bzw. zu hören).
An dem Krimi gefiel mir besonders, dass zwei oder eigentlich sogar drei Geschichten gleichzeitig erzählt werden. Zum einen haben wir den Mordfall, wir haben die Familiengeschichte von Mike "Rocky" Kennedy und wir haben die Beziehung zwischen Rocky und Richie, den beiden Detectives in dem Fall.
Wie bei Tana French üblich muss man eine ganze Zeit durchhalten bis man hinter die Kulissen schauen darf und ich habe teilweise mit angehaltenem Atem gelauscht, im Nähen innegehalten und mit den Protagonisten gebangt...
Die Atmosphäre des Romans ist durchaus düster: ein Großteil der Zeit verbringt man in "Broken Harbour" einer Neubausiedlung an der Küste, der das Geld ausgegangen ist. Dort ist es sehr trostlos und deprimierend, die Siedlung wurde nur teilweise fertiggestellt und man hat das Gefühl, den häufig gescheiterten Existenzen dort in die Fenster zu schauen. Mir ist dieses Gegend nachts "aufs Bett gekommen" und ich habe mich im Traum dort wiedergefunden. Im Buch ist man ansonsten eher in der Dubliner Burg, wo die Mordkommission untergebracht ist. Aber dieses Muster kennt man schon, wenn man Tana French kennt. Ich habe nach diesem Hörbuch noch einmal "Grabesgrün" gehört und dort ist der Aufbau sehr ähnlich.
Mehr kann ich nicht verraten ohne zu spoilern, daher will ich es damit gut sein lassen. Vielleicht ist aber noch erwähnenswert, das Uve Teschner dieses Hörbuch ganz großartig gelesen hat und somit auch in Zukunft von mir sicher noch häufiger "bemüht werden wird" ;) Und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Roman von Tana French - irgendwie sagt mir diese irische Kulisse sehr gut zu.

11/09/2014

"Das Einmaleins der Achtsamkeit " von Jessica Wilker - Sachbuchchallenge 2014 #6

... Vom sorgsamen Umgang mit alltäglichen Gefühlen ...
Zugegeben, dieses Buch als Buch für Winterkatzes Sachbuchchallenge zu wählen ist schon fast ein bisschen frech von mir.
Andererseits - obwohl es so extrem klein und kurz ist - habe ich viel Zeit damit verbracht, weil ich es wirklich auf mich angewendet habe und Tag für Tag versucht habe, den Übungen und Anweisungen zu folgen.
Das Buch ist so aufgebaut, dass man es im Verlauf einer Woche liest und ich habe immer kurz vorm Einschlafen das Kapitel für den nächsten Tag gelesen. Man soll nämlich immer schon morgens im Bett anfangen mit den Übungen und so war es gut, wenn ich schon abends wusste, was ich am nächsten Tag zu tun hatte.
Das kleine Büchlein will vermitteln, wie man zu einem "heilsamen Umgang mit seinen Gefühlen kommt" und "wie man auch unliebsame Gefühle als Stärke" nutzen kann.

Und ich muss sagen: es ist ein wirklich gutes Buch, was einem hilft, ein bisschen achtsamer mit seinen Gefühlen und mit sich selbst umzugehen.
Anhand von netten und lustigen Beispielen, die ich größtenteils auch direkt auf mich übertragen konnte wird man an die Materie herangeführt. Man wird entlastet durch die neue Info, das Gefühle erstmal sind, wie sie sind und bekommt dann Schritt für Schritt gezeigt, wie man mit ihnen gut und auch besser umgehen kann. Auch erfährt man später im Buch, wie Gewohnheiten entstehen und wie man auch darüber wieder mehr Kontrolle bekommt.

Davon ganz abgesehen sind die Illustrationen sehr, sehr zauberhaft und ich habe das kleine, lustige Männchen, welches mich von Tag zu Tag geführt hat, sehr ins Herz geschlossen.

Achtsamkeit begegnet mir gelegentlich bei der Arbeit (zur Zeit aber eher seltener als noch im letzten Jahr) und ich finde, es ist etwas, was generell nicht schaden kann. Insbesondere in einer Zeit, in der wir vielen äußeren Faktoren ausgesetzt sind und häufig nicht so recht wissen, woher wir die Ruhephasen für uns selbst nehmen sollen, ist die Achtsamkeit eine hilfreiche Sache, um wieder ein bisschen mehr "bei sich zu sein".
Gerade weil mir das dieser Tage so schwer fällt, habe ich in der letzten Woche zu diesem Buch gegriffen und mich eingehender mit dem Thema beschäftigt... Damit ich erstens auch selber weiss, wovon ich rede wenn ich dieses Buch empfehle und damit ich wieder mehr bei mir ankomme. Ich denke, es geht hier viel ums Üben und das werde ich auch tun. Also fange ich morgen früh wieder damit an bzw. ich mache damit weiter: Innehalten - Gefühl wahrnehmen - Gefühl benennen - Übung beenden...

Fazit: Empfehlung für alle :) Vielleicht auch gerade jetzt, wo für so manchen die "hektische Weihnachtszeit" naht. Und auch sonst für jeden, der hier und da etwas über Achtsamkeit hört und eine erste Idee bekommen will. Oder auch für jeden der denkt, "Mensch, wo bleibt bloß immer meine ganz Zeit und wieso bin ich momentan eigentlich so schrecklich unentspannt?" Oder für die, die sagen "Herrje, ich weiss überhaupt nicht, was in der letzten Zeit mit mir los ist"...
Es ist ein nettes, kleines Experiment was schon beim ersten Lesen zu kleinen Veränderungen (zumindest bei mir) geführt hat.