9/07/2014

Roadtrip 2014 - Teil 1

Wie gewissen Personen zugesagt kommt heute ein erster Post über unsere USA-Reise.
Los ging es - wie so oft bei uns - in Düsseldorf - es fühlt sich fast schon wie ein Ritual an, dort im Marché ein Frühstück zu bestellen :)










In Denver (nach einem -wie ebenfalls so oft - nervigen Flug) angekommen checkten wir in ein Hotel in Flughafennähe ein und fanden wunderbarerweise sogar eine Art "organic Diner":


Dies war die geplante Route - zumdest der erste Teil, über den ich heute berichten will...


Die ersten 1400 km waren extrem anstrengend, da wir einfach zu wenig Zeit für sie hatten. Das war ausnahmsweise nicht unsere Schuld (sonst überschätzen wir uns da auch gerne mal), da wir die Fahrtstrecken unseren Lodge-Buchungen im Yellowstone anpassen mussten. Das ist leider nicht so unüblich: die Lodges sind häufig im Voraus um Monate ausgebucht und wir haben schon Ende 2013 die letzten Zimmer für unsere Reise im Juni 2014 buchen müssen. So kamen wir also am Samstag in Denver an und konnten / mussten Dienstag in der Lake Lodge im Yellowstone einchecken. Zuvor wollten wir erstmal einen Tag Denver kennenlernen und uns vom Flug erholen - wenigstens ein bisschen und danach gen Norden in Richtung Mount Rushmore und Badlands fahren.
Wir freuten uns auf Büffelherden, Präsidentenköpfe und die Badlands und machten uns auf den Weg.

Mount Rushmore war nicht so sehr mein Traum, aber wir sagten uns, dass man es vielleicht schon einmal gesehen haben sollte. Wir schauten extra zuvor zu Hause noch "Der unsichtbare Dritte" um uns auf den Urlaub einzustimmen. Verrückterweise sah das Diner, welches im Film auch zu sehen ist, noch genauso aus wie im Film - das fand ich irgendwie klasse.
Die Präsidentenköpfe sind natürlich schon groß und beeindruckend und doch auch weniger ergreifend als erwartet. Andererseits mag das auch an unserer Nationalität liegen: so manch ein Besucher dort war sehr ergriffen und angetan.

Weiter ging es - wir dachten ja noch, dass wir gut in der Zeit wären - zum "Devils Tower" einem National Monument. Dieser Berg kommt mit einer Geschichte daher: sieben Jungfrauen campierten in der Nähe des Flusses, als plötzlich ein Bär (dort lebten wohl viele Bären) sie angriff. Sie beteten zu den Göttern um Hilfe und der Boden wurde gen Himmel gehoben. Der Bär schlug die Krallen in den Fels, um die Mädchen doch noch zu bekommen, aber er hatte keine Chance. Der große Schöpfer wiederum erlaubte den Mädchen, am Himmel zu stehen, als Sterne im Zeichen der Plejaden, auch bekannt als "die sieben Schwestern".
Tatsächlich handelt es sich um Intrusionsmasse: verfestigtes Magma, welches in längst wegerodierte, weichere Sedimentschichten eingedrungen ist. Aber die Indianergeschichte ist deutlich schöner ;)
Dort haben wir eine kleine Wanderung gemacht und haben auf der Weiterfahrt eine Präriehundkolonie gesehen - ganz possierliche Tierchen, wie ihr sehen könnt:
 
Diese "Hunde" unterhalten sich mit Belllauten - daher der Name! Auf der ganzen Wiese wimmelte es nur so von den kleinen Tierchen - sobald man mal etwas schaute, entdeckte man immer mehr und mehr, dauernd kamen die kleinen Köpfchen zum Vorschein.

Unsere Fahrt ging dann weiter - und allmählich ging mir auf, dass ich mich in der Zeit verkalkuliert hatte... Es wurde immer später und später und die Strasse und die Landschaft nahmen kein Ende...


  
Auch wenn alles schön anzusehen war: mir kamen Erinnerungen zu dem Thema Fahrten in der Dämmerung, Wildwechsel etc. In einem Blog hatte ich gelesen, dass jemand, der in der Dämmerstunde unterwegs war, einen schlimmen Unfall mit einem Waipiti-Hirsch hatte. So durchquerten wir leider auch einige schöne Gegenden im Halbdunkel wie zum Beispiel den Bighorn National Forest. Vor allem sorgte ich mich aber in dem Moment um die Bighorns selber, die durchaus auch am Wegesrand zu erblicken waren... o.O

Aber irgendwann hatten wir es geschafft, gegen 22 Uhr fuhren wir (statt wie geplant um 19 Uhr) in unserem Hotel, dem Green Gables Inn vor. Ich habe dieses Hotel selbstverständlich aufgrund des Namens ausgewählt - das kann man sich ja denken. Und es war eine gute Wahl: die Dame, die an dem Abend an der Rezeption saß, war schon sehr besorgt und erkundigte sich rührend nach unserer Fahrt. Sie empfahl uns dann auch ein Restaurant, in dem wir so spät noch etwas zu essen bekommen könnten. In Amerika ist es total unüblich spät zu essen und die meisten Lokale richten sich ab 21 Uhr auf den Feierabend ein.
So war aber alles gut - wir bekamen noch ein wirklich gutes Abendessen (aus Ermangelung an Vegetarischem auf der Speisekarte aß ich an dem Abend ein Lachssteak, was überraschend gut war :) ) Trotzdem habe ich den Rest des Urlaubs ausschließlich vegetarisch gegessen - das ging danach auch wieder gut :)

Am nächsten Morgen ging es dann gemütlich weiter in den Yellowstone, wo wir prompt auf die erste Büffelherde stießen. Diese hatten wir bis dahin schmerzlich vermisst, da wir den Badlands leider keine Zeit hatten, um dort anzuhalten und die dortigen Büffel zu besuchen. Am Ende unseres Yellowstone-Besuches war dann gar nichts besonderes mehr, die Büffel zu sehen - an den Leuten, die für Büffel anhalten erkennt man dann immer die "Neuen" im Park ;)

Obwohl die Büffel eigentlich harmlos wirken sind sie gar nicht ganz so friedlich, es passieren auch immer wieder Unfälle, bei denen Touristen sich zu nah herantrauen.







So, das war der erste Abschnitt unserer weiten Fahrt - und auch der anstrengste. Danach waren die Strecken deutlich kürzer und wir hatten auch mehr Zeit, um alles anzuschauen.
Ich kann noch nicht sagen, wann ich es schaffe, hier weiterzuschreiben, aber zumindest die meisten Bilder sind bereits fertig und warten darauf, Euch gezeigt zu werden.

Und ich habe jetzt wieder ein bisschen Fernweh - aber erlebe durch diesen Post unsere ersten Tage noch einmal...

9 comments:

  1. So klasse! Danke für den Urlaubseindruck, Sayuri, und die Geschichten (die indianische Legende ist toll) zw. Anekdoten (Green Gables Inn). Eigentlich kein Wunder, dass Du schon wieder Fernweh bekommst!

    ReplyDelete
    Replies
    1. Da hast Du wohl recht mit dem Fernweh - überraschend war das nicht ;)
      Ja, die Legende hat mich auch gleich angesprochen - so ist sie mir auch gut im Kopf geblieben :D

      Delete
  2. *dumdidum* ;)

    Ich kann durchaus verstehen, warum ihr gerade das Green-Gables-Inn gebucht habt, aber schade, dass die Fahrt dahin so anstrengend war. Immerhin habt ihr nun einmal Mount Rushmore besucht und könnt euch den Punkt bei zukünftigen Urlauben verkneifen. (Die Präsidenten reizen mich auch nicht so, irgendwie habe ich das Gefühl, die sind in US-Erzeugnissen überrepräsentiert. ;) ) Die Präriehunde hingegen sind ja zuckersüß! Ich finde die Kerlchen schon immer bezaubernd, wenn ich sie mal im Zoo zu sehen bekomme, aber in freier Natur muss es umwerfend sein. :)

    Die Bisons sind bestimmt auch beeindruckend, wenn man sie das erste Mal (nach langer Zeit) in freier Wildbahn sieht. Und natürlich sind sie auch gefährlich, genauso wie jede Milchkuh gefährlich sein kann - ich verstehe nicht, dass Menschen so wenig Respekt vor Tieren haben. Sogar unsere eigentlich so anschmiegsamen Hauskatzen können gefährlich sein ...

    Die Geschichte mit den sieben Jungfrauen (Warum eigentlich immer Jungfrauen? Warum nicht einfach Mädchen oder Frauen? *grübel) ist wirklich deutlich hübscher und poetischer als die schlichte geologische Erklärung. :) Oh, und diese Landschaftsbilder! So schön! Da kann ich dein Fernweh sehr gut verstehen! Danke! :)

    ReplyDelete
    Replies
    1. Das war so eine gute Inspiration von Dir - vielen Dank :) Ich freue mich sehr, dass ich mit der Urlaubsverarbeitung nun endlich begonnen habe!
      Ich hoffe, bald weiterschreiben zu können...
      Ja, die Präsidenten war wirklich so ein Punkt nach dem Motto "Wenn wir schon mal da sind"... Das mit der wenigen Zeit hat mich auch selber ganz schön geärgert - vielleicht hätte ich da noch etwas mehr Aufwand betreiben müssen, und versuchen müssen, die Lodges umzubuchen... Aber naja, so ist es nun einmal gelaufen...
      Die Präriehunde sind großartig - ich kam aus begeisterten "Guck mal da - und da - und da"-Rufen gar nicht mehr heraus :D
      Und dank meines "neuen" Objektivs konnte ich auch prima heranzoomen und das kleine Kerlchen rechts näher in Augenschein nehmen. Ich finde, der guckt als wolle er sagen "Was möchtest Du von mir, hmm?"

      Ja, Bisons sind schon klasse. Ich habe später noch eine Herde mit Kälbchen (weiss nicht ob die bei Bisons / Büffeln auch so heißen) fotografiert - die waren auch beeindruckend.
      Respekt vor Natur bzw. Tieren kann man ja leider dort wie auch woanders heute nicht mehr erwarten - mich hat das auch so aufgeregt. Da wird man gerade im Yellowstone leider ständig Zeuge :/

      Ja, vielen Dank - die Jungfrauenfrage habe ich mir, als ich es aufgeschrieben habe, genauso auch gestellt! Ich verstehe es auch nicht ...

      Ich finde Fernweh gerade nicht so schlecht - im Moment erlebe ich meinen Urlaub dank dem Blog nochmal :D Ich freue mich schon richtig auf die nächste Etappe!

      Delete
    2. Oder ihr braucht das nächste Mal einfach mehr Urlaub, damit es zeitlich alles weniger eng ist. ;)

      Allein für die süßen Kerlchen hat sich so ein neues Objektiv wirklich gelohnt! :D Und ja, so richtig kann er sich wohl nicht erklären, warum du ständig rufst und mit dem seltsamen Gerät vor deinem Gesicht hantierst. *g*

      Jupp, Kälbchen! Schade, dass dieses Miteinander den Menschen so fremd geworden ist. Ich bin auch nicht gerade so naturverbunden (es gibt Gründe, warum ich so ungern im Garten arbeit :D), aber Respekt habe ich gelernt.

      Mal schauen, wann du Zeit für die nächste Etappe hast! Ich freu mich schon darauf! :)

      Delete
  3. so, von daheim aus scheint es zu funktionieren, juche! ich hoffe, der zweite teil kommt bald - eure route hört sich ja auch super spannend an! ich glaube, mount rushmore wäre für mich jetzt auch nicht so die große attraktion, obwohl es natürlich schon cool ist, dinge, die man so aus filmen kennt, auch mal live zu sehen!

    ich frage mich ja bis heute wie es möglich war, dass ich auf booking nahe dem grand canyon nationalpark einfach kein hotel gefunden hab. als ich dort war, habe ich ja viiiele unterkünfte gesehen - im vorfeld war das nächste, das ich zu akzeptablen preisen gefunden habe, jedoch flagstaff und eben kingman. und das war eine ganz schön lange fahrt. meine vermutung war auch, dass die 3 monate vorher schon alle ausgebucht waren, nachdem man das ja immer wieder hört. oder halt nur zu horrenden preisen, die nicht in meinen filter reingefallen sind. dubios, irgendwie.

    ReplyDelete
    Replies
    1. Ich habe den Link auch auf Deiner Seite nochmal verändert - glaube ich auf jeden Fall - irgendetwas stimmte da so ganz und gar nicht (wo ich doch so wenig mit der Bibel zu tun habe ;) )
      Ja, es war eher so eine Entscheidung à la "Wenn wir schon mal da sind..."... Aber gut, so haben wir den Teil schon mal abgehakt...
      Das geht einem wirklich häufiger so. Einen Teil der Hotels kriegt man einfach ohnehin nicht über booking.com & Co., weil sie sich dort nicht registriert haben (das passiert bspw. in diesen kleinen Durchfahr-Orten wie Mexican Hat auch gerne mal) und es kann tatsächlich gut sein, dass alles andere schon lange ausgebucht war oder unfassbare Preise abgerufen hat.
      Das ist schon echt eine Wissenschaft für sich, die Hotelbucherei ;) Jedes Mal wieder ein Abenteuer :D

      Delete
  4. Ach, was für schöne Bilder! Und blöd, das ihr euch so hetzen musstet.

    Wirklich lachen musste ich bei deinem Kommentar über die Büffel und das nur der Anfängertourist noch begeistert davon ist. Mir ist es Finnland ähnlich ergangen mit den Rentieren. Am ersten Tag war ich hin und weg, weil die Viecher ständig auf der Straße waren. Nach einer Woche war ich nur noch genervt. ;)

    ReplyDelete
    Replies
    1. Dankeschön :) Naja, wir wussten ja schon, was uns erwartet - konnten aber einfach den Devils Tower nicht links liegen lassen - ich glaube, ohne den hätten wir es gut geschafft. Aber so waren wir auch gleich für den Rest des Urlaubes "eingenordet" und haben solche langen Fahrtage einfach nicht mehr gemacht :) Und das nächste Mal gibts mehr Zeit für weniger Strecke, wie die Winterkatze vorgeschlagen hat...

      Ja, bei Rentieren in Finnland kann ich mir das auch lebhaft vorstellen :) Am Anfang ist man wirklich total begeistert und nachher heisst es dann nur noch "Ach, nur ein Büffel" ... (vor allem wenn man immer schön auf Bären hofft *lach *
      Aber dieses auf der Strasse rumtraben ist ja auch ein bisschen sehr aufmerksamkeitsheischend - das machen die Bisons ja auch... ;)

      Delete