2/05/2014

Erste "Rezi" zu "Eine Handvoll Worte" von Jo Jo Moyes

Schon vor gefühlten Ewigkeiten habe ich mich bei Ariana zur Hörbuchchallenge für 2014 angemeldet.
Bislang hatte ich jedoch nicht mal die Übersichtsseite online gestellt - das habe ich mittlerweile aber wenigstens geschafft <click>.

Auch das erste Hörbuch wurde bereits gehört: "Eine Handvoll Worte" von Jojo Moyes. Nachdem wir auf unserem letzten Roadtrip sehr begeistert von "Ein ganzes halbes Jahr" waren, war ich schon sehr aufgeregt und freute mich auf den nächsten Roman von der Autorin.

Vorab sollte ich sagen, dass ich nicht so gerne bzw. gut Rezensionen schreibe - ich habe immer Angst zu spoilern und darum fasse ich mich immer super-kurz ;)

In der Geschichte geht es eigentlich um zwei Liebesbeziehungen in verschiedenen Zeiten: 1960 und 2003. Richtig tief taucht man in die 1960er Geschichte von Jennifer Stirling ein. Sie ist die Ehefrau eines wohlhabenden Mannes, die in Südfrankreich zufällig auf einen Auslandskorrespondenten trifft und sich in ihn verliebt. Ihr Ehemann ist aber auch ein ganz schöner Knallkopf, dass kann man schon mal sagen. Zwischen den beiden Liebenden geht es hin und her und hin und her - das zieht sich durch das ganze Buch und alle Zeitsprünge.
Die andere Zeitlinie dreht sich um Ellie Haworth, eine junge Journalistin, die einen alten Brief von Antony, dem Auslandskorrespondenten findet, in dem er Jennifer bittet, mit ihm nach New York zu gehen. Natürlich will Ellie, die selber unglücklich (obwohl ihr das anfangs nicht bewusst ist) in einen verheirateten Mann verliebt ist, sofort wissen, was dahinter steckt und will Empfängerin und Sender finden und deren Geschichte lüften, bestenfalls sogar einen Artikel dazu schreiben.

Puh, jetzt, wo ich das hier schreibe wird mir auch wieder klar, was mich an dem Buch so geärgert hat.
Dieses ständige Springen zwischen den Zeiten und Geschichten, ohne das es im Hörbuch kenntlich gemacht wurde, hat mich furchtbar genervt. Davon abgesehen fand ich die ganze Geschichte ziemlich ärgerlich: die beiden Liebenden aus den 60ern  werden ständig von der großen bösen Welt auseinandergebracht bzw. daran gehindert, endlich zusammen zu kommen.
2003 erlebt man, wie Ellie in einen Strudel von unwichtigen Ereignissen gerät und dadurch ihren Job nicht macht: sie kommt andauernd zu spät zur Arbeit, erfüllt ihre Aufträge nicht, verletzt nette Menschen und hat irgendwie nur wenig Gefühl dafür, dass sie ihre Umwelt enttäuscht und nervt. (Vom Hörer / Leser ganz zu schweigen ;))

Ich fand die ganze Geschichte sehr zäh und leider für mich enttäuschend.  Ich glaube, ich habe es nur zu Ende gehört, weil ich die Art zu lesen von Luise Helm einfach so großartig finde - da kann es dann  offensichtlich sogar eine schlechte Story sein. Aber nach "Ein ganzes halbes Jahr" konnte mich dieses Buch leider so gar nicht begeistern - allerdings war es auch sicherlich viel erwartet, an dieses Werk heranzukommen.
Mich persönlich hat das Buch leider so gar nicht erreicht, ich fand es schwierig, die Personen aus beiden Zeitsträngen zu mögen und ihr Verhalten nachzuvollziehen. Außerdem ging es mir zeitweise so, dass ich nicht genau wusste, in welcher Zeit ich gerade bin und wann die Amnesie nun eigentlich eingetreten ist. Das _kann_ aber auch daran liegen, dass ich nicht immer voller Aufmerksamkeit dabei war und manchmal abgedriftet bin...

Kurz: Das Buch war also nicht meins. Zu erwarten, dass es vergleichbar mit "Ein ganzes halbes Jahr" sein könnte, war vielleicht ein bisschen naiv von mir. Die Lesung von Luise Helm war trotzdem schön und der einzige Grund, warum ich diesen Post jetzt schreiben kann ;) Vielleicht ist es als Hörbuch auch noch verwirrender, aber das werde ich wohl nie endgültig beantworten können.

19 comments:

  1. Ich habe Deine Besprechung jetzt nur überflogen, weil das Hörbuch hier noch ungehört auf mich wartet. Wenn ich es gehört habe, schaue ich wieder hier herein. :D

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  2. Das hätte ich an Deiner Stelle ganz genauso gemacht. Auch wenn ich - glaube ich - nix verraten habe, beeinflusst so eine Meinung das Hör- oder Leseerlebnis schon sehr, finde ich. :)

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    1. Bei "Die verborgene Sprache der Blumen" waren die Zeitsprünge auch nicht so deutlich - in der Buchform sind sie sicher besser erkennbar. Und was den Rest angeht, da muss ich einfach mal hören. :D

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    2. Genau - lass Dich nicht beeinflussen. Mit den Zeitsprüngen - ich finde, dass könnte man doch irgendwie lösen. Ist doch irgendwie klar, dass den Hörer das verwirrt... Naja *schulterzuck* - ich bin schon immer recht fix dahintergekommen, man ist nur immer einen Moment verwirrt ;)

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  3. Du magst zwar nicht so gern Rezensionen schreiben, aber ich mag deine Texte! Ich habe nicht das Gefühl, dass du zu viel oder zu wenig zum Inhalt sagst und es wird ganz klar, was dich an dem Hörbuch gestört hat.

    Für mich sind Figuren, deren Handeln ich nicht nachvollziehen kann, oft auch das größte Problem an einer Geschichte - selbst dann, wenn ein Sprecher oder eine Sprecherin noch viel rausholen kann.

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    1. Das hast Du nun aber sehr, sehr lieb geschrieben - es geht runter wie Öl :) Danke, liebe Winterkatze! Irgendwie sträube ich mich bei Rezis immer sehr ;)

      Ich habe beim Hören immer und immer wieder den Kopf geschüttelt - weil ich die Figuren so blöd fand bzw. deren Handeln so unlogisch und kompliziert. Ich mag mir gar nicht vorstellen wie es mit einer anderen Vorleserin gewesen wäre...

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    2. Du brauchst einfach mehr Übung, damit du weniger Hemmungen hast. :D

      Wenn ich endlich meine erste Hörbuchrezension für die Challenge geschrieben habe, bekommst du vielleicht eine Ahnung davon. ;) (Noch ca. 4 Stunden! *uff*) Unter diesen Umständen ist es nur gut, dass dir die Luise die nicht so sympathischen Figuren versüßt hat. :)

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    3. Dann wird 2014 mein Rezi-Trainings-Jahr (Sachbuch- und Hörbuchchallenge!) :D
      Ich bin gespannt, was da kommt ... Sind es für Dich lange vier Stunden??
      Oh ja, der Lusie bin ich wirklich dankbar ;)

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    4. Und spätestens 2015 rezensierst du dann jeden Titel, den du gehört oder gelesen hast, weil du es dir gar nicht anders mehr vorstellen kannst. :D

      Sehr lange vier Stunden, wenn ich mich aber zusammenreiße und mein Mann tolerant ist, dann bekomme ich es Freitagabend fertig. Die Leute sind alle so dumm und die Handlung ebenfalls!

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    5. Winterkatze, besteche ihn mit Schokolade, damit er Dir Gesellschaft leistet und kommentiert. ;)

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    6. *tihi* - ich bin gespannt :D

      Ohje, das klingt wirklich sehr schlimm - dummel Leute plus dumme Handlung - so etwas gehört doch verboten ;). Ich wünsche Dir, dass Du es schnell hinter Dir hast und dann etwas mitreissendes, nettes anfangen kannst!

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    7. @Natira: Auf die wollte er in diesem Jahr etwas verzichten. :D Und die Kommentare gab es heute schon per Mail, als ich immer mal wieder auf das gerade gehörte eingehen musste. *g*

      @Sayuri: Ich werde danach auf jeden Fall etwas von dem Leihstapel hören, den mir Natira hat zukommen lassen. Das kann nur besser werden! :)

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    8. @winterkatze
      zu Rankin kann ich nichts sagen, aber ich hoffe, von den übrigen Büchern wird Dir was gefallen. ;)

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    9. @Winterkatze: Oh weh, noch ein ungeliebtes Hörbuch für die Challenge? Ich hoffe, es wird nicht zur Gewohnheit, dass wir uns alle darauf hinweisen, was wir NICHT hören sollen. ;-)

      Von "noch vier Stunden" träume ich - habe bei "Anna Karenina" bisher knapp 9 Stunden gehört, was immerhin ein Viertel des Hörbuches ist. Aber ich bin ja selbst schuld, wenn ich mir vornehme, im Rahmen der Challenge mal meine langen Hörbücher abzuarbeiten. Wobei "Anna Karenina" das Längste ist, was ich auf dem SuH habe - selbst "Der Anschlag" ist ein paar Stündchen kürzer. Und "Das Lied von Eis und Feuer" ist ja in so viele Einzelteile zerlegt, dass man gar nicht merkt, wie lang es eigentlich ist. ;-)

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    10. @Ariana: Ich hatte mir das wirklich unterhaltsamer vorgestellt, kann für dieses Hörbuch aber wirklich keine Empfehlung aussprechen. Oo

      Immer noch vier Stunden, da ich gestern vor Langeweile mit dem Strickzeug in der Hand eingeschlafen bin und nichts von der Handlung mitbekommen habe. *g* "Anna Karenina" dürfte auch das längste Hörbuch sein, das jemand im Rahmen der Challenge hört. Meine gut 16 Stunden reichen mir ja schon - wobei die sich auch nicht so hinziehen würden, wenn sie spannender wären. ;)

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  4. @natira und @winterkatze:
    es ist immer wieder erleichternd, wenn man solche schlimmen Erfahrungen nicht alleine tragen muss.
    Ich denke, ich werde mit City of Glass weitermachen. Da finde ich die Lesung zwar auch eher ärgerlich und nervig, aber die Geschichte wird ja ohnehin vor allem wegen des Unterhaltungswertes von mir weiter verfolgt ;)

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    1. Ach, wie blöd, dass bei dem Hörbuch dann die Lesung nicht passt! Ich hoffe, du hast trotzdem Spaß damit! :)

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  5. Sayuri, ich fand deine Rezension toll! Vielen Dank dafür! Ich fühle mich übrigens kein bisschen gespoilert, aber habe einen guten Eindruck davon bekommen, was dir an dem Hörbuch nicht gefallen hat. Ich hatte zwar eh nicht vor, "Eine Handvoll Worte" zu lesen oder zu hören (hatte schon in einer anderen Rezension gelesen, dass das Buch nicht so toll ist), fühle mich jetzt aber in dieser Entscheidung bestätigt. Und habe nun Luise Helm als gute Sprecherin auf dem Schirm. :-)

    Vielleicht darfst du die Rezensionen nicht so "wichtig" nehmen. Ich nenne die Posts zu den (Hör-)Büchern bei mir zwar auch "Rezensionen", aber eigentlich poste ich eher lange Leseeindrücke. Vorgänger meines Blogs war ein persönliches Lesetagebuch auf Papier (daher der Name des Blogs), in dem ich für mich notiert habe, ob mir ein Buch gefallen hat und warum. Dieser Ansatz hat sich durch den Übergang zum Blog nicht wesentlich geändert. Ich will mit meinen Posts zu den (Hör-)Büchern gar nicht alle Facetten eines Buches oder Hörbuches umfassend besprechen, sondern nur meine persönliche Meinung kundtun - für mich und alle, die mitlesen mögen. Spoiler versuche ich natürlich auch zu vermeiden, aber ansonsten mache ich mir beim Schreiben der Rezis nicht so viele Gedanken. Ich schreibe sie meist direkt nachdem ich das (Hör-)Buch beendet habe - ohne große Vorbereitung und ohne Entwürfe. Das wäre mir viel zu aufwendig. Und durch diesen Ansatz habe ich auch keine großen "Ansprüche" an die Rezis und erst recht keine "Angst" davor.

    Vielleicht hilft dir das ja ein wenig weiter beim Schreiben deiner nächsten Rezensionen?

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    1. Liebe Ariana, vielen lieben Dank für Deine Worte - das sind gute Ideen bzw. Ansätze, die Du mir da gibst.
      Ich werde es zukünftig einfach lockerer angehen - und Ihr könnte mir ja entsprechendes Feedback geben ;)
      Schön, dass Dir mein Höreindruck eine neue (?), gute Sprecherin gebracht hat - ich kann sie nur empfehlen.
      Jetzt bin ich schon wieder ganz in der City of Bones und die Sprecherin hat sich (im Vergleich zum ersten Teil) viel mehr zurückgehalten.

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