1/29/2013

#9: Lieblingsbücher-Challenge - "Before I Fall" by Lauren Oliver

Gerade habe ich oben genanntes Buch ausgelesen - in der deutschen Übersetzung hat es den schönen und praktischen sowie erinnerungswürdigen Titel "Wenn Du stirbst, zieht Dein ganzes Leben vorbei, sagen sie". Schon allein dieser Titel hätte mich ja schon dazu gebracht, das Buch lieber im Original zu lesen ;) Aber da ich es als englisches E-Book günstiger erstehen konnte, löste sich diese Frage quasi von selbst.

Eine Rezension darüber zu schreiben ist denkbar schwierig, da man das kaum bewerkstelligen kann, ohne zu spoilern. Wer also keine Angst vor richtigen Spoilern hat, der sei an die Amazon-Zusammenfassung verwiesen. Allen anderen sei, ganz nebulös, folgendes gesagt:

Es geht um Sam(antha) Kingston, ein junges Mädchen, die noch zur Highschool geht. Sam ist nicht unbedingt ein sympathisches Mädchen, allerdings wird relativ schnell klar, dass sie eine klassische Mitläuferin ist, die begeistert und stolz in der Mainstream-Welle mitschimmt. Ich würde sie schrecklich finden, wenn ich sie kennenlernen würde und hoffe, dass vieles aus diesem Buch übertrieben ist und nicht der Großteil der Teenager heute so sind. Man erkennt zwischen den Zeilen jedoch auch immer wieder, dass die Figur häufig aus Gedankenlosigkeit heraus handelt, in Wirklichkeit jedoch schon ethische Grundsätze hat sowie zwischen richtig und falsch unterscheiden kann - daher ist der Ansatz, den Lauren Oliver gewählt hat, um sie "zu läutern", eine wirklich gute Idee, die sie gekonnt umgesetzt hat.
Mit einem klassischen "Und täglich grüsst das Murmeltier"-Szenario darf Sam ein und den selben Tag sieben Mal erleben...
Und hier hört der Inhalt auf, den Rest müsst Ihr selbst herausfinden ;)

Meine Meinung:
Zunächsteinmal: dieses Buch ist ein Jugendroman, der sich auch hervorragend für Erwachsene eignet. Die Sprache, die Sitten und Gebräuche und die Probleme sind naturgemäß teeniehaft, was ich aber durchaus als passend empfunden habe. Die Figuren fand ich recht schlimm und unsympathisch, aber es zeichnet sich schnell eine gute Entwicklung und logische Erklärungen für deren Verhalten ab. Die ersten 100 Seiten sind recht zäh, aber wenn man einmal drin ist und ein größeres Stück auf einmal lesen kann, packt einen der Roman schon sehr - ich habe es heute an einem Stück durchgelesen :D
Das Thema ist interessant, wenn man in der richtigen Stimmung dafür ist - es geht um den Tod, um schicksalhafte Entscheidungen, um Recht und Unrecht und ich denke, es ist besonders für junge Mädchen eine gute Lektüre. Und ich würde das Buch auch jedem Erwachsenen weiterempfehlen, der auch mal ein "Problembuch" ertragen kann.

Fazit: ein spannendes Buch, auf das ich ohne die Lieblingsbücher-Challenge vermutlich nicht gekommen wäre :)

1/13/2013

#7 & #8: Lieblingsbücher-Challenge "Die Chemie des Todes" und "Kalte Asche" by Simon Beckett (Bonus: inkl. "Leichenblässe")

Im Moment läuft es mit der Lieblingsbücher-Challenge für mich recht gut. Das ist der Vorteil, wenn man mehrteilige Reihen ausgewählt hat ;)
Jetzt hat es mich also zu David Hunter, dem Helden der Simon Beckett-Reihe gezogen und ich habe voller Spannung innerhalb weniger Tage die Teile 1 - 3 gelesen. Der erste Teil, die "Chemie des Todes" hat mir am besten gefallen - wie so häufig bei Trilogien...

Worum geht es in "Die Chemie des Todes"?
David Hunter ist forensischer Antrophologe und wird vollkommen zufällig in eine schreckliche Mordreihe hineingezogen. Eigentlich wollte er sich nämlich aus seinem ursprünglichen Fachgebiet aufgrund von persönlichen Verlusten zurückziehen. Dafür ist er von London aufs "Land" gezogen und praktiziert als Allgemeinmediziner.
Eines Tages wird eine stark verweste Leiche im Wald gefunden und Dr. Hunter wird relativ schnell in die Untersuchung einbezogen.
Ich habe schon auf den ersten Seiten mehr über die Verwesung von Dingen erfahren als ich je wollte. Nichtsdestoweniger ist das Buch sehr fesselnd geschrieben und ich konnte es kaum weglegen. Außerdem ist das Ende extrem überraschend und kommt sehr unerwartet.
Auch die Figur des David Hunter, die Geschichte drum herum und der aufgebaute Spannungsbogen haben mich so überzeugt, dass ich sofort im Anschluss Teil 2 gelesen habe.

Worum geht es in "Kalte Asche"?
"Kalte Asche" beginnt mit einem neuen, jetzt wieder offiziellen Fall für David Hunter. Er ist in sein altes Betätigungsfeld zurückgekehrt und wird auf eine Insel der Hebriden gerufen, wo eine verbrannte Leiche gefunden wurde. Recht schnell lernt der Leser die schrullige Inselgemeinschaft kennen, wird allerdings sehr als Eindringling wahrgenommen, was man ihn auch spüren läßt. Die ganze Situation ist anfangs nur leicht beunruhigend, wird aber schon fast unheimlich, als ein Sturm aufkommt und die Insel vom Festland abgeschnitten ist: die Fähre fährt nicht mehr und auch die Funkverbindung ist abgebrochen. Ein schrecklicher Sturm kommt auf, währenddessen noch schrecklichere Dinge geschehen. Und auch hier wendet Simon Beckett wieder das gleiche Schema an, wie im ersten Teil - das hat mich zwar auch wieder gut überrascht und planmäßig in die Irre geführt, jedoch fand ich es etwas schade, dass die Geschichte wieder sehr ähnlich wie im ersten Teil aufgelöst wurde. Das "richtige" Ende war dann noch mal ein richtiger Knall - das fand ich gelungen.
Auch dieser Teil nahm mich so gefangen, dass ich gleich darauf mit dem dritten Teil begann...

Bonus ;)
Worum geht es in "Leichenblässe"?
In Leichenblässe ist David Hunter in der "neuen Welt" und darf dort an einem Forschungsinstitut arbeiten. Durch reinen Zufall wird er natürlich auch in Tennessee wieder in eine Mordermittlung hineingezogen. Hier hat er nicht nur mit dem üblichen Misstrauen, was ihm entgegenschlägt, zu kämpfen, sondern auch mit Selbstzweifeln aufgrund einer neu erwachten Unsicherheit bzgl. seiner Arbeit. Außerdem kommt er nicht so gut damit zurecht, dass man ihn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht wirklich bei den Ermittlungen dabei haben will und das er selbst nicht weiss, was er eigentlich in Zukunft mit seinem Leben anfangen will.
Also ein Buch voller Unsicherheit, voll Zweifeln und Hadern. Der in diesem Buch beschriebene Psychopath kommt auch regelmäßig selbst zu Wort - das ist ganz schön gruselig, so etwas lese ich nicht so gerne. Auch hier nutzt Beckett wieder sein schon gut ausgefeiltes Überraschungsschema, aber dieses Mal war ich darauf vorbereitet und habe den wahren Täter schon etwa in der Mitte des Buches entlarvt bzw. verdächtigt.
Auch wenn ich die Trilogie mit Spannung und Begeisterung in einem Rutsch gelesen habe, habe ich am Ende von Teil 3 auch erstmal genug von David Hunter und Simon Beckett. Die andere Reihe zu beginnen reizt mich momentan überhaupt nicht und ich denke, das wird sich so schnell auch nicht ändern. Vielleicht hat er es einfach etwas übertrieben, so dass ich jetzt aktuell keinerlei Bedarf mehr an forensischer Antrophologie habe.

Aber Spass gemacht hat mir die Reihe dennoch und ich empfehle sie jedem gerne weiter, der Thriller mag und einen nicht allzu schwachen Magen hat (wobei ich eigentlich ein ziemliches Weichei bei solchen Büchern bin - und ich konnte es gut lesen).

Frida-Studie

Am Wochenende hatte ich endlich mal wieder Zeit, Fridas Augen genauer abzulichten - die Sonne, die gestern in Zimmer schien, war perfekt...
Ich finde ihre Augenfarbe einfach himmlisch!