1/30/2011

Besuchs-Wochenende

Dieses Wochenende hatte ich ein für meine Verhältnisse grosses Essen geplant: am Samstag abend hatte ich zur grossen Indischen Nacht geladen - ursprünglich war ich von 4 Gästen ausgegangen, am Ende waren es aber 7 ;)
Aber es war wunderbar - ein toller Abend, kochtechnisch hat auch alles sehr gut geklappt und alle Nervosität war umsonst :D
Leider, leider, war es zu stressig, um Fotos von den Speisen zu machen, aber zumindest den gedeckten Tisch habe ich abgelichtet - siehe weiter unten ...

Ich bin dieses Wochenende über mich hinausgewachsen: als Beinahe-Vegetarierin, die nur sehr selten Fleisch isst und wenn es denn mal vorkommt, dann auch eher unfreiwillig, kam ich bislang nur selten bis nie in die Verlegenheit, Fleisch selber zubereiten zu müssen - doch für gestern abend hatte ich mir vorgenommen auch ein Fleischgericht zu machen (obwohl die Gäste alle auch mit Vegetarisch einverstanden gewesen wären). Ich sah es als Herausforderung - und es war auch eine ;)
Selten habe ich mich so geekelt. Ich mag gar nicht darüber nachdenken oder schreiben, _wie_ sich das angefühlt hat... Trotzdem bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Ich werde sicher nach wie vor nicht freiwillig Fleisch zubereiten, aber zumindest habe ich es geschafft :)

Generell vertrete ich eigentlich die Meinung, dass man, wenn man Fleisch isst, auch in der Lage sein muss, es zuzubereiten und einem klar sein sollte, woher es stammt. Dass sehe ich auch immer noch so - trotzdem werde ich mich auch zukünftig nicht darum reissen, dass Fleisch kleinzuschneiden. Aber, mein Fleischkonsum ist auch marginal - wenn ich 1x in zwei Monaten Fleisch esse, ist das schon viel. Daher - ich kann mit diesem Manko leben und fühle mich damit nicht schlecht.

Ansonsten gab es als Vorspeise eine sehr leckere Linsensuppe (von roten Linsen mit Thymian), dann das berühmt-berüchtigte Spinat-Halloumi-Rezept und eben Huhn in Joghurt mariniert - was auch recht gut gelungen war. Meine Besucher brachten noch einen leckeren Nachtisch mit und der Abend endete sehr spät - mit Trivial Pursuit in Teams, viel Spass und einer wirklich angenehmen Zeit. Ich hoffe, ich werde diese lieben Menschen nicht so schnell wieder aus den Augen verlieren :)

Aber ich muss noch von meinem Wochenende weitererzählen: ich hatte nämlich noch einen zweiten Besucher - seht mal:
Wochend-Besucher + Tafel für Freunde :)

Dieser Kater schlich schon gestern hier ums Haus und hatte den halben Tag in dem "Baumhaus" im Garten geschlafen. Ich machte mir schon ein wenig Sorgen - es war so kalt draussen - da konnte ich gar nicht verstehen, wieso er nicht nach Hause ging. Verwahrlost sieht er aber auch gar nicht aus, er ist auch tätowiert und offenbar gesund. Abends war er dann auch irgendwann verschwunden und offenbar heimgegangen. Heute morgen stand er aber wieder vor der Tür - und kaum öffnete ich die Terassentür war er auch schon drinnen. Er wollte nichts zu essen - er bettelte gar nicht, sondern sah sich nur im Haus um. Den Kratzbaum inspizierte er sehr neugierig - ich schätze, dass ganze Haus riecht noch nach den Katzen meiner Freundin. Und, ich bin zwar nur ein Laie, aber ich bin mir fast sicher, dass er ein Geschwister oder Kind der Katzen ist, die hier früher lebten ist. Er hat die gleiche Stimme und die gleiche Zeichnung am Bauch wie Felix. Er ist unglaublich zutraulich, schmeisst sich vor mir auf den Boden und alles. Und gehen will er momentan auch nicht - er schläft und wenn ich mal vorbeigehe schmeisst er sich auf den Rücken und will durchgekuschelt werden. Aber ich nehme an, wenn er Hunger hat, wird er schon wieder heimgehen ;) Aber vllt. kommt er mich ja hin und wieder besuchen - das tat mir heute ganz schön gut, mal wieder eine Katze zu streicheln :) Er hätte ruhig schon ein paar Wochen früher vorbeikommen können...

Mein Sonntag ist ansonsten recht aktiv: heute früh war ich in der Kälte joggen (es war wirklich unfassbar kalt!), dann habe ich etwas an der Diplomarbeit geschrieben und gleich muss ich noch die Gläser von der Feier gestern spülen. Aber ich fühle mich gerade rundum wohl - was bestimmt sowohl an der kätzischen Gesellschaft und dem schönen Abend gestern liegt :)

1/23/2011

Fortuna

Dieser Artikel bekommt seinen Namen nicht wegen einer ausführlichen Auseinandersetzung mit der römischen Glücksgöttin.
Nein, er bekommt ihn, weil Fortuna mir so unglaublich hold war an diesem Wochenende. So begab es sich, dass ich meine Freundin BecK am Freitag nachmittag am Bahnhof abholte und wir gemeinsam in mein derzeitiges Heim fuhren. Wir wollten noch kurz einkaufen und hielten dazu bei meinem Lieblings-E-Center an. Mit leckeren Dingen bepackt ging es dann zum Auto, die Einkäufe wurden strategisch im Kofferraum verteilt und wir stiegen ein. Wir schnallten uns an, ich drehte den Zündschlüssel... und nichts passierte. Ausser, dass die Lichter angingen und die Symbole im Amaturenbrett leuchteten. _Kein_ Anlassergeräusch! Ich war - gelinde gesagt - entsetzt! Jeder, der hier ab und an mal liest, weiss, dass mein Auto sehr gewöhnungsbedürftig und durchaus als zickig zu bezeichnen ist - aber so etwas hatte es in den bald 12 Jahren noch nicht gegeben.
Nichts war zu machen - ich telefonierte, schnell war klar, dass irgendwas mit dem Anlasser sein musste. Draufhauen, könnte man - wenn man denn wüsste, wo der Anlasser sitzt (ich habe ihn nicht gefunden *rotwerd*). Gut, wir versuchten im zweiten Gang anzuschieben, was genau gar nichts  bewirkte. Schnell war klar, es war nichts zu wollen und ich musste mich um eine Werkstatt oder irgendeine Lösung kümmern. Um das Problem zu verdeutlichen: ich wohne momentan so richtig schön auf dem Land. Der Ort, in dem wir einkaufen waren, war nicht mein Wohnort und ich habe auch niemanden hier, der schnell mal vorbeikommt, um mir aus der Patsche zu helfen. Es war schrecklich. Schliesslich entschloss ich mich, beim ADAC anzurufen um mal nachzufragen, wie so etwas überhaupt läuft. Dort wurde ich natürlich spontan zur Mitgliedschaft überredet, was ich bei meinem Auto auch durchaus sinnvoll finde. Also, mit der Aussage, dass der Einsatz kostenlos wäre, wenn der gelbe Engel mein Fahrzeug wieder ankriegen würde, hofften wir auf das Beste, gingen nochmal in das Einkaufszentrum zum Bäcker dort, und warteten. To make a long story short: der gelbe Engel kam, sprach kaum ein Wort und kriegte den Motor wieder an. Die einzige Aussage war: "Der Anlasser ist kaputt, jetzt besser nicht mehr absaufen lassen". Gut, ein Problem gelöst - irgendwie würden wir zumindest nach Hause kommen. Aber, das hilft ja auch nicht weiter: danach würde der Wagen ja nie wieder anspringen! Und Abschleppen ist ja auch nicht wirklich zum Schnäppchen-Preis zu haben. Also, über meinen lieben Freund eine Werkstatt finden lassen, Öffnungszeiten bis 18 Uhr :( (Es war ja mittlerweile schon 18:45) Aber zumindest könnte ich den Wagen da auf den Parkplatz stellen, irgendwie wieder nach Hause kommen und müsste die Abschleppung nicht bezahlen. Vorsichtshalber vorher noch mal anrufen... Und, unglaublich, da ging jemand ans Telefon. Ich schilderte mein Problem und man sagte mir, sie wären noch eine halbe Stunde da. Schnell losgefahren, zum Glück im Navi die Adresse gefunden und die Lady dorthin gebracht (und solche Angst gehabt, den Motor abzuwürgen - passiert mir zwar nur sehr selten, aber ich war echt panisch ;) ). Die Herren in der Werkstatt waren tatsächlich noch da, waren super nett und gaben mir noch Tipps von wegen Anspruch auf Leihwagen etc. Also fragte ich, was denn so ein Leihwagen kosten würde, wenn ich es selber zahlen müsste: 15 Euro/Tag... "Hätten Sie denn noch einen, für heute?" Der Chef guckt seinen Kollegen an, der "Ja, den Punto, der einzige, den wir noch mit Winterreifen haben, den habe ich heute wieder angemeldet". Ich habe sofort zugesagt - bei dem Preis und allem war klar, dass ich nicht mit dem Taxi nach Hause wollte, um dann das Wochenende völlig unmobil mit meiner Freundin zu verbringen.
Mittlerweile weiss ich, dass meine Lady wohl erst Dienstag fertig wird, aber auch, dass meine Versicherung mir den Mietwagen zahlt. Dass der Anlasser kaputt ist, ist natürlich ärgerlich, aber der Wagen ist ja auch nicht mehr der Jüngste, daher kommt das nicht völlig unerwartet.

Fortuna hat es wirklich gut mit mir gemeint: Glück im Unglück zu haben ist ja leider bei mir nicht der Standard... Das meine Freundin an diesem Wochenende hier war und ich so nicht verlassen und einsam mit diesem Problem konfrontiert wurde, dass ich einen Freund zu Hause habe, der mir alles mögliche heraussuchen konnte, dass der gelbe Engel den Wagen wieder anbekommen hat und den Auftrag um die Uhrzeit nicht nicht mehr angenommen hat, dass die Werkstatt noch nicht Feierabend gemacht hatte (am Freitag-Abend!), dass dort ein letzter Leihwagen stand, der das Wochenende nun deutlich leichter und günstiger gemacht hat, dass ich einen Schutzbrief habe, und meine Versicherung mir so sogar die Kosten erstatten wird - all das hätte einfach nicht besser kommen können.

Der Rest des Wochenendes wurde von Fortuna auch bestens organisiert: wir hatten eine schöne Zeit, waren mal wieder auf einem traumhaften Diavortrag von Michael Martin (es war, wie immer, grossartig und handelte sich um diesen Vortrag) und haben die Tage genossen und viel Zeit mit Reden und gemütlichen Stunden, aber auch mit einem kleinen Stadtabenteuer verbracht. Heute haben wir noch ein bisschen was für die Diplomarbeit getan - etwas SPSS gerechnet und das gibt mir ein sehr gutes Gefühl, denn jetzt weiss ich, dass ich mit meinen Daten wirklich etwas machen kann und es nicht nur falsch interpretiere.

Fazit: Danke Fortuna, danke BecK, danke Universum für so ein schönes Wochenende mit so vielen positiven Entwicklungen, die alle auch hätten anders ausgehen können :)

1/16/2011

Sonntagsspaziergang

Kopfschmerzen und Sonnensehnsucht trieben mich heute raus - Spazierwege, oder eigentlich viel mehr, Joggingwege suchen (und leider nicht finden :( )
Ich habe hier zwar jede Menge Landschaft, aber die Wege zwischen den Feldern sind leider größtenteils asphaltiert, dass ist die Hölle für meine Knie und Füße...

Trotzdem, gegen das Kopfweh hat es prima geholfen und ich fühle mich ganz energiegeladen nach meiner Runde durch die Felder.

Weltreise Etappe 5 - finally: Die wahre Geschichte der Geisha von Mineko Iwasaki

Letztes Wochenende, gut zwei Wochen zu spät habe ich nun endlich doch noch meine Weltreisen-Challenge, die Natira vor einem guten halben Jahr ins Leben rief, beendet. Erst mal, Danke, liebe Natira, für diese schöne Challenge!
Meine Reise führte mich von Deutschland (Jacques Berndorf - Ein guter Mann) über England (Elizabeth Aston - Mr. Darcy's Daughters) nach Amerika  (Sylvia Plath - Die Tagebücher und Nicole Seifert - Von Tagebüchern und Trugbildern; Abschnitt Sylvia Plath). Dann, unplanmäßig, ging es direkt nach Ägypten (Tanja Kinkel - Säulen der Ewigkeit), weil meine Japan-Etappe (eben Die wahre Geschichte der Geisha) in der Post verloren ging.


Das konnte ich aber nun nachholen - und ich würde fast sagen, dass mich dieses Buch von den fünfen am meisten gefesselt und mitgerissen hat.
Jacques Berndorf hatte mir auch sehr gefallen, aber die Kultur der Geishas zieht mich eigentlich immer in den Bann und ich kann nicht genug davon kriegen. Auf das Buch bin ich übrigens durch Taytom aufmerksam geworden, die mir von dieser Gegendarstellung Mineko Iwasakis erst erzählt hat - Danke, Taytom!


So wie ich es verstanden habe, hat Mineko Iwasaki dieses Buch in erster Linie geschrieben, weil sie mit dem Werk von Arthur Golden, der sie während seiner Recherche für "Die Geisha" interviewt hat, nicht zufrieden war und sie die Aussagen korrigieren wollte, den Menschen zeigen wollte, wie es wirklich in Gion Kobu und den anderen Hanamachis zugeht. Ich kann es ja gleich vorab zugeben: ich werde wohl "Die Geisha" von Arthur Golden ebenfalls nocheinmal lesen müssen (so wie es mir Sylvia Plaths Tagebüchern ja auch geht), da ich nun wissen will, inwieweit er da dichterischer Freiheit erlegen ist. Ich nehme aber an, Mineko Iwasaki ging es vor allem um Goldens Vorwurf oder vielmehr seine verzerrte Darstellung der Fakten bzgl. Schicklichkeit und käuflicher Liebe im "Reich der Blumen und Weiden".

Nun zum Buch selbst: Mineko Iwasaki beschreibt ihr Leben von den jüngsten Kindertagen, von den ersten Erinnerungen an und sehr detailliert und genau. Sie hat ein unglaublich gutes Gedächtnis für Kleinigkeiten, sie kann ihre Kimonos sehr genau beschreiben und weiss noch unglaublich viele Einzelheiten aus ihren jungen Jahren. Mit fünf Jahren traf sie eigenständig die Entscheidung, in die Okiya zu gehen, da sie dem Glauben verfallen war, so - und nur so - ihre Familie retten zu können. Ihr magisches Denken wird sie sich lange Jahre erhalten - sie wächst nun in einer Okiya als Atotori auf, was bedeutet, dass sie auf der einen Seite natürlich besonders folgsam sein muss, auf der anderen aber auch eine der wichtigsten Personen im Haushalt ist. Entsprechend ist sie zwar brav und gehorsam, aber auch recht verzogen. Sie ist schrecklich einsam, sehr sehr fleissig und - wie sollte es in so einer Position anders sein: sehr altklug und besserwisserisch. Sie ist so ehrgeizig und auch weltfremd, dass ich an manchen Stellen dachte, dass sie fast autistische Züge aufweist. Aber das relativiert sich je älter sie wird und ich nehme an, dass es v.a. mit ihrer strengen Erziehung und ihrem eigentlich recht introvertierten Charakter zusammenhängt.
Das Buch ist wirklich mitreissend geschrieben - man liest staunend und interessiert immer weiter und muss sich zwingen, das Licht abends auszumachen - das war oft nicht so leicht.

Die Geisha-Kultur, so faszinierend sie auch ist, ist im Wandel begriffen, was Mineko Iwasaki am Ende auch erkennt, bevor sie sich zur Ruhe setzt. Sie war - nach Aussage dieses Buches - einer der größten Stars in Gion - und wenn man liest, dass sie 365 Tage im Jahr arbeitet, Unmengen von Trinkgeld bekommt, dass sie den ganzen Abend ausgebucht ist und in ihrer Laufbahn nicht einen Tag terminlos zu Hause in der Okiya gesessen hat - dann kann man nicht anders, als von dieser tüchtigen Geschäftsfrau beeindruckt zu sein. Wenn man hört, dass sie zu den Ozashikis, für die sie gebucht wurde, oft nur für 3 - 5 Minuten erschien (um dann aber trotzdem eine volle Stunde zu berechnen), fragt man sich, wie so ein System so gut funktionieren kann - über so einen langen Zeitraum.

Um ehrlich zu sein: ich kann mir immer noch nicht genau vorstellen, was den Reiz der Gesellschaft einer Geisha ausmacht - auch wenn ich jetzt dank dieses Buches weiss, dass Geishas Männer _und_ Frauen unterhalten, dass das Ganze mit Prostitution typischerweise gar nichts zu tun hat sondern wirklich reine Unterhaltung in Form von Konversation, Tanz, Musik und Teezeromonie darstellt. Aber wie kann ich mir erklären, dass Männer bereit sind, so furchtbar viel Geld für 3 Minuten mit einer Geisha zu bezahlen? Wie kann ein solches Unterhaltungssystem solche Formen annehmen, dass ganze Industriezweige (wie die Kimono-Industrie) davon wachsen und gedeihen konnten?

Diese kulturelle Entwicklung finde ich hochspannend. Alleine, wie viele Menschen z.B. in Gion durch die Geishas Arbeit hatten: die Ankleider, die Teehäuser, die Caterer für die Ozashikis, diejenigen, die den Sake richtig temperierten (das ist nämlich auch wieder von Gast zu Gast unterschiedlich) etc. etc.
Die strengen Regeln, die sich diese Subgruppe auferlegt hat, liessen mich während der Lektüre immer wieder den Kopf schütteln. Wie hart sie zu sich selber sind... Andererseits haben sie auch viel Spass - trotz der sicherlich unvermeidlichen Zickereien zwischen diesen ganzen Frauen.
Es war ein grosser Spass, dieses Buch zu lesen - und ich glaube, viel näher komme ich dem Erfassen dieser Kultur nicht - da ich nicht annehme, dass ich selber mal den Luxus einer Ozashiki geniessen werde. Zumal diese Kultur allmählich abstirbt und immer weniger authentisch ist.
Von allen Büchern, die ich bisher über Geishas gelesen habe (Dalby, Golden und noch eins, dessen Namen ich gerade nicht im Kopf habe) ist dieses mit Abstand das informativste. Teilweise etwas verwirrend wegen der vielen Zeitsprünge, aber absolut informativ, sogar mit Fotos und genauen Beschreibungen der Kimonos, der Schminke und der Regeln.

Ich kann das Buch nur empfehlen und habe eben, während ich noch ein paar Fachwörter recherchiert habe (um hier keinen Unsinn zu schreiben), noch einen interessanten Link ("Hanamachi") mit Grundinformationen gefunden, falls jemand Lust auf mehr bekommen hat (und da ja heute die Bücherläden zu haben ;) ):

Eins kann ich auf jeden Fall sagen: Japan wird auf meiner realen Reiseliste bleiben - und wer weiss, vielleicht erhasche ich dann ja einen Blick auf eine  Geisha - ich habe gehört, dass man manchmal Glück haben kann, wenn sie in Tokyo eingeladen sind :)

1/12/2011

Regen auf dem Fenster

... weckte mich heute Nacht um 2:43...
Ich dachte, es wäre Frida, die in mein Zimmer wollte und suchte nach der Tür... Da war ich endgültig hier angekommen :/

1/11/2011

Reisen mit wetterfühligen Ladies, begleitet von Bilbo Beutlin

Heute morgen begrüsste mich ein sowohl vertrauter als auch gefürchteter Anblick:
Mein Auto war über und über mit Eiskristallen überzogen und entsprechend wollten die Türen nicht so ohne weiteres aufgehen. Vielleicht hätte ich mal ein Bild meiner Türgriffe machen sollen, damit das klarer wird. Da hatte ich aber die schönen Eiskristalle schon zerstört und fand das nicht so fotogen. Und da hatte ich auch noch nicht darüber nachgedacht, diesen Post zu schreiben.
Wie dem auch sei, Ihr müsst mir nun einfach glauben, dass meine Lady etwas, nennen wir es mal, "wetterfühlig" ist. Die eine Tür liess sich von aussen gar nicht öffnen, die andere nach dem Öffnen nicht mehr schliessen. Das habe ich dann später mit einem Körnerkissen wieder hingekriegt *seufz* Nachdem ich eine gefühlte Stunde (in Wirklichkeit waren es wohl eher 30 Minuten) mein Auto freigekratzt hatte (innen und aussen!) und nocheinmal in die Wohnung musste, um (schon wieder) etwas Vergessenes zu holen, durfte ich dort noch Katzenerbrochenes entfernen, weil Phoebe das grosszügige Füttern (da erst abends die Nachbarn zum füttern kommen) zum Sich-Überfressen genutzt hatte. Zum Glück hatte ich noch etwas vergessen, sonst hätten unsere lieben Nachbarn direkt einen guten Start gehabt, beim ersten Katzensitten unserer Schweinchen ;).
Also gut, irgendwann war alles soweit und ich wollte endlich losfahren (ich war schon 30 Minuten über der Zeit). Beim Anfahren wurde schnell klar, irgendwas ist komisch, das Bremsen fühlt sich merkwürdig an - wow, so glatt ist es - Wahnsinn, hoffentlich komme ich heile den Berg runter... Kam ich. Doch auf der Geraden wurde es nicht besser - bremsen fühlte sich an, als hätten die Bremsen einen Wackelkontakt, es war total holprig und der Bremsweg war doppelt so lang als sonst. Um sicher zu gehen - immerhin lagen geschätzte 500 km vor mir, bin ich dann noch in die Werkstatt gefahren, um nachzufragen, was das sein kann. Dort beruhigte mein sonst oft cholerischer Fachmann mich, meinte, dass Stehen im Regen, Schnee, Eis, Tauwetter etc. hätte die Bremsen rosten lassen - ich solle mir keine Gedanken machen, vorausschauend fahren und auf der Autobahn, wenn keiner hinter mir ist (natürlich, wann sonst?) leichte Bremssequenzen fahren, so dass die Bremsen wieder blank werden.
Ganz begeistert verliess ich die Werkstatt: mein Auto macht komische Dinge und ich muss keine ca. 300 Euro dafür bezahlen - genial, so was hab ich selten ;)
Auf der Autobahn war dann nach ca. 100 km offenbar auch alles wieder blank und es fühlte sich wieder gut an. Auf der Reise hörte ich zunächst meine beiden Lieblings Winter/Weihnachts-CD's (was nicht automatisch bedeutet, dass dort Weihnachtslieder enthalten sind, es sind v.a. CD's die ich und auch andere Personen in meinem Freundeskreis machen, wenn man um Weihnachten zur Besinnung kommt, um das Jahr zusammenzufassen, so wie früher eben Kassetten aufnehmen :) ) die mir die Fahrt sehr angenehm gestaltet haben. Ab der A7 habe ich mich dann nach Unterhaltung gesehnt und mich bei Bilbo Beutlin eingeladen, zusammen mit 13 Zwergen zum Tee, Musizieren und Abenteuer planen und weil es so schön war, bin ich gleich mit ihnen losgezogen auf die grosse Reise zum einsamen Berg. Die liebe Winterkatze hatte mich auf dieses wunderbare Hörbuch, gelesen von Gert Heidenreich, aufmerksam gemacht und ich muss wirklich sagen, ich bin restlos begeistert und freue mich nun doch etwas, jeden Tag der nächsten Wochen ca. 1 Stunde im Auto zu verbringen ;).
Den Hobbit habe ich viele Jahre alljährlich gelesen und doch hatte ich unglaublich viel vergessen. Es ist wirklich eine grossartige Geschichte und in dieser Darbietungsform einfach nur grandios.
Nach  5 Stunden und ca. 30 Minuten war ich dann schon in meinem aktuellen Zweitheim - fast ein wenig schade, denn ich bin gerade mitten in der Rätselstunde von Gollum und Bilbo. Herrlich, wirklich herrlich - ich habe mich selten so gut unterhalten gefühlt. Danke, liebe Winterkatze, für diesen grossartigen Tipp!
Meine Sachen habe ich schon ausgepackt und eingeräumt und nachdem ich nun vom Glatteis und Raureif in den Regen geraten bin, werde ich den Rest des Tages hier verbringen und noch ein paar Rückenübungen vorm Fernseher machen - diese langen Autofahrten gefallen meinem Rücken nicht so gut.

Auf der Fahrt war ich zwischenzeitlich unglaublich traurig, weil die schönen Ferien daheim schon wieder um sind und weil ich mich schon jetzt nach den Menschen und Schweinchen daheim sehne. Andererseits denke ich aber, dass ich jetzt einfach mal richtig lospowern werde, damit ich wirklich schnell wieder nach Hause kann. Blöderweise habe ich meine Prüfungsliteratur zu Hause vergessen (bisher das einzige, was ich vergessen habe, ich kann es mir fast nur als Freud'sche Fehlleistung erklären) - aber ich wollte mir eh erstmal die Scripte anschauen. Der neue DSi ist daheim geblieben, um mich nicht in Versuchung führen zu können - vermutlich werden meine Animal Crossing Nachbarn mich dafür übel abstrafen ;) Aber das macht nichts, Hauptsache, die Diplomarbeit nimmt schnell Formen an :D

Morgen früh geht es also wieder "auf Arbeit", wobei ich mich schon sehr freue auf den Café Latte bei uns in der Kantine, auf den ich meine liebe Kollegin S. einladen werde, damit sie mir alles über Südafrika erzählt und ich ihr danken kann, weil sie die ganze Videoauswertung für unseren Versuch gemacht hat. So eine Ausdauer muss honoriert werden. Auch sonst bin ich froh, die Kollegen zu sehen, und vor allem darüber, endlich "richtig" weiterzumachen und voran zu kommen.

So, jetzt verschwinde ich, mit der wahren Geschichte der Geisha auf dem Sofa, bisher witzigerweise das beste Buch meine Weltreise, auch wenn ich es leider nicht im richtigen Zeitrahmen lesen konnte ;)

1/06/2011

Gesetz der Serie - Januar

Obwohl ich mir eisern geschworen hatte, in diesem ohnehin vollen Jahr bei keinen Projekten mitzumachen, konnte ich Paleicas diesjährigem Foto (!)-Projekt "Gesetz der Serie" nicht widerstehen.

"Ich bin Ich" - das ist das Thema des Monats Januar, und - bin ich nun doch extravertierter als gedacht? - ich glaube dieses Thema hat den Ausschlag gegeben, dass ich mich noch kurzfristig angemeldet habe.

Hier meine Umsetzung:



Wer bin ich nun also? Ich bin jemand, der seine Ohrringe mit Vorliebe passend zu seinen Socken aussucht, der seit Juni 2008 auf einer Skala von 1 bis 10 die Stufe 8 im Bereich "katzenverrückt" erreicht und jemand, der es liebt, zu lesen - auch wenn meine Literatur sich seit Studiumsbeginn auf Fachliteratur und "leichte Kost" beschränkt. Ich freue mich schon darauf, hoffentlich ab Herbst 2011 wieder Biografien, Klassiker und schwergewichtigere Bücher lesen zu können.
Ausserdem habe ich eine grosse Vorliebe für das Aquamarinblau meiner Ohrringe auch in Kleidung, Gebrauchsgegenständen und Blogdesigns, finde meine Katze Frida (die ihren Namen der von mir sehr geschätzten Künstlerin Frida Kahlo verdankt) wunderbar und erfreue mich im dritten Foto an "Die wahre Geschichte der Geisha" von Mineko Iwasaki. Letzteres illustirert meine Japan-Leidenschaft, die hoffentlich irgendwann in meinem Leben in einer ausführlichen Japan-Rundreise gipfelt.
Im Bereich Fotografie bin ich noch in den Kinderschuhen, hoffe aber, durch dieses Projekt ein paar Fortschritte zu machen. (Edit: das soll wirklich kein "fishing for compliments" sein - ich habe wenig Vorwissen und fotografiere noch sehr systemlos und "wild drauflos"... daher die Kinderschuhe :) )