5/24/2011

Fohlenbilder und Pferdegeschichten

In dem Reitverein, in dem mein Freund reitet, gibt es ein ganz junges Fohlen. Und da ja Fohlen einfach die putzigsten Geschöpfe sind, musste ich Euch einfach ein paar Bilder zeigen:

So eine Süsse - sie hat ständig die Ponies geärgert und wollte einfach nicht aufhören ;)
Freches kleines Mädchen...

Vor einiger Zeit wurde mir klar, dass ich hier auf dem Blog gar nicht von meinem Reitunfall erzählt hatte.
Wer Lust hat, davon zu lesen, klicke bitte hier (Achtung, leicht länglich ;) )...

Das Ganze geschah kurz vor meiner Abreise aus dem Ländle und war entsprechend meine letzte Stunde mit meinem, irgendwie trotzdem immer noch, Lieblingspferd "Valentino".
Es war eine traumhafte Reitstunde, das Wetter war schön, es war leicht frühlingshaft und Valentino war echt gut drauf - alles funktionierte, er hatte Spass am laufen, selbst kleine Volten machte er mit und im Prinzip war alles perfekt. Kurz vorm Ende dann kam dann der Eimer mit kaltem Wasser für mich, denn in einer Galopp-Zirkel-Runde stach ihn plötzlich der Hafer oder wer oder was auch immer, und er ging mir durch.
Ich kann gar nicht viel mehr sagen, es ging alles rasend schnell. Ich merkte, wie er losraste und wusste im gleichen Moment, dass ich mich nicht würde halten können und da lag ich auch schon auf dem Boden.
Die Folge: Prellungen am Rücken (die ich sogar jetzt noch spüre, wenn ich genau nachfühle), vermutlich damals eine Gehirnerschütterung, ein kaputter Helm (das geringste Problem) und, und das ist das wirklich Blöde, seit diesem Moment keine weitere Reitstunde. Natürlich bin ich danach in der Stunde direkt noch einmal aufgestiegen, bin auch nochmal mit ihm angetrabt, aber ich habe ihm (oder mir) keinen Galopp mehr zugetraut, weil er so zuppelig lief und ich ahnte, dass er das gleiche nochmal machen würde. Das war wahrscheinlich ein Fehler, denn im Prinzip kann ich mich ja auf einem durchgehenden Valentino halten. Und ein weiteres Mal mit "erfolgreichem auf dem Pferd halten", hätte mir vielleicht die Angst genommen. Gut, dass ist nicht passiert und jetzt muss ich sehen, wie ich wieder ans reiten komme.
Das ist alles so ärgerlich - ich habe die Situation in Gedanken 1000fach wiedererlebt und ich denke, es war einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände.
Meine Reitlehrerin stand direkt neben uns, als es passierte und meinte, ich hätte keinen Fehler gemacht, für sie hätte alles gut ausgesehen. Sie hatte als Erklärung nur, das Valentino wahrscheinlich einfach gerade Spass daran hatte, wie gesagt, es war einer der ersten Frühlingstage und auch (oder gerade?) Pferde drehen im Frühling auch gerne mal auf. Mich tröstet es, dass es nicht mein Fehler war - ich denke in der Situation war es einfach Glück im Unglück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Kurz vor der Bande bin ich in den Sand gefallen, hätte Valentino mich ein paar Schritte weiter runtergebuckelt, würde ich heute sicher größere Probleme haben. Die Tatsache, dass wir einen engen Zirkel galoppiert haben und daher recht schräg waren und der Überraschungsmoment, haben sicher zu meinem Abgang beigetragen. Verrückterweise ist es bei Valentino immer die Ecke K, wo er durchgeht. Das war auch hier wieder so. In der gleichen Woche hatte er auch schon andere, deutlich bessere Reiterinnen als mich heruntergebuckelt - man muss nämlich noch erwähnen, dass in der Woche davor die Reitschule Ferien gemacht hatte und die Pferde daher allgemein etwas, sagen wir mal, unausgelastet waren.
Das sind für mich alles Argumente, die mir zeigen, dass ich keinen dummen Fehler gemacht haben. Und ein bisschen machen diese Argumente mir auch so viel Angst, denn ich habe ja nichts falsch gemacht und trotzdem hätte es schlimm kommen können.

Mein Plan ist nun, mich langsam dem Reiten wieder anzunähern, mir wurde empfohlen, auf einem Isländerhof anzufragen, weil diese Pferde besonders lieb und umgänglich seien sollen - sie scheinen gut geeignet zu sein, einem die Angst zu nehmen.
Eine liebe Freundin von mir hat mir auch angeboten, sie auf einem Spazierritt auf ihrem Pferd (auch ein Isländer-Mix) zu begleiten... Ich werde diese Chancen auf jeden Fall nutzen, denn ich will unbedingt wieder irgendwann ohne Angst im Sattel sitzen. Es ist so ein schönes Hobby - und ich darf mich da wohl einfach nicht so reinsteigern.
Für Valentino und mich finde ich es trotzdem unglaublich schade. Ich mochte ihn so sehr und wir hatten so eine gute Zeit zusammen. Aber wer weiss, vielleicht helfen die lieben Isländer mir ja und wenn ich im Juli ins Ländle fahre, traue ich mich sogar schon wieder auf ihn drauf :D

Valentino - trotz allem werde ich ihn nicht vergessen, den Hübschen :)

8 comments:

  1. Angst bei Reiten ist wirklich was furchtbares. Ich kann da sehr gut nachempfinden... Die Jahre mit Lenny waren einfach grausam, obwohl der außer Durchgehen nie was gemacht hat.

    Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Dein Vertrauen zum Pferde wiederkommt!

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  2. Die Fohlenbilder sind wunderbar! Fohlen haben immer so etwas anrührendes, diese großen Augen und die langen Beine und diese Lebensfreude ... :)

    Meine Reitzeit ist ja so einige Jahre her, aber ich hatte nie Angst vor dem Reiten, sondern nur Angst vor bestimmten Pferden. Da du ja sonst mit Valentino eigentlich nur wunderbare Erfahrungen gemacht hast, bin ich mir sicher, dass du bei deinem nächsten Ländle-Besuch eine Runde mit ihm drehen solltest. Im Zweifelsfall kannst du ja darum bitten, dass ihn vorher jemand eine Runde sich austoben lässt. :)

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  3. Die Fohlenbilder sind allerliebst! Danke fürs Teilen :)

    Bestimmt bist Du alsbald wieder angstfrei auf dem Rücken eines Pferdes unterwegs!

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  4. also die fohlenfotos sind wirklich entzückend! das mit dem reitunfall ist wirklich blöd.
    ich verstehe gut, dass es dich eigentlich umso nervöser macht, dass du keinen fehler gemacht hast. wenn man da blöd fällt dann kann da echt einiges schiefgehen.
    eine freundin von mir hat einen isländer und ist bis jetzt immer nur auf denen geritten (auch wettkämpfe) und sie ist soweit ich weiß noch nie blöd runtergefallen. außerdem sind sie kleiner, das ist auch schonmal was. ich denke, das ist eine gute idee, so wieder einzusteigen. das wird bestimmt wieder!!!

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  5. Das mit deinem Reitunfall tut mir sehr leid. Es ist immer schrecklich, wenn etwas passiert. Aber wir müssen uns bewusst sein welches Hobby wir da ausüben, nicht mit einem Sportgerät, sondern Lebewesen und dies noch als Fluchttier.
    Nach 19 Jahren versch. Reitbeteiliungen habe ich nun endlich mein erstes eigenes Pferd gefunden. Gerade sind wir zusammen in Ausbildung bei meiner Trainerin und lernen von Tag zu Tag an Vertrauen. Eine schöne Sache.
    Gib nicht auf und versuche den Mut wieder zu finden um das Glück der Erde auf dem "Rücken" der Pferde wieder zu finden.
    Alles Gute und liebe Grüsse, Sara

    PS. Habe übrigens auch einen Blog über meine Stute und unseren gemeinsamen Weg - nicht nur von den Samtpfötchen ;)

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  7. @all:
    Danke für die Komplimente zu den Fohlenbildern - die leite ich direkt weiter an meinen Freund, der sie gemacht hat. Hach, Fohlen sind bezaubernd ...

    Ich hatte jetzt schon wieder meine erste Reitstunde und es war okay - ich denke, ich habe das Schlimmste hinter mir. Interessanterweise war die Angst überhaupt nicht da - war wohl doch alles pures Kopfkino...
    Vllt. war es auch entscheidend, dass es eine Stunde bei einer Western-Trainerin war und ich dadurch irgendwie vom Kopf her so beansprucht war (sovie Neues und so), dass ich keine Zeit für Angst hatte.

    @Pashieno:
    Durchgehen ist aber auch wirklich unangenehm - im Gelände kann ich es gar nicht haben...

    @Winterkatze:
    Ich glaube auch, dass Valentino und ich ein Date im Juli haben werden :)

    @Natira:
    gerne doch - und wieder mal behälst Du recht :D

    @Paleica:
    Ja, irgendwie bin ich wohl so gestrickt, dass ich immer eine Erklärung brauche - und die fehlte eben nach dem Satz von Valentino.
    Das mit den Isländern werde ich bestimmt trotzdem nochmal austesten - auch wenn ich jetzt wohl erstmal auf einem Haflinger Unterricht krieg.

    @Sara:
    Du hast absolut recht, dass muss einem klar sein. Ich glaub aber, so richtig klar wird es einem erst, wenn man das erste Mal runtergeflogen ist.
    Deinen Reitblog kenne ich und verfolge ich auch - ich komme nur momentan nicht so recht zum Kommentieren - irgendwie bin ich noch nicht wieder ganz in der Blogosphäre angekommen *seufz*

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  8. Liebe Sayuri

    Was lese ich da schönes: Deine erste Westernreitstunde?! Ich freue mich riesig für dich und kann dir versichern, diese Welt wird dir Tore öffnen! Kannst dich freuen.
    Und ja, natürlich darfst du dich jederzeit bei mir melden und ich stehe dir für alle Fragen bereit.

    Wünsche dir eine gute Nacht und schicke liebe Grüsse. Sara

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