5/24/2011

Ende einer Diplomarbeit - The Final Post

Gerade fällt es mir ganz schwer, mich an den Rechner zu setzen.
Irgendwie habe ich immer lieber ein Buch in der Hand, lese für die Uni oder einfach nur für mich, beobachte die Katzis etc.
Ich weiss auch gar nicht, wie ich das alles in Worte  fassen soll.
Die Diplomarbeit ist seit dem letzten Dienstag brav beim Prüfungsamt und innerhalb von vier Wochen sollte ich eine Note erfahren - mal sehen, was dabei herauskommt.
Die letzten Schritte waren noch wahnsinnig anstrengend. Wie ja die meisten wissen, musste ich noch unglaublich viel verändern und anpassen, was zwischenzeitlich schon ganz schön gestresst hat. Nebenbei läuft ja das neue Semester schon wieder und von den vielen geplanten Seminaren bin ich nur bei einem ganz, bei dem anderen leider nur halbherzig, geblieben - aus der Zeitnot der letzten Wochen heraus konnte ich mich nicht auf alle geplanten einlassen. Das ist schade, denn vermutlich ist dies ja mein letztes Semester an der Uni.

Aber noch einmal zum Ende der DA:
Der Moment der Abgabe zum Drucken war schon historisch für mich.
Vorher musste ich noch stundenlang korrigieren - war ich davon überzeugt, fertig zu sein, dachte ich mir immer "Ach, einmal schaust Du noch drauf" - nur um dann wieder zig Fehlerchen zu finden, die ich noch schnell verbessert habe. Aber als es dann im Copyshop abgegeben war, fühlte ich mich plötzlich ganz leicht. Ich habe seitdem nicht mehr in die Dokumente hereingeschaut. Einen Fehler weiss ich zwar schon, aber gut, vielleicht hab ich ja Glück, und niemand stört sich daran, es ist nichts Gravierendes.
Ganz ehrlich? Es fühlt sich äußerst merkwürdig an, fertig zu sein.
Und auch nicht immer gut, denn irgendwie rückt mit der abgegebenen DA auch das Ende des Studiums auf einmal sehr nah. Wenn dann noch Verunsicherer ankommen, die einen fragen, wovon man denn dann leben will, wenn man Artikel wie diesen hier (klick) liest, dann wird einem Angst und Bange.
Auch, weil ich mich immer noch frage, was denn nun der richtige Weg sein wird.
Mein Selbstwert ist in den letzten Wochen und Monaten nicht unbedingt gewachsen und so ein Diplomarbeitsende trägt durchaus Potential in sich, einen in ein noch tieferes Loch (ja, das geht) zu stürzen.
Aber seit heute geht es wieder etwas aufwärts. Optionen habe ich einige, die ich jetzt allmählich und mit Bedacht ausloten werde. ... "Morgen ist ja auch noch ein Tag", nicht wahr? Nein, ernsthaft: ich bin da dran und bin optimistisch, bald zu Ergebnissen zu kommen :)

An dieser Stelle möchte ich auch nochmal allen ermutigenden Kommentatoren, Briefe-, Mails- und Postkarten-Schreibenden und Überraschungspakete-Schickenden danken. Ohne Euch und Eure aufmunternden, lieben Worte, wären die letzten Monate - was sage ich da - das letzte Jahr viel, viel gruseliger und schrecklicher geworden.
Für mich war diese Zeit in der Ferne sicher nicht die schönste  Zeit meines Lebens. Ich bin ganz schön froh, dass es das Internet gibt, denn sonst wäre ich sicher noch deutlich einsamer gewesen. Schöne Theme-Parties, das Lesen Eurer Blogs, Eure Kommentare und all das haben mir die Zeit in der Fremde wirklich erleichtert.
Daher freue ich mich nun auch schon auf ein neues Aufleben meiner Blogaktivität :) - was ich beweisen werde, indem ich gleich noch einen Post hinterherschiebe ;)

6 comments:

  1. Ich finde es mehr als verständlich, dass du dich zur Zeit nicht an den Rechner setzten magst. Da hast du in den letzten Monaten zuviel Arbeitszeit verbracht und wenn du jetzt einfach mal alles runterfährst und dich auf die Dinge konzentrierst, die dir gut tun, dann ist das viel erholsamer für dich! :)

    Was Fehler in der DA angeht: Ist es nicht so, dass jeder Autor beim Aufschlagen seines frischgedruckten Werkes als allererstes einen Fehler entdeckt? ;) Das gehört einfach dazu, also genieß es, dass die Arbeit vorbei ist. :D

    Auch wenn dich die Frage nach dem weiteren Weg beschäftigt ... Wenn ich mir den Beitrag so angucke, den du da verlink hast, dann denke ich, dass man den auf zwei Arten lesen kann. Auf der einen Seite ist es schon beängstigend, wie schwer es einem heute zum Teil gemacht wird, eine Arbeit zu finden. Auf der anderen Seite habe ich manchmal das Gefühl, dass es denjenigen leichter fällt, die ein konkretes Ziel haben und davon einfach nicht abweichen ... Jetzt muss man nur noch ein Ziel finden, dass du einige Optionen hast, klingt schon mal gut. :)

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  2. Zwar kann ich mir vorstellen, dass nach der DA das von Dir erwähnte Loch gibt und man denkt: Was nun? Andererseits ist es sicherlich ein wunderbar leichtes Gefühl, ohne die DA durch die Tage zu gehen und endlich Zeit für andere Dinge zu haben!

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  3. Achje.. ich glaube, meine allerliebste Sayuri, ich habe Dir noch gar nicht richtig "gratuliert", dass Du es jetzt endlich geschafft hast!

    Ich freue mich für Dich, versuch, Dich noch ein wenig zu entspannen und alle Ängste zur Seite zu schieben. Das hast Du Dir verdient!

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  4. gratuliere, dass du es nun endlich geschafft hast. ich kann das sehr gut nachfühlen, weil ich das ja auch alles schonmal hinter mich gebracht habe. ich kind des wahnsinns habs mir aber gleich nochmal angelacht und das einlesen und zu schreiben beginnen soll im sommer langsam mal losgehen. herrje.

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  5. Danke, Ihr Lieben.
    Wie man unschwer feststellen kann, bin ich zwar aus dem DA-Stress raus, aber im Internet, der Blogosphäre noch nicht wieder angekommen. Ich bin aber auf dem Weg...

    @Winterkatze:
    Wie üblich hast Du wieder mal recht mit Deinen Äußerungen - im Moment geht einfach noch nicht alles. Man sollte langsam wieder im Leben ankommen ;) Wegen der Jobwahl: Konkretes Ziel hört sich gut an, ich hoffe, die Career-Service-Frau meldet sich bald mal. Im Moment ist mein Traum ein Teilzeitjob und damit verbunden eine Verlängerung des Studiums um ein Semester, mal sehen, ob ich das hinkriege ... Ansonsten werden die nächsten Monate anstrengend ... Aber auch die sind zu schaffen :)

    @Natira:
    Das stimmt schon, man geht mit ganz anderen Augen durch die Welt. Das habe ich gestern auch gespürt...

    @taytom:
    Dankeschön! Ich versuche ganz viel zu geniessen im Moment - und mein Körper revoltiert, wenn ich es nicht tue. Eigentlich hab ich einen klugen Körper, wie es scheint :)

    @Paleica:
    Danke! Ach je, das könnte ich mir aktuell gar nicht vorstellen, nochmal diesen Zirkus mitzumachen. Der Gedanke, jetzt noch eine Dissertation zu schreiben, jagt mir bspw. Schauer über den Rücken. Daher: Respekt, meine Liebe, ich bewundere Dich!

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  6. ... das freut mich, liebe Sayuri!

    ps:
    Meine Wortbestätigung ist gearde "revers". Vielleicht kommt bald die Rückantwort der career-Dame! Und natürlich haben alle Dinge eine Rückseite und auf viel Arbeit muss auch Erholung folgen...

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