11/24/2010

Der erste Schnee

Der erste Schnee, den ich dieses Jahr erlebt habe, ist nicht liegengeblieben.
Er hat mich auch nicht in absoluter Kälte erwischt, ich musste mein Auto nicht freischaufeln - so dramatisch war er nicht.
Ich muss vorab sagen: Schnee ist einfach grossartig. Schon als Kind konnte ich es kaum erwarten, heraus in den Schnee zu stürmen, wenn es nachts geschneit hatte. Da ich aus einem Ort komme, der aussieht wie so eine romantische Weihnachtsstadt aus Ton oder Holz, mit Fachwerkhäusern, gewundenen Sträßchen und kleinen Lichtern überall, war die Schneezeit immer das Grossartigste, Schönste, was mir passieren konnte. Das verschob sich ein bisschen, als ich auf eine Schule im anderen Ort ging und später, als ich selber Auto fuhr, dann wurden die engen Gäßchen mit den, bei Schneematsch, teilweise unüberwindbaren Steigungen zum Verhängnis. Aber als Kind... gerodelt sind wir, Schneeballschlachten, Schneengel... das ganze klassische Schneeprogamm haben wir gemacht. Sogar ein Iglu haben wir versucht zu bauen, dass hat aber leider irgendwie nicht funktioniert.

Der erste Schnee heute war für mich wieder wundervoll. Ich hatte einen anstrengenden ersten Tag nach den drei Wochen Teststrecke: Wieder-Eingewöhnen in das "normale" Büroleben, Probleme mit der Software, die meine Auswertung machen soll, leicht aufkommende Panik von allen Seiten, arbeiten bis 19 Uhr... Auf dem Heimweg habe ich beschlossen, dass das richtige Abendessen für heute ein Salat wäre und bin noch einkaufen gefahren. Und als ich aus dem Auto stieg, auf diesem gewaltigen, schon recht leeren Parkplatz mit den orangenen Laternen, fing es an zu schneien. Es war ein Traum: die dicken Schneeflocken in diesem diffusen, orangenen Licht waren irgendwie nicht von dieser Welt, jedenfalls nicht heute. Ich wurde ganz ruhig, war ganz glücklich und dachte mir, dass ganz bald schon Weihnachten ist und ein nächster Schritt für mich beendet sein wird.

Was verbindet Ihr mit dem ersten Schnee? Und hat es bei Euch schon geschneit oder wartet Ihr noch? Oder möchtet Ihr den Winter mit Schnee und Eis am liebsten überspringen?

8 comments:

  1. Du bist back in the office, ah. Ich drücke Dir die Daumen, daß sich die Softwareprobleme dauerhaft gelöst haben und daß die regelmäßig ja langweilige Dateneingabe flott und unproblematisch von statten geht!

    Wie Du weißt, bin ich an der See großgeworden. Wenn es schneite, konnten wir etwas den Deich herunterrodeln. Oder ich bin mit meinen Kinderskiern durch die verschneite Landschaft gezogen. Und ich bin Schlittschuh gelaufen. Ich mochte den Winter beinah genauso gern wie den Sommer. Letzterer hatte für mich als entscheidenden Vorteil nun mal das Baden in der Ostsee :)

    Auch als Erwachsene mag ich noch immer den Winter, den frisch gefallenen Schnee oder die knackig kalten Temperaturen, das Schlittschuhfahren auf der Eiswiese, das Spazieren im verschneihten Wald.

    Als Autofahrerin gebe ich gerne zu, daß ich den Winter in seiner ausgeprägesten Form gern an den für mich freien Wochenenden oder Feiertagen genieße ;) Gestern kam hier Graupel herunter und der erste Schnee wird das Autofahrerdrama vermutlich noch deutlicher zeigen: Unglaublich viele werden so fahren, als hätten sie noch nie in ihrem Leben Schneeflocken vom Himmel fallen sehen (der Schnee muß ja noch nicht einmal liegenbleiben) und die Geschwindigkeit wird gegen Schritt tendieren. Wenigstens wird sich das bald wieder normalisieren ;)

    Liebe Sayuri, als Du von den Schneeflocken unter den Laternen geschrieben hast, hatte ich dieses dicken Schmuckstücke vor meinen Augen. Ich hoffe immer irgendwie, sie würden nicht tauen, wenn sie meine Hand oder das Gesicht treffen und ich liebe auch den wattigen Effekt: es wird stiller, ruhiger, sauberer in der Welt. Ich kann mir vorstellen, daß Du in den Anblick und das Gefühl gestern Abend versunken bist ...

    Ganz liebe Grüße ins Ländle und immer freie Straßen für Deine Fahrten! Natira

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  2. Du schreibst so schön von deinem ersten Schnee in diesem Winter - wundervoll! :)

    Ich nenne mich ja nicht ohne Grund "Winterkatze", denn der Winter ist meine liebste Jahreszeit und der - mit etwas Glück auch damit verbundene - Schnee macht mich einfach glücklich!

    Als Kind habe ich so wie du den Schnee in vollen Zügen genossen - und ich kann dir versichern, dass man auch in deiner Wohngegend ein Iglu bauen kann, wenn man dafür einen steinernen Pfosten als Basis nimmt! Ich weiß nicht, wie oft ich mit blaugefrorenen Gliedmaßen nach Hause gekommen bin und erst wieder aufhören konnte mit den Zähnen zu klappern, nachdem ich gewaltsam unter eine heiße Dusche bugsiert wurde. Ich konnte einfach nicht aufhören im Schnee zu spielen.

    Besonders spannend waren auch die Rodelfahrten in Bielefeld in der Nähe der Jugendherberge. Der Wanderweg war nicht nur steil und schön lang, sondern endete auch mit zwei Steinpfoten und nur ein kurzes Stück vor dem Ententeich. So bestand immer das Risiko, dass man entweder in voller Fahrt gegen die Pfosten knallte oder - und das wäre sogar noch schlimmer gewesen - im tiefen eiskalten Teich landete. Passiert ist mir und meiner Schwester nie etwas, aber bei den Nachbarskindern gab es schon die eine oder andere pfostenbedingte Kopfverletzung. Was aber keinen von uns abhalten konnte ...

    Auch nach unserem Umzug habe ich den Schnee weiterhin genossen. Dann aber mit einem Hund an der Leine - und zum Teil auch mit bedrohlichen Momenten, wenn man beim Zeitungsaustragen auf dem öden Land im Schnee vom Weg abkam und auf einmal bis zur Brust in der weißen Pracht steckt, weil sich unter der Schneedecke ein Graben verbarg.

    Autofahren bei Schnee macht mir recht wenig aus - auch wenn ich mir sicher bin, dass hinter mir ab und zu geflucht wird, weil ich grundsätzlich eine vorsichtige Fahrerin bin. ;) Aber die Zeiten, als ich mich zu Beginn des Winters einmal auf Glatteis gedrehat habe, um danach "sinnig" zu fahren, sind einfach vorbei. *g* Solange es kalt ist und winterlich habe ich immerhin deutlich mehr Geduld mit den anderen Fahrern auf der Straße ... :D

    Herjeh, ich liebe Schnee wirklich - und spätestens im Juni sehne ich mich danach endlich die ersten Flocken wieder zu sehen!

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  3. Danke, Ihr zwei, für Eure Kommentare und das teilen Eurer Schnee-Erinnerungen.
    Und ich freue mich, dass Euch meine Erste-Schnee-Beschreibungen gefallen haben :)

    @Natira:
    Rodeln am Deich hört sich auch spannend an :) Aber ich kann Dir sagen, dass der riesige Abhang hinter dem Wassertretbecken oder die Todesbahn auch beängstigend werden konnten ;) Schnee am Wochenende, dass wäre echt mal eine gute Erfindung! Ich glaube, das mit dem Zurückfallen in Schrittgeschwindigkeit bei den geringsten Wetterveränderungen ist überall so ... ich habe jedenfalls noch keine Gegend kennengelernt wo das am Anfang des Winters nicht der Fall ist...

    @Winterkatze:
    Stimmt, Deine Antwort konnte ich teilweise schon vorausahnen ;) Aber so, wie Du schreibst, trägst Du Deinen Namen absolut zu Recht... wow, mit klappernden Zähnen unter die heisse Dusche? Daran kann ich mich bei mir nicht erinnern. Dafür aber an eiskalte Finger, die richtig schmerzten als sie auftauten.

    Oh, der fehlende Steinpfosten war es also beim Iglu? Aber was machen die Eskimos dann? Nun, zugegebenermassen haben wir auch recht schnell aufgegeben, als es zur Plackerei wurde *lach*

    Deine Rodelstrecke klingt schon gefährlich - gut, dass Dir nichts passiert ist. Ich muss mal nach dem Wanderweg bei der Herberge suchen, wenn ich wieder mal in der Nähe bin :)

    Liebe Schnee-Grüssle an Euch Zwei!

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  4. Hach.. ja.. der Winter.. ich reihe mich ein in die Winterliebhaber :-)

    Was ich mit dem ersten Schnee verbinde.. einfach nur pure Lebensfreude. Schöner kann ein Tag für mich gar nicht starten.. so auch heute morgen, als es hier zum ersten Mal geschneit hat. Ich bin durch die Wohnung gehüpft wie ne Verrückte, hihihi

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  5. @Sayuri: Ich kann dir ja mal eine Wegbeschreibung geben. Das Ende ist leicht zu finden, wenn man von dem richtigen Punkt aus losgeht. :D Und wenn es so richtig lange kalt wird, dann kann man auf dem einen Teil des Ententeichs sogar Schlittschuh laufen. :D

    Die Eskimos haben leider einen unfairen Vorteil: Die haben mehr und anderen Schnee! *g*

    @Melli: Du hast Schnee? *geht noch mal ans Fenster und guckt raus* Bei mir liegt davon nur eine Ahnung in der Luft ... *seufz*

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  6. Hier schneit es gerade wieder, sodass ich an deinen Schnee-Post denken musste und dass ich ihn eigentlich noch kommentieren wollte...
    Mir hat er auch sehr gut gefallen, denn mir geht es ähnlich: Wenn der erste Schnee fällt, schwelge ich auch immer in Kindheitserinnerungen... Mein Vater hat damals immer (und tut es auch heute noch :-)) den Schnee auf unserem Hof mit dem Trecker zu großen Bergen zusammengeschoben, in die man sich super eingraben könnte, bis der Schneeanzug schon ganz schwer vor Nässe war. Auch "Neisemeiers Alpen" kommen mir in den Sinn: unser Rodelberg - geschätzte 15 Meter hoch mit ungefähr 20 Metern Rodelstrecke - damals kam er uns riesig vor. Das beste war, dass am "Fuß des Bergs" eine Reihe kleiner Holzpflöcke standen, die quasi als Schanze fungierten, sodass man weiterschlitterte über die vereiste Strasse hinweg in die Schneewehe auf der anderen Seite - die leider manchmal schon gefroren war *autsch*.
    Ich habe aber auch jüngere Schneeerinnerungen, denn ich habe ja das Glück, dass meine Tante am Fuss der Alpen wohnt. Dort lässt sich ein ganzer Tag mit Schnee verbringen: Man steigt etwa 3 Stunden auf einen Berg, isst oben in der Hütte Kaiserschmarrn und trinkt Glühwein und rodelt dann den langen Hohlweg wieder runter - da konnte auch meine Omi (damals 75) nicht widerstehen :-)
    Schnee ist (meistens) einfach herrlich, er lässt die ganze Umgebung sauber wirken, dämpft die Geräusche und verlangsamt irgendwie den Lauf der Welt - was man dann als Autofahrer wieder etwas verflucht :-) Da kann ich den anderen Kommentaren nur zustimmen!

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  7. Liebe BecK,
    Du hast aber auch sehr schöne Wintererinnerungen :) Es ist erstaunlich, wie gross einem Berge und Flächen vorkommen, wenn man klein ist...
    Die Schneeerinnerungen bei Deiner Tante lassen mich etwas neidisch werden - so etwas habe ich schon sehr lange nicht mehr erlebt. Den Kaiserschmarrn dürftest Du allein essen, aber der Glühwein und vllt. eine Mehlspeise, die ohne Rosinen auskommt, würden auch mich sehr glücklich machen.
    Wow, Deine Omi ist ja klasse :D

    Den Autofahrer-Schnee-Stress empfinde ich allmählich schon, allerdings muss ich ja auch jeden Tag 40 km über Land fahren, das zieht sich dann etwas...
    Ich hoffe, wir können uns in meinen Weihnachtsferien treffen, das wäre sehr schön :)
    Liebe Grüsse!

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  8. @taytom:
    Deine Antwort habe ich auch schon vorweggeahnt ;) Kann ich mir schon fast vorstellen :)

    @winterkatze:
    Her mit der Wegbeschreibung!
    Stimmt, es gibt ja zig verschiedene Schneesorten (denkt an Frl. Smilla)...

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