11/25/2010

Bella Martha.. fehlt...

Ich bin ja ein absoluter Film-Liebhaber. Wirklich, es gibt Filme, die liebe ich über und über alles.
Da sind alte Filme, wie der schon oft zitierte "Barfuss im Park", da gibt es so drollige Filme wie "Pyjama für Zwei" und viele andere Cary-Grant-Filme. Und dann gibt es so nette Frauen-Filme wie "Ein amerikanischer Quilt", "Grüne Tomaten", "Reality Bites" oder "Elizabethtown". Oh, und natürlich "meine" Weihnachtsfilme in Form von "Wonderboys" und "Love, Actually". Und dann wächst neuerdings mein Repertoire an deutschen Filmen, die ich nicht mehr missen will in meiner Sammlung. "Der Fischer und seine Frau", "Brot und Tulpen" (wobei das eine italienisch Produktion ist), "Herr Lehmann", "Keinohrhasen" usw. usf.

Und, und nun komme ich endlich zum Thema, "Bella Martha" mit Martina Gedeck in der Hauptrolle. Ich habe diesen Film vor vielen Jahren gekauft, ohne das geringste Vorwissen darüber zu haben, er hat mich vom Cover und vom Titel her einfach angesprochen. Das DVD-Menü ist schon grossartig, der Sound, schöne Musik untermalt mit den Geräuschen einer brutzelnden Pfanne. Ein Film, den ich oft vorschlage an Abenden, wo wir besonders schön kochen oder an denen ich mir/uns einfach etwas Gutes tun will. Als ich dann irgendwann in einer Zeitschrift von dem amerikanischen Remake "Rezept zum Verlieben" mit Catherine-Zeta Jones hörte, fand ich das schier unfassbar. Nach fünf Jahren ein Remake eines so grossartigen Films. Eines Films, der gar kein Remake gebraucht hätte, in meinen Augen. Also habe ich mich standhaft geweigert, den Film zu schauen.

Ich muss zugeben, dass das nicht besonders fair war, denn wie will ich einen Film beurteilen, den ich gar nicht kenne? Vielleicht kann Hollywood ja doch alles besser? Nachdem ich bei der Packaktion am Dienstag vormittag, vor meiner Abreise ins Ländle, dummerweise meine DVD-Sammlung und entsprechend auch die ausgeliehene "Desperate Housewives" Staffel 3 vergessen habe, war ich heute abend in der Verlegenheit etwas zum Auskurieren (Erkältung schlägt mal wieder zu) auszusuchen, und landete so im DVD-Schrank meiner Freundin bei besagtem Remake.

Es ist ein Witz, wirklich. Sie haben sich wirklich den Film genommen und ihn einfach nach New York verfrachtet. Das Drehbuch wurde kaum verändert, Catherine-Zeta Jones hat sogar eine grosse. äußerliche Ähnlichkeit mit Martina Gedeck und die schwangere rechte Hand von Martha/Kate sieht sogar in beiden Filmen nahezu gleich aus. Auch beim Soundtrack hat man sich ab und an bedient und muss sich nicht allzusehr umgewöhnen, wobei ich auch hier das Original besser finde. Ist das zu glauben? Das einzige, was leider völlig auf der Strecke geblieben ist, ist die Tiefe des Films, das Traurige, die grossartige Darstellung von Lina/Zoe die im Original einfach ergreifender ist. Und natürlich Martha. Ich vermisse Martha in Form von Martina Gedeck. Und die Liebesgeschichte wirkt im Original auch irgendwie echter, ernsthafter und glaubwürdiger (warum überhaupt wurde nicht wieder ein Italiener für die männliche Hauptrolle genommen??)

Fazit: meine Meinung ist leider bestätigt worden - das Remake war für mich vollkommen überflüssig und die Schauspieler sind zwar sicherlich nicht schlecht, aber sie kommen einfach nicht an das Original heran. Aber möglicherweise bin ich auch voreingenommen, ganz sicher sogar, da es sich bei "Bella Martha" ja um einen meiner Lieblingsfilme handelt.
Ich finde das Original einfach wärmer, schöner, die Schauspieler besser und passender und sehe keinen Mehrwert an dem neuen Handlungsort, der leicht veränderten Story oder der neuen Besetzung.
Aber zumindest habe ich mir nun eine Meinung gebildet und weiss, warum ich das Original besser finde :)

Es ist unglaublich: Der Tiefgang ging verloren, Lina/Zoe ist nicht so selbstständig wie im Original (das sieht man sogar in diesem Bildvergleich, wo sie auf dem Arm gehalten wird vs. sie drängelt sich frech zwischen die grossen Köche). Und Martina Gedeck ist einfach eine glaubwürdige, wundervolle Martha, der eine noch so hübsche Catherine-Zeta Jones einfach nicht das Wasser reichen kann - sorry ;)

Edit:  Nachdem der Film nun (endlich) zu Ende ist, muss ich mich korrigieren: die Story-Line wurde insofern doch recht umfassend verändert, dass die ganze Suchaktion nach dem Vater von Lina/Zoe ersatzlos gestrichen wurde. Ich finde das schade, ich fand die Reise nach Italien in der Martha ihre Nichte sucht und zu sich selbst "findet", eigentlich sehr schön...

7 comments:

  1. Es ist einige Jahre her, daß ich das Remake aus Neugierde geschaut habe. Wie Du Dich erinnerst, habe ich mit Dir zusammen Bella Martha (und ja auch Brot und Tulpen) geschaut...
    Ich kann Dir nur zustimmen. Jedenfalls soweit ich mich erinnere, waren Gesten (z.B. auch die abgelichtete auf dem dt. Cover) fast identisch, die Szene beim Psychiater zu Beginn empfand ich im Remake als Wiederholung der deutschen. Aaron Eckhart war für mich farblos, an die Darstellung von CZJ u. der Kinderschauspielerin erinnere ich mich shon gar nicht mehr ...

    Es wird Daseinsberechtigungen für Remakes geben, z.B., um einen Film in eine andere Kultur zu transporieren. Ich erinnere mich an den Western "Die glorreichen Sieben", die auf einer japanischen Produktion "Die 7 Samurai" o.ä. basieren. Keine Ahnung, was die Kenner der 7 Samurai zur amerikanischen Westernadaption sagen; ich kenne nur die letztere und fand sie - als ich sie damals gesehen habe - gut. Aber im direkten Vergleich zwischen Bella Martha und Rezept zum Verlieben kann ich nur sagen: Ich hätte das Remake nicht gebraucht und habe mich über letzteres nur aufgeregt ;)

    Liebe Grüße ins Ländle!
    Deine Natira

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  2. @Natira:
    Ja, farblos trifft auf die Verfilmung recht gut ;) Und klar, es gibt gute Remakes und vor allem auch notwendige Remakes, aber dieses ist wirklich ein wenig albern, da nichts Wesentliches verändert wurde (ausser dass ein Handlungsstrang herausoperiert und die Geschichte "weichgespült" wurde)
    Aber gut, wenn es sich dann besser verkauft in den USA *lach*
    Ich finde es so schade für Leute, die das Original nicht kennen bzw. nicht wissen, dass es ein Remake ist. Aber im Endeffekt ist es natürlich nicht wirklich "schlimm" - einfach nur verwunderlich ;)

    Liebe Grüsse aus dem verschneiten Ländle - oh, was hätte Phoebe für ein Spass in diesem Garten :)

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  3. Ich wüßte auch zu gerne, wie Merlin und Marlowe den "weiten" Schnee im Garten o.ä. aufnehmen würden... Der Balkon verrät ja in dieser Beziehung doch nicht all zu viel, da ja beide dem Boden auch ausweichen können *g*

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  4. Phoebe ist ja schon ein alter Schneehase - sie hat eben auch gesagt, dass sie sich extra viel Winterfell wachsen gelassen hat, damit sie den ganzen Tag draussen sein kann :) Ich glaube, irgendwnn wird sie zum Freigänger, anders wird es nicht gehen *seufz*
    Frida ist ja schon fasziniert vom, aber sie ist ein Weichei und kommt immer fix wieder rein, wenn sie meint, genug gesehen gesehen zu haben um ihr Gesicht vor Phoebe nicht zu verlieren ;)

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  5. Ich habe bislang dieses Remake gemieden - und werde es auch weiterhin so halten. Da darf man mir gerne Vorurteile vorwerfen, aber wenn ich einen Film so gern mag wie "Bella Martha", dann werde ich mir eine amerikanische Neuverfilmung nicht dazu antun. ;)

    Meine Katzen gucken gerade ganz fasziniert aus dem Fenster und Christie würde zu gern die Flocken fangen. Nur blöd, dass da eine Fensterscheibe ist! ;)

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  6. Liebe Winterkatze,
    das ist auch vernünftig so, man muss sich das nicht antun (ich habe es ja auch eher aus der Verlegenheit heraus, nichts anderes zu gucken zu haben, gemacht ;) )

    Arme Christie, das wäre sicher ein Spass für sie :) Wie wäre es alternativ mit einem Eiswürfel in der Badewanne? Zumindest ein bisschen Winterfeeling für die Pfoten *lach* :)

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  7. Ach, ich glaube eher weniger, dass sich Christie für einen Eiswürfel begeistern kann. Im Sommer sitzt sie auch immer nur davor und guckt mich an, als wollte sie fragen, was das denn nun soll! *g*

    Wie ich meine Madame kenne, würde sie auch beim ersten direkten Schneekontakt ganz schnell wieder Zugang zum muckeligen Sofa verlangen. :D

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