8/29/2010

"etwas kochen, was wir noch nie gekocht haben #9" & "The Misfits - Nicht gesellschaftsfähig"

Gestern endlich mal wieder ein Kochabend :) Das war ja auch wirklich lange überfällig - erst die lange Zeit im Schwabenland, während der mir die Lust auf Kochen grösstenteils vergangen war.
Dann Urlaub, wo wir uns bekochen liessen oder gegrillt haben...
Aber gestern ging es wieder los.
Es gab einen warmen Gemüsesalat mit Kräuterbaguette:

Entschuldigt, das Bild ist nicht besonders, aber die anderen waren noch unschärfer :/
Die Zubereitung war recht simpel, wenn auch nicht unkompliziert. Allerdings würde ich jetzt auch ein paar Sachen anders machen.

Salat:
1) eine Schalotte oder Zwiebel in feine Ringe schneiden und mit den Tomaten 4 Minuten dünsten - dann beiseite stellen
2) Pfifferlinge (wir hatten so ca. 150 g) scharf anbraten, danach die Zwiebeln und Tomaten dazu, mit etwas Balsamico Bianco ablöschen, kurz einkochen lassen und vom Feuer nehmen.
3) Vinaigrette aus Balsamico Bianco, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Honig und Senf anmischen und mit gewaschenem Rucola und Tomaten und Pilzen vermengen.

Kräuterbaguette:
1) 50g Pinienkerne in 1 EL Olivenöl goldbraun rösten dann mit 1/2 Bund glatter Petersilie, einer Handvoll Basilikum, getrocknetem Tymian und Oregano mörsern oder hacken.
2) Baguette (etwas 1/3 bis 1/2) in breite Streifen schneiden, dann noch einmal horizontal halbieren und unter dem Grill goldbraun rösten (Achtung, geht rasend schnell ;) )
3) Baguette mit dem Kräuterpesto bestreichen und am Besten das Ganze noch warm servieren :)

Ein sehr schönes, leckeres Essen, der weisse Balsamico ist das A&O bei diesem Rezept, ich würde auf keinen Fall den dunklen nehmen, da er zu dominant wäre. Und die Pfifferlinge sind natürlich wundervoll - ich habe schon lange nicht mehr so genossen

Was ich andersmachen würde: ich fand es nicht so schön, dass die Cocktail-Tomaten noch ganz waren - das war mir beim Essen dann zu riskant (Thema: spritzen und herumspringende und -fliegende Tomaten *seufz*)
Ich würde beim nächsten mal die Zwiebeln erst glasig anbraten, dann die Pilze dazu tun und die Hitze erhöhen.
Die Tomaten würde ich halbieren und bei 170° in den Backofen geben, so das sie leicht angetrocknet sind und später zu dem Rest dazugeben.
Das Pesto würde ich noch mit Salz und Pfeffer verfeinern.

Ansonsten war es ein perfektes, wunderbares Essen, was wir sicher nochmal machen werden. Und gesund war es auch :)

Als Begleitung flüssiger Art gab es einen Veneziano, ein Getränk, was wir im Urlaub lieben gelernt haben: Aperol mit Prosecco - gar köstlich und auch eine Augenweide, leider habe ich kein Photo gemacht. Da wir aber noch eine fast volle Flasche haben, kann ich das sicher noch nachholen ;)

Die Begleitung visueller Natur:
endlich gab es mal wieder einen "alten" Film in Form von "The Misfits - Nicht gesellschaftsfähig" mit Marilyn Monroe, Clark Gable und Montgomery Clift, die im Prinzip drei "Verlierer der Zeit, der Gesellschaft" spielen, die zufällig zueinander finden.
Ich habe diesen Film damals sehr gemocht und finde ihn auch immer noch sehr beeindruckend.
Inwiefern die Pferde in dem Film gequält wurden, ist mir nicht bekannt - man kann kaum glauben, dass es nicht so war und ich befürchte auch, dass es damals solche Tierschutz-Vorgaben, wie es sie heute gibt,  einfach noch nicht gab. Aber davon einmal abgesehen, ist der Film sehr sehenswert. Er ist einer der wenigen Marilyn-Filme, in denen sie nicht auf die Rolle des naiven Dummchens beschränkt ist (auch wenn sie natürlich auch Dummchen-Züge zeigen musste).

Details zu dem Film, an die ich mich erinnere (aus Biographien etc.):
- Ihre Manager wollten eigentlich nicht, dass sie darin mitspielt
- Sie wurde in ihre Jeans eingenäht, damit sie auch schön eng sass
- Es solle ihr letzter Film sein, den sie komplett abdrehen konnte

Details, die ich gerade noch von imdb.com habe:
- Clark Cable verstarb 14 Tage nach Drehende und Monroe, Clift und Ritter starben innerhalb der nächsten 8 Jahre
- "The Misfits" sind auf der einen Seite die Wildpferde, die wilden Mustangs die in der Nevada-Wüste lebten und stehen gleichzeitig als Metapher für die vier Hauptcharaktere des Films

Hier ist der Trailer:


Fazit: Auch heute noch finde ich diesen Film faszinierend. Diese vier Hauptfiguren, die im Prinzip alle Aussenseiter sind, und ihre Probleme damit haben, in der Realität des Lebens anzukommen.
Marilyn, in einer ihrer intensivsten und am wenigsten albernen Rollen. Ein letztes Mal Clark Gable sehen, der seinen Rhett Butler-Charme nicht verloren hat, auch wenn sein Glanz allmählich abblättert. Ja, und Montgomery Clift, einer dieser Schönen Hollywoods, der auch, wie so viele in jener Zeit viel zu jung starb.
Ein Film der wehmütig macht, weil so viel Traurigkeit in ihm steckt.
Ich bin froh, dass so ein Film heute nicht mehr gedreht werden dürfte - die Pferde-Szenen sind grausig und ich bin dankbar, das so etwas heute verboten ist. Nichtsdestotrotz finde ich die Metapher, die Arthur Miller gewählt hat: Wildpferde, die eingefangen werden vs. "nicht gesellschaftsfähige Personen" die eingenormt werden müssen, gut getroffen. Dennoch verurteile ich, dass in dem Film die Tiere gequält wurden. Ich bin froh, in einer Zeit zu leben, wo es Menschen gibt, die sich Gedanken über die Rechte der Tiere machen und dass diese Menschen in dieser Zeit auch eine Stimme haben. Das gibt ein bisschen Hoffnung, dass es vllt. nochmal besser wird.

14 comments:

  1. Das klingt mal wieder köstlich, was ihr ausprobiert habt!

    Was den Film angeht, stimme ich Dir in allen Punkten zu, und zwar auch, was Deine Befürchtungen das Filmen der Pferde angeht. Offenbar wurde zwar seit 1940 durch die American Humane's Film & Television Unit versucht, Filme in Bezug auf Tierschutz zu überwachen, aber es bestand keine Verpflichtung der Produzenten, diese Organisation am Dreh teilhaben zu lassen
    (http://translate.google.de/translate?hl=de&langpair=en|de&u=http://en.allexperts.com/q/Animal-Rights-2716/Animal-rights-film-making.htm)

    ReplyDelete
  2. Also erst einmal habe ich jetzt Hunger, und das mitten in der Nacht :-)
    Einerseits liebe ich diesen Film, andererseits tut er mir so weh, dass es für mich fast unerträglich ist, ihn noch einmal zu sehen.
    Ich kann mich nicht erinnern, ob sich Miller oder auch Wallach in ihren Autobiographien zu den Pferden geäußert haben, obwohl beide lange Passagen den Dreharbeiten gewidmet haben.
    Ich werde wohl noch einmal nachlesen müssen, denn das interessiert mich nun auch.

    ReplyDelete
  3. @Sinje Blumenstein:
    Herzlich Willkommen auf meinem Blog und danke für Deinen Kommentar :)
    Es tut mir leid, Dir so spät in der Nacht noch zu Hungergefühlen verholfen zu haben ;) Ich hoffe, Du hast im Kühlschrank noch etwas Gutes gefunden? >g<
    Es ist ein wahnsinnig intensiver Film, nicht wahr? Ich habe ihn am Samstag auch erst das zweite Mal geschaut, um ihn meinem Freund zu zeigen...
    Ich befürchte, Natira hat recht - da es damals eine Art freiwillige Selbstkontrolle war und die Technik einfach noch nicht so weit ausgereift war, gab es wohl keine andere Möglichkeit, als die Pferde real so einzufangen.
    Falls Du noch etwas herausfindest, magst Du hier einen Comment hinterlassen?
    Bist Du ein Miller-Fan oder wieso weisst Du so viel über ihn? Lg von Sayuri :)

    ReplyDelete
  4. @Natira:
    Vielen Dank für die Info - ich denke auch, dass es nicht gespielt, sondern echt war. So eine Selbstkontrolle funktioniert ja nur selten - leider...
    Wir haben den Film damals gemeinsam geschaut, oder? Ich wünschte wirklich Marilyn hätte noch mehr Filme in dieser Art gemacht...
    LG und einen schönen Wochenstart!

    ReplyDelete
  5. Hallo Sayuri,
    ich habe mich zurückgehalten und den Hunger verdrängt :-)
    Ein Miller-Fan bin ich eigentlich nicht, sondern Marilyn-Fan durch und durch, seit nunmehr 20 Jahren.
    In letzter Zeit bin ich zwar nicht mehr so intensiv auf der Suche nach Biografien, aber sie hat, so merkwürdig das vielleicht klingt, irgendwie einen Platz in meinem Leben. In Wallachs Biografie ist nicht so viel zu diesem Film zu finden, er hält sich sehr fern von Gossip und spricht lediglich bedauernd über Marilyn, zu der seine Familie eine gute Beziehung hatte. Wegen der Pferde müsste ich aber wirklich nachschauen, das ist mir absolut nicht mehr präsent. Millers Ausführungen waren, soweit ich mich erinnere sehr ausführlich, da die Dreharbeiten ja das Ende ihrer Ehe markieren und er seine spätere Frau dort kennenlernte. Auch Some like it Hot sehe ich nach zahlreichen Autobiografien eher mit einem weinenden Auge.
    Ich finde es sehr schade, dass Selbstkontrolle gerade in so einem Bereich, wie dem Tierschutz, nicht zu funktionieren scheint. Da hätten sie lieber den bekloppten Hays Code aufweichen und mehr auf anderes achten sollen!
    Wenn ich Zeit habe, lese ich nach. Versprochen.
    LG
    S.

    ReplyDelete
  6. Ich hoffe sehr, dass Blogger mich jetzt brav kommentieren lässt, so langsam fange ich nämlich an zu schmollen. ;)

    Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich "The Misfits" noch nie gesehen - und nach deinem Bericht bin ich sehr zwiegespalten. Neugierig auf die Handlung und ängstlich, wenn es um die Pferdeszenen geht. Die Behandlung von Pferden in Filmen war für mich als Kind schon der Grund, warum ich lieber die italienischen Western (ohne große Pferdeszenen) geguckt habe - obwohl ich das Genre ans sich als ich klein war sehr mochte.

    Das Essen sieht sehr appetitlich aus. Für den Salat müsste ich zuviele Sachen (Tomaten und Pilze - dagegen bin ich allergisch) ersetzen, aber bei dem Baguette könnte ich anfangen zu sabbern. Das hört sich mehr als köstlich an und wird bestimmt irgendwann ausprobiert! :) Ob es mit dem Toaster klappt, werde ich ja dann sehen. *g*

    ReplyDelete
  7. @Sinje Blumenstein:
    Ach, wie schön, ein weiterer Marilyn-Fan :) Ich fühle mich damit oft allein, denn viele reduzieren sie tatsächlich nur auf ihre Filme, in denen sie das Naivchen spielt und verpassen dabei ihre ganze Geschichte, ihren Hintergrund und ihre Persönlichkeit.
    Ich werde mir die Bücher, von denen Du sprichst, mal auf die To-Read-Liste setzen - über Marilyn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Ja, das ist wieder typisch, dass der Hays Code wichtiger ist als der Tierschutz... *pfft*

    ReplyDelete
  8. @Winterkatze:
    Blogger kann einen in den Wahnsinn treiben, nicht wahr? Bei mir hat er auch schon mal so rumgesponnen...
    Ich erinnere mich, dass ich früher auch immer ganz traurig war, wenn in Western die Pferde stürzten oder gefangen oder beritten wurden. Entsprechend habe ich auch nur sehr wenige Western gesehen und selten "freiwillig".

    Ach ja, das ist ja schade - ich habe vergessen, dass Du Tomaten so in Reinform nicht magst - das mit den Pilzen hatte ich im Gedächtnis. Blöd, solche Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
    Dann mach Dir das Kräuterbaguette zu einem anderen, leckeren Salat - es ist wirklich sehr, sehr, sehr empfehlenswert :)

    ReplyDelete
  9. Blogger ärgert mich eigentlich nur selten, aber dann richtig - und manchmal verwirrt es mich und dann laufe ich hilfesuchend zu Natira. ;)

    Was die Nahrungsmittelunverträglichkeiten angeht: Die sind doof und richtig blöd wird es, wenn sich Allergien noch mit Abneigungen mischen. ;) Aber ja, das Kräuterbaguette werde ich auf jeden Fall ausprobieren. :) Und wer weiß, vielleicht bekommt mein Mann mal den Salat vorgesetzt. :D

    ReplyDelete
  10. Hallo Sayuri,
    ich habe noch einmal geschmökert. Dem Index sei Dank habe ich die Bücher nicht komplett lesen müssen :-)
    Wie gesagt, Eli Wallach schreibt tatsächlich nur über seine Begegnungen mit Monty Clift und Clark Gable sowie ein paar Anekdoten mit John Huston, aber nichts über das Drumherum. Miller ist ebenfalls nicht ganz so ausführlich, schreibt aber, dass er mit "echten" Cowboys nach potenziellen Drehorten gesucht hat, und in Bezug auf die Pferde interpretiere ich es so, dass sie tatsächlich Wildpferde eingefangen haben. Andererseits ist aber nichts von Stand-ins zu lesen, und es würde mich wundern, wenn Clark Gable mit einem echten Wildpferd hätte drehen müssen. Man bedenke, dass sich die Versicherung weigerte Monty Clift zu versichern.
    Darf ich einmal fragen, welche Biografien du schon gelesen hast? Ich habe nämlich momentan keinen Überblick mehr, was es alles gibt, weil ich irgendwann von Biografien auf Bildbände umgestiegen bin ;-)
    LG und schönes Wochenende
    S.

    ReplyDelete
  11. Liebe Sinje,
    zumindest wurde irgendwo erwähnt, dass Clark Gable ohne Stand-In gedreht hat, daher...
    Es ist schwierig, das einzuordnen, finde ich.
    Ich kann Dir gar nicht mehr genau sagen, was ich schon alles gelesen habe, da ich früher sehr viel aus den Bibliotheken ausgeliehen habe. Auf alle Fälle habe ich die Norman Mailer-Biographie und die Ruth-Esther Geiger hier zu Hause. Gerade habe ich bei Mailer nochmal nachgelesen, was er zu den Misfits zu sagen hat: auch hier wird nicht klar, ob Wildpferd oder nicht, aber zumindest scheint es "echt" zu sein: "... doch was wir im Film zu sehen bekommen, das sind Gable, Clift und Wallach, die sich der größten Gefahr aussezten, von ausschlagenden und hochgehenden Pferden zu Boden geschleudert und hinter davongallopierenden Pferden hergeschleift zu werden, ..."
    Ich denke, so richtig nah werden wir an die Wahrheit nicht herankommen, aber ich gehe davon aus, dass die Pferde gequält wurden, so wie es damals ja schon üblich war. (Dafür spricht ja auch, dass man Montgomery Clift nicht versichern wollte)
    Lg von Sayuri

    ReplyDelete
  12. Hi Sayuri, die Mailer-Biografie habe ich auch.
    Dann habe ich noch die von Donald Spoto und noch zwei andere, deren Autoren mir entfallen sind, sodass ich jetzt echt das Regal durchstöbern müsste ;-)
    Dieses Buch macht mich neugierig: http://www.amazon.de/Tapfer-lieben-pers%C3%B6nlichen-Aufzeichnungen-Gedichte/dp/3100437020/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1283883422&sr=1-8.
    Ich denke auch, dass wohl kaum noch einer genau Angaben machen kann, außer vielleicht Eli Wallach.
    Wenn man Esther Williams Autobiografie liest, meint man, dass nicht nur die Tiere gequält wurden.
    Ich finde es schlichtweg eine Sauerei, dass solch verquere Prioritäten gesetzt wurden.
    Siehste, da fällt mir ein, dass ich mal wieder eine Autobiografie im Blog vorstellen könnte ;-)
    LG
    Sinje

    ReplyDelete
  13. Hi Sinje,
    oh ja, das Buch hört sich wirklich interessant an! Ich habe gerade ein ähnliches Buch von Frida Kahlo gelesen - auch eine Sammlung ihrer Briefe, das war sehr aufschlussreich. Ich hab mir das Buch gleich mal auf den Wunschzettel gepackt - mal sehen, wann ich es mir gönne :)
    Es ist schlimm, was Tiere durchmachen mussten und auch immer noch durchmachen. Das macht mich immer ganz fertig, wenn ich darüber nachdenke. Ich denke dann , ich sollte auch aktiv etwas tun - in irgendeiner Form, nicht nur durch die bewusste Ernährung sondern auch so. Aber momentan fehlt da die Zeit - wer weiss, was sich noch ergibt.
    Oh ja, stell mal eine Autobiografie vor, ich lese selber sehr gerne welche und würde gerne zu etwas neuem inspiriert werden :)

    ReplyDelete
  14. Hallo Sayuri,
    wenn ich Zeit habe, werde ich wieder Autobiografien vorstellen. Ein paar habe ich schon drin, aber ein paar liegen mir noch "am Herzen".
    Danke fürs Vorbeischauen!
    LG
    S.

    ReplyDelete