6/28/2010

mit Marie Antoinette in Zürich

Gestern war es reichlich spät, als ich heimkam, deshalb fällt mein TickTack diese Woche aus und wird ersetzt durch diesen Zürich-Bericht.


Die Schweiz, also, dort zog es mich zusammen mit Marie Antoinette hin - ich habe dort eine Freundin besucht. Das war mein erstes Mal "richtig" Schweiz - bisher kannte ich dieses Land nur von der Durchreise - Fahrten nach Korsika, Korfu etc.
Nachdem meine Freundin schon vor 2 Jahren beruflich umgesiedelt ist, wurde es dringend Zeit, ihre neue Lebenswelt einmal kennenzulernen.
Und so fuhr ich Freitag nach der Arbeit mit dem Zug los. Vorher gab es natürlich noch diverse Probleme - z.B. fiel mir erst am Mittwoch ein, dass ich ja vielleicht auch Schweizer Franken brauchen könnte ;) Das hat meine Bank für mich aber noch alles regeln können. Der nächste Schock kam erst im Zug. Nach Singen stiegen nämlich Zollbeamte ein und wollte Auweise sehen. Ich hatte zwar meinen Personalausweis dabei - aber ob der den Schweizer Beamten reichen würde? Sie wollten dann von mir aber gar nichts sehen - nach dem Zufallsprinzip pickten sie ein paar Leute raus und im Nachhinein habe ich erfahren, dass der Personalausweis gereicht hätte. Und zu verzollen hatte ich ja eh nichts dabei - genau so wenig, wie ich plante, eine teure Schweizer Uhr als "Mitbringsel" mitzunehmen ;) (also, das hab ich auch nicht gemacht - das liest sich gerade etwas komisch ...)
Nun, in Bülach angekommen holte mich meine Freundin am Bahnhof ab und wir fuhren in ihre schicke Wohnung... So eine schöne, elegante und grosszügig geschnittene Wohnung hätte ich wohl auch gerne, wenn ich mal gross bin *lach*. Die Architektur der Schweizer ist anders als unsere. Dort gilt es als schick und ist sehr angesagt, Mietshäuser in Form von Klötzchen zu  bauen, und davon wimmelt es in der ganzen Schweiz.  Naja, zumindest auf der Zugfahrt habe ich einige davon gesehen. Die Häuser sind sehr schlicht, sehr gerade einfache Linien und sie sehen alle sehr ähnlich aus. Das ganze ist nicht mit unseren Sozialbau-Siedlungen zu vergleichen - man sieht schon von aussen, dass in diesen Häusern reiche Menschen leben...

Aber auf der Fahrt nach Bülach sah ich z.B. auch den Rheinfall von Schaffhausen, der so umwerfend schön ist, dass ich unbedingt noch einmal in diesem Sommer dort hin möchte. Ich habe aus dem Zug ein Bild gemacht - nicht allzu gut gelungen, aber immerhin bekommt man einen Eindruck. Wer mitwill meldet sich bitte bei mir :)


Leider ist das wirklich grandiose, die brodelnden Wassermassen, nicht zu erkennen, aber ich denke, man kann es sich vllt vorstellen (oder im Zweifelsfall mit Google Bildersuche finden)

Mit meiner Freundin habe ich den ersten Abend bei einem leckeren BBQ auf ihrer ebenso schönen Terasse verbracht (nach einem Einkauf, der mich ganz schwindelig werden liess... die Preise in der Schweiz sind schon wirklich erstaunlich hoch...)
Am nächsten Tag ging es ruhig und entspannt los: Ausschlafen, Frühstücken und danach dann gemütlich nach Zürich reinfahren. Öffentliche Verkehrsmittel sind in der Schweiz wundervoll - sie warten aufeinander, sind gut abgestimmt und preislich (natürlich nicht billig aber) ok.

Als erstes musten wir natürlich die Nana in der Bahnhofshalle besuchen:

Ich freue mich immer so, wenn ich Nanas sehe, und ich wusste gar nicht, dass im Züricher Bahnhof eine wohnt - daher war meine Freude wirklich besonders gross.
Danach sind wir durch die Stadt gebummelt, haben ein bisschen geshopped, ich habe mir gemeine Geox-Schuhe gekauft, die mir heute leider die Hacken kaputt gemacht haben. Ich finde das sehr gemein, denn eigentlich sollten das die langersehnten "Rock"-Schuhe (also zum "zum Rock tragen", nicht zum rocken ;) ) sein. Mal sehen, ob ich sie eingelaufen kriege.
Danach haben wir eine Bootstour gemacht - 1,5 Stunden auf dem Züri-See und einfach nur die Sonne geniessen, den Wind um die Nase wehen lassen und die schöne Stadt von See-Seite bewundern:


















Der Stier ist übrigens für Dich, liebe Natira,
weil ich gleich an Dich denken musste, als ich ihn sah.

Danach sind wir dann gemütlich noch durchs Dörfli (=Züricher Altstadt) gelaufen, zurück zum Bahnhof und sind dann in aller Ruhe nach Hause gefahren (dank der getakteten Busse auch ohne jeglichen Stress).
Abends gab es noch einmal BBQ mit dem Freund meiner Freundin, den ich noch gar nicht kannte. Wir hatten einen so netten, unterhaltsamen, kurzweiligen Abend - so etwas entspanntes habe ich schon lange nicht mehr erlebt.
Am Sonntag war dann meine Freundin recht aktiv und wollte unbedingt ins Freibad um Schwimmen zu gehen. Jetzt bin ich ja eigentlich gar nicht so der Freibad-Mensch. Nachdem ich erfolgreich seit 4 Jahren nicht schwimmen war und erst kürzlich in der Mineraltherme einen neuen Versuch gewagt hatte, war ich eigentlich nicht so begeistert. Aber irgendwie kam ich da nicht raus und so gingen Marie Antoinette und ich zusammen mit meiner Freundin ins Freibad.



Ghost war natürlich auch dabei, ebenso wie der 4. Stern für Deutschland, was den wenigen Fussballbegeisterten sicher ein Begriff ist. Zu meiner Schande muss ich nämlich zugeben, dass ich das mittlweile wirklich nicht unspannend finde und auch das Spiel am Sonntag - soweit ich das anschauen konnte (mein Zug fuhr ja leider mittendrin) - sehr interessiert verfolgt habe. ... ok, ich habe gejubelt - ich gebe es ja zu.
So, jetzt schäme ich mich und schreibe lieber schnell weiter.
Marie Antoinette und meine Wenigkeit hatten jedenfalls eine tolle Zeit - sowohl im Freibad als auch das ganze Wochenende über. Ich habe im Zug sehr viel gelesen und auch abends und morgens immer ein bisschen, so dass ich mittlerweile über der Hälfte bin. Ich glaube, die Antwort auf Stefan Zweig ist, dass man ihn einfach versuchen muss, lange Zeit am Stück zu lesen - dann kommt man in die Geschichte gut herein. Marie Antoinette hat sich, seit ich sie kennengelernt habe, sehr verändert, zum Glück zum Positiven. Ich bin schon gespannt darauf, wie es weitergeht.
Das Freibad war übrigens für mich schon ein Flop: kaum lag ich auf der Wiese, fing meine Allergie an zu nerven und ich musste schnell ins Wasser um den Pollen zu entkommen. Ins kalte Wasser, sollte ich sagen - Natira, für Dich wäre es sicher gerade recht gewesen ;)
Dort habe ich dann eine Menge Bahnen geschwommen (weil mir so kalt war und ich nicht schon wieder zurück zu meinen Taschentüchern wollte) aber irgendwann war es trotzdem zu kalt und so habe ich mich wieder zurück zu Pollen, Taschentüchern, Marie Antoinette und in die Sonne begeben ...



Braun bin ich geworden, an diesem "endlich-Sommer"-Wochenende und ich muss sagen, trotz des Freibad-Flops war es ein wunderbar entspanntes, abwechslungreiches, schönes Wochenende.

Ich neige offenbar dazu, selten, aber lang zu posten - aber ich hoffe, durch die Fotos ist es nur lang und nicht langweilig :)

6 comments:

  1. Nein, das war überhaupt kein langweiliger Post, liebe Sayuri!

    Soso, Du bist also unter die Deutschland-Spiel-Begeisterten gegangen :) Und warum auch nicht, ist ja schließlich "unsere" Mannschaft. Mir hat allerdings das Mithören wieder gereicht am Sonntag. Meine Nachbarn hatten offenbar ein eigenes public viewing veranstaltet und auch Vuvu..dingsbums besorgt (ich habe den Namen schon wieder vergessen *g*). Die Kinder hatten ihren Wasserbassin-Plansch-Spaß; der Fernseher mußte das natürlich übertönen und die Erwachsenen mitkommentieren und -fiebern und -grölen :) Ich bin dann mal vom Balkon entschwunden und habe dadurch den Lautpegel auf "TOOOOOOR. JAAAAA, HEEEEEE" usw. reduzieren können *lach*

    Jedenfalls:
    Es klingt richtig mit, wie schön die Zeit bei Deiner Freundin gewesen ist. Ich wünschte, ich könnte Dir Deine Allergie wegzaubern, aber irgendwie hat Hermione noch immer nicht den richtigen Zauberspruch in den Bücher gefunden *seufz* Die Zugfahrt verlief ja offenbar auch ganz glatt - ist das eine durchgehende Zugverbindung von Stuttgart aus? Bei den Schreckmomenten mit dem Geld und dem Ausweis hätte ich Dir Gesellschaft leisten können... Ich hätte vermutlich sogar komplett vergessen, daß in der Schweiz nicht mit Euros gezahlt werden kann :D

    Zürich sieht auf den Fotos auch wundervoll aus! Man erhält auch einen tollen Eindruck von dem Rheinfall... Die Nana ist grandios.

    Danke für das Stierbild *freu*, er sieht sehr kraftvoll aus, nicht wahr?

    Vielleicht können wir im August ja wirklich auch die von Dir angedachte Spreefahrt machen. Das scheint eine schöne Möglichkeit zu sein, eine Stadt mal etwas anders kennenzulernen. Ich freu mich schon total auf den 06.08.2010!

    Ganz liebe Grüße ins Ländle!
    Deine Natira

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  2. Ich würde Dir zum Rheinfall gern was raten: LASS ES BLEIBEN! *lach* Nein, Quatsch.. aber versuch an einem Tag zu gehen, an dem das Wetter nicht bombastisch ist, dann ist es dort nämlich kaum auszuhalten vor lauter Touris und man kann das Spektakel nicht wirklich genießen. Wir waren 2008 dort, der Tag war warm und sonnig und es waren Massen an Menschen da.. Mitte September. *schauder* Bestimmt war es einen Tag vorher dort besser, da hat es nämlich geregnet *g*

    Mein Gruselfoto ist übrigens auch vom Rheinfall :)
    http://taytom.wordpress.com/2010/04/04/rheinfall-ch/

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  3. Das klingt, als ob du ein wirklich schönes Wochenende gehabt hättest! Auch wenn ein Freibad nicht so dein Ding ist, so gab es doch eine Nana, eine Bootstour (ich liebe Sightseeing per Boot! :) ) und ein nettes Treffen mit deiner Freundin!

    Deine Fotos gefallen mir auch sehr gut, da kommt richtiges Urlaubsgefühl auf! :)

    Ich hoffe, dass deine Arbeitswoche nicht zu stressig angefangen hat, sodass du noch etwas "Urlaubsgefühl" hineinretten konntest. :)

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  4. Hallo Ihr Drei :)
    Ja, doch es war tatsächlich ein schönes, rundes Wochenende. Es war irgendwie Urlaubsstimmung pur - die viele Sonne hat mir in dieser zwanglosen Form, ohne das man ordentlich gekleidet ins Büro etc. musste, sehr gut getan. Und schön war eben auch, dass wir uns wirklich viel Ruhe und wenig Stress gegönnt haben.

    Ja, Natira, es war ein hübscher Stier, der dort für Dich stand :) Und die Spreefahrt machen wir auf jeden Fall.

    Taytom, an Dein Rheinfall-Bild erinnere ich mich noch gut - es hatte an diesem Sommertag so gar nichts Unheimliches - aber vielleicht war das Unheimliche für mein Auge unsichtbar: der Zug war so weit weg, dass ich keine Menschenmengen ausmachen konnte ;)

    Winterkatze - ich habe mich so weit es ging bemüht, Deinem Ratschlag zu folgen: so wenig Arbeit wie vertretbar und viel Freizeitvergnügen :) Sport, in die Stadt fahren und feiern und heute abend geht es in den Biergarten. Und morgen schon heim :) Doch, so fühlt sich Urlaub tatsächlich an!
    Danke für Dein Foto-Feedback :)

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  5. Darauf freue ich mich :)

    Ich wünsche Dir enen möglichst streßfreien morgigen Tag, eine kurzweilige Bahnfahrt und daß Du alle Anschlüsse schaffst und natürlich ein superschönes Wochenende!

    Deine Natira

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  6. Sayuri, das ist fein! Wenig Arbeit und viel Vergnügen ist bei dem Wetter doch sowieso die beste Lösung. :)

    Und heute geht es schon wieder in heimische Gefilde? Wie schön! Dann genieß dein Wochenende mit dem Freund und den Schweinchen! :) Hab eine gute Fahrt! :)

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