3/13/2010

Meinungen: "Der fremde Sohn" und Brunetti N°16

Zwei kurze Meinungen wollte ich noch posten zu o.g. Titeln.
Ich schreibe hier keine Inhaltsangaben - ich mach es mir leicht und verweise dazu an amazon.de (und verlinke das entsprechend), wo man die immer prima nachlesen kann. Das mache ich deshalb, weil ich den Leuten, die die Filme oder Bücher noch sehen bzw. lesen wollen, nicht zu viel vorwegnehmen will - ich selbst lese oft nicht mal den Klappentext (zumindest nicht bei Reihen die ich schon kenne, wie aktuell bei Donna Leon), da ich komplett in die Handlung eintauchen will, ohne vorher wissen zu wollen, worum es im Buch gehen wird.

Wer also Interesse an meiner Meinung zu den beiden Titel hat, liest hier weiter :)

Die erste Meinung ist zu dem Film "Der fremde Sohn" mit Angelina Jolie, den ich vor kurzem in einer "4-für-3-Aktion" erstanden habe. Regie hat Clint Eastwood geführt, was ja seit "Gran Torino" für mich einem Must-See-Label gleichkommt. Ich wusste eigentlich gar nicht so recht, was auf mich zukommt. Ich hatte mir nichtmal den Klappentext durchgelesen sondern direkt zugegriffen - weil ich von dem Film vage schon Gutes gehört hatte und weil ich - zugegebenermassen - Angelina Jolie einfach mag.
Zuerst ist sie mir in "Durchgeknallt" bzw. "Girl, interrupted" begegnet, für den sie ja auch einen Oscar bekommen hat. Da fand ich sie wunderbar, in den Lara Croft-Filmen fand ich sie einfach sehr tough und cool und in "Gone in 60 Seconds" habe ich sie auch sehr gerne gesehen. In "Jenseits aller Grenzen" hat sie mir auch wieder gut gefallen - to make a long story short: bis auf "Mr. und Mrs. Smith" fand ich alle Filme mit ihr richtig gut. Auch "Mr. und Mrs. Smith" war ein guter, guckbarer Film, allerdings war das Thema wohl einfach nicht so meine Welt und daher ist er für mich einer ihrer schwächsten (zumindest von denen, die ich kenne).
Also gut, nun aber zum "fremden Sohn". Auch hier spielt Angelina Jolie grossartig, sie ist wunderschön, sie spielt gut, ich finde sie verkörpert die Rolle der verzweifelten und kampfbereiten Mutter sehr gut und glaubhaft. Soweit so gut. Schlimm war nur, dass der Film irgendwann in Sphären vordrang, die ich nicht mag, ich finde solche Schlacht-Szenen einfach nur fies und wenn dann noch Kinder die Betroffenen sind, kann ich nicht mehr hinschauen und werde furchtbar traurig - einfach weil man ja weiss, dass so etwas ja auch in der Realität passiert.
Aber der Film ist auf jeden Fall sehenswert, ich bereue es zwar nicht wirklich ihn gekauft zu haben, aber ich befürchte, ich guck ihn nicht nochmal. Dazu war er für mich leider zu schrecklich ... Aber für Leute, die nicht so empfindlich sind und nicht so nah am Wasser leben, wie ich, ist er bestimmt lohnend - die Geschichte ist spannend und durchaus fesselnd, die Zeit in der er spielt ist interessant und auch gut wiedergegeben.

Die zweite Meinung heute bezieht sich auf Donna Leons "Lasset die Kinder zu mir kommen" - Brunettis 16ter Fall.
Ich hab ihn mir extra aufgespart, denn ich liebe diese Bücher über alles. Ich liebe italienisches Essen und Lebensart und finde Brunetti, seine Familie und seine Kollegen allesamt sympatisch, liebenswert, lesenswert. Es gab auch vorher schon schwächere Bücher in der Reihe, aber keins hat es geschafft, mich abzuschrecken, die Reihe weiter fortzusetzen. Und, soviel vorab: auch dieses Buch wird das nicht schaffen - ich werde auch den nächsten Band wieder kaufen. Aber dennoch ist das Buch eine Enttäuschung für mich. Herrje, es zieht sich. Donna Leon hat sich an einen etwas neuen Stil herangewagt und schreibt nun auch mal aus verschiedenen Sichtweisen. Das war aber leider auch schon das Aufregenste an dem Buch. Es plätschert so dahin und man weiss gar nicht so recht, ob überhaupt nochmal was passiert. Hmm, ich weiss nicht - irgendwie fehlte dem Buch leider sehr viel: die Leidenschaft Paolas, die Quirligkeit der Kinder und das wundervoll beschriebene Essen kam leider auch zu kurz. Vielleicht war der Verzicht auf die Familienelemente bewusst gewählt, um zu zeigen, wie allein sich Brunetti gerade fühlt, da er ja an diesem ganzen Kinderthema schwer zu tragen hat. Aber ich hätte gedacht, dass er gerade dann die Nähe der Kinder sucht und nicht nur aus der Ferne zu ihnen schaut... Hmm, ja, es war wirklich schade um das Buch - es hätte viel, viel spannender sein können und viel mehr Brunetti hätte es für mich in sich haben müssen. Aber gut, nicht jedes Buch ist ein Knaller und Donna Leon hat ja nun schon eine Menge geschrieben... Ich würde mir nur wünschen, dass Autorinnen und Autoren gerade von solchen Buchreihen (bei Rita Mae Brown ist es mir z.B. sehr ähnlich ergangen), wenn sie merken, dass es nicht so recht fliessen will, vielleicht einfach mal eine Pause machen. Sicher ist das ein Problem der Verträge, die sie abgeschlossen haben, aber auch der Verlag sollte da ja im Interesse der Reihe handeln: denn wenn mehr solche Bücher kommen, springen die Stammkunden ja auch irgendwann ab. Gut, aber der nächste Brunetti wird hoffentlich wieder besser :) Ich glaub, ich fang einfach in der Zwischenzeit mal wieder von vorne an ...

4 comments:

  1. Ui, das finde ich interessant. Weder der Film noch die Brunetti-Krimis haben mich bislang gereizt, aber nach deiner Rezension zum Buch habe ich Lust bekommen mich doch noch einmal an einen der ersten Donna Leon zu wagen. Gerade durch deine Enttäuschung über den aktuellen Titel habe ich das Gefühl, dass ich nachvollziehen kann, was dir sonst an der Reihe so gefällt. :)

    Oh, und vielen Dank, dass du mir "Gran Torino" in Erinnerung gerufen hast! Eigentlich hatten wir überlegt den Film im Kino zu gucken, haben es aber (natürlich >seufz<) nicht geschafft. Nun habe ich mir die DVD auf den Wunschzettel gepackt und schenke ihn mir entweder selber in den nächsten Monaten oder hebe ihn mir bis zum Herbst auf und überreiche ihn meinem Mann als Geburtstagsgeschenk. ;)

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  2. @Winterkatze:
    wie schön, dass Dir meine "Meinungen" etwas gebracht haben :D (dann macht das schreiben ja auch mehr Spass)
    Ja, versuch es einfach mal mit Brunetti - wenn Du nichts gegen antiquarische Bücher hast, schau da mal - mittlerweile findet man die Brunettis da häufig. Ich glaub, ich würd mit dem ersten Fall anfangen - dann lernt man die Familie gut kennen und überhaupt - ich glaub, der erste Teil ist einer der besten.
    Da bin ich ja schon mal gespannt, was Du sagst :)

    Gran Torino ist ein grosser Film. Absolut kein leichter Stoff aber bewegend und toll gemacht. Eine gute Idee, ihn so zu "verschenken" ;) *hihi*
    Schönen Sonntag für Euch!

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  3. Mir hatte der Film auch sehr gut gefallen:

    http://tine.maoro.net/?p=593

    Ich verstehe Deine "Abneigung" bei den derben Bildern, die ja auch nur angedeutet sind, denn auch ich saß mit offenem Mund da und musste dann wegschauen.

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  4. @Tine:
    Ja, hatte ich bei Dir gelesen. Bei mir war es schon was länger her, dass ich ihn gesehen habe, aber seit Gran Torino sehe ich Clint Eastwood einfach mit anderen Augen :)
    Mich hatte das einfach so geschockt - hatte nicht damit gerechnet, dass der Film in diese Richtung gehen würde... Puh, und zum Glück war das nur angedeutet - mehr hätte ich nicht ertragen können...

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