1/27/2010

same same but different

Eben war ich mit meiner Freundin S. in der Kamera im Film "Same same but different".
Die website ist übrigens sehr sehenswert - einfach mal reinschauen, da ist auch ein netter Trailer.

Ich weiss nicht, was im Moment los ist, aber dauernd begegnen mir Dinge (Filme, Vorträge, Bücher), die mich daran zweifeln lassen, dass ich momentan "genug" tue. (Edit: vllt. ist "momentan" das falsche Wort, "generell" trifft es eher. Es geht darum, dass ich meine, zu wenig Mitgefühl und zu wenig von der guten, alten Nächstenliebe zu zeigen...)
Der Film heute abend gehört zweifelsohne dazu - es ist ein bewegender, krasser Film (der auf einer wahren Geschichte beruht), der einem die Wahrheit vor Augen hält, den Spiegel, der einem zeigt, dass man selber in Saus und Braus lebt, während anderswo junge Mädchen für 20 Dollar mit dem nächstbesten Touristen ins Hotelzimmer gehen. Stoisch, mit dem Gedanken "Ich brauche nur sein Geld". Wo junge Mädchen plötzlich HIV positiv sind, aber das als Zeichen dafür sehen, dass sie in einem früheren Leben eine schlimme Tat begangen haben müssen. Stoisch, eben.
Das war die eine Seite des Films, die mich wirklich mitgenommen hat. Auf der anderen Seite: diese Liebe zwischen Ben und Sreykeo. Wie ernst dieser junge Mensch seine Verantwortung sieht, wie er, ohne zu murren für seine Freundin und ihre Familie sorgt und es ihm gar nicht in den Sinn kommt, sie einfach mitzunehmen, weg aus dem Slum, weg von den Freiern, weg aus Kambodscha. Ich fand die Familie so schlimm, so gierig, so fordernd und finde es faszinierend, dass Ben Prüfer sich dadurch nicht vertreiben liess. Das ihm der Gedanke, ausgenutzt zu werden offenbar gar nicht kam, und wenn er kam, dann hat er ihn nicht Oberhand gewinnen lassen. Respekt, vor soviel Grosszügig- und Gutmütigkeit!
Der Film ist absolut sehenswert. Es ist kein Film, den man sich anschauen sollte, wenn man sich auf Popcornkino freut. Man sollte ihn eigentlich auch nicht gucken, wenn man keine Zeit hat, danach darüber zu reflektieren, was man da eigentlich gesehen hat.
Mir hat er auf jeden Fall wieder einmal ein Stück meines Horizontes erweitert - ein Horizont, den ich bisher erfolgreich mit Klischees verhangen hatte. Und nebenbei hat er mir noch gezeigt, was wahre Liebe wirklich ist :)

2 comments:

  1. Liebe Sayuri! Natürlich liegen Deine Prioritäten derzeit beim Studium. Daß daneben für andere Sachen keine Zeit bleibt - wenn schon die Erholungszeit eingeschränkt ist -, ist wohl verständlich. Ich habe Dich als engagierten Menschen in vielerlei Hinsicht kennengelernt, daran hat sich auch heute nichts geändert. Und Deine Gedanken zeigen immer wieder, daß das auch in Zukunft so sein wird. Liebe Grüße!

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  2. @natira:
    Das ist sehr lieb von Dir. Nichtsdestotrotz - wenn ich das Engagement und die Bereitschaft von manchen Menschen sehe, auf ihre Bequemlichkeit zu verzichten um Gutes zu tun - ich frag mich halt, inwieweit ich bereit bin, dasselbe zu tun... Aber das können wir ja am WE noch philosphisch durchleuchten :)

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