12/09/2009

Betheljugend

Lesetechnisch läuft gerade nicht so viel: Wilde Schafsjagd muss gerade etwas pausieren und spannendes darf ich ja eigentlich nicht lesen. Obwohl, letztens habe ich ein ganz spannendes Buch gelesen. Es heisst "Betheljugend" und wurde von Thomas Wiefelhaus bei "Books on Demand" veröffentlicht. In diesem Buch geht es um die Lebensgeschichte des Autoren, der im Jahr 1971 mit 14 Jahren in die Männerpsychiatrie in Bethel eingewiesen wird und dort, ohne zu wissen was ihm fehlt, eine ganze Zeit festgehalten wird.
Er selbst fühlt sich offenbar zu Unrecht eingewiesen und erlebt in der Klinik teilweise wirklich schreckliche Dinge. Am schlimmsten ist, dass zunächst niemand mit ihm redet - er hatte nur ganz wenige Arztgespräche - und im Prinzip wird er ganz schnell einfach nur ruhig gestellt und entkommt dem nur, weil er irgendwann das Erbrechen nach der Medikamentengabe für sich entdeckt. Was er dann tatsächlich hatte und warum er von seiner Mutter in diese Situation gebracht wurde, wird meiner Meinung nach nicht ganz klar. Der Schreibstil ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und man merkt, dass Thomas Wiefelhaus nicht jeden Tag ein Buch schreibt. Andererseits verstehe ich das Buch auch als Selbstzweck für ihn und ich muss auch zugeben, dass ich die ganze Zeit wissen wollte, wie es weiterging.
Ich würde gerne wissen, wie es zu dieser Situation gekommen ist, wie die tatsächliche Diagnose war und wie es nach dem Verlassen der Klinik für ihn weiterging.
Aber vllt. gibt es ja noch einen zweiten Teil (wird zumindest am Ende angedeutet) und den werde ich dann sicher auch lesen.
Auf das Buch bin ich aufmerksam geworden, weil es am Psychobrett bei uns an der Uni ausgehängt war. Es wurde nahezu umgehend von mir bestellt - zum einen, weil es mich natürlich aufgrund des Studiums interessiert und zum anderen, weil ich mein Zweitpraktikum ja in Bethel ab September absolvieren werde.

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